Wissenschaft und Forschung

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Sind evidenzbasierte Fakten, weiterhin die Grundlage der Politik der Piraten? Akzeptieren wir auch alternaive, gefühlte Konzepte als Grundlagen für unsere Entscheidungen? Wie können wir die Unabhängigkeit der Wissenschaft fördern. Wo liegen die Probleme einer überwiegend fremdfinanzierten Wissenschaft? Wie gehen wir gegen “FakeNews”, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, Truther, Holocaustleugner…usw innerhalb der Partei vor, die Versuchen s.g. “alternative Fakten” innerhalb der Partei salonfähig zu machen?

Evidenzbasierte Politik ist problematisch.
Es ist evident, dass Homöopathie heilt (in der Größenordnung von Placebos). Ohne Lebensgefahr für den Patienten kann ein Arzt eine homöopathische Behandlung versuchen, da sie schonender ist und falls der Patient nicht zu der Gruppe gehört bei der es wirkt, eine konventionelle Behandlung beginnen.

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“FakeNews…” so was gibt’s nicht innerhalb der Partei. Allenfalls ein paar Wahrnehmungsstörungen, die zu klären sind.

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Schön, jetzt sind wir genau beim Thema, Homöopathie heilt gar nichts, sie hat aber die Effekte die ein liebevoll verabreichter Schokokuss auch hat. Genau maine Frage, daraus folgt nun für die Gesundheitpolitik der Piraten was?

Ist das die Grundlage piratiger Gesundheitpolitik, oder der der bei seinem Kind nach der Gabe von Hundekot D30 eine Aggressionsverminderung festgestellt haben möchte?

Sind die Piraten der Meinung man könne die Wirksamkeit eines Medikamentes dadurch ermitteln, dass man sich die Träume notiert wenn man sich eine Ampulle davon unter Kopfkissen legt? Wenn ja, warum? Wenn nein, was tun um zu verhindern dass unter der Piratenflagge, solcher ja auch lebensgefährdender Unsinn verbreitet wird?

https://www.psiram.com/de/index.php/Homöopathie

Das nächste Thema, wäre dann die Frage inwieweit das Privileg der Steinersekte, aufrecht gehalten werden kann ihren religiös begründeten Unsinn in der Versorgung kranker Menschen anwenden zu dürfen.

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Na dann kläre doch mal mit Angelika aus Brandenburg warum es dämlich ist den "March of science2 nich zu unterstützen weil man Anhängerin von sowas ist. Viel Spass.

https://www.psiram.com/de/index.php/Matthias_Rath

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Was du willst ist nicht evidenz basiert, sondern ideologisch.

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Das ist eine forsche Behauptung, die tatsächlich, gerade wenn es um die Ausrichtung der PP geht zu klären wäre, Mein Traum wäre ja ein Parteitag indem sich die Partei mal zur ein oder anderen Seite bekennt.

Zitat aus diesem Internetz:

Grob vereinfach ist Wissenschaft folgendes:
Man stellt eine Theorie auf und macht sich daran, diese zu beweisen.

Theorie: “Im Kühlschrank ist Bier!”

Gehe ich dann zum Kühlschrank um meine Theorie zu überprüfen, betreibe ich schon eine Vorform der Wissenschaft.

Wenn ich hingegen sage: “Im Kühlschrank ist Bier!”, aber ncht nachsehe, weil ich glaube das welches da ist, dann ist das sozusagen Religion.

Sage ich aber: “Im Kühlschrank ist Bier!”, im Kühlschrank nachsehe, dort aber kein Bier ist, ich die Tür schließe und weiter behaupte im Kühlschrank wäre Bier, dann ist das Esoterik.

Und wenn kein Bier im Kühlschrank ist, ich die Milch rausnehme und sage: “Das wirkt wie Bier! Immerhin stand mal Bier daneben!” dann ist es Homöopathie.

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Nunja… natürlich akzeptieren wir “gefühlte Konzepte als Grundlagen” - wenn die Mehrheit sie teilt. Das bringt unser (aktuelles) System mit sich.

Ob ich der Meinung bin, dass wir diesen Hokus-Pokus akzeptieren sollten? Gott nein, Menschen sterben an dem Bullshit, weil sie sich lieber 'n paar Globuli ins Ohr ballern, statt mal’n Mediziner ran zulassen. Aber das ist halt nur meine Meinung.

