Zukunft des Internet

Es gibt einen wunderbaren Artikel von Bits und Bäume über die Zukunft des Internets.

Das sind wichtige Fragen die gestellt werden.

  • Kommerzialisierung oder Gemeinwohl?
  • Wie ist die Zukunft der digitalen Infrastrukturen? Privat oder staatlich?
  • Welche Auswirkungen hat das auf die Demokratie?
  • Wie sähe die politische Gestaltung für ein gemeinwohlorientierten Internet aus?

Wie steht ihr dazu?
Wie wollt ihr die Zukunft des Internet gestalten ?

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Weder noch sondern idealerweise dezentral, kommunal, mehr Freifunk, mehr OpenSource anstatt zentralistischer Infrastrukturen die von Konzernen oder Staatlichen Bürrokratien bereit gestellt werden.

Demokratie setzt ja vor allem eine gebildete Bevölkerung voraus, da haben wir dann ein Problem wenn es immer mehr Verschwörungstheorien gibt, immer mehr Narzistische Selbstdarstellerei in Social Media/Instagramm statt Gemeinschaftsgefühl usw. Ohne entsprechende Gatekeeper stehen erstmal alle Informationen gleichberechtigt nebeneinander und viele Menschen können damit anscheinend nicht umgehen.

Evtl in die Richtung von mehr freien Lizenzen, also das ÖR, Universitäten und so weiter immer mehr Inhalte für die Öffentlichkeit freigeben und verbreiten. So ließe sich auch viel eher ein Gegengewicht zu Populismus und Fake Inhalten aufbauen. Digitales Gemeinwohl wird es denke ich nämlich so nur geben wenn das allgemeine Bildungsniveau angehoben wird.

Beides schließt sich nicht aus, freie Software kann ja z.B. durchaus auch mit kommerziellem Hintergrund entwickelt werden. Z.B. eine Suchmaschine die Milliarden kosten würde kann eben kommerziell besser betrieben werden. Ansonsten müsste der Steuerzahler das durch Zwangsabgaben finanzieren.

Gemeinwohl Alternativen freie Software usw, kann ja durchaus sinnvoll sein. Jedoch kann die Entwicklung hoch komplexer Software recht teuer sein. Eine Firma mit Milliarden Budget kriegt das viel eher gestemmt als eine Community von freiwilligen. Der Staat dient ja auch nicht automatisch dem Allgemeinwohl, kann aber z.B. helfen indem mehr OpenSource verwendet wird oder Monopole zerschlagen werden.

Ansonsten gilt eben das jedes Modell seine Kosten hat, bei einem Staatlichen Modell MUSS der Steuerzahler dafür aufkommen ob er will oder nicht. Bei einem privatwirtschaftlichen Modell habe ich die freie Wahl ob ich das Angebot der Firma nutzen will oder eben doch etwas anderes bevorzuge. D.h bin ich da schon recht skeptisch ob eine all zu starke Staatliche Steuerung der Digitalen Wirtschaft wirklich wünschenswert ist.

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Ach ja … ein sehr interessanter Artikel! Er befasst sich unmittelbar mit den
Kernthemen der Piraten, d.h.JEDER sollte diesen Artikel unbedingt
lesen.

Kurz zusammengefasst: Als in den 90igern das Internet das Licht
erblickte, änderte es unsere Welt - und die Erwartungen an bessere
Kommunikation, besseres Verständnis, Bildung und Teilhabe Aller
waren riesig.

Die reale Evolution des Internets aber hatte soviele nicht erwartete
Begleiterscheinungen, dass es heute in mancher Hinsicht ein wahrer
Alptraum ist:

Die skalierbare Struktur des Netzes wirkt wie ein Turbo auf den
Kapitalismus und führt schnell und unerbittlich zu absoluten Monopolisten:
Google, Facebook, Amazon, Apple und Microsoft sind solche Monopolisten,
die neben sich niemanden mehr dulden.

