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Wo steht die Piratenpartei im Parteienspektrum


#1

Der Rechtsruck hat sich inzwischen auf das Parteiensystem ausgewirkt.

Rechte Parteien
AfD
FDP

Konservative / Bürgerliche Parteien
CSU
CDU
Grüne

Mitte
SPD

Linke Parteien
Die Linke

Wo seht ihr die Piratenpartei und wo hat sie Chancen am Markt?

So wie ich das sehe, gibt es einen Platz für eine moderat linke Partei im Parteienspektrum.


#2

Ähnliches Thema, wie das hier: Wie sozial und liberal sind die Piraten?

Was ich interessant finde: Du machst überhaupt nicht die Dimensionen “Liberale Parteien” und “Progressive Parteien” auf…

Vielleicht sollte jedes Piratenmitglied diesen Test machen:
https://www.politicalcompass.org/

Und aus dem Durchschnitt des Ergebnisses aller Piraten wird die Einordnung der Partei vorgenommen.


#3

Progressiv ist eine sehr subjektive Beurteilung und nicht zeitstabil. Was gestern progressiv war ist heute vielleicht schon veraltet.

Es gibt zur zeit keine relevante wirklich liberale Partei.


#4

Also: Das hier ist meine Einschätzung…

Wobei… Vielleicht sogar so:

Ich würde eher zu Zweiterem tendieren, da eine Partei nie ganz die Mitte treffen kann, ansonsten würde sie jeden Wahlkampf gewinnen.


#5

Es würde mich dann doch interessieren woher du die Einschätzung hast die Piratenpartei wäre sehr links, wie im 2. Beispiel?

Alle wichtigen Entscheidungen zum Programm müssen mit 2/3 Mehrheit beschlossen werden. Deine Aussage würde dann bedeuten das 2/3 aller Piraten sehr Links sind. Und das ist definitiv nicht der Fall, eine so hohe homogenität in der Partei würde viel mehr inneren Frieden bedeuten.


#6

Links ist in diesem Kreuzdiagramm das Gegenteil von Ökonomisch. Ich denke die Piraten denken zuallerst liberal und ganz zuletzt ökonomisch. So nehme ich das beim bedingungslosen Grundeinkommen und beim Datenschutz war. Mit Daten lässt sich Geld verdienen, aber die individuelle Freiheit wird eingeschränkt. Deswegen sind die Piraten für den Datenschutz.

Ich sehe es von den Themen her so und es sieht so einfach gut auf dem Diagramm aus :sunglasses: Außerdem sagt ihr auch immer das ihr den Grünen nahsteht und die sind definitiv linksliberal und manchmal auch ziemlich sozialliberal (Veggy Day etc.).

Außerdem sehe ich die Piraten als krassesten Gegenpart zur AfD.


#7

Ich höre aus meinem Umfeld immer wieder, dass die Piraten unwählbar sind, was u.a. mit mangelnder Positionierung begründet wird.

Die Piraten werden im Allgemeinen Links eingeordnet, neben anderen „Splitterparteien“.

Eine eindeutige Identifizierung mit den Piraten kann so nicht stattfinden.

Ich sehe einen Platz für eine regulierende Oppositionspartei der neutralen Mitte die dem gesunden Menschenverstand der Massen in Parlamenten Gewicht geben kann.

Die Position wird, auch bedingt durch den aktuellen allgemeinen Rechtsruck, in der Wahrnehmung der Wähler immer etwas links der Mitte sein.

Gerade deshalb sollten die Piraten Wahlkämpfe und die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit meiner Meinung nach auf authentische Piratenthemen reduzieren um sich für potentielle Wähler leichter wählbar zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und passive Mitglieder zu aktivieren.


#8

Man kann es aber auch komplett anders sehen: https://www.politicalcompass.org/germany2017
So werden die Wahlen 2017 gesehen:

Da werden alle Parteien als “Rechts” eingestuft. Sogar die SPD und die Grünen. Und die Linke wird als Liberal und Anti-Autoritär (mit der Wagenknecht…)eingestuft…

Ich sehe das subjektiv anders…


#9

So lange die Partei noch ein paar vernünftige Ideen von “rechts” mitträgt, sollte auch der Dümmste bemerken, dass eine Einordnung in einem zweidimensionalen Feld eine recht wenig zielführende ist.


