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Was muss die Partei jetzt tun um wieder erfolgreich zu werden?


#174

Auch andere Parteien glauben an einen personellen und strukturellen Neuanfang. (Wer Ironie findet darf sie behalten.)


#175

@Schmidtlepp schreibt heute z.B. folgendes:

Und genau wie bei den Piraten findet keine tatsächliche Analyse oder Behebung der Probleme statt. Das wird durch magisches Denken ersetzt, die nächste Wahl werde schon wieder gewonnen werden und dann ist alles wieder gut.

Das schrieb ich vor 3 Jahren schon, aber ich bin halt nicht so wichtig (gewesen) bei Piratens. Wie oft werden solche Worte noch wirkungslos verhallen?

weiter schreibt er:

Und was fanden die Leute an den Piraten geil? Dass da endlich junge (!!!) Menschen unverstellt Politik gemacht haben, sich den Spielregeln des Mediendiskurses entzogen und etablierte Politiker, so wie ich damals bei Kurt Beck, zum Platzen brachten.

Recht hat er. In unserer Position ist es hilfreicher / effektiver mal richtig auf die Kacke zu hauen als zu zeigen, dass man Regierungsverantwortung tragen kann (was im Kontext bedeutet, dass man bereit ist mit den Lobbyisten und Drahtziehern ins Bett zu steigen.)

folgerichtig schreibt er weiter:

Langer Rede kurzer Sinn: Politik ist eben nicht nur Inhalte und das Berufen auf die berühmt berüchtigte Sacharbeit, Politik ist auch glaubwürdiges Personal, das dann auch den Teppich verkauft bekommt. Im Moment geht die Schallplatte so: Ja wir machen gute Politik, aber keiner kriegt es mit. Ja bitte, dann mach was, dass es die Leute mitkriegen. So wird es zur weinerlichen “self fulfilling prophecy”.

Und darüber hinaus ist dem sogenannten kleinen Menschen auf der Straße das sozialdemokratische Mikromanagement ziemlich egal. Klar können wir uns selbst für Rente oder Gute-Kita-Gesetz von hier bis Bishkek abfeiern, aber meine Güte, wenn man Steuern in einer G8-Nation wie Deutschland entrichtet, dann kann man auch erwarten, dass grundlegende Institutionen des Sozialstaats einfach funktionieren. Wir führen uns auf wie ein Typ, der sich nicht an der Hausarbeit beteiligt und von seiner Frau überschwänglich gelobt werden will, wenn er einmal im Monat die Spülmaschine ausgeräumt hat.

Warum haben die Piraten diesen Mann in Halle 2014 kaltgestellt?

Nur ein erstklassiger Chef kann sich erstklassige Mitarbeiter leisten.

Der Chef war offensichtlich nicht erstklassig und der Mitarbeiter ist gegangen (worden) und haut heute solche Dinger gegen die Frontfrau der SPD raus. Von Schmidtlepp werde ich noch hören.


#176

Er hat sich selber kaltgestellt. Er hat seine Kandidatur zurückgezogen und hat den Parteitag verlassen.

Und öffentlich Kritik an der Parteiführung macht ihm sicher keine Freunde.


#177

Sorry, ich weiß noch wie man ihm das Mikro abgedreht hat. Das war keine Laune der Technik (war mein Job) sondern eine Anweisung der Versammlungsleitung die wiederum … und an das schadenfrohe Gelächter aus einige Ecken im Saal erinnere ich mich auch noch.
Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Sollten wir es mal mit Lachen versuchen? (Das war jetzt ein Scherz)

P.S. Ich hätte die Partei, die sich so verhält ebenfalls verlassen. Der Erfolg gibt ihm recht.


#178

Ich vermute, dass du aus Berlin bist.
Ich denke wir können da keine Einigkeit erzielen.


#179

Nein ich passe nicht in Deine Schubladen. Ich bin aus Flensburg

Dass, was Du als “ich denke” bezeichnest, ist kein Denken - das ist ein emotionales “Irgendwas” und eine Floskel, um die Fassade zu halten und sich dann aus dem Diskurs zu schleichen.


#180

Da lag ich wohl daneben.

Und nein ich wollte mich nicht aus dem Diskurs schleichen, ich habe erkannt dass du deine Meinungsbildung abgeschlossen hast und das ich vermutlich nichts sagen kann, was diese Meinung ändert.

Schmittlepp ist ohne Frage ein politisches Talent und in der Berliner Presse gut vernetzt.
Seine Neigung öffentlich die eigenen “Parteifreunde” anzugreifen war und ist parteischädigend. Damals hat er den Piraten geschadet und jetzt schadet er der SPD. Allerdings wird die SPD im Gegensatz zur Piratenpartei mit solchen Problemen fertig.

Du erinnerst dich sicher an die SMS Affäre https://www.n-tv.de/politik/Drohte-Lauer-Ponader-per-SMS-article10087396.html


#181

Was wäre, wenn seine Kritik - Du nennst es parteischädigende Äußerung" - damals schon berechtigt gewesen wäre?
Faktencheck: Die Piraten sind nach seinem “Weggang” nicht erfolgreicher geworden.