Wenn du dir eine Grundsatzaussage “was wünschen wir uns” wünscht (hust) - da stimm ich mit dir :wink:

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Ein klares Bekenntnis zu Evidenz und wissenschaftlicher Methodik wäre ja schon mal ein Anfang.
Die Aussage, dass öffentliche Mittel auch nur für Dinge ausgegeben werden die diese Kriterien erfüllen, wäre ein weiterer Schritt.
Drittens wäre es hilfreich wenn auch s.g. alternative Konzepte wie z.B. den selben Kontroll- und Dokumentationspflichten unterliegen würden wie die Medizin.

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Diese geballte Expertise in medizinisch-pharmazeutischer Forschung ist schon ernüchternd.

Ein Wirkstoff gilt als wirksam, wenn mehr (also mindestens einer) Patienten geheilt werden als in der Kontrollgruppe.

Zwischen dem Placebo, das wirksamer ist, als keine Behandlung und einem als wirksam geltenden Medikament liegt manchmal nur genau ein Patient.

Ist halt schon komisch mit der Evidenz.

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Jop. Wenn du dich dann mal mit Zulassungsverfahren beschäftigt hast, der Größe und der Auswahl im Rahmen klinischer Studien können wir in einem anderen Thread weiterdiskutieren ob Chemiker, Pharmazeuten, Ärzte, etc. allesamt zu blöd sind Statistiken zu lesen. So ein quatsch.

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https://www.psiram.com/de/index.php/Hochschulen_mit_pseudowissenschaftlichen_Lehr-_und_Forschungsinhalten#Steinbeis-Hochschule_Berlin

Hier noch eine, leider nicht vollständige, Liste von Universitäten und Instituten die esoterische bis wissenschaftsfremde Studiengänge anbieten,

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Nun, sollten wir lediglich “evidenzbasierte” Fakten als Grundlage der Bereiche Wissenschaft und Forschung akzeptieren, fallen wohl alle humanistischen Fächer, Philosophie, Quantentheorie, Theorethische Physik und ähnliches auch raus… Wissenschaft und Forschung sind für mich alle Bereiche, in denen ein Mensch versucht, Wissen zu erlangen. Forschen kann man durch Sammeln, Erfassen und Überprüfen von Fakten als auch durch Interpretation von Erfahrungen und Wissenshorizonten. Meines Erachtens diskriminiert die Reduktion des Begriffes Wissenschaft auf “beweisbegründete” “Fakten” (die schlussendlich auch nur auf einem allgemeinen Erfahrungshorizont begründete Wahrnehmungsinterpretationen sind) all jene menschlichen Erfahrungen und Informationen, die -noch- durch keine “Beweise” als Tatsachen akzeptierbar geworden sind.
Ich bin gegen jede Art der Diskriminierung von Wahrheiten (die immer subjektiv sind!) und stelle hier die Frage, ob die Piraten dazu wirklich einen fixen Standpunkt einnehmen sollten oder nicht einfach jeglichen Erfahrungs- und Wissensgewinn befürworten sollten.
Selbstverständlich ist dazu sämtliche Methodik auf den Prüfstand zu stellen, sobald sie politisch und gesellschaftlich relevante Bereiche beginnt zu tangieren (z.B. Homöopathie für jeden gerne, ders mag, staatlich oder gemeinschaftlich finanziert - nein; Religionslehre und -forschung in alle Richtungen ja, Zwangsunterricht in staatlichen Schulen -nein)
Die Förderung unabhängiger Wissenschaft bedeutet ja gleichermaßen, auch Randbereiche, die nicht durch nutzungsorientierte Drittmittelförderung abgedeckt werden, einen gleich hohen Stellenwert zu verschaffen wie der Forschung, die der Wirtschaft Geld einbringt. Sich da auf “förderfähig” oder nicht festzulegen ist natürlich schon eine Form der Zensur, für die, wenn gewollt, piratige Richtlinien aufgestellt werden müssten. Ein heisses Eisen…

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Ich denke mal zielführender ist es hier auch den Begriff “falsifizierbar” mit zu verwenden und dann halt klar zu sagen, dass Dinge die falsifiziert sind oder so aufgestellt werden, dass sie nicht falsifizierbar sind, auch nicht diskussionswürdig sind