#10

Schau in die Beschlüsse -> “Linksliberal”.

Trollst Du grad das Forum? Wir streiten seit 2014, eine Lösung ist im Grunde immer noch nicht in Sicht, flacht aber endlich etwas ab und Du wärmst den Mist echt noch mal neu auf?!

Nein, es braucht ein derartiges Konstrukt nicht. Den Fehler haben die Piraten, zumindest in NRW, schon mal gemacht, nur auf andere Art und Weise. Ich weiß auch nicht weswegen es Leute gibt die aus den Fehlern der anderen nicht lernen wollen. Ich sage nur “Krankes System”.

Eine linke Linkspartei brauchen wir nicht. Dieses “Links/Rechts-Spektrum” brauchen wir auch nicht, weil es inzwischen so verwaschen ist, dass man von Farbe auf dem T-Shirt nicht mehr reden kann. Die Themen sind inzwischen so vielfältig geworden, erinnert sei an den Begriff der Globalisierung, dass solcherlei Einteilung eher kontraproduktiv ist. Inzwischen ist eigentlich sogar schon der Begriff “Menschenrechte” zum Problem geworden, da sich darunter so viele verschiedene Grüppchen sammeln, die oft nur partielle Interessen vertreten sehen wollen. Aber alle reiten auf dem Begriff “Menschenrecht” herum, was es am Ende “beliebig” macht aber eben auch scharfe Grenzen zieht. Eine Art “Gleichklang” werden wir wohl in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr erleben.

Am Beispiel (Ausflug in die -> Mengenlehre):

Die Euro-Kritiker sind eine große Gruppe von Menschen, aber ganz Gewiss nicht rechts. Teile davon kann man vielleicht als Rechts bezeichnen, weil sie die EU vollständig abschaffen wollen. Aber auch da teilt sich die Gruppe schon wieder. Weil es auch dort Überlegungen gibt, eine “neue (verbesserte) EU” aufbauen zu wollen.

Wie man sieht, Digitales Denken bringt uns zukünftig nicht weiter, viel eher verhindert es die Entwicklung. Das ist wie mit den “Themenbezogenen Mehrheiten”, die die Piraten ja eigentlich in die Parlamente einführen will. Uns geht es um die Sache, nicht um persönliche Vorlieben.

Nachtrag:
Das was Du (und andere) damit fordern bzw. bewerkstelligen, ist nichts weiter als die Denkmurmel abschalten zu können. Du möchtest in Dein Register sehen, darin blättern und dann sagen “Ahh, schon einsortiert, die Person ist das und das!”. Du möchtest es Dir leicht machen. Ja das kannst Du gern tun, aber damit wirst Du weder Zukunft gestalten können - weil Du mehr ablehnst und mehr und mehr in Deiner “Rechten” Schublade landen (ich sag nur Filterblase und Filter und Sperrlisten!!) - noch wirst Du Dich selbst entwickeln, weil Du mit solchem Denkschema auf Gedeih und Verderb in der Vergangenheit verharrst. Du wirst demnach selbst “zum Rechten”, wenn ich das mal etwas überspitzt formulieren darf. Denn diese sagen uns ja auch allenthalben, dass es früher alles viel besser war!


#11

Dem stimme ich nicht zu. Rechts bedeutet Ökonomie (bzw. System oder Kollektiv) an erster Stelle, dann der Mensch (bzw. Individuum). Links bedeutet zuerst der Mensch(bzw. Indviduum) und dann die Ökonomie (bzw. System oder Kollektiv). Autoritär bedeutet Hierarchisierung und Bürokratisierung, Libertär bedeutet Anarchisierung bzw. Digitalisierung.

Diese zwei Modelle (Autoritär/Libertär und Rechts/Links) sind nie veraltet und haben eine immer währende Geltung.


#12

Echt? Und die Grünen gelten als links, ihre treuen Koalitionspartner von der CDU aber bei derselben Koalitionspolitik als rechts, weil?


#13

Bei den Grünen kommt zuerst die Umwelt bzw. die Gesundheit der Individuen und dann die Ökonomie. Bei der CDU kommt zuerst die Ökonomie (Schäubles Sparpolitik, Merkel’s schützende Hand über der Automobilindustrie) und dann die christlichen Werte, wie z.B. Nächstenliebe.

