Wirtschaft erklärt

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Eher: Neoliberalismus erklärt !

Ich finde ja solche Bildchen schön, weil sie grundsätzliche Probleme pointiert aufzeigen.

In der Praxis sind sie aber schwierig, weil man ja konkret mit dem Phänomen “soziale
Ungleichheit” und Neoliberalismus umgehen muss. Denn nur im konkreten Umgang -
also mit konkreten Forderungen - unter Berücksichtigung des Gesamten - kommen
wir weiter und können etwas ändern.

Ein Positiv-Beispiel sind die Forderungen von Christoph Butterwegge (aus dem Bereich Grundstücksspekulationen in Ballungsräumen):

"Nirgendwo versagt das kapitalistische Wirtschaftssystem so eklatant wie bei der Wohnungsversorgung ... Mit einem Planungswertausgleich oder einer Bodenwertzuwachssteuer könnte man die Spekulation mit Grundstücken ... weniger lukrativ machen und leistungslose Gewinne abschöpfen. Durch erweiterte Satzungsbefugnisse würden die Kommunen in die Lage versetzt, die Stadtentwicklung effektiver im Sinne des Gemeinwohls mitzugestalten."

Lesenswert ist dieser Artikel

Ach komm - Butterwegge ist doch linksradikal und die Nachdenkseiten gehören zu den Verschwörungstheoretikern. Guggst du bei Wikipedia… Also bitte - das NICHT anschauen - es könnte brach liegende graue Zellen aktivieren und dabei enorme Schmerzen verursachen.

Außerdem - wer will dieses Konkrete schon wissen, geschweige denn umsetzen? Unsere aktiven Politiker? Die Grünen, die nach der Macht greifen? Der neoliberal völlig durchseuchte Fake-Soze Olaf Scholz? Oder gar das “Volk”, das auf Anti-Corona-Demos Demokratie einfordert und ebendiese gleichzeitig für die “Volksfeinde” abschaffen will? Die PIRATEN und andere Miniparteien, die sich der Demokratie verpflichtet fühlen, dabei aber das Primat der Ökonomie und die Notwendigkeit, sie grundlegend umzugestalten leugnen? Ja keine heiligen Kühe schlachten…

Also ehrlich - ich sehe da schwarz. Ich vermute, irgendwann wird die Last des allzu großen Glaserls aus dem letzten Bild rechts zu schwer für den Unterbau. Wohl bekomms, wenn sich dann all der Wein über uns ergießt. Könnte allerdings auch Säure sein.

Noch’n Verschwörungtheoretiker gefällig? Auch den bitte NICHT anschauen.

Link = “https://www.youtube.com/watch?v=zwkJ9mbbjBA
Ziemlich treffende Analyse, die auch zu den von @arcsaber kürzlich hier verlinkten Grafiken (Entwicklung seit 1971) passt.

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Die Notwendigkeit sehen ja viele, nur nach dem Scheitern von Sozialismus und Planwirtschaft fehlt es schlicht an brauchbaren Ideen wie eine Alternative zum Kapitalismus denn nun aussehen könnte. Also mit dem Bewustsein das staatlich gelenkte Konzerne eben doch nicht unbedingt besser sind als private. Bzw. dies dem Staat zuviel Macht verleiht.

Daher ist ja für Piraten auch das Bedingungslose Grundeinkommen so wichtig. Es schafft den Kapitalismus zwar nicht ab macht diesen dann aber dafür weniger Brutal und gibt den Menschen mehr Sicherheit und Freiheit gleichzeitig. Ich sehe das also eher so das da auch eine gute Portion “Realismus” dahinter steckt da es an einem konkreten glaubwürdigen und machbaren Entwurf für eine Anti-Kapitalistische Utopie (derzeit) schlichtweg fehlt.

Haha, fast alle Stadtsoziologen stimmen mit Butterwegge überein. Insofern … ach so, das, was Du hier sagst, ist wohl überwiegend ironisch gemeint.

Nur nicht aufregen über die derzeitige Regierung! Ja, der Olaf hat schon so manche Fehltritte zu verzeichnen, das stimmt schon. Wir wissen aber noch nicht, ob er den Warburg-Bank-Cum-Ex-Skandal politisch überlebt.

Die Grünen machen das schon ganz richtig: Um in der nächsten Bundestagswahl
übehaupt Chancen zu haben, dürfen sie nicht gleich die “große Revolution” ausrufen. Also, ich bitte hier um Nachsicht!

