Welcher Typ Partei ist die Piratenpartei?

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Hallo Leute :slight_smile:

Ich hab mir mal etwas Gedanken gemacht welche verschiedenen Typen von Parteien es denn so gibt. Hab da mal so eine Liste mit Stichworten zusammen gestellt. Allerdings kann ich da die Piratenpartei nirgends einordnen, denn die scheint irgendwie anders zu sein als das was es bisher gab. Deshalb würde mich da mal eine Einschätzung eurer Seits sehr freuen.

Technokratische Partei: Wird von Elitären Experten geführt. z.B. Neoliberalen Wirtschaftsexperten oder aber Sozialistischen Planwirtschaftsexperten die Entscheidungen basierend auf der Logik eines ideologisch vorgegebenen Weltbildes treffen.

Beteiligung von der Parteibasis oder Bürgern findet nicht oder nur sehr eingeschränkt statt.

Historisches Beispiel: Die SED in der DDR, Oder Tories unter Margaret Thatcher

Kaderpartei:
Verfolgt keine klar erkennbaren politischen Ideologien. Interne BĂĽrrokraten und Kadereliten entscheiden aus eigenem Karriere Interesse im Hinterzimmer unter Ausschluss der Ă–ffentlichkeit und der eigenen Parteibasis.

Beispiel fĂĽr diesen Typ Partei ist die CDU: Laschet wird von den Partei Bonzen und BĂĽrrokraten gegen den Willen der eigenen Parteibasis zum Kanzlerkandidaten ernannt.

Wesensmerkmale die daraus entstehen sind: Intransparenz, Von Seilschaften geprägt, Lobby und Korruptionsanfällig.

CDU/SPD als Kaderparteien befinden sich im Niedergang da diese Art von Politik auf Dauer im Volk unpopulär ist.

Kaderparteien stellen somit das in der Herrschaft der BĂĽrrokratie erstarte Endstadium einer ehemaligen Volkspartei dar.

FĂĽhrer Parteien:

“Charismatischer Führer” steht nach außen hin an der Spitze. Beispiele:

Republikanische Faschistische Partei unter Benito Mussolini
NSDAP unter Hitler
Die Kommunistische Partei Chinas unter Mao Zedong
Aktuell noch: Partei der Arbeit Koreas unter Kim Jong Un

Wesensmerkmal: Personenkult, Größenwahn, Totalitarismus der alle zur Loyalität gegenüber dem Führer verpflichtet, Große Brutalität gegen Abweichler.

In Ansätzen auch im Trumpismus während der 1 Amtszeit von Trump erkennbar.

Populistische Partei:

Starker Manbn an der Spitze, Vereinfacht und emotionalisiert komplexe Probleme,
Fake News und Stimmungsmache um Mehrheiten zu gewinnen, Anti Wissenschaftlich, Nicht an der Lösung realer Probleme interessiert sondern am Aufschaukeln der Stimmung um eigene Machtbasis zu erhalten.

Beispiele: Berlusconi in Italien, Trump AfD,

Einthemen Partei:

Will nur ein einzelnes Thema realisieren: Beispiele Grundeinkommens Partei, Klimaliste, Piratenpartei ganz am Anfang so 2006/7

SpaĂźpartei:

Siehe Sonneborn, DIE PARTEI, Anarchistische Pogo Partei Deutschlands, Biertrinkerpartei usw.

Religiöse Partei:
Vertritt ausschließlich die Interessen eines religiösen Bekentnisses.
Beispiele Muslimbrüder in Egypten, Ennahda Partei in Tunesien…

Piratenpartei ???

Ja, jetzt mal so eine Frage, wo würden sich denn die Piraten selbst sehen ? Finde Piraten passen nicht in irgendeine Kategorie für diese klassischen Altparteien sondern sind irgendwie was völlig neues. Wie würdet ihr euch denn idealerweise selbst einordnen ?

Die Piratenpartei war mal eher* eine Einthemenpartei, ist dann ĂĽber eine SpaĂźpartei** zur Kaderpartei*** geworden.

