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Wo steht die Piratenpartei im Parteienspektrum


#29

Das kann vielleicht bei sogenannten “Volksparteien” oder “Mitteparteien” passieren, welche ein möglichst breites Spektrum in sich aufnehmen. Bei “Kleinparteien” verneine ich dies jedoch. “Kleinparteien” sollten sich wesentlich klarer zuordnen lassen, als die sogenannten “Volksparteien”. Die Piraten sind klar linksliberal und bei manchen Themen sozialliberal (bsp. Datenschutz). Ein anderes Spektrum schließt sich aus dem Identitätskern der Piraten aus.

Hier, nochmal mein Standpunkt und eine Diskussionsanregung:

These: Wenn “Kleinparteien” oder “Ein-Themenparteien” ein ähnlich breites Spektrum in den eigenen Reihen zulassen wie sog. “Volksparteien” oder “Mitteparteien”, sind sie redundant und haben keinen Mehrwert. Dann könnte gleich ein Zweiparteien-System, wie in den Staaten, eingeführt werden.

Ich verstehe schlicht die Aussage dieses Satzes nicht. Denn es gibt auch linke Ökonomen bzw. ein Ökonom kann die Ökonomie kritisieren.

Marx hat den Kapitalismus kritisiert, aber nicht abgehnt. Er zwar sozialromantisch veranlagt, aber kein gänzlicher Kulturpessimist.


Ein Thesenpapier über die Zukunft der Piratenpartei (und wilde Spekulationen über das Thema 'Fortschritt')
#30

Da fehlt es Dir einfach an Lebenserfahrung.

Er selbst verband einst ja eine wissenschaftliche Analyse des Kapitalismus mit einer darauf aufbauenden Heilslehre, an deren Ende das Paradies steht, der Kommunismus.

Nunmal ernsthaft.
Wenn man “Soziale Marktwirtschaft” in die Ecke Kapitalismus stellt, muß man linke Politik in die Ecke Kommunismus stellen.

Genau an der Stelle unterliegt ihr Eurem falschen Rechts-Links-Denken und den Scheuklappen, die ihr aufsetzt.

An unseren Piraten-Infostand kommen die Bundestagskandidaten von CSU und SPD und essen auf neutralem Boden unseren Kuchen, der FDP-Kandidat fragt, ob er uns beim Infostand aufbauen helfen kann, die Grünen leisten Unterstützerunterschriften, der zukünftige FW-Minister fragt am Piraten-Infostand nach, wo denn sein Leute mit seinem Stand sind und die Linke bekommt von uns eine Pumpe geliehen zum Luftballon aufblasen.
Alles Mitte, die einen mehr, die anderen weniger sozial.
Nix Kapitalismus und Kommunismus.
Insofern ist Euer Bemühen. die Piraten in irgendein Links-Rechts-Schema pressen zu wollen nicht erfolgversprechend.

Bei der Landtagswahl in Bayern war genau das Gegenteil der Fall.
Es war nicht das Thema Digitalisierung oder Internet oder Bildungspolitik, sondern Innenpolitik.


#31

Linksliberal ist eher dem Anarchismus als dem Kommunismus nahe…
Kommunismus ist linksautoritär und Anarchismus ist linkslibertär.

Linksliberal (Die Piraten) ist ein bisschen etwas anderes als Linksautoritär (DDR) …

Und hier nochmal eine grundlegende Einteilung:


#32

Seit wann widerspricht Verschuldung Demokratie?


#33

Die FDP ist, Deiner Meinung nach, genau so Rechts wie die AfD.
Links von “die Linke” gibt es nichts mehr.
Die CDU ist genau so weit rechts wie die CSU.
Die SPD ist weder links noch rechts.
Die Grünen sind links von der SPD und genauso autoritär wie die CSU.

Dass die Piraten mehr Authoritarian als die Grünen sind, scheint Dir entgangen zu sein.
Die Beispiele zeigen, dass diese Einteilung gar nicht funktioniert.

Nerds sind viel zu bunt und individuell zu unterschiedlich, um daraus einen Normalpiraten ableiten zu können.


#34

Verschuldung ist letztlich ein anderes Wort für Vertrauen in die Zukunft. Es wird etwas ausgegeben was (nocht)nicht erwirtschaftet wurde. Das ist das Gegenteil von Wirtschaft, aber nicht das Gegenteil von Demokratie. Deswegen sind linksliberale Parteien immer progressiver als rechtsliberale Parteien. Sie gehen mehr Risiko und Vertrauen mehr auf die Zukunft (höhere Verschuldung).

Demokratie ist das Ausbalancieren aller Interessen und das Ideal. Deshalb habe ich es in die Mitte gesetzt. Es ist in diesem Beispiel die Mitte gewesen, kommt aber auch auf das politische Spektrum, sowie die Realwirtschaft an.

