Wenig öffentliche Präsenz der Piraten

Hallo zusammen,

ich lese schon lange hier mit und finde, dass die Piraten sehr wichtige Themen haben und ich habe euch auch schon mehrfach gewählt. Von daher sympatisiere ich sehr mit euch.
Eines macht mich aber immer wieder stutzig und das - finde ich - ist ein grundlegendes Problem der Piraten. Man sieht euch nicht in der Öffentlichkeit. Es gibt sehr selten Stände, Informationsmöglichkeiten usw. außerhalb des Netzes. Das würde aber sehr helfen, mehr Menschen zu erreichen.
Nun würde ich gerne wissen, warum so wenig Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird und anregen, das zu ändern.
Wie steht ihr dazu?

Grüße, Mirkom

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Hallo Mirkom,

je mehr Leute helfen, desto mehr Öffentlichkeit schaffen wir, an Infoständen, Veranstaltungen, sozialen Medien, Aktionen uvm. Gerade haben wir den Wahlkampf hinter uns, da waren wir in unserer Stadt mit 5 Infoständen und allerlei Aktivitäten präsent. Jetzt ziehen die Piraten Hessen nach Karlsruhe gegen den Hessentrojaner, gerade eine PM verschickt. Wir hoffen auf Presseinteresse, hier schon mal ein Link: https://www.piratenpartei-hessen.de/blog/2019/06/26/hessentrojaner/ und ein Video: https://youtu.be/9st2EaE9EqM Es hilft, wenn sowas weiterverteilt wird.

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Hallo Annette,

danke für deine Antwort. Es stimmt natürlich, dass jede Form von Mitarbeit dabei hilft. Ich meinte aber die Präsenz in der analogen Öffentlichkeit. Ich kenne viele Menschen, die sich für die Themen der Piraten offen zeigen, aber nicht immer auf die Website gehen wollen, um sich zu informieren. In der Zeitung oder im Fernsehen erfährt man sehr wenig über die Piraten. Es geht ja auch darum, dass Menschen für die Themen Digitalisierung, Überwachung, Datenschutz usw. informiert werden und dazu gehört meines Erachtens auch eine Präsenz im “real life” und nicht nur im Netz.
Außerdem ist es nicht sehr förderlich, dass die Piraten bei den Wahlen nur unter “Andere” subsummiert werden. Das liegt natürlich an den Wählerzahlen, aber genau darum geht es doch auch. Die Piraten müssen mehr Menschen erreichen, damit die Themen transportiert werden.

Grüße, Mirkom

Vielen Dank für Deinen Beitrag.

Du hast das völlig richtig erkannt und geschildert.

In den letzten Jahren meinte man den Wildwuchs beschneiden zu müssen und alles auf die zentrale Erstellung von Pressemitteilungen reduzieren zu müssen, um die Verwaltungsarbeit zu reduzieren.

Es gibt da draußen durchaus aber noch einige, die sich vor Ort engagieren können und dies auch tun.

Inzwischen hat man aber wenigstens an einigen Stellen das Problem des mangelnden Vorhandenseins vor Ort und die damit verbundenen Probleme erkannt.

An anderer Stelle bemüht man sich aber weiterhin das politische Engagement vor Ort einzudämmen, um professioneller zu wirken, beklagt aber andererseits das Nichtvorhandensein von Aktivität.

Wenn nur 30 oder 40 Piraten die Partei nach Außen und Innen vertreten dürfen, bleibt nicht viel öffentliche Präsenz.

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ja du hast völlig recht! Hier mal ein Foto aus unserem EU-Wahlkampf!


Es gibt auch Cryptoparties, und wir denken gerade wieder über Veranstaltungen nach

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hier vor dem Landtag in Wiesbaden

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Das stimmt natürlich alles. Ich meinte aber mehr die Menschen, die Computer, Smartphones usw. benutzen, aber eigentlich wenig darüber wissen. Ständig bekomme ich in Gesprächen gesagt: “Ich habe nichts zu verbergen”, " Wir sind doch sowieso alle schon gläsern", “Das Bisschen Werbung ist nicht schlimm.” und mehr solcherlei Standardsätze, die zeigen, wie uninformiert die Leute sind. Die Themnen Profilbildung, Demokratieverlust, Grundrechtseinschränkung etc. sind im Bewusstsein gar nicht vorhanden. Dass das alles Teil eines politischen Konzeptes ist, das uns allen schaden wird, ist den Leuten nicht klar. Darüber sollten die Piraten informieren und das geht auf Cryptoparties meines Erachtens weniger gut, weil da ohnehin die kommen, die längst sensibiliseirt sind. Die anderen erreicht man damit nur unzureichend. Dass Smartphones Wanzen mit Zusatzfunktionen sind, ist den meisten nicht klar oder egal, weil ihnen die Konsequenzen nicht klar sind. Da müsste man mehr informieren, um das Bewusstsein zu schärfen.

Grüße, Mirkom

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Wir sind eine kleine Partei mit wenigen aktiven Gliederungen. Und wir machen das alles in unserer Freizeit. Ich denke, das erklärt alles.

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Willkommen @Mirkom!

Ja du hast recht. Leider.

