Wie man einer Partei schaden kann

Man gehe in das öffentliche Forum einer Partei, in der man nicht (mehr) Mitglied ist, und fange an zu provozieren, zu trollen, destruktive Beiträge zu schreiben…

Dann entwickelt sich Zank, vor allem auch mit weiteren Leuten, die ebenfalls nicht mehr Mitglied der Partei sind und die die Gelegenheit ergreifen, sich nach Herzenslust auszukotzen

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Darum warte ich sehnsüchtig auf den internen Bereich.

Gruß
Andi

Darum diskutiere ich hier nur in Sonderfällen.

Don’t feed the trolls. ¯\_ (ツ) _/¯

Don’t feed the trolls funktioniert nur in einem relativ geschlossen System und wenn es Einzel- Meinung sind.
Schau dir die Shitstorm der letzten 4 Social media Wochen an. Noch nie war es so leicht Fake-News zu verbreiten. Und jetzt stell dir vor, so etwas bleibt unwidersprochen…

Die Götter sind mir heute milde gestimmt und schickten mir zufällig einen Artikel von Rezo zum Thema

Welche Kritik man also ernst nimmt, ist gar nicht so easy zu entscheiden, und fast alle Kreativen sagten mir zu diesem Thema bisher dasselbe: “Einfach ignorieren. Don’t feed the trolls (und auch nicht die Presse)! Zieh deinen Shit durch, solange du dahinterstehst.” Ich halte das aber irgendwie für eine zu einfache Antwort. Wir alle machen Fehler und sollten dankbar sein, wenn uns jemand dabei hilft, diese zu erkennen.

Wenn ich aber den Eindruck habe, dass es einen sinnvollen kritischen Kern gibt, mit dem ich mich auseinandersetzen sollte, spreche ich die Person privat an, per Direktnachricht. Ganz ohne Öffentlichkeit geht die Show, die narzisstische Selbstdarstellung flöten (zu der ich natürlich auch neige).

Nur zwei Prozent der Deutschen nutzen täglich Twitter. Frauen sogar so wenig, dass [ihr] Anteil in der oben verlinkten Studie auf null Prozent abgerundet wird. Medienforscher warnen deshalb bezüglich Twitter-Deutschland vor “verzerrten Relevanzrahmen und Stimmungsbildern, welche mit denen der Gesamtbevölkerung nur wenig zu tun haben”. Das muss nicht bedeuten, dass bei Twitter keine relevante Kritik zu aktuellen Themen geäußert wird. Aber für die Diagnose, es gebe allgemein “Aufregung” über irgendwas, auf die man irgendwie reagieren müsse, taugt der Kanal, von dem aus auch die Umweltsau-Diskussion in die Welt kam, bei Weitem nicht.

Meine Mutter sprach mich vor einigen Wochen an, ob sich der “Stress neulich” wieder gelegt habe. Ich wusste gar nicht, was sie meinte, und es stellte sich heraus, dass sie gelesen hatte, ich hätte angeblich einen großen Shitstorm wegen eines Videos gehabt. Da ich nur selten Artikel über mich lese, war ich eher verwirrt, googelte mich selbst und fand auch direkt eine ganze Reihe von Artikeln mit Titeln wie “Und plötzlich geht die Community auf Rezo los” ( Die Welt ). Oha … DIE Community ging neulich auf mich los? Das war mir nicht mal bewusst.

Dann zieht halt der Twitter-Shitstorm-Heuschreckenschwarm auf ein anderes Thema, welches Widerstand der Gegenseite provoziert. Wer im Jahre Trump-Präsidentenwahl + 3 immer noch glaubt, in einem Krieg um die Wahrheit auf social media mitmachen zu müssen, dem attestiere ich Langeweile, denn außer Emotionen zu generieren passiert da nichts Relevantes. Man stimmt auch sicherlich niemanden um, da jeder mit seiner gefestigten Meinung zur “Diskussion” kommt.

Summa Summarum: einfach cool bleiben.