Die FDP ist genauso weit rechts wie die AfD, wenn sie ihre Klientelpolitik durchsetzt. Sie ist aber im Gegensatz zur AfD liberal. Und das ist ein großer Unterschied! Liberal heißt nähmlich auch mehr Demokrat (da Pluralismus gewünscht) und weniger Autokrat (homogene “Volksgemeinschaft”). Übrigens sieht das der Themenersteller (Fulleren) hier auch ähnlich:

Sonst müsste die Linke ihren Namen überdenken :wink:

Deshalb sind CSU und CDU ja auch Schwesterparteien.:wink: Die CSU ist im Ideal rechtssozial und die CDU rechtsliberal.

Die SPD ist linkssozial (mit linksliberalen Flügel, der zurzeit stärker ist).

Die SPD würde sonst keine Regierung mit der CDU/CSU bilden und auch sonst nicht so viele Stimmen an die Grünen verlieren.Autoritär ist der Extremfall von Sozial, dass sollte allen nach der DDR und UdSSR klar sein…

Dass die SPD mehr links ist als die Grünen habe ich korrigiert und ich schätze die CDU genauso wenig sozial ein wie die Grünen (beide sind aber nicht autoritär (Autoritär ist der Extremfall von sozial)…

Hier nochmal ein Diagramm (mit den Mitteparteien mehr in der Mitte und den gemäßigteren Kleinparteien)

Ich rate dir den untenstehenden Link durchzulesen und/oder den Beitrag durchzulesen. Es gab schonmal eine kleinere Umfrage bei den Piraten, bei der rauskam, dass die überwältigende Mehrheit der Piraten linksliberal ist (etwas anderes wäre auch sehr merkwürdig und würde aller Logik zu Wider laufen).


#35

Frag mal die Griechen :rofl:


#36

Verschuldung widerspricht nicht der Demokratie (dass habe ich versucht oben klarzustellen!) Überschuldung und Insolvenzen in großem Umfang hingegen schon bzw. ist die Wirtschaft (Gesellschaftsstruktur) bei einer Überschuldung instabil und es wird kein weiterer Wohlstand produziert. Demokratie basiert auf einer funktionierenden Wirtschaft.


#37

“Rechtsliberal”? In Politikwissenschaften hätten hier auch manche Hausverbot, glaube ich.


#38

OK Du bist verschuldet (als Staat bzw Nation) und nun kommen so ein paar wichtige Herren vorbei und zwingen Dich zur “Austerität”.

  • Damit die Wirtschaft funktioniert muss Geld fließen
  • es gibt 3 Möglichkeiten zur Geldentstehung: Der Staat, der Private Haushalt oder die Wirtschaft müsste sich verschulden…
  • Die Troika streicht in allen 3 Bereichen die Leistungen weil alle 3 “über ihre Verhältnisse leben”

und schon wird aus einer Verschuldung eine Überschuldung. Die Überschuldung ist auch Definitionssache. Nimm die deutschen Autobauer, die ihre Überproduktion in der Wüste geparkt haben und nur darauf warten, das irgendwo Schulden entstehen (=Kredite aufgenommen werden) um ihre überproduzierten Autos zu kaufen. VW parkt Autos in der Wüste

oder als Video: Überproduktion in der Wüste


#39

Welche Regierungsform sollte denn dann bei einer nicht funktionierenden Wirtschaft gewählt werden?
Gibt es denn da, historisch gesehen, funktionierende Beispiele?
Als die Väter des Grundgesetzes ihren Entwurf erstellten, gab es keine funktionierende Wirtschaft und dennoch haben sie sich für die Demokratie entschieden.

Führt jetzt nicht zu irgendeiner Meinungsänderung bei mir.
Dieses Kategorisieren und Menschen in ein Schema pressen zu wollen, widerspricht völlig meiner Lebensweisheit.

Dieses Einteilen in Links und Rechts, damit man in altbewährter Weise seine Vorurteile pflegen kann, hat nichts mit Piratenpolitik zu tun.
Datenschutz, Digitalisierung, Persönlichkeitsrechte etc. betrifft alle und kann nicht in das kaputte PingPong-Spiel der Altparteien eingeordnet werden.

Die Grünen z.B. versuchen viele Themenbereiche der Piraten zu besetzen, sind aber gegen technischen Fortschritt. Wer ist da jetzt Links, wer Rechts, ist dies überhaupt relevant, wer ist bei der Umsetzung von Digitalisierung gut und wer ist böse?

Die SPD z.B. betreibt weiterhin die Auseinandersetzung AG und AN, verkennt aber, dass das eigentliche Problem der Wandel ist, der mit Digitalisierung verbunden ist. Im Links-Rechts-Schema wird dann das Problem auf die Erhaltung der Arbeitsplätze reduziert, statt den Wandel mitzugestalten.


