Was sind eigentlich die Gründe der aktiven Mitglieder der Piratenpartei sich in der Partei zu engagieren?

Fortsetzung der Diskussion von Ich denke ihr wollt das wissen:

Ich war in der irren Hoffnung eingetreten, mit Gleichgesinnten inter pares endlich dazu beitragen zu können, dass das Urheberrecht im 21. Jahrhundert ankommt; quasi als politischer Flashmob.

War naiv.

Meine ganz persönlichen Gründe:

  • Ich kann mich für eine gute Politik in Europa/Deutschland einsetzen.

  • Ich debattiere gerne mit engagierten Menschen über Politik, Organisation und Rechtliches.

  • Die Schiedsgerichtsarbeit bringt mir meist Spass.

  • Im Bundesschiedsgericht sind wir ein gutes Team.

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Einzutreten oder zu engagieren?

Der Grund mich zu engagieren war, dass es Aufgaben gab, die ich konnte. Und weil es flache Hierarchien gab, wurde mir auch die Möglichkeit gegeben mich zu engagieren.

Gruß
Andi

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Mir hat damals eine Sozialliberale Partei gefehlt. Da ich mich weder mit dem blinden Staatsglauben der Linken noch mit dem Neoliberalen Marktglauben der FDP identifizieren konnte. Soziales und persönliche und wirtschaftliche Freiheit aber eben kein Widerspruch sind. Stichwort: BGE.

Die feste Überzeugung, dass uns eine liberale Bürgerrechtspartei fehlt, die uns weder verkauft noch beim ersten Windzug umfällt.

Und die Hoffnung, dass die Piraten irgendwann zu ihren Kernthemen zurück findet.

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Und was sind die Gründe der passiven Mitglieder passiv zu bleiben bzw. ab wann ist man engagiert und zählt zu den Aktiven? In einer Netzpartei muss es doch auch möglich sein ausschließlich über das Netz aktiv zu sein.

  • Ich kann nur schreiben warum ich hier im Forum aktiv bin. Ich hoffe das sich etwas in der Partei verändert in dem ich dieselben Sachen in anderen Worten ständig wiederhole…

Ich bin finde eine wirklich liberale Bürgerrechtspartei fehlt zwar auch, aber was noch vielmehr fehlt ist eine Netz-und Mitmachtpartei, als Farbklecks in den Parlamenten, die junge Menschen dazu ermutigt sich politisch zu engagieren. Das erste Mal wirklich für Politik interessiert habe ich mich als die PIraten in Ende der Nullerjahren/Anfang der 10er Jahre als dieser Farbklecks auf der politischen Bildfläche erschienen sind.

Verwechselst du nicht gerade Politik mit Parteien?

Ne, die Piraten haben über einen bestimmten Zeitraum Politik neu gestaltet. Die Liquid Democracy ist/war nicht nur eine neue Form von Parteienorganisation, sondern auch eine neue Form von Politik. Diese neue Politik kann als Netzpolitik oder Netzaktiviismus bezeichnet werden und hat sich durch die Piratenpartei in einer Partei manifestiert. Das gab es vorher so nicht.

“In der Netzpolitik verbinden sich seit Mitte der 2000er-Jahre zwei Denkschulen: Die ursprünglich aus dem Liberalismus entwickelten Freiheitsrechte in Gestalt der Grundrechte und der Bürgerrechte sowie die aus der Netzkultur entstandenen Vorstellungen eines freien, offenen und selbstbestimmten Internets als eines gesellschaftlichen und politischen Raums.” (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Netzpolitik)

Zusammengefasst: Die Piratenpartei ist für mich aus diesen Gründen mehr als eine liberale Bürgerrechtspartei.

Ich habe schlichtweg ein schlechtes Zeitmanagement und könnte nicht zuverlässig irgendwas übernehmen…

Einfach was suchen, das zeitunkritisch ist. :wink:

Gruß
Andi

Zeitunkritisch und dann passend zu meinen Kompetenzen die ich mitbringe - bisher ist mir nichts entsprechendes untergekommen (;

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Was sind eigentlich die Gründe …

Nette und sympathische Menschen mit denen ich viele gemeinsame Grundwerte teile.

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Ich bin eingetreten, weil die Piratenpartei für mich dafür gestanden hat, vernünftige Politik unabhängig von Personen zu machen. Bürgerrechte, transparenter Staat, gegen Überwachung. Aktiv geworden bin ich, weil ich Leute im Hintergrund unterstützen wollte, die meine Meinung vertreten, weil es mir selbst nicht liegt, mich vor Leute zu stellen und diese zu überzeugen. Und damals hieß es noch, dass es nicht wichtig ist, wer etwas sagt, sondern was jemand sagt, dass man auch mit anderen bei Themen zusammenarbeiten kann, in denen sie unsere Meinung teilen. Damals war es auch egal ob Männlein oder Weiblein oder Eichhörnchen oder was auch immer, wir waren einfach alle Piraten. Leider sehe ich von alledem, was für mich damals Grund für meinen Eintritt war, mittlerweile nicht mehr viel.

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Ich denke weill das was ich damals in der Flaschenpost 2014 geschrieben habem nachdem ich 6 Wochen in der Partei war immer noch zu 100% gilt! .

