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Wo steht die Piratenpartei im Parteienspektrum


#24

Keine Ahnung was das jetzt mit dem Thema zu tun hat.


#25

Das Problem der Währungsunion wird (meiner Erfahrung nach) nur von einer winzigen Minderheit durchschaut. Das ist der Punkt, den Hankel, Schachtschneider, Lucke und Co ursprünglich kritisiert haben. Die Einstufung der Partei als “Europa Kritisch” und nachfolgend als politisch “rechts” erfolgte aus taktischen Gründen und aus den Reihen der Gegner. Die Einstufung konnte damals logisch nicht wirklich nachvollzogen werden. Erst danach kamen die Gegner der Flüchtlingspolitik dazu und erst dann konnte man von einigen Mitgliedern (nicht von allen) rechte Sprüche und Gedanken hören, die sich etwa auf dem Level von Thilo Sarrazin Thilo Sarrazin hören. Thilo ist noch in der SPD - soweit ich weiß…


#26

Es gibt ein Forum, dass sich “neue soziale Marktwirtschaft” nennt - böse Motive, böses Framing => neue soziale Marktwirtschaft


#27

Meine Gedanken zu der Frage, wo die Piratenpartei im politischen Spektrum steht:

Die Piratenpartei von 2006-2010 war tatsächlich weder rechts noch links sondern vorn. Vorn im Sinne von unkonventionell, Avantgarde, progressiv.
Man dachte neu und hielt sich für intelligent genug auch mal unkonventionelle Gedanken zu denken und zu äußern. Es kommt schließlich auf dasjenige an, was schlussendlich Neues aus dem Denkprozess entsteht. . Das also ist (war) “vorn” - das also ist heute Vergangenheit.

Die Piratenpartei entledigte sich der progressiven frei denkenden Mitglieder & Personenkreise und war danach weder rechts noch links noch vorn. Das die Piratenpartei Deutschland *heute nicht mehr vorn ist *erkenne ich z.B. daran, dass man sich innerhalb der Partei (im politischen Alltag) seit Jahren überwiegend mit Banalitäten oder Symptomen schlechter Politik beschäftigt. Man kann oder will “die Ursachen” nicht mehr benennen geschweige denn erklären und beschäftigt sich - wenn überhaupt - mit Symptomen.

Der Wähler erkannte bzw erkennt, dass in solcher Politik eher wenig Potential für Veränderung zu finden ist und veränderte sein Wahlverhalten zugunsten anderer Parteien.


#28

Ja eben, genau das lässt mich ja seit langem etwas nachdenklich zurück. Denn das bisher bekannte und verwendete Spektrum passt einfach nicht mehr. Wir müssen doch alles neu denken. Ich meine, wir wollen echte Basisdemokratie, wir wollen Liquide Demokratie, wir wollen Online-Abstimmungen. Mal ganz ab davon ob das so in der Praxis aus wirklich was taugt, aber mit der Althergebrachten Demokratieform ist das nicht möglich. Analoge Demokratie/Bundestag so wie bisher … kontra Internet-Demokratie.

Wer wenn nicht wir, kann denn diese (neue Demokratie-) Form in irgend einer Weise neu definieren? Wollen wir uns wieder die Butter vom Brot nehmen lassen und andere diktieren lassen, was sie unter Netzneutralität, Liquide-Demokratie, Online-Abstimmungen etc.pp. verstehen? Wir hätten die Snowden-Dokumente in ihrem Umfang und ihrer Brisanz definieren müssen, was sie bedeuten usw. (Alles Beispiel)

Ich glaube es ist an der Zeit mal wieder anzugreifen. Wir müssen mal (wieder) $Dinge komplett neu definieren. Ich weiß nicht warum wir uns nicht trauen viele Gesellschaftliche Dinge einfach mal zur Diskussion zu stellen und neu zu denken? Wir müssen weg sofort und für alles Lösungen präsentieren zu müssen. Keiner hat eine Lösung, besser noch, die aktuellen Parteien warten so lange bis das Problem an der Tür klopft. Visionär geht anders.