#40

Das Wort Fortschritt gibt der Piratenpartei zu wenig Anlass zur Reflexion. Was unterscheidet denn das CDU-Gebrüll nach mehr Wachstum von dem Piratengebrüll nach mehr Fortschritt?


#41

Qualität statt Menge


#42

Da gab es eine funktionierende Nachfrage
und zuvor eine Währungsreform - d.h. alle Salden waren auf Null zurückgesetzt.

Das sind optimale Voraussetzungen für ungehemmtes Wirtschaftswachsrum


#43

Fortschritt und Qualität haben keine Kausalität, höchstens eine Korrelation.


#44

Wachstum bzw mehr Wachstum … - ständiges Wachstum = Krebs. oder: Krebs in fortgeschrittenem Stadium …
Fortschritt ist also eine Frage des Standpunktes. => Gestern standen wir noch am Rand des Abgrunds - heute sind wir einen großen Schritt weiter.
Die Piraten sollten zwischen Fortschritt und Entwicklung differenzieren. Die Piratenpartei könnte ja Entwicklung fordern.


#45

Manches ist bereits zum bestmöglichen Zustand entwickelt.


#46

Also lassen sich Piraten doch nicht in ein Schema einsortieren, oder?! ,o)

Was bildest Du dann damit ab? Den Kompromiss, den der Wähler eingehen muss? Ja.
Find ich toll, weil damit müssen nicht die Parteien den Kompromiss suchen sondern wälzen es gleich auf den Wähler ab.

Mehrere Parteien und schon wird das Parlament kleinteiliger. Mit anderen Worten, der Wähler muss weniger Kompromisse machen und “delegieren” die Kompromisse an die Parteien. Im Idealfall gäbe es nun wechselnde Mehrheiten, weil man im Idealfall Sach- und Themenbezogen abstimmen würde.

Ich favorisiere das Mehrparteiensystem, da dieses in der Summe eine größere Schnittmenge Wähler abbildet.

Damit bewegen wir uns aber jetzt ganz, ganz weit weg vom Thema.

Eben, das sehe ich auch so.

grummel
Ich habs befürchtet, dass das Thema hier auch noch auftaucht. Nein, das ist kein Kriterium irgend etwas in irgend eine Richtung einsortieren zu können. Damit zerfasert man höchstens die Diskussion und Meinungsbildung.

Ja, aber eben weit außerhalb des Spektrums, denn jeder “meint” von sich selbst Demokrat zu sein.

Es ist schwierig aus alten und eingefahrenen Gleisen heraus zu kommen. Man müsste ja etwas funktionierendes durch etwas “neues” und völlig ungetestetes entscheiden. Wer will das, denn es beansprucht ja aktive (Mit-) Arbeit eines jeden. Egal ob Wähler oder Politiker. Womit wir wieder beim Thema wären - Vorn - da wo noch niemals jemand zuvor gewesen ist.

Wachstum = “Mehr werden”
Fortschritt = “Änderungen” (eines Zustandes - what ever)

Der Unterschied kann größer nicht sein.


#47

Ob du es jetzt “wirtschaftsliberal” und “nationalsozial” statt “rechtsliberal” und “rechtssozial” nennst sind Taschenspielereien…

Wichtig sind für die Priraten sowieso nur die Begriffe “linksliberal” und “linkssozial” (für "Linkssozial müsste es doch auch ein besseres Wort geben, wieso hast du dich darüber nicht beschwert?).

Die Grünen schwanken auch zwischen linksliberal und linkssozial. Linkssozial kann gegen technischen Fortschritt sein und für Hierarchisierung stehen. Linksliberal (bzw. Progressiv) ist die einzige Richtung die für Fortschritt und Verschuldung ist. Außerdem schließen die Grünen z.B. bei der Energiewende technischen Fortschritt nicht aus. Dennoch sind sie technisch noch nicht so weit wie die Piraten. Deswegen habe ich die Piraten auch liberaler und weiter links eingezeichnet.

Die SPD hat mit der CDU die letzten Jahre zusammen rechtsliberal (wirtschaftsliberal oder neoliberal, nenne es wie du willst) regiert. Die Auseinandersetzung zwischen AG und AN zu betreiben, hat sie wenn überhaupt außerhalb der Regierung, symbolisch. Wenn die SPD wirklich Politik für die AN und Gewerkschaften machen würde, wäre sie linkssozial (der Mindestlohn und die Mietpreisbremse, sind zumindest Ansätze)

Ganz klar hervorstechend und außergewöhnlich ist die Hartz 4 Reform, da hat die SPD-Grüne-Regierung unter Schröder eine “rechtssoziale” oder “rechtsliberale” Reform durchgesetzt.


#48

“Linkssozial” ist ein Oxymoron, es durch ein anderes Wort mit dem gleichen Sinn auszutauschen ändert daran wenig.

Wer sich links oder rechts verortet, der ist vor allem illiberal.