Naja, hab mir den Text mal durchgelesen. Er ist widersprüchlich und bestimmte Vorwürfe wie “mangelnde Ernsthaftigkeit” wiederholen sich. Findest du wirklich, dass das auch heute noch zu 100 Prozent zu trifft? Meine Ansicht nach ist die Piratenpartei zu ernsthaft geworden, deswegen trete ich ja auch für eine Fusion mit der Partei Die PARTEI ein. Denn junge Leute spricht man mit zu viel Ernsthaftigkeit leider nicht an. Es ehrt dich zwar, dass du schon vor 6 Jahren wusstest, dass Professionalität, Ernsthaftigkeit und Verantwortung wichtig sind, aber wenn du das jetzt einem 18 Jährigen oder Anfang 20Jährigen sagst, dann ist der abgeschreckt vom Politikgeschäft und Parteienarbeit.

Zusammengefasst: Du verlangst, dass die Piratenpartei eine gewöhnliche Partei für eine gewöhnliche Generation in einer ungewöhnlichen Zeit wird. MMn muss die Piratenpartei jedoch eine ungewöhnliche Partei sein um auf eine ungewöhnliche Zeit reagieren zu können, egal wie gewöhnlich die junge Generation auch sein mag.

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Ja.

Tolle Idee: Wir finden die Piratenpartei „zu ernsthaft“, deswegen wollen wir uns mit den Klemmfaschisten von der „PARTEI“ zusammentun, die zu existieren aufhören wird, sobald Martin Sonneborn sich ein anderes Hobby sucht. (Was dir die meisten Mitglieder übrigens bestätigen werden.)

Haha. Ja.

Nein.

Dafür sollte die Piratenpartei aber chaotischer werden und den Unsinn mit der „Professionalisierung“ einfach mal gepflegt wegwerfen.

Wenn du mit “Professionalisierung”, die Professionalisierung von Personen meinst, dann schlägst du damit in die selbe Kerbe, wie Teile der etablierten Politikerkaste, die sagen: “Ja, mehr Bürgermitbestimmung schön und gut, aber wenn es ums entscheiden geht, dann lasst das mal lieber uns Profis machen.” Das hört sich nicht einladend, sondern überheblich an.

Wenn du mit “Professionalisierung”, die Professionalisierung von innerparteilichen Strukturen und die ständige Weiterentwicklung von Tools, wie Beteiligungsplattformen meinst, dann bin ich dafür.

Zusammengefasst: In der Spitze dürfen schon ein paar “Profis” dabei sein und meistens passiert das ja auch schon ganz automatisch, da die Spitzen basisdemokratisch gewählt werden und sich am Ende, dann doch meist zu Gunsten der Professionalität entschieden wird. Die jetztige Spitzen macht auf mich auch einen ziemlich professionellen Eindruck und machen einen guten Job, soweit ich das beurteilen kann. Aber in der Breite bin ich schon dafür, dass die Partei nicht zu professionalisiert ist und damit eben offen für jedermann, der einfach poltisch partizipieren möchte, ist. Ich finde eine Parei, die personell nicht komplett durchprofessionaliert ist sympathischer, ungewöhnlicher und einladender. Deswegen auch die Zuneigung zur Partei Die PARTEI, weil da klar ist, dass viele Personen dabei sind, die nicht so ganz dem Stereotyp eines Berufspolitikers entsprechen, auch wenn es mir in der Spitze mit Sonnerborn und Semmsrott fast zu dünn ist. Aber es gibt eben nicht viele professionelle Humoristen in Deutschland und von professionelle Humoristen, die dann auch noch “unprofessionell” Politik machen wollen, gibt es eben nur die genannnten zwei.

Die innerparteiliche EDV hat vor der „Professionalisierung“ weit besser funktioniert.

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Meine Gründe mich vor vielen Jahren als Freibeuter und erst sehr viel später als Mitglied hier zu engagieren waren vorrangig politischen Themen, die damals in großen Teilen nur von Piraten bearbeitet wurden.:

  • Digitalisierung der verschiedenen Lebensbereiche regulativ mitgestalten und Kompensation der damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen (Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Arbeitsrecht, Gesundheit, Bildung, BGE)

  • Online Partizipation der Mitglieder.

  • Chance auf eine digital stattfindende innerparteilichen Mitbestimmung. (Leider bis heute nicht umgesetzt)

  • Angebot der Online - Partizipation der Bevölkerung über Open Antrag. (leider nicht fortgeführt)

  • Niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten

  • Transparenz in die Politik bringen und selbst als Partei vorleben. (als Partei vorleben ist m.E. leider ebenfalls gescheitert, da die Partei dazu neigt, die falsche Dinge transparent vorzuleben und m.E. oft die politische Nachvollziehbarkeit im Hinterzimmer belässt)

  • Lobbyismus aufdecken.

  • Internationalität der Partei, Politik, die nicht allein nationalstaatlich denkt.

  • Progressive Politik für eine gemeinsame europäische Politik, die auf ein Europa der Regionen und nicht der Nationen setzt.

  • Bedingungsloses Einsetzen für die Menschenrechte und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Was gescheitert ist, was nicht, darf jeder für sich selbst entscheiden.
Heute bieten mehrere Parteien dieses Angebot an, jeder ein wenig abweichend und daher zersplittert sich alles noch mehr. Weil es nur Detailgrade sind, in denen man sich unterscheidet.

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