Dummerweise ist das Beispiel mit der SPD oder den Grünen nicht so recht zutreffend. Diese Parteien wurden weit vor der Ära “Internet” und Digitalisierung gegründet. Also auf Fundamenten, die noch nicht so extrem mit “Fortschritt” verbunden waren, sondern (insbesondere) bei den Grünen, eine Art “Vergangenheitsbewältigung” praktizieren. Den Grünen ist es zu verdanken, dass das Thema Umwelt einen Gesellschaftlichen Stellenwert bekam. Die haben das Glück, dass man die Misswirtschaft (kaputte Wälder) zu sehen bekam. Wir haben das “Pech”, dass wir oft mit Black-Boxen hantieren. ;o)

Darf ich mal provokativ sein? “Ist das alles?”.
Wenn “Daten das neue Öl sind”, dann müssten doch die “Hacker” die gesamte Welt völlig auf den Kopf stellen. Ach die haben es ja schon, trotzdem verbleibt man in den “alten Denkmustern”? Und ja, der Link zum Artikel passt, aber mMn nur wenn mal die alte Denkweise benutzt.

Wir müssen $Dinge völlig neu betrachten, ohne uns Grenzen zu setzen. Filterblasen etc.pp. sind hierbei nur hinderlich. Ich sagte nicht das es einfach ist, nur mal so. ;o)


#29

Das kann vielleicht bei sogenannten “Volksparteien” oder “Mitteparteien” passieren, welche ein möglichst breites Spektrum in sich aufnehmen. Bei “Kleinparteien” verneine ich dies jedoch. “Kleinparteien” sollten sich wesentlich klarer zuordnen lassen, als die sogenannten “Volksparteien”. Die Piraten sind klar linksliberal und bei manchen Themen sozialliberal (bsp. Datenschutz). Ein anderes Spektrum schließt sich aus dem Identitätskern der Piraten aus.

Hier, nochmal mein Standpunkt und eine Diskussionsanregung:

These: Wenn “Kleinparteien” oder “Ein-Themenparteien” ein ähnlich breites Spektrum in den eigenen Reihen zulassen wie sog. “Volksparteien” oder “Mitteparteien”, sind sie redundant und haben keinen Mehrwert. Dann könnte gleich ein Zweiparteien-System, wie in den Staaten, eingeführt werden.

Ich verstehe schlicht die Aussage dieses Satzes nicht. Denn es gibt auch linke Ökonomen bzw. ein Ökonom kann die Ökonomie kritisieren.

Marx hat den Kapitalismus kritisiert, aber nicht abgehnt. Er zwar sozialromantisch veranlagt, aber kein gänzlicher Kulturpessimist.


Ein Thesenpapier über die Zukunft der Piratenpartei (und wilde Spekulationen über das Thema 'Fortschritt')
#30

Da fehlt es Dir einfach an Lebenserfahrung.

Er selbst verband einst ja eine wissenschaftliche Analyse des Kapitalismus mit einer darauf aufbauenden Heilslehre, an deren Ende das Paradies steht, der Kommunismus.

Nunmal ernsthaft.
Wenn man “Soziale Marktwirtschaft” in die Ecke Kapitalismus stellt, muß man linke Politik in die Ecke Kommunismus stellen.

Genau an der Stelle unterliegt ihr Eurem falschen Rechts-Links-Denken und den Scheuklappen, die ihr aufsetzt.