Die Ursache ist leider ganz banal.
Die Piratenpartei hat ungefähr 4000 zahlende Mitglieder.
Davon sind wie eigentlich in jeder Gruppe ungefähr 5% aktiv, also etwas 200.
diese 200 haben kommunale Mandate, sind Vorstände, erledigen Öffentlichkeitsarbeit, Buchhaltung und Mitgliederverwaltung und mache kümmern sich um die IT-Infrastruktur.
Dann gibt es weitere 5% also 200, die aktivierbar sind. Wenn du sie bittest beim Infostand mitzumachen oder Plakate aufzuhängen etc. dann machen sie mit.

Das ist im Moment einfach etwas zu wenig. Die Mitglieder zahlen gehen aber wieder rauf und wir versuchen Aufgaben zusammenzuführen um Leute für Politik und Sichtbarkeit freizusetzen.

Du kannst gerne schauen wo du mithelfen magst.

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Es gibt aktive und zahlende - also stimmberechtigte Mitgliede rund es nicht nicht aktive und zahlende Mitglieder… und dann noch den Rest.

Und dann gibt es Befindlichkeiten.

Und dann scheint auch iwie jede BEreitschaft verloren zu sein, aktiv eben in die Öffentlichkeit zu gehen - in Berlin musste man dem Landesvorstand erst an die Satzung erinnern, das er pro Jahr mindestens eine Landesmitgliederversammlung machen muss.

Passierte aber auch nur, weil jemand von dieser Basis bei der Landesovrstandssitzung anwesend war.

Wenn Du also fragst warum gibt es so wenig Präsenz in der Öffentlichkeit?
Meiner Meinung nach, das eben das viel beschworene piratische Mandat (man hat eine IDee, suche sich gleichgesinnte und tut dann Dinge) nicht mehr funktioniert…

Warum? Siehe oben … G

An sich verstehe ich was du meinst, würde aber gerne eine genauere Erläuterung haben wollen.
Könntest du da evtl etwas genauer auf die Punkte eingehen?

Ich sehe das hier in der lokalen Politik:
Wenn von den etablierten Parteien Eine® einen Furz lässt, gibt’s drei wohlwollende Artikel in der Presse.
Wenn die Piraten gute politische Arbeit machen wir das geflissentlich ignoriert - es sei denn die Piraten unterstützen die Position einer etablierten Partei - dann wird das ganz gerne eigens erwähnt. Vermutlich um zu suggerieren dass dazu breiter politischer Konsens besteht.
Wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass es bundesweit nur drei, vier Zeitungsverleger gibt verwundert nicht das die Piraten kaum sichtbar sind.
Nimm als Beispiel die Funke-Mediengruppe und schau dir an wie verflochten die sind.

IMHO kommt hinzu dass wir eine “Vollsortimentspartei” sind. Bei einer so dünnen Personaldecke können wir nicht alle Theman adäquat bedienen und ich würde mir manchmal wünschen dass wir uns mehr auf unsere “Urthemen” konzentrieren würden.

Ich finde ich war ausreichend präzise - für manche wahrscheinlich schon ZU präzise … :slight_smile:Bitte spezifiziere Deine Nachfrage :slight_smile:

Was meinst du damit?

Hängt das mit dem oberen Punkt zusammen?

Sehe ich aus unserer Kommunalpolitik in Jena anders. Da gabs am Ende im Endeffekt nur noch eine Piratin überhaupt, die dann noch Stadträtin war. PMs wurden in der Lokalpresse veröffentlicht und ihr Stadtratsblog wurde auch teilweise von Lokaljournalisten als Quelle genutzt.
Dass man nicht die gleiche Anzahl an Berichterstattung hat wie Parteien, die zehnmal so viele Sitze haben, ist klar. Ich weiß natürlich nicht, wie das bei jedem explizit vor Ort ist, aber gerade Lokaljournalisten suchen quasi immer nach Artikeln, um die Seiten zu füllen.

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Wir haben gerade Presse mit unserer Verfassungbeschwerde, in den nächsten Tagen kommt ein Pressespiegel.
Verbreitet doch mal diese Videos:



und diese Tweets:


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Wen Menschen mit Menschen arbeiten. Ehrenamtlich.

Beruflich bekomme ich eine Entschädigung, mit bestimmten Menschen zusammen arbeiten zu müssen.

Vielleicht, aber einen Zusammenhang muss man nicht sehen.
Beispiel:
1.) Hier in Berlin gibt es anderthalb aktive Bezirke, die zum Beispiel zum Europawahlkampf auf der Straße waren.
2.) Versucht der Landesvorstand iwie Temrine zu koordinieren oder andere aufzumuntern, weil er auch mal nach vorne marschiert? Nope.
3.) Schau auf die Webseite der Piratenberlin - wenn das politische und Öffentlichkeitsarbeit ist…

Eine Idee wäre das man ein gewisses Minimum an Aktivität für bestimmte Ämter in der Satzung festlegt und so “Schnarchnasen” automatisch aus ihrem Amt entheben und neuwählen kann im Falle dessen die Person ist nach Meinung der in der Satzung festgelegten Kriterien ungeeignet.

Achso, stimmt. Das ist für mich als opensource Entwickler ja eher ein seltenes Ding sich auch mal face-to-face zu treffen :sweat_smile:

löl - ne, in Berlin kannste als 1V kandidieren, sagen, da sman eh keine Zeit hat und dann wirste dennoch mit überwältigender Mehrheit gewählt. Ja, es gab auch andere Kandidierende …
Da wären wir wieder bei Befindlichkeiten … :wink:

Ummm… What the actual f***?

Ich verstehe wieder nur Bahnhof. Ist das jetzt Ironie und es gab nur einen Kandidaten?