[*] Es gab mehrere Themen, gegrĂĽndet wurde sie aber zur Modernisierung des Urheberrechts.
[**] Sehr vieles hatte die Piratenpartei früher mit der heutigen PARTEI gemein, einschließlich der Selbstironie und des allgemein anarchischen Vorgehens bei Wahlkämpfen.
[***] Gemäß der oben stehenden Definition; ein Beispiel folgt im nächsten Beitrag.

Piraten sind für mich persönlich:

Partizipativ: Alle können immer und zu jeder Zeit mitmachen ohne das es allzuviele Hierarchien gibt. Das hat zur Folge das die Partei sehr viel Kreativer ist als die Altparteien aber auch zum Chaos und Endlosdebatten neigt.

Basisdemokratisch: Verhindert Korruption und Machtmissbrauch da Ausrichtung der Politik nicht von einzelnen getroffen wird sondern von vielen. Das fĂĽhrt aber auch zu mehr inneren Konflikten da es immer viele Verschiedene Meinungen auszubalancieren gibt.

Technokratisch: Die Netzpolitik zum Beispiel ist stark von IT Leuten und Informatikern geprägt, also Leuten die Fachwissen von der Materie haben. In den AGs zu den verschiedenen Themen, z.B. Pflege arbeiten auch Leute die das Beruflich machen. Unwissenschaftliche Positionen werden im Transparenten Diskurs recht schnell zerpflückt und haben es daher schwerer sich durchzusetzen.

Libertär: Persönliche Freiheiten und Grundreche spielen eine wichtige Rolle. Jedoch mit dem Vorbehalt der Wissenschaftlichkeit, wenn z.B. Lockdown und Einschränkung gewisser Freiheiten Wissenschaftlich Rational notwendig sind um andere Grundrechte (Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zu garantieren).

Aktivistisch: Zu Themen BGE, Cannabis Legalisierung, Uploadfilter Artikel 13/17 usw. recht viele Leute dabei die eigentlich kein Bock haben auf klassische Parteipolitik sondern eher aktivistisch sich für Themen engagieren wollen. Ich gehöre da zum Beispiel eher dazu…

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Die Piratenpartei war nie eine Einthemenpartei, auch wenn dies immer gerne verbreitet wird.
Anbei das GrĂĽndungsprogramm:


Darin finden sich bereits verschiedene Themen, die sich im Laufe der Entwicklung der Partei erweitert haben. Die Weiterentwicklung einer Partei ist wichtig.

Ich teile Deine Einschätzung in Großem und Ganzen.

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Das stimmt so pauschal nicht, in der Piratenpartei - wie überall sonst - spielen persönliche Animositäten auch beim “Mitmachen” leider eine große Rolle. Hier hat jemand mal seine Erfahrungen damit aufgeschrieben.

Das wäre zutreffend, hätte die Piratenpartei den seit neun Jahren beschlossenen “Basisentscheid online” endlich mal umgesetzt bekommen. Faktisch wird die Ausrichtung der Politik zurzeit von denen beschlossen, die Zeit und Geld für die Teilnahme an Offline-Parteitagen haben. Fahr doch mal hin, wenn mal wieder einer stattfindet, und guck mal, wer da ist. Es sind fast immer genau dieselben.

Die Piraten-AGs Urheberrecht und Netzpolitik sind seit Jahren faktisch tot. Woran, glaubst du, liegt das?
(Die Arbeit der AG Digitaler Wandel nehme ich ĂĽbrigens durchaus wohlwollend zur Kenntnis.)

Grundrechte heiĂźen Grundrechte, weil sie nicht verhandelbar sind. Das war mal Parteikonsens. Schade drum.

Warum bist du hier und nicht in einer NGO? (Rein interessiert gemeinte Frage.)

Mein Grundrecht auf körperliche Unversertheit ist unverhandelbar !

Der nächste Parteitag findet doch online statt !