Die träge und durch extreme Unkenntnis der Politik verzögerte
Kenntnisnahme verursacht bis heute eine Art “Wild-West-Mentalität”
ohne jegliche Regulierung im Netz. Mit der Folge, dass die großen
Fünf mit ihrem Milliardenbudget jeden einzelnen Bürger bis zu den
intimsten Details tracken, ausspähen und psychologisch durchleuchten.
Mit der Folge, dass Filterblasen wachsen und gedeihen und eine
Destruktionskultur aus Fakenews, Verschwörkungstheorien und
Hass aufblühen lassen. Sogar wichtige politische Wahlen werden
aus diesem Lager beeinflusst - mit unglaublich fatalen Folgen.


Die üblichen Piratenthemen “Netzneutralität”, “Uploadfilter”, “Transparenz”
und “Freiheit im Netz” sind zwar wichtig, sie wirken aber in der heutigen
Situation fast nebensächlich. Die DSGV ist ein schöner Ansatz, sie wird
aber von fast keinem Akteur berücksichtigt.

Ein Problem ist: Die Großen Fünf haben so eine Größe und so
ein Budget, dass ihr Einfluss immer größer wird - und die Politik sich
schwer tut, nicht ihren Wünschen nachzukommen.

In der Zukunft wird sich zeigen, dass neue chinesische Firmen es den
“Großen Fünf” gleichtun werden. Wobei sie dann den zusätzlichen
Vorteil haben, dass ihre Regierung sogar die Philosophie der “Autoritären
Kontrolle” gutheißt. Das könnte der letzte Sargnagel für die westlichen
Demokratien sein.

Also … aus meiner Sicht brauchen wir eine drastische Kursänderung.
Z.B. müsste man erstmal das Tracken persönlicher Daten generell
verbieten. Damit wäre das Geschäftsmodell der Großen Fünf hinfällig.

Zudem müssen wir auch - wie in dem Artikel dargelegt - Infrastrukturen
und Dienste im Internat als “Gemeingut” bereitstellen. Wichtig ist es,
sich der Piratenmaxime “Freiheit für den einzelnen, aber Regulierung und
Transparenz bei Firmen und Institutionen” wirklich zu nähern.

Um die Fake- und Antiwissenschafts-Kultur zu bekämpfen, brauchen
wir eine sozialere Politik, mehr Sozialarbeit und Bildungsangebote
für die “prekäre Schicht”. Gleichzeitig eine Art Anti-Fake-Regulierung
und eine politische Kultur, die den üblichen Frustrationen keinen
Vorschub leistet, d.h. Regelungen gegen Lobby-Einfluss, Partial-
Interessenpolitik und Transparenz bei Geldflüssen und Nebenjobs.

–> Puhh, das war jetzt sehr “schlagwortartig”, sorry.

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Grundlage dieser Monopole ist aber auch der Staat der mit dem Urheber und Patentrecht eben diesen Konzernen absolute Monopolrechte garantiert und für diese durchsetzt. Alternativen können dann jederzeit angegriffen werden da diese ja gegen zig X patente oder sonstwas verstoßen…

Hat schon seinen Grund warum die Piratenpartei damals ihre Kritik vor allem auf das Urheberrecht konzentriert hat welches eben diese Exklusivität weniger Akteure in diesem Ausmaß überhaupt erst möglich macht.

Das Facebook den Rechtspopulismus aktiv fördert sollte seit dem Camebridge Analytica Skandal offensichtlich sein. Obwohl Facebook mittlerweile zurückrudert, die ganzen Nazi, Qanon und sonstigen Gruppen die so lange gefördert wurden nun löscht. Scheint so das Zuckerberg jetzt wo Trump die Wahl verlieren könnte die Seiten wechselt um nicht mit dem Verlierer unterzugehen bzw. um Druck von seiten der Demokraten zuvor zu kommen.

Da diese Konzerne aber weltweit eine Gefahr für die Demokratie und auch Marktwirtschaft sind wäre die vollständige Zerschlagung der einzige akzeptable weg.

Wenn man die Reichsbürger und Qanon Gruppen so liest, dann kann man sich schon denken das Uploadfilter gegen Hetze und Fake nicht die schlechteste Idee sind. Je mehr Hetzgruppen es gibt desto mehr ist die Bereitschaft in der Bevölkerung da Sperren und Filter als notwendiges Übel zu akzeptieren um die Extremisten in Schach zu halten.