An unseren Piraten-Infostand kommen die Bundestagskandidaten von CSU und SPD und essen auf neutralem Boden unseren Kuchen, der FDP-Kandidat fragt, ob er uns beim Infostand aufbauen helfen kann, die Grünen leisten Unterstützerunterschriften, der zukünftige FW-Minister fragt am Piraten-Infostand nach, wo denn sein Leute mit seinem Stand sind und die Linke bekommt von uns eine Pumpe geliehen zum Luftballon aufblasen.
Alles Mitte, die einen mehr, die anderen weniger sozial.
Nix Kapitalismus und Kommunismus.
Insofern ist Euer Bemühen. die Piraten in irgendein Links-Rechts-Schema pressen zu wollen nicht erfolgversprechend.

Bei der Landtagswahl in Bayern war genau das Gegenteil der Fall.
Es war nicht das Thema Digitalisierung oder Internet oder Bildungspolitik, sondern Innenpolitik.


#31

Linksliberal ist eher dem Anarchismus als dem Kommunismus nahe…
Kommunismus ist linksautoritär und Anarchismus ist linkslibertär.

Linksliberal (Die Piraten) ist ein bisschen etwas anderes als Linksautoritär (DDR) …

Und hier nochmal eine grundlegende Einteilung:


#32

Seit wann widerspricht Verschuldung Demokratie?


#33

Die FDP ist, Deiner Meinung nach, genau so Rechts wie die AfD.
Links von “die Linke” gibt es nichts mehr.
Die CDU ist genau so weit rechts wie die CSU.
Die SPD ist weder links noch rechts.
Die Grünen sind links von der SPD und genauso autoritär wie die CSU.

Dass die Piraten mehr Authoritarian als die Grünen sind, scheint Dir entgangen zu sein.
Die Beispiele zeigen, dass diese Einteilung gar nicht funktioniert.

Nerds sind viel zu bunt und individuell zu unterschiedlich, um daraus einen Normalpiraten ableiten zu können.


#34

Verschuldung ist letztlich ein anderes Wort für Vertrauen in die Zukunft. Es wird etwas ausgegeben was (nocht)nicht erwirtschaftet wurde. Das ist das Gegenteil von Wirtschaft, aber nicht das Gegenteil von Demokratie. Deswegen sind linksliberale Parteien immer progressiver als rechtsliberale Parteien. Sie gehen mehr Risiko und Vertrauen mehr auf die Zukunft (höhere Verschuldung).

Demokratie ist das Ausbalancieren aller Interessen und das Ideal. Deshalb habe ich es in die Mitte gesetzt. Es ist in diesem Beispiel die Mitte gewesen, kommt aber auch auf das politische Spektrum, sowie die Realwirtschaft an.

Die FDP ist genauso weit rechts wie die AfD, wenn sie ihre Klientelpolitik durchsetzt. Sie ist aber im Gegensatz zur AfD liberal. Und das ist ein großer Unterschied! Liberal heißt nähmlich auch mehr Demokrat (da Pluralismus gewünscht) und weniger Autokrat (homogene “Volksgemeinschaft”). Übrigens sieht das der Themenersteller (Fulleren) hier auch ähnlich:

Sonst müsste die Linke ihren Namen überdenken :wink:

Deshalb sind CSU und CDU ja auch Schwesterparteien.:wink: Die CSU ist im Ideal rechtssozial und die CDU rechtsliberal.

Die SPD ist linkssozial (mit linksliberalen Flügel, der zurzeit stärker ist).

Die SPD würde sonst keine Regierung mit der CDU/CSU bilden und auch sonst nicht so viele Stimmen an die Grünen verlieren.Autoritär ist der Extremfall von Sozial, dass sollte allen nach der DDR und UdSSR klar sein…

Dass die SPD mehr links ist als die Grünen habe ich korrigiert und ich schätze die CDU genauso wenig sozial ein wie die Grünen (beide sind aber nicht autoritär (Autoritär ist der Extremfall von sozial)…

Hier nochmal ein Diagramm (mit den Mitteparteien mehr in der Mitte und den gemäßigteren Kleinparteien)

Ich rate dir den untenstehenden Link durchzulesen und/oder den Beitrag durchzulesen. Es gab schonmal eine kleinere Umfrage bei den Piraten, bei der rauskam, dass die überwältigende Mehrheit der Piraten linksliberal ist (etwas anderes wäre auch sehr merkwürdig und würde aller Logik zu Wider laufen).