Was wäre wenn Schmidtlepp jetzt die SDP wieder auf Erfolgskurs bringen würde? Wir brauchen jetzt nicht zu spekulieren. in ein paar Jahren wissen alle, wer von uns beiden daneben lag.


#182

Der Kevin K. von der SPD glaubt dass die SPD eine großen Bugwelle ungeklärter Themen vor sich herschiebt. Sei es zu Kohleausstieg zu Sozialsystemen etc. und dass es dem Wähler daher zur Zeit schwerfällt die Zukunfts-Positionen der SPD zu erkennen. Das eine Personaldebatte erst danach sinnvoll ist, weil man Personen braucht die diese neuen Positionen authentisch vertreten können.

Es gibt hier parallelen zu den Piraten die auch einen Berg unausgetragener Konflikte vor sich herschieben.
Beispiel:
Das Ablehnen von Wahlcomputern und die Durchführung von verbindlichen Online-Abstimmungen sind im Prinzip unvereinbare Positionen, wobei die Piratenpartei für beide seht.


#183

Die SPD hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. “Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!” hat seit Schröder Fischer eine besondere Bedeutung. Die Agenda 2010, Kosovokrieg, Finanzmarktliberalisierung, die Rentenlüge.

Dein Beispiel (was die Piraten angeht)

ist dagegen wirklich lächerlich. Selbst die Grünen haben das Problem mit dem Widerspruch " vor-zurück" beim Atomausstieg offensichtlich sehr gut verkraftet - Du versuchst mich ernsthaft damit zu überzeugen?
Das nehme ich dann erst mal so “zur Kenntnis”


#184

Johannes Ponader war zuvor schon politisch kaltgestellt und im Vorstand isoliert. Das hat der Lauer nicht allein hingekriegt. => Bochum Aussprache in der Jahrhunderthalle


#185

Das mag ja sein, aber es ging darum, dass sich Lauer selbst demontiert hat.


#186

oder die Piraten haben sich selbst demontiert.


#187

Bisschen wie Fips Asmussen.


#188

Aktuell hecheln wir von Wahl zu Wahl und bekommen immer schlechtere Ergebnisse. Vielleicht sollten wir mal ein paar Jahre Wahlen ausfallen lassen und uns nur mit uns und unserer Selbstgenesung beschäftigen.


#189

Als Partei müssen wir zu Wahlen antreten (wenn auch nicht zu jeder).
Außerdem würden unsere Wähler uns gern wählen können.
Wenn wir nicht antreten, und die wenigen, die uns gerne wählen würden, dann ihr Kreuz woanders machen müssen, riskieren wir, dass die nicht zurückkommen, wenn wir dann wieder antreten.

Jedes mal, wenn ich jemandem begegne, der “gibts euch noch?” sagt, habe ich wieder einen wahlberechtigten darüber informiert, dass es uns sehr wohl noch gibt. Das passiert immer mal wieder zum Beispiel beim Sammeln von Unterstützerunterschriften. Dabei können wir jedes mal ein paar Leuten erzählen, dass wir da sind und wofür wir stehen.

Wenn wir nicht zu den Wahlen antreten würden, verlören wir diese Form der Öffentlichkeitsarbeit.


#190

Ich wage zu behaupten, ob wir jetzt aktiv Wahlkampf machen oder nicht, wir bleiben bei 0,4% hängen. Solange nicht einmal jeder Pirat seine eigene Partei mit einer Unterschrift unterstützt, sodass wir einen Teil unserer Kraft fürs reine Sammeln investieren müssen, sehe ich keinen großen Landgewinn. Hier werden nur Sammler verschlissen, die anschließend noch enttäuscht sind vom Wahlergebnis. Erst einmal müssen wir uns um uns selbst kümmern und notwendige Diskussionen mit allen Konsequenzen zu Ende führen.


#191

Na man kann auch Antreten ohne alle Ressourcen in Wahlkampf zu stecken. Geld und manpower sind knappe geworden und man kann sie nur einmal verplanen.


#192

Da bin ich dann weit eher dabei, als bei der Forderung, gar nicht anzutreten.

Auch wennd as mit dem Geld zumindest für manche Landesverbände so nicht stimmt. Aber es ist schon richtig: man kann auch mit deutlich reduziertem Aufwand antreten.


#193

Es braucht halt eine Fehleranalyse, Einigkeit darüber, dass es Probleme gibt und welche Probleme das sind.

Dann braucht es Lösungsvorschläge und eine Einigung welche der Lösungen man verwirklichen will.

Und dann muss man das auch tun.

Fehleranalysen gibt es viele, auch im Forum.
Lösungen sind angedacht worden, auch hier im Forum.
Interessiert hat es aber kaum einen und es wurde bisher fast nichts getan.
Das Wählen eines neuen Vorstands hilft da wenig.