Hast Du Dich vertippt: “Primat der Ökonomie”? Dies ist ja gerade die heilige Kuh!
Das ist mir dennoch alles zu Schlagwort-artig: Ich würde z.B. die Wichtigkeit der Ökonomie für Deutschland auch ganz oben sehen. Aber gerade deshalb würde ich
die Umgestaltung der Automobilindustrie um so vehementer vorantreiben - also z.B. den CO2-Flottenwert bei 120 mg/km oder weniger ansetzen (was die Bundesregierung ja auf EU-Ebene verhindert hat).

Es sind einerseits die vielen kleinen Schritte, die wichtig sind: Also Grenzwerte ändern, Fossil-Subventionen abschaffen usw. Und langfristig sind dennoch die
grundlegenden Visionen essenziell, damit man seinen inneren Kompass behält.

Lieber Helmut, da bricht ja jede Menge Erschöpfung, Frustration, Resignation und sogar Verbitterung bei Dir durch. Das kann ich auch ein bißchen nachvollziehen, und ich glaube, dass jeder hier mal so eine Phase durchläuft.

Jedoch: Politik war immer - und ist auch immer - anders! Es reicht eben nicht aus, sich in seinem privaten Kämmerlein oder seiner halb-privaten Piraten-AG ein tolles Konzept auszudenken (obwohl man genau dies natürlich erstmal tun muss!)

Man muss danach aber gucken, wie man das umsetzen kann. Und das geht nur, wenn man dicke Bretter bohrt, einen langen Atem hat und viel Frustrationstoleranz übt. Oft geht das nur in “Trippelschritten”, manchmal muss man erstmal Rückschritte akzeptieren. Insbesondere die “Rückschritte” gehören auch zur Politik. Was sollen denn die Amerikaner sagen mit ihrem “Trump”? Gemeinsam Suizid begehen - oder lieber die Ärmel aufkrempeln?

Also bitte: Ärmel aufkrempeln!

Naja, vielleicht geht es ja gar nicht um solche Schwarz-Weiß-Visionen, also um solche Kapitalismus-Planwirtschaft-Gegenüberstellungen? Vielleicht sind solche Schlagwörter eher verschreckend, statt die Diskussion voranzutreiben?

Könnte es sein, dass wir schon dann große Fortschritte erzielen würden, wenn wir einfach nur die “proklamierte” Soziale Marktwirtschaft erst einmal transparenter und wirklich sozialer machen würden?

Na, das ist was dran!

Ich würde aber auch hier das Schlagwort “Antikapitalistische Utopie” lieber weglassen. Man müsste erstmal definieren, was “kapitalistisch” denn genau sein soll - und würde sich schon da verheddern und verhaspeln.

Ich würde das BGE aus rein “ökonomischen” Gründen (!) und aus humanitären
Gründen befürworten - als einen nächsten evolutiven Schritt der sozialen Marktwirtschaft!

Mehr Genossenschaften wagen? Es gibt z.B. Bürgerenergiegenossenschaften und auch einige genossenschaftlich organisierte Betriebe, die, obwohl staatlich mit allen Mitteln behindert, allein deshalb gut laufen, weil dort Selbstorganisation (oft) besser funktioniert als die “klassische Unternehmensführung”.
Und komm’ mir bitte nicht mit dem Begriff Planwirtschaft. Die haben wir längst neu entdeckt. Geplant wird im Sinne der Aufrechterhaltung des Status Quo, der die Großen immer mehr bevorzugt.

9 Mrd. für die Lufthansa. Teilt man diese Zahl (eine 9 mit neun Nullen) durch die Anzahl der Mitarbeiter (135.000) erhält man 66.666,67 Euro. Klingt irgendwie teuflisch. Man könnte also jedem Mitarbeiter ein Überbrückungsgeld von 66.666 Euro auszahlen und das Unternehmen einfach abwickeln. Die Assets könnte man Tilgung der Unternehmensschulden verwenden. Die Lufthansa wäre aufgrund ungünstiger (freier Markt :rofl:-) Umstände halt Pleite gegangen. Shit happened aber ein wahrer Segen für die Mitwelt (Umwelt klingt mir zu distanziert).

Mit diesem Überbrückungsgeld hätten die dann ehemaligen Mitarbeiter der Lufthansa mehr Geld in der Tasche als man den Hartzern in ca. 12 Jahren zugesteht (Rechnung kriegt ihr alleine hin). Und sie hätten genügend Zeit, sich einen anderen Job zu suchen - die meisten von denen kommen ja nicht auf der Wurstsuppe dahergeschwommen und würden das auch schaffen.