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Niemand zwingt dich, deine Gesundheit zu gefährden, indem du dich in Menschenmengen vor die Tür traust. Wenn du das freiwillig tust, ist das dein Problem.

Der erste - und noch sind die Wahlmodalitäten nicht klar.

Abwarten.

Wenn Krankenhäuser überlastet sind weil viele keine Maske tragen und ich deshalb nicht mehr richtig behandelt werden kann ist das dann sehr wohl mein Problem. Deshalb sind die maßnahmen auch wenn ich z.B. nächtliche Ausgangssperre für überzogen halte im großen und ganzen doch goldrichtig.

Es werden auf der Hauptseite laufende Meter fundierte Mitteilungen zu diesen Themen veröffentlicht, sogar zunehmend immer mehr. Im Vergleich zu vor ein paar Jahren.

Kann es sein das du die Tendenz hast Dinge zumeist sehr negativ zu sehen ? Macht es Spass so zu leben ?

Überzogen und - darüber möge das BVerfG urteilen - aller Wahrscheinlichkeit nach grundgesetzwidrig. Die Piratenpartei ist eine der wenigen Parteien, die das Grundgesetz als unantastbar erachten (“beim Grundgesetz sind wir konservativ”) - was in Krisenzeiten nicht hält, ist aber außerhalb der Krisenzeit nichts wert.

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Sorry Leute, ich denke da aus marketingtechnischersichtweise. Ich sehe schon den Slogan:

Piratenpartei. Die einzige Netzpartei Deutschlands.

Sei dabei und mach mit

in leutchten Buchstaben vor mir. Das könnte einfach so geil vermarktet werden und ihr verrennt euch hier in irgendwelchen Kategorisierungen des 20. Jahrhunderts. Als Spindoktor und absoluter Marketingprofi (Selbsteinschätzung :wink: ) tut mir das in der Seele weh.

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Und zwar wahrscheinlich überwiegend von der AG Digitaler Wandel, die ich - wie erwähnt - positiv hervorheben möchte.

Ich stelle den Sachverhalt dar und überlasse die Wertung dem Leser. Meine persönliche Einschätzung zum Sachverhalt spielt hier erst mal keine Rolle.

Ich empfehle wärmstens, die Person und ihr Leben aus der inhaltlichen Diskussion herauszuhalten. Du kennst mein Leben nicht und es geht dich auch nichts an.

Jep, die machen gute Arbeit. Auch Patrick Breyer im EU Parlament der sich damit auch sehr kompetent beschäftigt wenn auch mehr von der juristischen als der technischen Seite.

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Patrick Breyer ist ein sehr guter Netzpolitiker, dessen Arbeit und Haltung ich uneingeschränkt schätze.

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Wer ist dafür, dass sich die Piratenpartei, die Eintragung “Netzpartei” patentieren lässt? So als Gag.

Sollte die Piratenpartei den Begriff “Netzpartei” für sich patentieren lassen?
  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

0 Teilnehmer

PS: Bayer Leverkusen hat sich den Begriff “Vizekusen” patentieren lassen. Ich meine “VIZEKUSEN”. Wieso macht man so was, wenn nicht aus Spaß?

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Vizekusen#Rechtliche_Aspekte

BTW: Es könnte mit anderen Themen verknüpft werden, wie z.B. dass viele Impfstoffe patentiert sind und dadurch für viele Menschen erschwert zugänglich sind.

Die Piratenpartei ist gegen Patente.

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Was soll das für ein Piratenforum sein, in dem man auswählen kann, ob die Piratenpartei eine Partei vom Typ NSDAP ist?

Sie ist ein Beispiel, was die Struktur betrifft. Nicht “die Piraten sind wie die NSDAP”.
Das überlassen wir dann doch den heutigen Linken… :wink:

Hä??? wo steht da was von auswählen. @FriedrichSteinherr hat nur mehrere seiner Definitionen von Parteien als Diskussionsgrundlage aufgezählt. Er hat explizit die Piraten als anders definiert.
Wir kommst du also auf den obigen Satz?

GruĂź
Andi

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