Wie steht die Piratenpartei zur Diskussionskultur? Anlass: Sperre von Tux

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Das mit deinem Umfeld mag stimmen, aber ich kenne mindestens vier Leute aus BaWü, die sich aktiv an Diskussionen hier beteiligen. Und das wesentlich effektiver, als der Großteil der anderen hier.

Naja, ich hab mir die Mühe gemacht. Sowohl zur Hartz4-Alternative, als auch zum Thema Bundeswehr. Eine effektive Arbeit ist in diesem Forum nicht möglich. Die eine Hälfte streitet darüber, ob - wie beim ALG2 - so ein kleiner Schritt überhaupt Sinn macht oder ob man nicht doch lieber ausschließlich BGE fordern soll, die nächsten Jammern über die aktuelle Situation und dann gibt es noch die, die es schaffen, jeden Beitrag als Möglichkeit zu nutzen, auf ein ganz anderes Thema zu kommen. Wirklich mal am Thema bleiben und ernsthaft die Sache bearbeiten, dass will doch kaum einer von denen hier.

Das Forum ist offen gesagt fürn Arsch und dient vor allem der Selbstbeweihräucherung und der Eröffnung von Sinnfrei-Threads, in denen sich die jeweilige Filterblase dann im eigenen Meinungsbild suhlt. Und sollte dann mal einer in so einem Thread aufschlagen und eine 100% konträre Meinung vertreten, dann geht der Shitstorm los und die Personen werden in die üblichen Ecken gestellt. Ansonsten wird in Threads stundenlang alles mögliche theoretisiert, z. B. warum die Partei für diese oder jene gesellschaftliche Gruppe nicht relevant ist, statt mal konkret an Lösungen zu arbeiten. Damit hat sich der Laden zu einem Schwätzerclub gemausert, wo früher noch ernsthaft und rational über Lösungen nachgedacht wurde. Das maximale, was heute rauskommt, sind lustige Forderungen, die wir so oder so niemals umsetzen können.

Zurück zum Hauptthema. Tux ist grundsätzlich provozierend, oft aggressiv und regelmäßig auch beleidigend. Bei letzterem kann und soll man eingreifen. Das ist kein Debattenstil, da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Aber bei aggressiver Ansprache und Provokationen, da muss das in einem Forum, dass grundsätzlich allen Menschen unabhängig von der Parteizugehörigkeit offen steht, einfach akzeptiert werden. Wenn Menschen wie Zoey sensibel sind (no offense) und sich bei robusten Debatten persönlich angegriffen fühlen, dann ist das unschön und es wäre toll, wenn diese Probleme nicht entstehen würden. Aber was glaubt ihr eigentlich, was erst los sein wird, wenn sich doch mal wieder mehr als < 1% für uns interessieren? Dank Social Media ist die Debattenkultur einfach im Arsch und so wie hier wird überall geredet. Nur in der echten Politik kann ich mich dann nicht mehr hinter irgendwelchen Mods verstecken.

Versteht das ganze nicht falsch, ich wäre auch froh darüber, wenn wir hier Diskussionen hätten, die sich auf rein sachlicher Ebene bewegen, frei von Ideologie und Denkverboten, und die in einem Ton geführt würden, die einer zivilisierten Gesellschaft angemessen erscheint. Davon müssen wir uns aber wohl leider verabschieden, weil es sowas wohl nicht mehr gibt.

Jetzt haben wir das Problem, dass Tux wohl tatsächlich Beleidigend war. Zumindest geh ich davon aus, ich kenne den auslösenden Beitrag nicht. Beleidigungen sind strafrechtlich relevant, deswegen kann man das nicht dulden. Gleichzeitig wird Tux aber dauerhaft hier ausgeschlossen. Und das führt zu einem Dilemma. Das Forum soll die offizielle Arbeitsplattform sein (auch wenn man hier leider nicht arbeiten kann…). Tux ist nach letztem Kenntnisstand Parteimitglied. De Facto schließt die Partei somit ein Mitglied davon aus, sich aktiv an der Parteiarbeit zu beteiligen. Das könnte Probleme mit dem PartG geben, wobei ich noch nicht nachgesehen habe.