Sorgt die DSGVO denn dafür das irgendein Geheimdienst, Facebook oder Google weniger Daten speichern ? Im Zweifelsfall wird dann eben die 500 Seitige AGB so umgeschrieben das die Nutzer eben wie eh und je allem zustimmen müssen.

Für das gute Datenschutzgewissen gibt es dann überall die extrem nervigen Cookie Banner die man klicken muss. D.h eine gute Simulation von Datenschutz, meiner Meinung nach. Cookie Banner klicken während im Hintergrund Amazon Alexa oder Siri die Wanze spielen und alles überwachen.

Die VR China hat die ganz einfach gesperrt und somit den Weg frei gemacht für die entstehung eigener Konzerne die dann die entstandene Marktlücke gefüllt haben. Russland hat auch maßnahmen ergriffen die US Konzerne auszubremsen und hat mit Yandex und VK eigene Dienste als Alternative aufbauen können.

Ok, mann muss die US Konzerne nicht sperren. Aber bisher sind halt die EU Politiker den USA in den Arsch gekrochen anstatt den Aufbau einer EU IT Industrie zu fördern. Milliarden für Microsoft anstatt milliarden für OpenSource und so weiter. Das ist doch hausgemacht.

Da bräuchte man schon aus stragischen Überlegungen heraus Social Media Konzerne in der EU die den hiesigen Werteverständniss unterworfen sind und nicht alle Daten an den NSA leiten und den öffentlichen Diskurs durch Fake News und Rechtspopulistische Propaganda manipulieren. Keine eigenen Plattformen zu haben bedeutet die Souveranität über den eigenen Diskursraum an ausländische Mächte abzugeben und man sieht ja das das bisher eher recht unangenehme Konsequenzen hat. z.B. in der EU den Brexit der u.a auch durch Social Media Fake Populismus angeheitzt wurde. Das kann eben schon die Integrität der gesamten europäischen Union gefährden.

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Es ist wie IBM und Mircosoft.
Mit mangelndem Wettbewerb schwindet die Innovation und dann ist es kaputt.
Dauerhaft hat das Internet in seiner jetzigen Form der Werbe und Textorientiertheit keine Zukunft mehr.
Die “Tastatur” wurde zum “Phone” und könnte zur “Cam” mit entsprechenden Gruppen-Interaktionen.werden…

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Text ist tot, es geht immer mehr in die Richtung von Photos oder noch besser Livestreams bei denen dann natürlich die eigene Inszenierung perfekt stimmen muss um noch “Likes” oder “Matches” zu bekommen. So gesehen verwandeln die Menschen dann aus gründen der Selbstdarstellerei ihr leben in eine art “Big Brother” Livestream.

Wer dann da nicht im Stil der “Influenzer” mitmacht wird quasi übersehen und erhält kaum Reichweite mehr. Textblogs mit gut überlegten Texten sind dann eben zunehmend out…

Psychologisch treten wir dann in das Zeitalter des universellen Narzismuss ein, Leute wie Trump und co sind dann nur die logische Folge davon. Wer sich am Spektakulärsten und Grandiosesten inszenieren kann gewinnt.

Da ware ich mir nicht so sicher.
Viele haben sich bei Zoom nicht inszeniert, eher das Gegenteil,
Die Privatspäre kippt viel stärker.
Sehe das viel kleinteiliger, in privateren kleinen Gruppen, damit jeder mal zu Wort kommt.
Vielquatscher werden dann einfach Stummgeschaltet. :grinning:

In welcher Gesellschaft wollen wir leben

Das Internet ist immer noch dabei unsere Lebens und Arbeitswelt zu verändern.

Beispiel Home Office

Home Office betrifft ja nicht nur den der zuhause arbeiten kann, sondern auch die Wohnung die er wählen kann. Man muss nicht unbedingt mehr in der Stadt leben wo man arbeitet. Die Firma benötigt weniger Platz und kann Aufgaben auch aus der Stadt auslagern. Das Rechenzentrum mit den Akten, das Einscannen von Briefen, muss nicht mitten in der Stadt erfolgen.
Das hat Konsequenzen auch für die Nutzung von Wohn- und Gewerberaum in der Stadt und auf die Verkehrsdichte, wenn weniger Pendler nötig sind.