#35

Frag mal die Griechen :rofl:


#36

Verschuldung widerspricht nicht der Demokratie (dass habe ich versucht oben klarzustellen!) Überschuldung und Insolvenzen in großem Umfang hingegen schon bzw. ist die Wirtschaft (Gesellschaftsstruktur) bei einer Überschuldung instabil und es wird kein weiterer Wohlstand produziert. Demokratie basiert auf einer funktionierenden Wirtschaft.


#37

“Rechtsliberal”? In Politikwissenschaften hätten hier auch manche Hausverbot, glaube ich.


#38

OK Du bist verschuldet (als Staat bzw Nation) und nun kommen so ein paar wichtige Herren vorbei und zwingen Dich zur “Austerität”.

  • Damit die Wirtschaft funktioniert muss Geld fließen
  • es gibt 3 Möglichkeiten zur Geldentstehung: Der Staat, der Private Haushalt oder die Wirtschaft müsste sich verschulden…
  • Die Troika streicht in allen 3 Bereichen die Leistungen weil alle 3 “über ihre Verhältnisse leben”

und schon wird aus einer Verschuldung eine Überschuldung. Die Überschuldung ist auch Definitionssache. Nimm die deutschen Autobauer, die ihre Überproduktion in der Wüste geparkt haben und nur darauf warten, das irgendwo Schulden entstehen (=Kredite aufgenommen werden) um ihre überproduzierten Autos zu kaufen. VW parkt Autos in der Wüste

oder als Video: Überproduktion in der Wüste


#39

Welche Regierungsform sollte denn dann bei einer nicht funktionierenden Wirtschaft gewählt werden?
Gibt es denn da, historisch gesehen, funktionierende Beispiele?
Als die Väter des Grundgesetzes ihren Entwurf erstellten, gab es keine funktionierende Wirtschaft und dennoch haben sie sich für die Demokratie entschieden.

Führt jetzt nicht zu irgendeiner Meinungsänderung bei mir.
Dieses Kategorisieren und Menschen in ein Schema pressen zu wollen, widerspricht völlig meiner Lebensweisheit.

Dieses Einteilen in Links und Rechts, damit man in altbewährter Weise seine Vorurteile pflegen kann, hat nichts mit Piratenpolitik zu tun.
Datenschutz, Digitalisierung, Persönlichkeitsrechte etc. betrifft alle und kann nicht in das kaputte PingPong-Spiel der Altparteien eingeordnet werden.

Die Grünen z.B. versuchen viele Themenbereiche der Piraten zu besetzen, sind aber gegen technischen Fortschritt. Wer ist da jetzt Links, wer Rechts, ist dies überhaupt relevant, wer ist bei der Umsetzung von Digitalisierung gut und wer ist böse?

Die SPD z.B. betreibt weiterhin die Auseinandersetzung AG und AN, verkennt aber, dass das eigentliche Problem der Wandel ist, der mit Digitalisierung verbunden ist. Im Links-Rechts-Schema wird dann das Problem auf die Erhaltung der Arbeitsplätze reduziert, statt den Wandel mitzugestalten.


#40

Das Wort Fortschritt gibt der Piratenpartei zu wenig Anlass zur Reflexion. Was unterscheidet denn das CDU-Gebrüll nach mehr Wachstum von dem Piratengebrüll nach mehr Fortschritt?


#41

Qualität statt Menge


#42

Da gab es eine funktionierende Nachfrage
und zuvor eine Währungsreform - d.h. alle Salden waren auf Null zurückgesetzt.

Das sind optimale Voraussetzungen für ungehemmtes Wirtschaftswachsrum


#43

Fortschritt und Qualität haben keine Kausalität, höchstens eine Korrelation.