Was lernen wir daraus? Wir haben ein Forum, bei dem nichts effektives heraus kommt. Wir haben Beitragschreiber, die andere beleidigen und ggf. psychische Probleme verursachen und wir riskieren juristische Konsequenzen durch Sperren. Gleichzeitig sorgen wir für eine schlechte Außendarstellung. Und dann weiß keiner hier, wer so alles mitschreibt und ob nicht womöglich externe Trolle reinpfuschen. Fazit: Erstmal den Laden auf Parteimitglieder beschränken oder am besten ganz dicht machen. Den Teil für die tatsächliche Antragsdiskussion können wir ja offen lassen. Vielleicht arbeitet dann doch mal jemand was sinnvolles.

Und wenn das Forum offen bleibt: Klare Regeln aufstellen, wer wann hier gelöscht und gesperrt wird. Entscheidungen öffentlich dokumentieren. Und die Beauftragungen für Mods öffentlich ausschreiben, damit keiner sagen kann, dass da was hintenrum gekungelt wird.

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Wurde er nicht. Durch wiederholen dieser Behauptung wird diese nicht richtig.
Tux bekam für 7 Tage eine Schreibsperre, mehr nicht. Die daraufhin erfolgte Löschung erfolgte auf seinen Wunsch hin.

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Dieses Forum hat zur Zeit viel zu wenig aktive Benutzer.
Gäbe es mehr, dann könnte man gar nicht mehr alle Beiträge lesen, sondern an müsste sich entscheiden, welche Teilmenge man mit liest.

Das würde hoffentlich dazu führen, dass sich die Leute Teilmengen aussuchen, die sie wirklich interessieren, wo sie wenigstens über Grundkenntnisse verfügen oder sogar richtige Expertise haben.
Die Leute im gleichen Teilforum merken das sehr schnell, weil sie kompetent genug sind das zu erkennen.

Im Moment sind hier etwa 20-30 Leute aktiv, mit unterschiedlichen Kompetenzen und sie bilden die Partei nicht gut ab.
Grundlage für jeden Verein und jede Partei ist, dass man etwas gemeinsam machen und erreichen will.
Dabei finden sich Leute mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften zusammen. Manche können Infostand, andere Plakate hängen, noch andere können zu $Themen Programmanträge schreiben, manche können Vorstand, Verwaltung oder IT.
Was mit großer Sicherheit nicht funktioniert, ist die Leute nicht das machen zu lassen was sie können, sie zu etwas zu zwingen was sie nicht können oder das was sie machen abzuwerten.

Wenn das Forum so etwas sein soll, wie das “Vereinsheim” wo man das gemeinsame $Ding macht und auch mal gesellig ist, dann geht das nur wenn jeder mit den anderen höflich und respektvoll umgeht.

Ich würde gerne in einer Partei Politik machen. Dazu müsste die Basics: IT, die Organisation und das Miteinander reibungsarm funktionieren. 2011 sah es aus als würde nicht mehr ganz viel bei den Basics fehlen aber wenigstens war die Stimmung und das Gemeinsam. 2019 gibt es immer noch erhebliche Defizite bei den Basics, die Stimmung ist mies und das Gemeinsam ist auch nicht mehr so richtig da.

Solange die Basics nicht funktionieren, die Stimmung mies ist und das Gemeinsam nicht funktioniert, sind wir weder für uns selber noch für Andere interessant oder wählbar.

Die Politprofis der anderen Parteien wollen nicht das du über gute Lösungen der Piratenpartei sprichst, sie suchen eine persönliche Schwäche oder eine Schwäche in deiner Biografie und benutzen sie um dich unsachlich zu diskreditieren. Dagegen kannst du nur mit überkorrekter Kleidung, besonderer Höflichkeit und extremer Sachlichkeit bestehen.
Wer das hier im Forum nicht schafft, der ist auch nicht für ein Vorstandsamt oder eine Liste geeignet.

Wer Ende 2012 gesehen hat wie Johannes Ponader auf diese Weise im Fernsehen demontiert wurde und wie ihm die eigene Partei auf Twitter in den Rücken gefallen ist, der sollte verstehen was ich meine.

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Der ursprüngliche Account war für 1.000 Jahre gesperrt.
Das jetzt ist nur ein Nachgeplänkel. Wobei er sich zwischen erster und zweiter Sperre auch nicht zum besseren geändert hat.
Das Problem bleibt bestehen, dass Parteimitglieder von der offiziellen Arbeitsplattform ausgeschlossen werden. Egal ob berechtigt oder nicht. Dafür bedarf es einer offiziellen Lösung, wie damit rechtskonform umgegangen werden kann. Ansonsten sehe ich hier Probleme auf uns zukommen.