Beispiel Shoppen

Wer im Netz einkauft und sich die Waren nach hause liefern lässt, muss auch zu shoppen weniger herumfahren. Eine optimierte Logistik macht es möglich, dass ein Lieferant z.B. 10 Haushalte anfährt statt das 10 Haushalte zum Laden fahren. Das hilft der Umwelt.

Es gibt aber auch Probleme

Wie behalten Leute ihre soziale zwischenmenschlichen Kontakte. Auch da muss man Lösungen finden.
Und wir laufen bestimmt auch auf mehr.

Wollen wir Wirtschaft im Internet

Natürlich! Aber wir bauen gerade die Wirtschaft um von einer profitorientierten Wachstumswirtschaft hin zu einer irgendwie nachhaltigen Wirtschaft.

Die Frage wird sein, ob z.B. ein Stück Bekleidung für dich individuell hergestellt wird. Du wirst 3D-gescannt und das gewünschte Kleidungsstück passen für deine Maße produziert. Möglicherweise nicht mehr in Asien sondern hier vor Ort, weil der Transport für ein Stück zu teuer wäre.

Das wird spannend und es werden viele alternative Ideen gebraucht.

Welche Nonprofit Leistungen wollen wir im Internet sehen

In der Gesellschaft die entstehen sollte, muss der Zugriff auf Wissen frei und kostenlos (über den Gemeinschaftsbeitrag hinaus) sein.
Die Finanzierung von Wikipedia und andere Wissensdatenbanken muss gemeinschaftlich / staatlich organisiert werden.

Information

Wissen und gesicherte Nachrichten müssen jedem zur Verfügung stehen.

Bildung

Bildung soweit sie mit E-Learning machbar ist (und da geht sehr viel) sollte jedem Kostenfrei zur Verfügung stehen. Jeder kann Lerneinheiten vom Kindergartenniveau bis zu Hochschulniveau bearbeiten. Jeder wir gezwungen sein im Laufe seines Lebens mehrmals den Beruf zu wechseln und sich dafür entsprechend vorzubereiten. Das lebenslange Lernen ist längst für viele Realität.
Das Lernen in Kita, Schule, Berufsschule oder Hochschule ist auch ein soziales happening und manches braucht die Präsens von Lehrern, Mitschüler und einem selbst.
Es wird Lehrer brauchen die Schüler im Home Office aus dem Home Office unterstützen und Lehrer die in der Schule Dinge unterrichten für die man vor Ort sein muss. (z.B. Sport).

Sozialisation

Menschen werden mehr Zeit haben, weil die tägliche Fahrt zur Arbeit und zurück wegfällt bzw. weil die Industrie weniger herstellen muss (nachhaltige Wirtschaft). Statt dessen muss es Möglichkeiten zu Sozialkontakten, für gemeinsame Hobbies und aller möglicher sozialer Interaktion geben.
Menschen wollen nützlich sein. Wenn die Erwerbsarbeit diesen Aspekt nicht mehr abdeckt, dann müssen andere Formen der Arbeit gesellschaftlich mehr anerkannt werden.

Sicher hätte ich noch viel mehr schreiben sollen…

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@Fulleren: Hast Du Dir den Start-Artikel (Telepolis) eigentlich durchgelesen?

Ja, das hab ich.

Das Internet ist so wie es ist, weil es die Mehrheit der Menschen genau so will.

Größtenteils auch deshalb, weil sie es nicht besser wissen.

Im beginnenden Internet waren praktisch nur Universitäten angeschlossen und die technischen Hürden waren etwas höher. Dann haben die Wirtschaft und die restliche Bevölkerung das Internet entdeckt und das Internet ist zu einem Spiegel der Gesellschaft geworden.

Wenn wir das Internet verändern wollen, dann müssen wir die Gesellschaft ändern und die Menschen bilden. Und wir müssen wissen wozu wir das machen wollen. Denn die Player im kommerziellen Internet wissen was sie wollen. Geld verdienen.

