Wie viel Anteil am derzeitigen Wohlstand westlicher Länder hat die produktive Technologie wirklich?

Die Frage dieses Threads ist: Wie viel Anteil am derzeitigen Wohlstand des Westens der technische Fortschritt und wie viel Ausbeutung von Arbeitskräfen und Ressourcen hat?

Es ist klar das alles mit allem zusammenhängt. Dass also erst die Erschließung von Ressourcen, Technologie ermöglicht und das im derzeiten Kapitalstock der Welt auch schon die ausgebeutete Arbeitskraft früherer Generationen steckt.

Meine Frage bezieht sich eher auf die direkte Wirkung dieser verschiedenen Faktoren. Wie viel Menschen bekommen in Ländern gemessen am BIP/pro Person zu wenig bezahlt und werden dadurch ausgebeutet, tragen jedoch damit zum Wohlstand anderer Gesellschaften bei? Wie viel Ressourcen werden zu günstig verkauft, da die Umweltschädlichkeit und die Endlichtkeit der Ressourcen nicht miteingerechnet wird und tragen damit zum Wohlstand anderer Länder bei? Wie viel Produktivitätszuwachs erzeugt das Einsatz neuer Technologien derzeit? Und das dann eben ins Verhätlnis setzen. Umso höher der Anteil der produktiven Technologie, umso besser.

z.B. der Wohlstand in Deutschland basiert so und so viel Prozent auf der Ausbeutung von Arbeitskräften im In- und Ausland, so und so viel auf der Ausbeutung von Ressourcen, die zu billigen Preisen eingekauft werden und so und so viel auf technologischen Fortschritt.

Und dann eben einen Index aufstellen, welcher Wohlstand eines Landes derzeit am fairsten erworben wird, wo also der Anteil des technischen Fortschritts am höchsten ist.

Anmerkung: Produktive Technologie ist dabei im Sinne einer gesteigerten wirtschaftlichen Produktivität zu verstehen im Gegensatz zu destruktiver oder repressiver Technologie, die dazu genutzt wird, Menschen zu unterdrücken oder im Krieg zum Einsatz kommmt.

M.E. stellst du die Frage falsch.
Die Produktivität eines Kleinbauern in Sambia ist eben bescheiden und, wäre es darum gerecht, wenn er verhungert?
Wie müsste die Menschheit sich organisieren, um dem Kleinbauern trotz seiner misslichen Lage Lebensperspektiven und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen, könnte auch eine Fragestellung sein.
Ein globales BGE von sagen wir mal rund 60 € / Monat und Nase würde rund 1/8 der Menschen aus ihrer Armut befreien.
Nach und nach könnte das BGE erhöht werden und so würde die globale Armut von unten nach oben beseitigt.

Jedenfalls geht es m.E. nicht um die Frage, ob Menschen leistungsgemäß entlohnt werden, sondern darum, welche Entwicklungschancen sie haben und wie diese erweitert werden können.

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Du hast es nicht verstanden. Ich habe gesagt, dass wenn ein ausländisches Unternehmen einen Arbeitnehmer in einem anderen Land weniger bezahlt als das BIP/pro Kopf dieses Landes, dann ist das Ausbeutung. Denn die wohlhabenden Länder profitieren ja sowieso schon davon, dass sie den Arbeitskräften dieser weniger wohlhabenden Länder durch die geringere Produktivität und den geringeren Lebenskosten in diesen Ländern auch weniger zahlen müssen.

Ich denke schon, dass ich es verstanden habe. Sie suchen eine auf ökonomischer Leistung basierende Gerechtigkeit.

Nun ist die ökonomische Leistung, die sich am Ende ja irgendwie am Markt in Geldsummen realisiert, m.E. nicht geeignet an den nationalen oder globalen Armutsstrukturen wesentliche Änderungen hervorzurufen.

Ein Arbeitsergebnis, das am Ende eines Monats aussieht wie 10 kg Kartoffeln, lässt sich innerhalb der ökonomisch determinierten Gesetze niemals in Goldklumpen verwandeln.

Das soll nicht heißen, auf Lohnerhöhungen zu verzichten.

Aber um die Verhältnisse grundlegend zu verändern, muss sich der Kopf von der Ideologie der Leistungsgesellschaft trennen und einer neuen Ideologie, der der Gratismentalität, öffnen.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dem Planeten, welches annimmt es müsse arbeiten um zu leben bzw Leben zu dürfen …

Soll ja das ein oder andere Lebewesen geben das meint es müsse essen und trinken und desswegen erntet bzw. jagt.
Manche bauen Nester…, einige legen Vorräte an.
Menschen haben dann angefangen sich diese Arbeiten mit Werkzeugen zu erleichtern.
Vielleicht die eigentliche Erbsünde, aber irgendwie auch schön so parasitenfrei im hohen Alter vor dem Feuer zu lümmeln und ein gutes Buch zu lesen.
Nackt und verlaust Wattwürmer aus dem Schlick zu graben ist aber bestimmt auch eine Alternative.

