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Wo seht ihr die Zielgruppe der Piratenpartei


#1

Jede Partei braucht eine Zielgruppe die sie in Parlamenten Repräsentieren will.
Sinnvollerweise sollte sie so groß sein, dass man damit 5% schaffen kann.

Ich mach mal keine Vorgaben und lass mich überraschen.


#2

Unsere derzeitige Zielgruppe entspricht in etwa unseren Wahlergebnissen.

Einen wirklichen Platz für uns sehe ich als konsequente Bürgerrechtspartei - und zwar auch dann wenn es mal schmerzt. So Pseudo-Bürgerrechtler wie die Grünen brauchen wir nicht. Das ist in meinen Augen unser größtes Defizit: Wir urteilen oft selbst mit zweierlei Maß und machen uns damit unglaubwürdig. Tatsächlich glaube ich, dass es ein großes Potenzial für eine liberale, freiheitliche Partei ohne Marktradikalität gibt. Mit dem Label “sozialliberal” konnte ich immer ganz gut leben.

Was mich noch stört, was aber weniger mit unserer politischen Ausrichtung als mit unserem Politikstil zu tun hat: Wir sind inzwischen ideologisch zum Teil sehr verbohrt, geradezu dogmatisch. Mir fehlt oft ein pragmatischer Ansatz. Traumschlösser sind ja etwas schönes, aber man braucht auch einen Blick für das Machbare und darf für seine (oft sehr ehrenwerten) Motive die Schattenseiten nicht ausblenden. Unser Auftreten hat für mich aber leider manchmal etwas von quasi-religiösem Eifer.


#3

Du meinst so etwas?


#4

In der Theorie ja. Das ist ja auch nicht verwunderlich, da die NL ja weitestgehend ein Spin-Off von uns sind. Welchen Teil dieses Gundsatzprogrammes könntest du denn nicht unterschreiben? Was fehlt dir?


#5

Es ist schwierig sie jetzt noch zu definieren.
Wir können eigentlich nur nachschauen warum wir mal gewählt wurden, denn da sind wohl Lücken vorhanden.
(Ich habe so etwas in meinem Wiki stehen)

Wenns ich hier schaue, warum wir gewählt wurden, dann steht soziale Gerechtigkeit ganz weit oben. Danach kommen etwas gleichauf Bildung und Netzpolitik.

Wenn wir uns jetzt die Altersstruktur unserer Wähler anschauen:

Aso das Alter liegt hauptsächlich zwischen 18 und 44 Jahren.

Bei den Berufsgruppen lagen Selbständige und Arbeitslose weit vorne:

Daraus könnten wir uns jetzt eine Zielgruppe erstellen. Denn erstaunlicherweise sahen die Wahl-entscheidenden Themen auch bei der letzten BTW nicht großartig anders aus:

Eine Zeilgruppe war also vorhanden, die Frage ist, warum haben wir sie nicht so bedient, dass wir Wähler behalten haben, oder ist wirklich “der Ruf” der Partei an den Wahlergebnissen schuld.
Ich würde auf letzteres tippen, denn die LTW in Niedersachsen passt im Jahr 2013 genau in das “zerstrittene Bild” der Piraten.

Beispiele:



Erpressung, Antisemitismus und peinliche Interviews: Anstatt mit ihrer Politik  macht die Piratenpartei mit ihren Skandalen von sich reden. Eine Übersicht über die heftigsten Pannen der Piratenpartei.


#6

Danke für die Frage, ich habe die PIRATEN von außen beim AGH Wahlkampf in Berlin kennengelernt und auch gewählt.

Für mich war das Bild der Piraten vor allem ein Eintreten für niedrigschwellige Teilhabe, dies habe ich damals auch als Freibeuterin bei Crewtreffen innerparteilich erleben können. Die Piraten waren unkonventionell, undogmatisch und sehr einladend,

Bei allen Forderungen war das Ziel der PIRATEN eine Teilhabe der Menschen zu befördern.

Damit meine ich demokratische Teilhabe ( direkte Demokratie)
soziale Teilhabe (Mindestlohn, BGE)
Informations-Teilhabe (freie Netze, Open Source, Informationsfreiheit)
Mobilitätsteilhabe (fahrscheinloser ÖPNV, Inklusion)
Eintritt für Chancengerechtigkeit (Geschlechter- und Famillienpolitik. Integration und Inklusion von Menschen mit Assistenzbedarfen, Gefangene, Behinderte, Wohnungslose, Migranten)
Eintreten gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Alter, Geschlecht, Herkunft, Aussehen pp.

Ich wählte sie damals vor allem wegen ihrer fortschrittlichen Geschlechter und Familienpoliitk, der Forderung nach fahrscheinlosem ÖPNV, der Forderung nach Transparenz staatlichen Handelns, der Forderung nach bunter Vielfalt.

Ich denke da haben wir unsere Zielgruppen weit über 5 %, die wir aus den Augen verloren haben?