Linux hat die Schlacht der Betriebssysteme schon gewonnen, weil Microsoft unter der Oberfläche ihren Kernel auf Linux umstellt weil das billiger ist.
An den Open Source Projekte arbeiten auch schon lange nicht mehr Hobbyprogrammierer die in ihrer Freizeit die Welt verbessern wollen, sondern Firmen die knallhart kalkulieren das es billiger ist ein paar Entwicker für so ein Projekt abzustellen als alles selber zu machen und Copyrightklagen zu riskieren.

Aber der Autor des Artikel hat einen etwas verklärten Blick auf das frühe Internet und seine berechtigten Forderungen greifen zu kurz.

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dazu ganz aktuell die heutige Breitband-Sendung von Deutschlandfunk Kultur!

Der Autor des Artikels? Wirklich?

Es ist ja zum Beispiel gar nicht ein Autor, sondern ein ganzes Autorenteam
kompetenter Leute:

Vivian Frick ist Umweltpsychologin am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und promoviert zum Thema digitaler Konsum.

Maike Gossen ist ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin am IÖW und beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit digitalen Marketingstrategien für Konsumreduktion.

Jonas Pentzien ist Politikwissenschaftler und promoviert am IÖW zum Thema Plattformökonomie.

Dominik Piétron ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrbereich Soziologie der Zukunft der Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der politischen Ökonomie der Digitalisierung.

Rena Tangens ist Netzaktivistin, Künstlerin und Mitbegründerin sowie Teil des Vorstands von Digitalcourage e. V.

Die “ungebildeten” wissen auch was Sie wollen, nämlich Entertainment und Ablenkung und die wiederum bekommen die von den kommerziellen Akteuren geboten.

Bildung ist ja in einem Maße verfügbar wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Dennoch haben Fake News oder Seichtes Entertainment eben sehr viel mehr Reichweite. Eben weil die Mehrheit es so will, die Mehrheit will sich weder bilden noch mit komplexen Dingen beschäftigen sondern Geld verdienen und Spass haben.

Das Internet bildet das dann eben ab, siehe die Top Videos auf Youtube die eben nicht die Philosophie und Informatikvorlesungen sind die man da auch finden kann sondern z.B. Schminktips, Musik, Entertainment usw.

Mit Gesellschaft und Politik und so weiter wollen sich eben nur sehr wenige beschäftigen und wenn doch dann meist eher recht oberflächlich.

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Lass mich kurz nachrechnen:

Mit 18 Abitur
mit 21 Bachelor
mit 23 Master und Beginn der der Dissertation / Promotion
So ne Promotion sollte spätestens so mit 27/28 fertig sein. Die jungen Menschen arbeiten noch daran. Sind also jünger. Außer Rena Tangens hat keiner den Beginn es WWW vor 31 Jahren erlebt.
Und das Internet ist ja auch noch (viel) älter.

Kennst du noch gopher und die usenet groups?

Die Commons Idee geht ja zurück auf das GNU Projekt von 1983, das gegründet wurde wegen der “Kommerzialisierung der Software”.

Das ganz früher Software vielfach im Quellcode weitergegeben wurde, war übrigens technische Notwendigkeit gewesen, weil praktisch kaum 2 Computer mit identischer Hardware existierten. Sobald das gegeben war, wurde Software ohne Quellcode verkauft und das GNU Projekt hat sich genau damit auseinander gesetzt.

Die Commons Idee war übrigens auch damals weder unumstritten noch besonders populär.
Die Kommerzialisierung des WWW gelang übrigens erst dann, als mit Smartphones auf Webseiten zugegriffen wurde. Die Leute waren bereit für Apps und Content Geld zu bezahlen.

Du kannst einem Zeitzeugen schon glauben, dass der Blick verklärt ist.

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Die Infrastruktur des Internets ist als öffentliches Gut zu werten, welches nicht allein dem Eigennutz von Konzernen, sondern vielmehr dem gesellschaftlichen Gemeinwohl verpflichtet ist.

Die Gemeinschaft hat sich an den Kosten wie beteiligt?
Man denke jetzt nur mal an die Frequenzversteigerungen.