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Worauf ich halt eigentlich in besonders komplizierter Weise hinauswollte ist, dass ich das Lieferkettengesetz gut und richtig finde und das wenn sich Unternehmen gegen dieses Gesetz wehren, dass viel über diese Unternehmen aussagt.

Ich fände es eben gut so etwas wie einen Indikator dafür zu schaffen um feststellen zu können, wie fair und innovativ einzelnen Volkswirtschaften wirklich sind.

Ja gute Frage, vielleicht wäre es aber gesamtgesellschaftlich auch besser wenn eine Gesellschaft nicht aus 80% verarmten Kleinbauern besteht. In Deutschland arbeiten 1-2% in der Landwirtschaft, sind produktiver und somit auch wohlhabender.

Wäre es da also nicht besser dafür zu sorgen das es nicht mehr so viele Kleinbauern gibt ? Also die dann andere Arbeiten vollziehen und somit mehr Wohlstand generieren können ?

Wäre ein guter Anfang. Oder Investitionskapital für Bildung damit die mal was besseres finden als den Kleinbauern Job.

Nur wenn die Produktivität steigt, denn BGE muss finanziert werden und Kleinbauern werden dazu wohl kaum genug erwirschaften. Also brauchts dann doch eine gewaltige Umstrukturierung in den armen Ländern damit die das eines Tages mal können.

Stimmt, aber Siehe China die haben es ja geschaft das die Löhne gut gestiegen sind (Vor Corona).

Weil Gold oder Kartoffeln auf der Straße wachsen oder die Produzenten diese plötzlich gratis verschenken ?

Also da bleibe ich lieber bei der Leistungsgesellschaft und bekomme was dafür wenn ich was leiste. Denn Verschenken tue ich als alter Sozialdemokrat garantiert nix. Guter Lohn für gute Arbeit. Gratis etwas abgeben zu müssen ist Ausbeutung der schlimmsten Sorte.

Ähm, nunja. Wölfe müssen Jagen, Pinguine müssen Fische Fangen, Ameisen müssen Futter Sammeln. Ja das ist auch arbeit. Aber ja es gibt Lebewesen welche Leben ohne Arbeiten zu müssen, nennt man Parasiten. Zum Beispiel so nette Tierchen wie Zecken, Bandwürmer, Flöhe, Krätzmilben, Bettmilben. Die kommen tatsächlich ohne all zu viel “Arbeit” durchs leben (Wenn Sie einen Wirt finden).

Die Kosten der Bürrokratie dieses Gesetzes werden wohl sehr viel Wohlstand kosten und am Ende gilt: In China oder Nordkorea oder Bangladesh wird es die herrschenden Oligarchen nicht jucken das es in Deutschland ein Lieferkettengesetz gibt.

Man könnte ja für ausberuterische Länder auch höhere Zölle verlangen um so jene zu schützen welche fairere Bedingungen haben…

Dann wäre wohl auch nicht so viel nach China ausgelagert worden !

Klar, eine Gesellschaft hochgebildeter und qualifizierter Menschen wäre gesamtgesellschaftlich besser. Eine solche Veränderung anzustoßen ist das Thema meines Beitrags und das Thema dieses Threads.

Sagen wir mal so, besser wäre es, wenn die Kleinbauern auch Alternativen hätten, wenn sie also wählen könnten, ob sie so oder anders leben wollen.

Dazu verhilft das BGE. Denn, ist die individuelle Existenzfrage erstmal gelöst, dann hat der Mensch Zeit und Kraft sich mit seiner eigenen Entwicklung zu befassen.

So ungefähr. Erinnern Sie sich:

Daran müssten Sie doch erkennen, dass die Versorgung, z.B. der Kleinbauern, mit dem Existenzminimum eher ein organisatorisches Problem ist, als eines hinsichtlich der globalen Produktivität.

Die Landnahme in Afrika ist seit Jahren im Gang.

Nur hilft das den Kleinbauern nicht, sondern den wertegeleiteten Demokratien.

Hier läuft man argumentativ im Kreis. Ein Mensch, der zufällig in Sambia geboren wurden, kann nichts für die Produktivität der Wirtschaft des Landes. Daher ist er auch nur bedingt zuständig für den Ertrag seiner “Leistung”.

Sie gehen aber noch einen Schritt weiter und erkennen den Ertrag der “Leistung” an der Bezahlung. Wer viel Geld hat, muss viel geleistet haben. Nun hat Geldverdienen nicht mehr unbedingt mit Leistung zu tun.

Die Sozialdemokraten waren und sind ja die Partei der Arbeiterklasse. Für die Arbeiterklasse ist die Arbeit logischerweise ein Dogma. Es ist egal was gearbeitet wird, Hauptsache es wird gearbeitet. Arbeit heißt auch nicht, dass konkret etwas bewegt werden muss, sondern nur noch, dass ein sozialversicherungspflichtiger Platz eingenommen wird.

