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Wie sozial und liberal sind die Piraten?


#1

Wie sind die Piraten einzuordnen?
Sind die Piraten, weniger wirtschaftsliberal als die FDP und wirtschaftsliberaler als die Grünen?
Sind die Piraten, weniger sozial als die Linken und sozialer als die SPD?
Sind die Piraten, sozialliberaler als die Grünen und sozialliberaler als die SPD?
Und an welchen Themen macht sich das fest? Wie gehen die Piraten damit um (z.B. im Wahlkampf), wenn mit anderen Parteien eine große Schnittmenge besteht, wie z.B. mit den Grünen?


Wo steht die Piratenpartei im Parteienspektrum
#2

Die Piraten sind eine weltweite Bewegung.

Im Landtagswahlkampf Bayern wird mit dem Motto “Heimat, weltoffen und menschlich” geworben.

Dies ist eine klare Abgrenzung zu traditionellen, national orientierten Parteien.
Das “Moderne Leben” der CSU, in Zukunft auch mit Internet und Handy, endet bei der Bayerischen Grenzpolizei.

Ein Einordnen in national orientierten Parteienlandschaften ist nicht der optimale Ansatzpunkt um dieses Alleinstellungsmerkmal zu vermarkten.


#3

Ja, aber auf der Bundes-, Länder- und Kommunalebene wird auch um Stimmen gekämpft. Oder hat die Piratenpartei diese Ebenen gänzlich abgeschrieben und richtet ihre gesammte Strategie auf die Europawahlen aus? Die Frage ist ja nicht, warum soll man die Piraten wählen, sondern warum soll man die Piraten wählen und nicht die Grünen, die FDP oder die SPD?


#4

Da auf Bundes- Landes- und Kommunalebene das gleiche Prinzip gilt, alles nur etwas kleiner und überschaubarer.
Es bringt nichts, wenn ein Stadteil kleinkariert nur seine eigenen persönlichen Interessen vertritt, anstatt über den Tellerrand hinweg zu sehen.
Die Innenstadt, die Geschäfte werden beeinflusst von dem, was da draußen im WWW geschieht, Vorgänge sind transparent zu gestalten, da die Bürger Einblick nehmen und mitgestalten wollen.
Dies alles findet auf lokaler Ebene und überall statt und bedarf auch lokaler Umsetzung.


#5

Wenn ich die beiden Begriffe der Überschrift nehme “Sozial” & “liberal” und diese zwei Begriffe polarisiere (das habe ich vor Jahren schon ausführlicher beschrieben) - kurz: Entweder man ist sozial oder man ist liberal. Beide Begriffe ergänzend nebeneinander zu verwenden bedeutet so viel wie: Ich kann nicht denken bzw. ich lüge Dir was vor.

Man kann aber im Zusammenleben sozial sein und in der persönlichen Freiheit (so lange) liberal sein, bis man an die Grenzen des anderen stößt.
Im Wirtschaftsleben tut man das sofort. Damit meine ich: Meine Gewinne müssen Deine Verluste sein & das ist definitiv nicht sozial sondern man ist so liberal das man das unsoziale Verhalten duldet (= toleriert)

Eigentlich dreht es sich um die jahrhunderte alten Begriffe der französischen Revolution:
liberte
egalite
fraternite

Diese Begriffe gelten nur in bestimmten Bereichen.
Die Freiheit gilt für das Denken = Freiheit
die Gleichheit gilt vor dem Gesetz = Gleichheit
die Brüderlichkeit gilt für das Wirtschaftsleben = Brüderlichkeit

Die Begriffe “liberal” und “sozial” tauchen also bereits auf. Es fehlt die Gleichheit. Und es fehlt die Zuordnung in den Bereich, in dem diese Begriffe Geltung haben. Wenn man die ergänzen würde, dann wäre man zumindest schon mal so weit wie anno 1795 in Paris.


#6

Das Nullsummenspiel ist doch seit Anfang des 18. Jahrhunderts überwunden. Wieso wächst sonst das BIP? Das wird durch Produktivitätssteigerung bedingt Konkurrenz und Wettbewerb, sowie Handel und Innovation erreicht. Die Gesamtgesellschaft erwirtschaftet mehr und verwaltet nicht nur. Insofern ist eine liberale Gesellschaft auch sozial, weil sie mehr Wohlstand schafft. Dieser Wohlstand muss dann gerecht verteilt werden und das kann am Besten durch Demokratie garantiert werden. Wenn es zu ungerecht zugeht, macht sich das in der Demokratie sofort bemerkbar. In einer direkten Demokratie schneller, als vielleicht in einer repräsentativen (meine Meinung).


#7

die Geldmenge und die Schulden wachsen simultan

die Target 2 Salden (zugunsten der .de) wachsen auch
die Inflationsrate (in .de) nicht
die Brötchenpreise sind gewachsen
die Rentenhöhe nicht
die Mieten sind gestiegen …
:face_with_monocle:


#9

Die SPD ist sozialliberal. Wir sind vorn.


Was ist mit dem Konzept der "Liquid Democracy"?
#10

Das hört sich für mich mehr nach FDP als nach der SPD an …
Nur vorn sein reicht nicht!


#11

Es ist völlig unerheblich, ob sich Personen auf der Zielgeraden hinter Dir Links-Rechts-Duelle liefern, da sie die Ziellinie aus den Augen verloren haben und es ihnen nur um die seitliche Bewegung geht.
Sinnvoller ist es das Ziel im Auge zu behalten und vorne weg zu paddeln.


#12

Doch, schon.