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Tja, solange es bei Twitter bliebe, volle Zustimmung, aber… (siehe meinen obigen Text - geschlossenes System)
… soll ich dir aufzeigen wie viele Medien-Berichte aus der Twitter Umweltsau entstanden sind?
Es gibt kein Medium welches dies nicht aufgenommen hat. Und schon werden aus 2% wie viel? 70%? 90%?
Genau deshalb ist “Don feed the Troll” ein Relikt der Anfänge des Netzes, als es fast nur geschlossene Foren oder User-Groups gab, und heute absolut nicht mehr zu gebrauchen!

Und genau aus diesem Gefühl, den Gedanken, der Situation - also der “Emotion” heraus gehen viel Protest und Wechselwähler dann zur Urne…

Aber immer schön cool bleiben… :wink:

Auch wenn ich zu dem von dir genannten Personenkreis zähle, bemühe ich mich schon um Konstruktivität und habe auch keinesfalls vor, der Partei zu schaden. Wenn du das anders empfindest, gerne hier oder auch per DN eine Begründung dafür.

ich meine eigentlich andere, wusste nicht, dass du auch dazugehörst. Bei manchen Streitigkeiten hatte ich zwischendurch den Eindruck, dass von denen, die da streiten, keiner Pirat ist.

Jetzt kommen wir vom konkreten Verhalten bei Antreffen eines Trollbeitrages zu den Folgen, wenn man Trollbeiträge nicht ignoriert! Das sind zwei verschiedene Themen.

Als ich dieses Umweltsau-Video gesehen habe fand ich es äußerst ungeil, dass junge Kinder ein Lied singen, welches wahrscheinlich überhaupt nicht von ihnen selbst ersonnen wurde, somit es eine Instrumentalisierung ist. Ich habe mir überlegt, ob ich einen Thead hier im Forum dazu zu eröffnen. Aber ich tat es nicht, sondern blieb cool, weil es nur irgendein Lied ist, welches provozieren möchte. Ein kleiner Teil der Bevölkerung tat das nicht, sondern ist auf die Provokation eingegangen. Der Verfasser des Liedes provozierte weiter mit seinem Nazisau tweet. Das schaukelte sich weiter hoch und die Medien nahmen das Thema dankbar auf, weil ja anscheinend sonst nichts interessantes in der Welt zu passieren scheint.

Hätte an irgendeiner Stelle dieser Kette “don’t feed the trolls” eingesetzt, wäre es nicht so weit gekommen. Aber es ist einfacher, sich zu empören und spannender, zu provozieren und sich zu Emotionen hinreißen zu lassen.

Sag Du’s mir. Ich schätze maximal 10% der Bevölkerung, die aktiv auf das Thema auf die eine oder andere Weise reagiert haben, wahrscheinlich eher 5% oder weniger.

Das ist an sich richtig, aber nicht wegen punktuellen Twitter-Shitstorms und anderen aufgebauschten Nichtigkeiten. Sondern wegen echten oder vermeintlichen Tatsachen, die Teil eines Narrativs sind (“der ÖR ist eine linke Propagandamaschinerie”).

Genau! Der Konjunktiv, das beliebte “Bedingung - Folge” Spiel aus der Theorie!
Wie ich schon 2x schrieb - in geschlossenen Gruppen durchaus möglich, wenn sie nicht zu groß sind. Und dies war in der Vergangenheit meist so.
Kommen wir aber zur Wirklichkeit der letzten Jahre, denn die ist wichtig.
In einen Netz mit vielen Ausweichmöglichkeiten, ist Don`t feed the Trolle eine völlig falsche Haltung. Denn nicht zu widersprechen bedeutet hier, die Verbreitung von falschen/falsch dargestellten Tatsachen nicht zu verhindern. Denn sogar hinterher zu handeln macht noch Sinn:

Beispiel: “Ein Polizist wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und musste sich einer Notoperation unterziehen!”
Wurde rasend schnell medial verbreitet. Politiker sprangen auf den Populismus Karren - soweit so gut.
Was aber, wenn die Aussage lautete: “Ein Polizist wurde am Ohrläppchen getroffen und musste dort behandelt werden. - Um bleibende Schäden auszuschließen, musste er zur Beobachtung noch einen Tag im Krankenhaus bleiben”

Natürlich hätte man den ersten Satz hinnehmen müssen, er kam ja schließlich von der Polizei, oder? Wen interessiert es schon, dass es “etwas” übertrieben wurde…?