Wer sich eine moderne Gesellschaft anschaut, erkennt leicht, dass der Bereich der sogenannten produktiven Tätigkeiten rasant abgenommen hat, solche Tätigkeiten, bei denen Arbeit noch einen sichtbaren, mess- und wägbaren, materieller Ertrag liefert.

Der überwiegende Teil der gesellschaftlichen Arbeit ist zwar nützlich, liefert aber keinen messbaren Ertrag.
z.B. Lehrer, Polizisten, Busfahrer, Ärzte, Pfleger, Rechtsanwälte usw.

Man kann sagen, das sind alles Arbeitsplätze, die nur besetzt werden können, wenn sie finanziert werden. Hier bekommt man das Geld nicht, weil man es produktiv erarbeitet hat, sondern man erhält es, um arbeiten zu können.

Gratis etwas abgeben zu können, zeugt von entwickeltem Bewusstsein. Das ist bei Sozialdemokraten aber auf dem Stand des 19. und 20. Jhdts. eingefroren.
Von den rund 80 Millionen Einwohner Deutschlands sind übrigens nur die Hälfte erwerbstätig, der Rest erhält sein Lebensunterhalt ohne Arbeit, also gratis.


Mit dem globalen BGE wird das Problem an der Wurzel gepackt. Anders als Hilfsprojekte, die von anderen, in der Regel von wertegeleiteten Demokraten, für andere initiiert werden, werden dadurch die betroffenen Menschen zur Selbstermächtigung animiert.

Gewerkschaften und Sozialdemokraten stehen dieser revolutionären Forderung in zweifacher Hinsicht im Wege. Einerseits idealisieren sie den Nationalstaat, andererseits die Industriearbeit, also zwei Auslaufmodelle.

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Das tun die “Wölfe, Pinguine, Zecken, Flöhe und Milben” für sich. Im Unterschied dazu arbeiten die Menschen für ihren “Arbeitgeber”. In fast allen Fällen sind die Arbeitgeber wohlhabend geworden aber eine Schicht profitiert immer. Das sind die Schicht, die das Geld entstehen lässt und die Dienstleister, Juristen Security usw. die Zecken der Arbeiter eben.

Es sind eben immer zwei grundsätzliche Fragen, die man sich bei der Arbeit stellen muss.

  1. Was ist überhaupt Arbeit? Theoretisch kann alles als Arbeit definiert werden.
  2. Was ist Arbeit wert? Gerade bei Dienstleistungsberufen ist das enorm schwer festzustellen. Auf der einen Seite profitieren deswegen Leute davon, wie die Juristen etc. und auf der anderen Seite werden dadruch Leute benachteiligt. wie Krankenschwestern und Krankenpfleger. Die Leute in der Produktion arbeiten zwar hart, werden aber auch nach derzeitigem Stand und im Falle einer qualifizierten Festanstellung nicht schlecht verdienen. Eben weil sich der Lohn in der Produktion leichter bemessen lässt, als in der Dienstelstung. Einigermaßen qualifizitere Arbeitnehmer in der Produktion können sich zu Gewerkschaften zusammenschließen und die Bilanzen von Unternehmen anschauen und sich dann eben ihren Teil holen. Da sich die Gesellschaft immer mehr zu einer digitalen Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt ist es auch immer schwerer einen gerechtes Gehalt zu bestimmen, sodass größere Ungleichheiten entstanden sind, die aber natürlich auch noch andere Gründe haben. Das Rad lässt sich aber nicht mehr zurückdrehen oder neu erfinden d.h es müssen neben Gewerkschaften (die eben vorallem im produktiven Gewerbe funktionieren) neue Mechanismen eingeführt werden um Gerechtigkeiten herzustellen und zu starke Einkommensschieflagen zu korrigieren.

Solange das Erpresser Spiel gespielt wird, versucht der “Marktteilnehmer” eine möglichst einzigartige Position zu erlangen.
Wer unersetzlich ist, wer unbedingt notwendig ist, der kann sich wohlfeil auf dem Arbeitsmarkt verkaufen.

Es ist “die alte Zeit” aus der dieses Denken und Handeln stammt. Es ist das Prinzip der Ausbeutung. Die effektive Ausnutzung von Sklaventum und der Herrschaft über andere.
Der Mensch ist in der Lage Kultur zu schaffen - das unterscheidet den Menschen vom Tier. Nur weil der Mensch in der Lage ist Kultur zu schaffen heißt das nicht, das dies “Kultur schaffen” auf Anhieb gelingt. Die Kultur Schaffenden sind in diesem Fall nicht “die Künstler” sondern alle Menschen.
Es gilt der Grundsatz was nicht Natur ist (und sich selbst reproduziert) ist Kultur.

Zurück zur Arbeit. Solange “man” den Wert einer Arbeit bemisst und entsprechend entlohnt, spielt man das alte Spiel. Sklaventum und herrschende Klasse.
Das neue Spiel müsste andere Regeln haben.

Welche Regel(n) könnte(n) dasjenige ersetzen, wofür es früher “Sklave und Herrscher” bedurfte?
Das neue Spiel (Kultur in meinem Sinne) zu bedenken und zu bereden wäre hilfreich.