Ich meine das bezogen auf die Fundierungen und Gründungsmythen der Parteien und nicht der Realpolitk.
Die Grünen gingen aus der Anti-Atomkraftbewegung und der Hippiebewegung hervor, die CDU/CSU ging aus der Zentrumspartei hervor.


#14

Bei einer Gesellschaft die immer Globaler agiert und trotzdem immer kleinteiliger wird? Wirklich? Ich will den Thread jetzt nicht kapern, aber ich habe inzwischen arge Zweifel, dass man überhaupt noch in solchen Schubladen denken darf. Dieses klare denken und handeln mag früher noch funktioniert haben, heute sehe ich da große Probleme, dass das überhaupt noch so funktionieren kann.


#15

Man kann mit dieses Schema nicht nur in Nationalstaaten denken.

Bsp. 1: Es kann sowohl eine liberale EU, aber auch eine autoritäre EU geben.
Bsp. 2: Die EU kann rechte oder linke Politik machen.

Bsp. 3 Es kann sowohl eine liberale Bürgerbegeteiliigung auf kommunaler Ebene geben, jedoch auch eine autoritäre Bürokratie.
Bsp. 4 Die Kommune kann Immobilieninvestoren freie Hand gewähren oder sozialen Wohnungsbau fördern.


#16

Könnte man dir genauso vorwerfen.

Vorweg: die vielzitierte “Mitte” halte ich für ne absolute Chimäre. Mitte ist durch nichts definiert, ausser durch “mitten zwischen rechts und links”. Diese “Mitte” verhindert jeglichen demokratischen Diskurs, weil sie alles mögliche als “nicht mittig genug” kategorisch ablehnt. Dabei gibt es zwischen zwei Punkten nur einen infinitesimal kleinen Punkt, der tatsächlich die “Mitte” darstellt. Die “Mitte” ist also eigentlich ein “Politik-Atom”. Die beliebige Ausweitung dieses winzigen Punktes, durch vermeintlich “rationale Politik”, führt nur zu einem: zum Verwaschen und letzlich Verlust von Werten. Bestes Beispiel ist die SPD, ich kann da keine “Sozialdemokratie” mehr erkennen.
Und auch wenn die pseudopragmatische “Vornefraktion” das wieder nicht raffen wird, aber “neutrale, sachliche” = wertefreie Politik gibt es einfach nicht. Es geht immer um Interessenskonflikte, die Kompromisse erfordern.

Wenn man jetzt sagt “wir sind vorne”, wir wollen “das beste” oder wie auch immer, macht man es sich viel zu einfach. Denn das objektiv beste gibts halt nicht, es ist immer für den einen besser, für den anderen weniger besser, für wieder andere eventuell sogar schlecht. Ich verspreche dir, ich finde für jede Idee, die du für besonders weit “vorne” hältst, Menschen, die dadurch weiter “hinten” landen.


#17

Die Wohlstands-/Eigentumsverteilung bleibt trotzdem immer die gleiche und ruft immer die gleichen Konflikte und Probleme hervor. Am Wirtschaftssystem hat sich prinzipiell auch rein garnichts mehr verändert, lediglich die technischen Möglichkeiten sind enorm gestiegen, mit dem Resultat, das die Politik überhauptnicht mehr hinterherkommt.
Daher hat sich auch für mich an der Aktualität der Betrachtungsweise (ich nenns mal lieber “Teilhabe vs. Anhäufung”) auch grundsätzlich nicht viel verändert.


#18

Stimmt. Also wird es immer zwei verschiedene Lager geben - Pro und Contra - (Ich lasse absichtlich die Enthaltungen weg). Die Frage die ich mir dabei aber stelle: “Sind die Beteiligten innerhalb des jeweiligen Lagers immer im gleichen Lager mit immer den gleichen Personen zu finden?”. Wohl eher nicht. Die Personen werden unterschiedliche Sichtweisen zu unterschiedlichen Themen entwickeln, weswegen davon auszugehen ist, dass es wechselnde Gruppenzusammensetzungen gibt.