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Ich glaube eben nicht, dass man durch “Richtigstellungs-Tweets” oder “Richtigstellungen” in Kommentarspalten irgendwas reißen kann. Die meisten Leute in social media sind Teil einer Herde mit gefestigten Meinungen, die lassen sich nicht dadurch überzeugen. Der Rest durchschaut es sowieso oder ist desinteressiert.

Dieses “Richtigstellen” ist mMn “in geschlossenen Gruppen durchaus möglich, wenn sie nicht zu groß sind”

Da sind wir jetzt bei Framing und sehr weit weg von “wie reagiere ich angemessen, wenn ich einen (vermeintlichen) Trollbeitrag antreffe”…

Was bedeutet aktiv? In social Media zu antworten?
Oder “am Küchentisch” darüber zu reden, oder in der Kneipe, oder in der Kantine, im Bauwagen oder woanders am Arbeitsplatz?
Ich glaube hier kommst du weit über 20%.

Oder sich daraus “aktiv” eine Meinung zu bilden?
Da liegt der Prozentsatz wesentlich höher. denn wie gesagt, kaum ein Medium hat es ausgelassen “so oder so” darüber zu berichten.

Warum macht man dann Wahlkampf?

Ja, also bei diesem Empörungsspiel mitmachen.

Was die Meinungbildung durch die Berichterstattung angeht, die geschieht ja sowieso. Das sehe ich als Konstante bzw. durch das Framing der jeweiligen Medien beeinflusst. Was willste da überhaupt tun? Da liegt es am individuellen Endkonsumenten, ob er mit einem “lol”, einem “also das ist doch unerhört!!” oder einem Achselzucken reagiert. Leute lesen ja ihnen genehme Medien, weil sie Geschehnisse in ein Narrativ einreihen, welches zuvor schon existierte (plumpes Beispiel: ÖR als linke Propagandamaschinerie). Glaubst du wirklich, dass konträre social media posting bzw. Richtigstellungen irgendeinen Einfluss drauf haben?

Mein Punkt ist jedenfalls, dass das Leben viel einfacher ist, wenn man trolls nicht feedet, sowie man dadurch ihnen den Wind aus den Segeln nimmt, so dass es gar nicht zu einer Berichterstattung käme. Dass das System auf das Gegenteil ausgelegt ist und jegliche Empörung als easy Berichterstattung über “relevante Geschehnisse” ausgenutzt wird, das macht es ja nicht falsch.

Weil es auch Menschen außerhalb der social-media-Meinungsherden und quasiprofessionellen Empörten gibt. Nicht wenige! Im Wahlkampf geht es doch nicht darum, dem überzeugten AfD-Wähler zu erklären, warum seine Wahl schlecht ist. Sondern den Unentschlossenen nahe zu bringen, uns zu wählen, weil alle anderen Clowns sind.

Sehr gut!
Aber was wenn die unentschlossenen auch die Beiträge der Medien lesen, die im SocialMedia-Netzwerken populistisch “vorbereitet” werden?

Aber ich denke wir schweifen hier vom Thema ab - mich wundert nur, dass so wenige die Realität sehen. Und dies gilt auch für die Piratenpartei.
Wir haben den Ruf aus der Vergangenheit nicht nur aus SocialMedia, oft aber aus Presseberichten die SocialMedia Threads/Tweets als Grundlage hatten. Und weil die “Intelligente Mehrheit” cool war und sich zurück gehalten hat, wurden halt die anderen Meinungen und Streits in den Vordergrund gestellt, obwohl die Meinungsmehrheit ganz woanders lag.
Wobei wir damit wieder näher beim Thema des Threads sind!