Das klingt alles sehr schlüssig. Die Erkenntnis “zuviel Metatext, zu wenig Substanz” ist aber wiederum selbst Metatext.
Mach’ doch mal dein konkretes Projekt auf, an dem wir arbeiten könnten. Natürlich in einem neuem Thread. Inhaltlich bin ich mit dieser Forderung hier auch schon wieder neben der Spur.
BTW: Es gibt durchaus Bereiche in der PP, bei denen die operative, IT-gestützte Arbeit einigermaßen funktioniert.
Was das Forum angeht: Vielleicht habe ich ja einen falschen Ansatz aber ich sehe das mehr als Plattform zum Gedankenaustausch, zum Knüpfen neuer Kontakte und weniger zum Arbeiten an Projekten. Die sollte man besser innerhalb der AGs durchführen; was jetzt nicht heißt, ich hätte was dagegen, wenn Projekte im Forum bearbeitet werden.

Das solltest du mal an Beispielen näher erklären - am besten in einer DN an mich.

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Ist gerade in Arbeit. Jetzt haben wir auch etwas mehr Erfahrung als letztes Jahr und Leute, die professionelle Moderationserfahrung haben. Man muss aufpassen, am Anfang nicht zu viele Regeln aufzustellen, die oft unpassend sind, wenn die Erfahrung fehlt. Exakte Regeln, die alles abdecken sind bei sozialen Fragen nicht möglich und oft kontraproduktiv. Daher wird das Ergebnis sicher auch wieder recht “schwammig”, aber wohl konkreter als die aktuellen Nutzungsbedingungen und der FAQ-Text, der von Discourse übernommen wurde und eher in die Richtung Netiquette geht.

Das kommt bald.

Es gab keinen auslösenden Beitrag, es ist die Summe aus seinen Verhaltensweisen, die zu 7 Tagen Sperre geführt haben.

Wir wussten nicht, dass es sich bei dem Account um ein Parteimitglied handelt. Hinterher zu kommen und sich zu beschweren, dass Mitgliederrechte beschränkt würden geht wirklich nicht. Wenn wir es gewusst hätten, wäre das anders abgelaufen. OM gegen Unbekannt funktioniert halt nicht so wirklich…

Die AG sollten mindestens ihre Termine und Ergebnisse hier präsentieren. Wir werden auch testen, wie es mit der AG-Arbeit im Forum funktioniert. Mehr dazu:

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Von Kritik an einer problematischen Haltung zu Frauenrechten islamischer Länder habe ich in diesen Posts nicht gelesen. Gelesen habe ich Vorurteile und Schubladendenken. Was hat überhaupt eine simple Frage nach der Relevanz der Piraten für Frauen mit Frauenrechten in islamischen Ländern zu tun? Solche Posts killen jede politische Diskussion, da niemand Lust hat auf so einer Basis von Vermutungen, Geläster und Halbwahrheiten zu diskutieren. Es bringt erfahrungsgemäß auch rein gar nichts. Gerade kontroverse Themen verdienen es, dass man sich im Vorfeld intensiver auseinandersetzt und an seiner Wortwahl arbeitet. Aber anscheinend geht es den Leuten nicht um Diskussion sondern um Provokation. Dann kann man sich hinterher wieder als Opfer fühlen und sagen die Piraten haben mich zensiert.

Bei jeder Sperrung fände ich Transparenz gut: dass Beispiele aufgelistet werden und der Gesperrte selbst eine Liste von Beispielen als Begründung bekommt. Letztelendes müssen jedoch die Mods entscheiden, wie sie damit umgehen.

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Welcher ursprüngliche Account?
Tux wurde nur für 7 Tage mit einer Schreibsperre belegt.

Gruß
Andi
Moderator

Welche Parteimitglieder? Wir fragen bei der Anmeldung keine Mitgliedschaft ab. Von daher können wir auch keine Unterscheidung betreiben. Alle hier sind normale User und haben sich an die Regeln zu halten.

Davon mal abgesehen, gibt es genug andere Tools um in der Piratenpartei mitzuarbeiten.

Gruß
Andi
Moderator

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“merle” mit gelbem M hieß der erste Account.

