Was könnte nach den Landtagswahlen für uns als Piraten interessant sein?

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Anstrengend fuchtelnde YouTube-Heinis machen keine Politik, sondern Videos. Ein Wahlaufruf für die Grünen ist kein Politikmachen. Politik machen Politiker, deswegen heißen sie ja so.

Leserbriefschreiber, ob offline oder online (“Kommentare”), machen keine Politik, sondern verfassen Geschwall. Ein Leserbrief, ob offline oder online, ist ebenfalls keine Politik.

Stimmt Sie machen keine Politik aber sie bilden Meinungen.

Was @anon90291082 damit auch eher sagen wollte ist das sich die Leute mittlerweile mehr im Internet über Politik erkundigen als früher. Und man darf den Wirkungsgrad bekannter Youtuber nicht unterschätzen vorallen bei den U30 bzw Neuwählern. Für die ist Youtube halt heute in der Regel immer die erste Anlaufstelle.

Das Politik von Politikern gemacht wird stimmt aber eine Meinung über die Politiker holt man sich halt heute im Internet.

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Dann habe ich eben eine weitere Definition von Politik als du. Jedes soziale System funktioniert über Kommunikation. Je besser die Kommunikation, desto besser das System. Das Internet erleichtert die Kommunikation, daher wird die Politik über das Internet gemacht.

Das ist ein ziemlich veraltetes und enges Verständnis von Politik. Jeder Mensch macht Politik in dem er Entscheidungen trifft. Der unmündige Mensch, welcher keine Entscheidungen trifft oder keine Entscheidungen treffen darf, z.B. Kleinkinder, macht hingegen keine Politik.

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Sollten gerade Piraten (“denk selbst!”) nicht aktiv dagegen opponieren, dass sich Wahlberechtigte von irgendwelchen Internethanseln (Rezo, ZEIT-Kommentarspalte, PI-News) erklären lassen, was richtig ist und was falsch?

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Natürlich. Aber wie willst du es den Menschen erklären das sie selber denken sollen. Wobei ich ja nicht mal unterstelle das Sie nicht denken. Ich unterstelle nur das sich in den letzten Jahren die Art der Informationsfindung verändert hat weg von offline und hin zu online.

Und wenn du halt einer breiten Masse erklären willst das Sie selber denken sollen musst du sie erreichen und das tust du halt am besten über den Kommunikationsweg den Sie am liebsten nutzen.

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Interessant sind vielleicht auch die Themen, die in der Landtagswahl die größte Rolle gespielt haben. Wahrscheinlich traut man uns nicht zu, hier sinnvolle Dinge zu sagen zu haben. Ich glaube, unsere Position zu den hier aufgeführten Themen ist nicht einmal den meisten Piraten bekannt, wenn wir dazu überhaupt irgendetwas zu sagen haben.

(Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/bb-topthemen-101.html#)

Die Piraten, die Partei der Luxusprobleme.

Oder anders gesprochen. Warum sollte sich Otto Normalbürger für eine Partei interessieren, die sich für ihn nicht interessiert?

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Sind doch ALLES unsere Themen!
Warum sind wir nicht besser?

Das ist möglicherweise Deine Innenwahrnehmung - oder eine rhetorische Frage.

Die Außenwahrnehmung - d.h. welche Partei welchen Themen zugeordnet sein könnte -
kannst Du auf der Straße überprüfen.

Nenne eines der Themen und frage die Passanten welche Partei(en) diesem Thema zugeordnet sind. Anschließend weißt Du was “Unsere Themen” / Eure Themen sind.

Transparenz und Shitstorm z.B.

Das Thema “soziale Sicherheit” hätte ein Thema der Piraten sein können. Nun ist es das Thema der BGE Partei. und der Linken. Es wird sogar Menschen geben, die das Thema “Soziale Sicherheit” immer noch der SPD zuordnen. :rofl:

Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit die Basis zu befragen, oder die Ergebnisse einer Befragung der Basis (zu anderen Themen) zu analysieren, um zu sehen, wo die Piratenpartei aktuell steht bzw in der politischen Landschaft verortet ist.