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Das lässt sich einfach nicht vermeiden. Darauf zu reagieren und richtigstellen zu wollen halte ich für vergebens. Viel wichtiger ist es mMn, zu versuchen selbst Trends und Themen zu setzen, die dann die poltische social media Blase transzendieren und in die allgemeine social media und bestenfalls auch in Medien geraten! Sonst wird man ja immer nur ein Mitläufer sein.

Hier gibt es meiner Meinung nach drei Faktoren:

I. Es gab allerlei absurde Geschehnisse (sexuelle Tweets von NRW-Abgeordneten, Bomber Harris, etc) und die werden natürlich vom Internet dankbar angenommen. Da hilft nur Prävention, sowas lässt sich nicht irgendwie unter den Teppich kehren oder wegerklären. Und als Reaktion hilft mMn nur ein lockerer, unverkrampfter Umgang damit. So wie es Trump mit seinen unzähligen Skandalen praktiziert.

II. Hypothetische Streitereien von Piraten um die politische Ausrichtung oder so auf Twitter einfach sein lassen und nicht in irgendeiner Weise kommentieren. Nur durch zusätzliche Kommentare und Reaktionen bekommen die ja überhaupt Relevanz, so dass es jemand von außerhalb bzw. den großen Medien kommentiert. (Hypothetisch, weil ich kein konkretes Beispiel kenne.)

III. Warum waren Streitereien das Interessanteste bei den Piraten? Weil alles andere darbte. Wenn sonst nichts Interessantes von den Piraten kam, dann gibt es ja auch nichts anderes zu berichten. Meine jetzt damit nicht Anträge, weil die die Öffentlichkeit herzlich wenig interessieren, sondern irgendwelche coolen Aktionen, mit denen man positive Aufmerksamkeit generiert. Hier wäre z.B. BEO gut gewesen, aber das schien ja damals keine Priorität gehabt zu haben.

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Das zentrale Versprechen von sekor war, den BEO in 100 Tagen einzuführen.

Dass sekor prinzipiell keine andere Meinung akzeptierte als seine eigene, war damals auch schon bekannt, als er für den Landtagswahlkampf die GO des Landesverbandes änderte und sich über die Entscheidung des Landesparteitages hinwegsetzte.

Dass alles andere darbte, war das Konzept. Aufgefallen sind dann nur noch die persönlichen Auseinandersetzungen, die er führte.

Er hat alles und jedem der nicht gehorchte zerlegt. Das fanden zuerst auch noch viele Parteimitglieder gut => “Sekor bringt endlich Ruhe in die Partei” … und nun ist es so ruhig geworden, dass 0,blup übrig geblieben ist - was kein großes Problem wäre - fatal für die Praten ist heute, dass unter der Schreckensherrschaft von Don Sekor die kreativen Macher die Partei verlassen haben worden sind und die Duckmäuser und die “ich würde auch mal gerne im Parlament sitzen” , die Sekor zugelassen haben kriegen keine Trendwende hin oder neue Ideen in den inzwischen unfruchtbaren Boden. Ein unverkäufliches Pappnasenballet …

Wer kann mal eben Düngern?

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Nun die Perspektive eines Trolls: Ein Troll der nicht gefeedet wird, wurde zumindest ein oder zweimal davor gefeedet, sonst wäre er kein Troll geworden. Trolle interpretieren Feedback als Anerkennung fehl, denn an dieser mangelt es ihnen. Das Feedback kann wenig oder viel sein (meistens ist es gering, sonst wären sie ja keine Trolle mehr, sondern Präsidenten), positiv oder negativ, in allen Fällen werden sich die Trolle durch die dann erfolgende Emotionalisierung angefixt weiter hineinsteigern. Konstruktives kommt dabei selten heraus, da sich der Troll zuallerest mit seiner Emotion beschäftigt und nicht mit dem Sachverhalt.