Es ist doch gerade der Staat bzw. die Abgeordneten, die diese Kommerzialisierung von Infrastruktur und damit letzlich den Zusammenbruch dieser kommerziellen Modelle aufgrund deren unethischer Verhaltensweise vorantreiben.
Unternehmen und Geschäftsmodelle können nur überleben, wenn sie ethisches Handeln vorgeschrieben bekommen, ansonsten vernichten sie sich selbst.

@Fulleren: Naja, Deine Replik beinhaltet viele Gemeinplätze (“Das Internet verändert
die Gesellschaft” und “Es gibt sogar Probleme” [sieh’ an] usw.), aber als - ich unterstelle
das mal - “politisch bewusster Mensch” - gehst Du auf die eigentlich angesprochene
Problematik gar nicht ein.

Deshalb meine verdutzte Nachfrage. :slightly_smiling_face:

Weil dieser Aspekt des Artikel also die Beschreibung des Problems ziemlich gut ist.
Natürlich muss man über Netzneutralität oder Netze in Benutzerhand einen gleichberechtigten Zugang ermöglichen.
Natürlich muss man einen Rahmen schaffen um freien Austausch von Wissen und Meinungen zu ermöglichen.

Die Politik fördert Monopole und verhindert den Aufbau von anderen Arten der Netznutzung.

Ich finde Ansätze wie Patreon interessant um Menschen zu ermöglichen Wissen und Content frei und kostenlos im Internet zu teilen.

Ich bin mir aber im klaren darüber, dass nur relativ wenige Menschen bereit und in der Lage sind ohne die finanzielle Sicherheit einer Vermarktung ihres Wissens oder Contents zu leben.

Vor allem weil letztlich Einzelne Grenzen haben. Kreative und Themenexperten brauchen technische Hilfe und Hilfe z.B. von anderen Kreative die Animationen etc. machen können um guten Content zu produzieren.
Damit sowas funktioniert müssen die Rahmenbedingungen ganz schön verändert werden.

Nunja, die Problematik geht ja noch weiter: Es gibt im Netz viele Rattenfänger, die
Heerschaaren der sogenannten “Ungebildeten” anziehen und populistisch anheizen.
Steve Bannon ist einer der Bekanntesten.

Und was dann passiert, haben wir beispielsweise bei der US-Präsidentenwahl
gesehen - mit apokalyptischen Ausmaßen (siehe Phänomen “Trump”). Aber auch hier
in Europa haben wir eine riesige Gemeinde, die Fakes und Verschwörungstheorien
nachlaufen. In fast allen europäischen Staaten kann man sehen, dass die Rechtspopulisten es besonders gut verstehen, Anhänger im Internet Social Medien anzuziehen, und so
können sie fast überall auch politisch stark wirksam werden: In Italien, Ungarn und Polen
ist es prägnant sichtbar.

Sogar im alten Piratenforum konnte man schon ansatzweise beobachten, wie sich
Fake-Leute verhalten, wie sie für jegliche Argumente unzugänglich sind und ihre Botschaften leidenschaftlich weiterverbreiten, eigene Filterblasen aufbauen usw… Da gelten dann
Ethik oder Wissenschaft nichts mehr. Selbst der Begriff “Wahrheit” wird bis zu Unkenntlich-
keit verbogen …

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Nuja, die NSDAP oder Mussolinis Massenbewegung haben im Grunde auch vor allem auf Fake News und irrer Propaganda aufgebaut, damals war das Feindbild die Juden heute die Geflüchteten bzw. Migranten. Wissenschaftsleugnung wurde von Nazis genauso betrieben wie von den heutigen neuen Rechten.

Wobei der neue Faschismus heute öffentlich weniger brutal und weniger militaristisch daher kommt. Deswegen auch nicht so abschreckend mehr wirkt. Und auch keinen singulären “Führer” an der Spitze mehr hat sondern eher Netzwerkartig organisiert ist.

Wir können froh sein das Trump ein solch bizarr dummer Mensch ist, man stelle sich mal vor eine hoch intelligente Person wie Steve Bannon oder Bolton wäre an seiner stelle Präsident geworden, ich denke dann wäre das alles noch viel übler geworden als das was wir jetzt sehen. Wobei Trump natürlich so gesehen das Bildungsniveau seiner Wähler recht gut präsentieren dürfte.

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