Hier z.B. erklären die Abstimmenden mit welchen Themen sie gerne Politik machen würden. Ergebnisse der Umfrage - Slogans der Plakate für die EU-Wahl 2019

Also wenn Du mich fragst: => Das sind “Eure Themen”

Nein, es ist das was in unserem Programm steht! :+1:

Gebe ich dir Recht, werden klar anderen zugeordnet, hat aber nichts damit zu tun, dass sie in unserem Programm stehen.

Da kannst du sehen, wie die Wahrnehmung in der Bevölkerung aussieht. :wink:

Ich denke immer noch dass soziale Sicherheit neben der Netzpolitik eines der wichtigsten Themen in unserm Programm ist. Die BGE Partei ist (fast) nicht mehr existent, und die Linken sind auch nicht gerade auf einem Höhenflug. Aber ohne klare Einigkeit in der Partei brauchen wir es nicht nach vorne zu bringen, obwohl die Chancen zur Zeit recht hoch sind. :sunglasses:

DAS waren EU Themen und sind nur begrenzt auf den Bund umzulegen.

Es waren Slogans und daher selbst zur Themenfindung nur begrenzt tauglich.

Die Texte der Plakatentwürfe kamen sowohl von Extern als auch von der Basis selbst. Die Befragung aller Piraten zu den Plakaten zeigt die Präferenzen der Befragten. Also im Grunde zeigt die Abstimmung, mit welchen Texten/Inhalten/Aussagen sich der Abstimmende verbinden kann oder in welchen Texten/inhalten/Aussagen sich der Abstimmende identifizieren kann.

Für mich bedeutete diese Abstimmung damals: Das sind die Themen, hinter denen die Mehrheit der Befragten steht - bzw das sind Inhalte, mit denen sich die Mehrheit der Befragten nicht verbinden kann wenn es wenig Stimmen für ein Thema gab - zB “Piraten sind Europa”.

Ich würde also die Themen zur Themenfindung heranziehen, mit denen sich die Basis mehrheitlich verbinden kann und die Themen oder Fragestellungen, mit denen sich die Basis mehrheitlich nicht verbinden kann, fallen lassen.

Als Vorstand könnte man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll sein kann bzw mehr Erfolgsaussichten haben würde mit der Basis zusammen neue Themen zu finden oder ob es effektiver wäre mit der Basis zusammen zu den vorhandenen Themen - etwa zu “Piraten sind Europa” - andere Ansichten bzw andere Ausdrücke zu entwickeln .

Letztendlich erscheint es mir plausibler, dass eine Partei mit “eigenen Themen” erfolgreicher ist - also mit Themen mit denen sich die Wähler emotional und rational verbinden können und Themen, die ein Profil der Partei klarer in der Öffentlichkeit erkenntlich machen. Es ist nicht unmöglich anderen Parteien die Themen zu klauen - aber dann muss man gut sein. Beispiele dafür sind imo Jan Böhmermanns Kandidatur zum SPD Vorsitz oder die Slogans // Plakate von DIE PARTEI (das T steht für Tierschutz)

Erfolgreich ist, wer ein Thema “gut” in die Arena stellt und mit Charme und/oder politischen Sexappeal dieses Thema in der Öffentlichkeit vertreten kann.

Aus Sicht eines Vorstandes: Welches Thema würden wir gerne mit Lust und Leidenschaft vertreten, welches Thema kann unsere Basis mittragen und welches Thema erreicht die Bevölkerung bzw die Wähler sowohl emotional als auch rational so stark, das am Ende ein Kreuz auf dem Wahlschein für die Partei dabei herausspringt.

Diese Antwort geht inhaltlich eher an Enavigo als an GG79 - ich habe beide Zitate rein genommen (einzelne Zitate mit [quote] (Text) [/quote] einbinden erhält die Zuordnung) weil sich das so ergeben hat (Rabulistik)

Die Texte kamen primär von der Wahlkampforga.
Über einen Wahlkampfslogan abzustimmen, bedeutet nicht ein Thema zu präferieren.
Themen ändern sich in der Politik regelmäßig.