Warum macht man das aber nicht? !!!SYSTEMRELEVANZ!!! GEHT NICHT.
Nehmen wir mal an, meinem Miniunternehmen ginge es schlecht (ist zum Glück nicht so) und ich würde für mich und meine beiden Mitarbeiter 66.666 * 3 Euro vom Staat fordern. Wäre doch gerecht - oder nicht?

Ach ja - bevor jetzt einer behauptet, die Lufthansa würde das Geld ja irgendwann zurückzahlen; einfach mal schauen, wie das bei der Commerzbank gelaufen ist.
Wenn ich mir darüber hinaus die Verlautbarungen des CEO der Kranich-Linie anschaue - ein Kotzbeutel reicht mir da nicht.

Beinahe hätte ich dieses Gedankenexperiment in einen Text gegossen und der Bundespresse vorgestellt. Aber aus Erfahrung wusste ich, dass sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Hab schon genug für den Papierkorb gearbeitet.
Daher: Chillen statt strampeln. Wenn ihr aber schöne Texte habt, die mit Schrägschüssen die schon mehrfach zitierten heiligen Kühe anvisieren (wollten hier nicht ein paar Leute mehr Provokanz wagen?) - auch als Nichtpirat biete ich Unterstützung dabei an, dass sie das Licht der Welt erblicken. Muss ja nicht immer auf der Bundeswebseite sein.

Ich will weder staatlich gelenkte noch sonst irgendwelche Konzerne. Warum? Weil sich dort einfach Macht akkumuliert und dabei Demokratie schleichend abschafft und das verstärkt im Rahmen der auch von einigen Piraten hochgelobten Globalisierung.

Lässt man das Wort “machbar” weg, stimmt der Satz nicht. Allerdings muss ich dir mit “machbar” zustimmen. Es ist nicht machbar, weil der Kampf um die Hirne mittlerweile entschieden ist. Die heiligen Kühe haben gefälligst heilig zu bleiben - basta.

Zum BGE: Wer soll das beschließen? Ich habe die gleichen Antworten parat, die ich schon im letzten Post gegeben habe. Man muss außerdem genau aufpassen, welches BGE man meint.

Nein - garantiert nicht vertippt. Ich besetze den Begriff nur anders - aber ich müsste jetzt noch viel mehr schreiben, um das Missverständnis komplett aufzulösen.

Du willst gar nicht wissen, wie der berechnet wird. Aber sorry - DU weißt es wahrscheinlich.

…die wichtig WÄREN. Es passiert aber nix. Oder hast du konkrete Beispiele, an denen man erkennen kann, dass das Notwendige getan wird?

Helmut? Wo hast du den ausgegraben? Ich heiße (zum Glück) nicht so wie der Dicke. Mit dem Rest deines Statements hast du allerdings vollkommen recht. Aber weißt du was? So erschöpft, frustriert, resigniert und verbittert wie ich bin, finde ich dennoch Zeit, Dinge zu tun die mir Spaß machen. Insofern - mach’ dir keine Sorgen.

Hab’ ich - das Orangebuch wird nach wie vor gepflegt. Sind gerade auf der Suche nach Partnern, die so ähnlich ticken. Es gibt `ne ganze Menge davon.

Na ja - Rückschritte klingt ziemlich optimistisch für mich. Die Schritte, die wir tun, führen z.Zt. geradewegs Richtung Klippe.

Danke dafür (0% Ironie)! Und sorry für die Länge.

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Sorry, vertippt! Dein Name beginnt ja mit “I”.

Na, da bin ich beruhigt!

Ja, da hört man von den Piraten aber reichlich wenig. Wirtschaftsskandale von CumEX bis WireCard bei denen Intransparenz eine maßgebliche Rolle gespielt hat gab es ja nicht zu wenige. Da Frage ich mich schon warum da nicht mal viel deutlicher Klartext geredet wird.

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In dem Punkt wäre es besser eine eigene Interessensgruppe Innerhalb der Piraten zu gründen und solche Meldungen und Themen dann eben auf einer eigenen Webseite zu diskutieren und über Social Media zu verbreiten und somit unabhängiger von der ganzen trägen Bundesverwaltung zu sein.

Auch wenn es nur eine mini AG mit 3 Leuten ist. Wenn aktiv genug dann bekommt man seine Botschaften auch über “andere” Kanäle kommuniziert und kann so an den Parteiinternen Blockierern vorbei agieren und für für Ideen mobilisieren und wenn diese dann bekannt genug sind evtl mal auch auf einem BPT zur Abstimmung einbringen.

Autonomer außerhalb von festen Strukturen und Hirarchien zu arbeiten ist da für sowas denke ich effizienter zudem man so dann auch erfahrungsgemäß leichter gleichgesinnte finden kann.