Ja, damit kommen wir definitiv weiter. Wenn wir auch damit das Problem wissenschaftlicher Methodik z.B. im Bereich östlicher Medizin nicht auflösen können. Außer der Empirie, die immer mit Vorsicht zu genießen ist, je nach dem wer sie wo und wie angewendet hat, greift hier kein westliches Forschungsmuster in Richtung Falsifizierbarkeit. Aber der Ansatz sollte für einen piratigen Standpunkt ausreichen, Einzeldiskussionen werden wohl immer aufkommen :wink:

Die wissenschaftliche Methodik hat kein Problem mit irgend einem Bereich. Es wird nur immer wieder gerne behauptet es gäbe Dinge, die sich dem entziehen. Das ist aber nicht so. Wenn etwas keine nachweisbaren Effekte hat, dann ist es mindestens irrelevant, aber sehr viel wahrscheinlicher nur eingebildet.

Insbesondere die “östliche Medizin” oder auch TCM (Traditional Chinese Medicine) fällt in den Bereich des leicht erkennbaren Unsinns. Die angeblich so viele Jahrhunderte alten Methoden wurden auf Anweisung von Mao definiert, weil es davor nicht ansatzweise eine Einheitlichkeit gab.

Ich bin ja für Recycling, aber dann muss halt auch was Neues daraus werden. Ganz klar als Unsinn erkannte Konzepte lässt man bitte im Mülleimer.

Leute Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft

In Mathematik, Physik und Chemie ist es möglich höchste Ansprüche an die wissenschaftliche Exaktheit zu stellen

Bereits in der Biologie und der Medizin sind vor allen auch ethische Standards einzuhalten. Das Töten der Probanden um am Ende der Versuchsreihe eine Autopsie vorzunehmen oder Probanden jahrelang einseitig zu Ernähren und zu kasernieren um störende Einflüsse zu verhindern.

Die Volkswirte haben keine beliebig vielen Identischen Gesellschaften wo sie verschiedene Theorien testen können.

Man muss sich bei jeder wissenschaftlichen Erkenntnis auch darüber im Klaren sein, was in dem Fach die ethischen und praktischen Grenzen der Wissenschaft sind.

Sorry aber nochmal der Tipp dich mit Zulassungsverfahren zu befassen. So simpel “hat jemand nicht umgebracht” ist das Spiel nicht. Natürlich gelten ethische Standards, aber dafür bildet man in abgestuften unterschiedlich großen Verfahren Statistiken. Und das Töten & Sezieren ist durchaus auch Bestandteil, halt nicht am Mensch, sofern notwendig. - Wir drehen uns hier mal um Arzneimittelforschung und durchaus auch Diagnostik, da das Opener war. - Die Angabe einer Indikation ist ohne Wirksamkeitsnachweis nicht gestattet, der Wirksamkeitsnachweis wird um statistisches Rauschen bereinigt und ggf. neu kontrolliert. Die Nachzulassung erfasst großflächig aufgetretene Komplikationen und Probleme - sowie statistische Korrekturen der Wirksamkeit - bei Dingen die zuvor nicht oder auch zu positiv aufgefallen sind. Dabei ist durchaus die Möglichkeit gegeben, dass zu einem Zeitpunkt X jemand den Löffel abgibt - es gilt nur aus den vorherigen Betrachtungen als stark unwahrscheinlich oder weniger gravierend als die sonstigen folgen. Entsprechend wird auch beschrieben (Beipackzettel) der ein reines Sammelsurium an Statistik ist (Nebenwirkungen von Selten bis Häufig + Vereinzelt (min. 1 Vorkommen)). Damit ist bspw. auch das von dir genannte “Abweichung um 1” nicht drin. Möglicherweise bei “seltenen” Krankheiten wo wir weltweit 2 Patienten haben - einen behandelt, einen unbehandlet, aber das reicht halt auch nicht zur Zulassung, maximal off label use von etwas anderem das Aufgrund annahme XYZ wirken könnte.

Kurz: Der beschriebene Fehler ist nicht unbekannt und man nimmt ihm schlicht soweit das machbar ist die Wirkung, durch entsprechende Methodik.

Du meinst Dir ist das Problem bekannt, den meisten hier wohl nicht.