Bringe ich das auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, dann haben wir es doch an der Stelle immer wieder mit Sachbezogenen Abstimmungen zu tun. Mit anderen Worten, das was viele als Links/Mitte/Rechts bezeichnen, stimmt doch so schon lange nicht mehr, oder? Es sind doch immer wechselnde Personen, die sich in den entsprechenden Gruppierungen wiederfinden.

Genügt das Schema dann überhaupt noch? Denn projiziere ich das von den Piraten geforderte Verhalten - Sachthemen und Sachbezogene Mehrheiten - dann finde ich das eigentlich genau so wie mit den wechselnden Personen innerhalb der Gruppen wieder. Wer nun versucht die Piraten in ein Schema zu pressen, stutzt die Person dann nicht eigentlich eher die vielfältigen Möglichkeiten der Partei?

Ich finde die Frage insofern wirklich spannend, weil es gibt heute keine Arbeiterklasse, keine Bourgeoisie usw. in dem Sinne der Definition mehr. Die einfachen Einordnungen sind schon lange nicht mehr möglich, weswegen es sicher auch so schwierig für uns selbst ist, den korrekten Begriff zu finden. Ich würde sogar fast so weit gehen, der Begriff existiert noch nicht, von daher ist “vorn” durchaus ein Übergangsbegriff.

Du definierst das Jetzt und Heute. Vergleiche ich aber die Entwicklung seit dem Beginn der Industrialisierung?! Ich weiß nicht ob es nicht inzwischen weitreichende und extreme Unterschiede gibt.


#19

Trotzdem hat jeder zu jeder Sache ne andere Ansicht. Ich geb dir Recht, das diese Ansicht häufiger von kurzfristigen Auswirkungen (nicht selten auch rein persönliche Auswirkungen) als von Werten beeinflusst wird, aber genau das ist für mich das Problem. Kompromisse sind sind quasi die Grundprämisse der Demokratie, trotzdem müssen sich darin m.M.n. Werte wiederfinden, sonst gehen sie wie gesagt verloren, was man wie auch gesagt beispielsweise an der SPD aber m.M.n. auch an den Grünen gut beobachten kann.

Kommt drauf an, wie man das definiert. Prinzipiell ist es immernoch so, das die meisten “Produktionsmittel” wenigen Privatleuten gehöhren, aber von vielen Angestellten betrieben werden. “Produktionsmittel” ist heute allerdings weit weniger physisch zu verstehen, in Zeiten der Dienstleistungsgesellschaft und der exorbitanten “rein finanziellen Produktion” (von der ein großer Anteil tatsächlich nichts mehr mit der physischen Welt zu tun hat).
Vllt sollte man heute “Produktionsmittel” durch “Renditegenerator” oder so ersetzen.


Sieht nicht so aus.


#20

Weist du was eine Marktanalyse ist?
Sowas macht man damit die eigene Werbung oder PR nicht ins Leere läuft.

Einige Piraten versuchen im rechten Bereich zu Punkten, mache Piraten behaupten die anderen Piraten wären linksextrem. Viele sähen die Partei gerne in der “Mitte” oder “liberaler”

Das mit dem links und rechts bzw. konservativ oder progressiv war noch nie eine wirklich gute Beschreibung, aber der Wähler mags einfach.

Was deinen Nachtrag betrift

Nachtrag: Das was Du (und andere) damit fordern bzw. bewerkstelligen, ist nichts weiter als die Denkmurmel abschalten zu können. Du möchtest in Dein Register sehen, darin blättern und dann sagen “Ahh, schon einsortiert, die Person ist das und das!”. Du möchtest es Dir leicht machen. Ja das kannst Du gern tun, aber damit wirst Du weder Zukunft gestalten können - weil Du mehr ablehnst und mehr und mehr in Deiner “Rechten” Schublade landen (ich sag nur Filterblase und Filter und Sperrlisten!!) - noch wirst Du Dich selbst entwickeln, weil Du mit solchem Denkschema auf Gedeih und Verderb in der Vergangenheit verharrst. Du wirst demnach selbst “zum Rechten”, wenn ich das mal etwas überspitzt formulieren darf. Denn diese sagen uns ja auch allenthalben, dass es früher alles viel besser war!

Es ist im allgemeinen nicht sinnvoll Behauptungen über andere in die Welt zu setzen, da die Behauptungen in der Regel eh nicht stimmen. Auch hier liegst du wie so oft daneben.