WP007 Abschreibung von Risikokapital ermöglichen

da ich keine Berechtigung habe, einen Thread in der Antragsentwicklung zu öffnen, wo die SÄAs schon drin sind, mache ich das Thema hier auf.

https://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2022.1/Antragsportal/WP007

Antragstext

Der Bundesparteitag möge beschließen:

Die Piraten fordern, dass die Verluste einer finanziellen Beteiligung an neuen Unternehmen grundsätzlich vollständig abgeschrieben werden können.

Begründung

So wie die Gewinne aus Beteiligen der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen, müssen die Verluste auch steuermindernd geltend gemacht werden können. Die fördert insbesondere den Einsatz von sogenanntem Risikokapital.

Ich bin mir nicht so ganz sicher: Zielt der Antrag darauf ab, dass nicht nur Gewinne aus Unternehmensbeteiligungen, sondern auch die Verluste dem Teileinkünfteverfahren unterliegen?

Wenn ja: So wie der Antrag da steht würden dann Gewinne nach wie vor dem Teileinkünfteverfahren unterliegen, die Verluste aber nicht mehr. Also Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren?

Man kann natürlich grundsätzlich darüber diskutieren, ob das Teileinkünfteverfahren insgesammt sinnvoll ist, oder ob man das durch etwas anderes austauschen sollte (wobei man dann darauf achten sollte, dass Doppelbesteuerungen vermieden werden, ohne dass die Bürokratie aufgebläht wird). Aber nur einseitig die Verluste da rausnehmen…

Gruss, Lothar

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Zu fördern sind diejenigen, die die Leistung erbringen und nicht die Geldgeber.
So ergibt dies doch keinen Sinn, da es nur zu einer Vermögenskonzentration führt.
Man kann die Krankenversicherung der Selbständigen subventionieren, Rentenzeiten anrechnen etc. damit das Scheitern der Selbständigkeit besser abgefedert ist.

Erst mal zur Verständigung:

Ansonsten hätte ich ein paar Fragen:

a) Liegt der Fokus auf neuen Unternehmen? Wenn ja, sollten die Antragsteller diesen Aspekt deutlicher hervorheben.
b) Welche Kapitalgeber sollen nach dem Willen der Antragssteller begünstigt werden? Ich meine, es gibt Kleinanleger, deren Risikominimierung ein durchaus ehrenwertes Motiv ist. Großinvestoren oder auch institutionelle Anlagenfirmen (z.B. Blackrock) würden aufgrund ihrer Marktmacht diesen Antrag aber bestimmt auch gut finden, u.a., weil sie schon jetzt dazu neigen, neue Firmen, an denen sie beteiligt sind, sehenden Auges platt zu machen, wenn sie sich nicht so entwickeln, wie es “gewünscht” ist. Der Prozess der Liquidierung ungeliebter Kinder könnte, folgt man dem Antrag, ein neues Steuersparmodell für die Großen sein. Finanz-Taschenspielertricks beherrschen diese Leute perfekt.

So wie dieser Antrag formuliert ist, würde ich ihm, wäre ich noch Mitglied, nicht zustimmen.

Insgesamt finde ich es für eine Partei, die mal zum Ä(E)nd(t)ern der Gesellschaft angetreten war, recht merkwürdig, wenn man sich der Standard-Instrumente ebendieser Gesellschaft bedient, die man eigentlich ändern wollte. Weil ihr euch seit Jahren mitten im Mainstream bewegt, bin ich vor Jahren ausgetreten.

Es ist aber noch nicht zu spät, über Denkansätze wie solidarische Ökonomie und dgl. nachzudenken. Vermutlich wird es sogar mit jedem Tag dringender.

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