Dieser Post von Mariesa bekam bisher 3 “Likes”

Dieser Post von derBorys bekam bisher 5 Likes

Ich schließe daraus, dass es einen aktiven Teil in diesem Forum (und auch in der Piratenpartei) gibt, der einen autoritären- und bestrafenden Stil befürwortet bzw bevorzugt.

Nun wundert mich eines: Ich bin in diesem Forum von einigen Nutzern und ins besonders von einem Nutzer mehrfach schwer beleidigt, übel provoziert worden. Und das z.T. sogar mit Klarnamen. Die Posts mit meinem Klarnamen wurden dann von “der Moderation” editiert, der Nutzer aber darauf nicht gesperrt.

Kann es sein, das dabei “mit zweierlei Maß gemessen” wird?

Fußnote: Ich kenne noch keinen Menschen, und noch keine Ausdrucksform, die mich in einer Form beleidigen könnte, dass ich eine Sperre dieser Person befürworten würde. Ich verwendete den Ausdruck “beleidigen” und “Beleidigung” in diesem Beitrag so, wie ihn andere Schreiber in diesem Thread verwenden.
Was ich allerdings kritisiere ist das Schweigen der anderen Foristen in meinem Fall einerseits und die engagierte Verurteilung des Users Tux ohne dass diesem User die Möglichkeit zu Erklärung oder Gegenrede gegeben wird. “Tux” wird sozusagen “in Abwesenheit” verurteilt.

Weil ich auch gut provozieren kann: Tux wird in diesem Thread/in vielen Beiträgen imo überwiegend von einem Lynchmob gerichtet der von “den Grundsätzen eines Rechtsstaates” möglicherweise wenig begriffen hat. Was sagt das über die aktuelle Piratenpartei?

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Eigentlich bevorzugen wir, wenn Menschen hier im Forum von sich aus einen höflichen und respektvollen Umgang pflegen.

Als Optimist glaube ich, dass die Moderatoren dazu gelernt haben und nun ein etwas konsequenteren Umsetzen der Hausregeln betreiben.

Zu deiner Fußnote:
Das Forum, die Mailinglisten und Twitter als Kommunikationskanäle der aggressiven Lauten und mit dickem Fell ausgestatteten, hatten wir jetzt jahrelang. Das Ergebnis ist, dass die Wähler uns ablehnen weil wir Zerstritten sind und die Mitglieder Foren und Mailinglisten meiden.
Das wollen viele nicht mehr von den 25 Benutzer in diesem Thread haben sich so weniger als 8 gegen eine Sperre ausgesprochen also waren so grob mehr als 2/3 dafür.
Ich denke das die Mehrheit der verbliebenen Piraten mit der Partei Erfolg haben wollen und nicht, so wie viele andere die diese Streitkultur leid waren, einfach gehen wollen.

Korrekt - was mich aber zu meiner bislang nicht beantworteten Frage an die Mods zurückführt: Warum macht ihr nicht, BEVOR ihr einen Nutzer mit HARTEN Strafen sanktioniert, eine kurze Befragung der Foristen darüber, ob das deren Meinung nach gerechtfertigt wäre? Ich fände das irgendwie demokratischer, obwohl ich im Falle Tux0r in der Abstimmung zu den Unterlegenen gehört hätte. Umfragen sind doch hier ganz schnell erstellt. Und auch der Aufwand für die Nutzer hielte sich in Grenzen - so häufig müssen wir ja nicht über Ausschlüsse und Sperren reden.
Habe ich vielleicht einen Rechtsgrund übersehen, der das direkte Durchgreifen der Mods zwingend erforderlich macht?

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Naja, jemanden an den Pranger zu stellen und dann das Volk über die Strafe abstimmen zu lassen hört sich jetzt auch nicht so richtig nach einer guten Idee an.

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Word. Das gilt dann aber bitte für alle Belange. Schlussmmit rumflauschen sondern klare Worte unter Erwachsenen.

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Hoert sich fuer mich besser an, als das gegenwaertige Pranger ohne Abstimmung. :smiley:

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Wer aber bei jedem leicht bissigen Kommentar gleich beleidigt auf den Melden-Knopf drückt, ist ebensowenig für ein Vorstandsamt oder einen Listenplatz geeignet.

Oh, ein virtuelles Scherbengericht? So kriegt man die Partei bzw ihr Forum natürlich auch auf Linie.

Wenn DAS die gleiche Feder ist …

ich fand das Forum deutlich besser bearbeitbar, nachdem dieser Account verschwunden ist …