Wieso Ökonomie-Bashing und Ökologie-Praising statt mehr und anderes Wirtschaftswachstum?

Ich verstehe den Gegensatz von Ökologie und Ökonomie bzw. zwischen Klimawandel und Wirtschaftswachstum, den die Grünen immer wieder aufmachen, nicht. Wirtschaftswachstum ist doch keine der Ökologie wiedersprechende Angelegenheit, vielmehr sogar ziemlich gut mit der Ökologie vereinbar. Ich bin dafür so viel Wirtschaftswachstum wie möglich zu generieren, allerdings nicht auf Kosten der inländischen Konsumenten bzw. Arbeitnehmer, wie das mit den Agenda 2010-Gesetzen unter der Regierung Rot-Grün geschehen ist, sondern durch mehr inländischen Konsum, weniger Export, einen größeren, anderen und leichter zugänglichen Finanzmarkt, mehr Investitionen (mit eventueller Neuverschuldung) und mehr Innovation (entspricht glaube ich so ziemlich dem angelsächsischen Modell). Ist das derzeit in Deutschland wirtschaftspolitisch so verkehrt?

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Wachstum geht nur durch höhere Effektivität (mehr Ressourceneinsatz = mehr Output) oder Effizienz (weniger Ressourceneinsatz = gleicher Output). Den Austausch mit dem Weltraum ausgeklammert sind die Ressourcen auf der Erde begrenzt. Deswegen kann man nicht unendlich wachsen.
Man müsste auch fragen, was Wachdtum bedeutet. Mehr Wohlstand für den einzelnen oder den gleichen Mindestewohlstand für alle herstellen? Zumindest für eine Industrienation wie Deutschland ist eine Politik, die nur aufs (Wirtschafts)Wachstum schaut, nicht wirklich zukunftsfähig. Und wenn wir darauf schauen, dass wir den CO2 Ausstoß radikal kürzen müssen, auch sinnlos.
Deine Forderungen verstehe ich in Bezug auf Ökologie nicht. Und wenn Deutschland weniger exportiert, sinkt das Wachstum. Das ist ja das einzige, was Deutschland sehr gut kann.

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Nein, muss eben nicht unbedingt sein, wenn man einen großen Finanzmarkt und viele Konsumenten hat. England und Amerika machen es vor.



Verstehe den Zusammenhang der Wikipediaartikel nicht. Kannst du das nicht in eigenen Worten erklären, was du meinst?

Die USA sind Wirtschaft auf Pump. Jedes Startup versucht, mit geliehenen Geld aggressiv Märkte kaputt zu machen und danach Marktführer zu sein. Das ist kein Modell zum Nachahmen.
Sehe nicht, wie England darein passt. Deutschlands BIP ist deutlich größer als das von GB, da ist Wachstum dann schwerer.

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Das nur durch Fortschritt und Wachstum die Umwelt erhalten werden kann und nicht durch ein zurückschrauben des Wachstums. Die Amerikaner und Engländer gehen mehr auf das Risiko und erzeugen dadurch mehr Fortschritt. Das war meine These.

Dann stimmt meine These aber wohl nicht, wenn England mit einem großen Bankensektor und mehr Riskiokapital trotzdem nicht mehr Wachstum erzeugt als Deutschland. Das Risikokapital wird dann wohl nicht in England selbst investiert, da dort ja noch kein zweites Sillicon Valley entstanden ist.

Man kann 1 Buch schreiben, 2 oder 100.
Für diese Dinge gibt es keine Ressourenbeschränkung, wie für viele andere Dinge auch.
Man kann mit den gleichen Ressourcen billige Massenware produzieren oder qualitiativ hochwertige Produkte. All dies ist Wirtschaftswachstum ohne höheren Ressourcenverbrauch.

Da muss ich jetzt leider etwas Wirtschaftsesoterik betreiben!
Wenn Wachstum bedeutet, dass das BIP numerisch steigt, dann geht es doch “unendlich”.
Du erhöhst die Löhne um x%, um das zu erwirtschaften musst du auch die Preise um Lohnanteil * ( 1+ Lohnerhöhung x) erhöhen. Dadurch ist bei gleichem Handel die Summe der Waren und Dienstleistungen numerisch gestiegen. => Wachstum (und Inflation)

Eine kleine “stabile” Inflation ist günstig, da sie die Staatsverschuldung verringert. Denn steigt das BIP sinkt die Schuldenquote.

https://www.lai.fu-berlin.de/e-learning/projekte/vwl_basiswissen/bip/berechnung_des_realen_und_nominalen_bip/bip_real/index.html

Ja klar, digitale (oder allgemein immatierielle) Güter können prinzipiell unbegrenzt hergestellt werden. Und ja, das Wachstum kann unendlich sein, aber dann ist das ganze Wirtschaftssystem zu hinterfragen. Wie gesagt, physikalisch sind alle Stoffe auf der Erde begrenzt, dann kann am Ende nur noch die Entropie steigen …
Zum zweiten Punkt: ja, aber auch das ist dann begrenzt. Du kannst nicht mehr kohlenstoffbasierte Produkte herstellen als es Kohlenstoff auf der Erde gibt.
Wachstum im Sinne eines Wirtschaftswachstums ist einfach eine unsinnige Metrik.

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