#7

Verändernsich Bedürfnisse mit der Zeit?
Das ist ja alles schon wieder ein paar Jahre her.


#8

Finde ich dazu interessant:

Wahrscheinlich wäre es schon ein Bärenanteil, wenn wir mal zusammenarbeiten würden. Dann würde unsere Zielgruppe uns auch wählen.


#9

Erstaunlicherweise nicht so stark wie ich auch gedacht habe, siehe wahlentscheidende Themen BTW17


#10

Wo seht ihr die Zielgruppe der Piratenpartei

2018: In anderen Parteien.


#11

Eine tolle Frage, jetzt müssten wir in separaten Themen noch klären, wer sich als unsere Zielgruppe sieht und wer aktuell unsere tatsächliche Zielgruppe ist. Da könnten interessante Dinge herauskommen.

Ich habe kein ausführliches Profil erstellt, sondern spontan Eigentschaften gesammelt, die ich einem typischen Wähler zuschreiben würde. Diese Liste ist sicher nicht vollständig, aber sie reicht hoffentlich, um eine Richtung aufzuzeigen.

  • jung und naiv (glaubt etwas bewegen zu können)
  • pro-europäisch (USE - Werteunion statt reiner Wirtschaftsunion)
  • Befürworter der Globalisierung
  • Digital Native
  • unzufrieden mit bisherigem Politikbetrieb
  • sieht Wert nicht allein in Erwerbsarbeit
  • besteht auf informationelle Selbstbestimmung
  • sieht Chancen in der Digitalisierung
  • bereit die eigene Freiheit für die Freiheit anderer einzuschränken

Als einzelnes Schlagwort könnte ich mir “sozialliberal” vorstellen.


#12

Den Fehler, Liberalismus durch das Voranstellen einer Vorsilbe aufzuweichen, haben andere auch schon gemacht. Diesen Fehler bitte nicht wiederholen.

“Die Sozialliberalen” ist übrigens der Untertitel der Neuen Liberalen, einer gescheiterten Kleinstpartei.


#13

Bis auf „Digital Native“ und „informationelle Selbstbestimmung“ sehe ich das alles als Zielgruppe der Grünen. Wir sind da unnötig, zumal wir nicht einmal eine Chance haben, ins Parlament zu kommen.


#14

Wir machen uns aber auch stellenweise selbst zu einem Abklatsch der Grünen. Insbesondere deren Bigotterie haben wir uns punktuell schon ganz gut abgeguckt. Du kannst eben nicht glaubhaft für Grundrechte wie die Meinungsfreiheit eintreten und gleichzeitig schweigen, wenn sie für Gruppen eingeschränkt werden, die du nicht magst. Auch was politisch korrekten Neusprech wie das gendern angeht, haben wir uns schön den Grünen angepasst. Mit einigen Orchideenthemen verhält es sich ähnlich.


#15

Vor allem das naiv triff es.


#16

Willkommen in unserer Welt. Label allein entscheiden noch nicht über Erfolg oder Misserfolg. Wichtig ist, wie man das mit Leben füllt. Es sei denn, man nimmt ein Label welches zu negativ gesehen wird oder von Konkurrenten zu stark geprägt wurde. Daher habe ich auch Merkmale vorangestellt, um das besser einordnen zu können. Nenn das Kind wie du willst.


#17

Richtig, zum Beispiel die Asyl Aufweichung. - gut dass da die Piraten für Grundrechte der Asylanten eintreten, auch wenn diese Gruppe bei vielen ungeliebt ist.

Aus unserem Programm:

2.1.6 Wiederherstellung des Rechts auf Asyl, Asylgründe erweitern und Hürden für Aufenthaltserlaubnis senken
Wir PIRATEN fordern die Wiederherstellung des ursprünglichen Art. 16a Abs. 1 GG („Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“) und die Streichung von Art. 16a Abs. 2-5 GG, die dieses Grundrecht einschränken.


#18

Tätsächlich fiel mir das als erstes und wichtigstes Merkmal ein. Gegründet von einer Gruppe sozialromantischer Nerds mit der naiven Vorstellung, dass Politik nicht immer so ablaufen muss wie bisher. Mit der Vorstellung, dass sie ihre Idee einer digitalen und sozialeren Gesellschaft tatsächlich umsetzen können und dabei jeden und jede dafür begeistern können.


#19

Damit kann ich mich identifizieren, wird mir doch stets vorgeworfen eine unverbesserliche naive Sozialromantikerin zu sein :wink:

Im Ernst, Naivität im Sinne von Offenheit, Vorurteilsfreiheit und Unvoreingenommenheit ist für mich positiv und wertvoll konnotiert. Wir sollten insbesondere die Jugend und ihren Optimismus dahingehend wesentlich ernster nehmen.


#20

Niemand hat etwas gegen Optimismus, auch nichts gegen Träume. Aber irgendwann muss man auch aufwachen und die Realitäten zur Kenntnis nehmen. Zumindest wenn man es nicht beim Träumen belassen und tatsächlich etwas verbessern will.