#14

den durchschnittlichen Wähler interessiert:

  • wie hoch ist der Mindestlohn (bzw. Gerechtigkeitsgefühl z. B. zwischen Manager u. Pfleger)
  • kann ich meine Miete bezahlen
  • was für eine Rente werde ich bekommen
  • was und wo passiert wenn ich Pflege benötige
  • gemeinsame Krankenkasse = Gleichbehandlung
  • wie wird die Inklusion bzw. die UN BRK umgesetzt
  • wie werden meine Kinder aufwachsen
  • warum gibt es immer mehr Menschen die regelmäßig Suppenküchen benötigen “Armutsbekämpfung”

Wenn wir auf diese Fragen gute Antworten haben, wären wir sehr sozial


#15

“Gute Antworten” haben viele, es fehlt ihnen aber jegliches Konzept, wie sie das erreichen können.
Auch der Wähler muß begreifen, dass diese Ziele nur erreichbar sind, wenn er auch selbst bereit ist, bisheriges Verhalten in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen.

Wer der Vergangenheit nachtrauert und glaubt früher sei alles besser gewesen, der verschließt die Augen vor dem, was da weltweit vor sich geht und wie sich diese Welt verändert.


#16

Meiner Meinung ist jetzt wieder für die Piraten die Chance da aufzusteigen. Ich sehe die Piraten als attraktiver an als die Grünen oder FDP, sie könnten es zumindest sein. Die FDP kommt zu wirtschaftsliberal (Angebotsökonomie statt Nachfrageökonomie) rüber und die Grünen zu oberlehrerhaft (Bsp. Veggieday, ständige Moralkeule), mit inzwischen leicht konservativen Anstrich. Die Piraten könnten wiedereinmal mit neuen und innovativen Ideen die Parteienlandschaft sehr bereichern. Das Machtvakuum ist da!


#17

Ein Karneval der populären Ideen als Stimmenfänger ?

Schau mal auf die vielen Antworten @ #Bankgeheimnis - das spiegelt die heutige Piratenpartei ziemlich gut wider. Ist es die Angst ein Thema anzufassen, bei dem man sich blamieren kann, ein Thema anzufassen welches unangenehm ist, bei dem man sich ins politische Abseits katapultieren kann?

Ich vermute, die modernen Wähler schätzen das Potential der Piraten momentan ganz richtig ein.


#18

Ich sehe bei den Piraten mit dem Thema Digitalisierung einfach unfassbar viel Potenzial.
Es ist wie bei einem Elektro-Motor der seine PS noch nicht auf die Straße bringen konnte, Wenn ein klares Konzept ausgearbeitet ist und kleine Erfolge auf kommunaler Ebene mit einer E-Administration errungen werden, dann wird die Piratenpartei an allen anderen vorbeiziehen.

"The future is still so much bigger than the past." Tim Berners-Lee


#19

Es ist eine große Chance, dass es keine richtige Opposition im Parlament gibt. Diese Option hat die SPD fallen lassen müssen. Die FDP kann sich nicht richtig einordnen und ist daher auch keine gute Opposition. Meiner Meinung nach können die Piraten zurückkommen.

Es gibt immer eine zweite Chance. Und wenn nicht, hat man es wenigsten probiert.


#20

Mit welchen Themen soll die erfolgreiche Opposition geführt werden?
Digitalisierung ist schon ein Thema, aber spätestens bei 4,0 und BGE kommst Du zu Thema Geldschöpfung zurück.
Ich habe mir das lange angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die ziemlich kleine Gruppe von Menschen, die heute noch in der Lage sind die Dinge wirklich zu ändern - diese kleine Gruppe ist ziemlich ausgeschlafen und denkt die wesentlichen Dinge /Faktoren bis zu Ende.
Es gibt keine lebenswerte Zukunft ohne ein neues Geldsystem.

Das alte Geldsystem ist nicht durch Unachtsamkeit oder “Zufall” entstanden.

Wer eine bessere Zukunft gestalten will muss sich vorher um das Geld Gedanken gemacht haben.

Die ganzen Nebenschauplätze wie

  • Informationsfreiheit / Freiheit des Internet und der Medien
  • Renten, Gesundheitssystem, Globalisierung, BGE,
  • weltweite Machtstrukturen/ Weltherrschaft

scheinen drängender zu sein, das sind sie aber nicht. Da wir leben und uns untereinander austauschen ist die Frage, wer entscheidet über unser Geld die erste Frage. Ich finde es nicht lustig, dass es nur so wenige Menschen sind, die die Wichtigkeit der Geldschöpfung erkennen.


#21

Mit dem Grundeinkommen haben wir durchaus eine Antwort, seit Sömmerda mit dem Verweis auf “Sozialstaat 3.0” sogar eine reichlich konkrete. Das ist sicher nicht die abschließende Antwort auf alle diese Fragen, aber schon mal ein deutlicher Schritt in diese Richtung:

  • Der Blick wird nicht auf den Mindestlohn verengt (der hilft quasi gar nichts, wenn eine Familie zu versorgen ist), sondern die Kombination mit der Grundeinkommen liefert auch in Kombination mit einem geringen Erwerbseinkommen ein zumindest halbwegs auskömmliches Familieneinkommen

  • Durch den Anreiz, geringere Wohnflächen anzumieten, entsteht eine Entlastung des Mietmarktes auf der Nachfrageseite

  • Die Kombination aus Grundeinkommen und Altersrente sorgt für zumindest halbwegs erträgliche Alterseinkünfte, ohne den Faktor Arbeit unangemessen hoch zu belasten

  • Steuerfinanziertes Gesundheitswesen, ein System für alle

Zugegeben: Im Bereich der Inklusion bringt das jetzt näherungsweise gar nichts, da müssen andere Maßnahmen ran.


#22

Warst du nicht der, der in Sömmerda zur Konkretisierung angebracht hat, dass “bedingungslos” natürlich nicht heiße, dass es keine Bedingungen gebe?