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Dass wir zu großen Themenkomplexten ("Soziale Sicherheit, Umwelt und Klima, Bildung…) irgendwas im Programm haben, macht es noch nicht zu “unseren Themen” und macht uns schon gar nicht glaubwürdig. Jemand kann Bildung durchaus wichtig finden, unsere Position aber trotzdem ablehnen oder uns einfach nicht kompetent finden. Frag die Leute, wofür die einzelnen Parteien für einen großen Teil der Wähler am glaubwürdigsten/verlässlichsten sind (CDU: Innere Sicherheit, AfD: Migration, Grüne: Umwelt, SPD: ?,…). Bei den Piraten ist das wohl immernoch Netzpolitik und Digitalisierung. Das reicht nicht für 5%, da sind wir uns glaube ich alle einig. Aber ich halte es ebenso für sinnlos, jetzt auf irgendein Thema zu setzen, nur weil die Wähler das gerade wichtig finden - insbesondere dann, wenn dieses Thema schon von einem zig-mal größeren Player in der Wahrnehmung weiter Teile der Wähler bereits kompetent besetzt ist. Wenn, dann müssen wir eigene Themen besetzen und schauen wo unsere Mitbewerber schwach sind - statt mit unterlegenen Mitteln die aussichtslose Schlacht zu suchen.

Und da sind wir schon beim nächsten Punkt: Wenn wir in jedem großen Politikgebiet immer die radikalste Positionen rauspicken, wird das Gesamtpaket irgendwann unglaubwürdig. Jens Seipenbusch hat vor 2 Tagen mal ein altes Interview rausgepickt, was er 2009 gegeben hat. Damals sagte er, dass sich die Piratenpartei dadurch schwächen könnte, dass sie versucht auf allen Hochzeiten zu tanzen und damit immer für einen Teil der Wähler nicht mehr anschlussfähig ist. Wer überall stark sein will, ist überall schwach (Helmuth von Moltke). Ich glaube genau das ist uns passiert.

  • Freiheit des Internets (Meinungsfreiheit), Netzausbau, Digitalisierung
  • Privatsphäre und Datenschutz
  • Transparenz
  • Bürgerbeteiligung

Das sind alles Themen, bei denen unsere Konkurrenz schwach sind, und die quer über alle politischen Lager anschlussfähig sind. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Zu allem anderen können wir gerne Positionspapiere erarbeiten, damit wir was in der Hinterhand haben, wenn wir dazu gefragt werden. Aber womit wir offensiv nach vorne gehen, das sollte unser Markenkern sein.

Das BGE ist ein totes Pferd. Die BGE-Partei selbst ist nahezu tot und auch innerparteilich kommen wir seit Jahren in Sachen BGE keinen cm weiter. Unsere Position lautet zusammengefasst: Wir wollen ein BGE, sind uns auch ziemlich sicher dass es funktioniert, aber wie, das sollen bitte andere sagen. Wirklich unerklärlich, warum das nicht zieht…

+1

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Bei Themenbesetzungen (bestimmte Themen müssen besetzt werden, daran kommt man nicht vorbei) kommt es auf die eigene Position und nicht auf die Größe der Konkurrenten an. Da widersprichtst du dir sogar selbst, in dem du sagst, dass man die größeren Konkurrenten eben doch attakieren kann, wenn man neue Positionen vertritt.

Eben, das ist der Punkt. Als kleine Partei hat man die Möglichkeit zu experimentieren. Wofür gibt es sonst die kleinen Parteien?

Da stimme ich nicht zu. Der Internetkarren ist in Deutschland dermaßen in den Dreck gefahren worden, dass wir meiner Meinung nach locker 5% bekämen, wenn wir uns als Internetpartei präsentieren. Dazu gehört aber vor allem eine ausgezeichnete, humorvolle Präsentation und die Entwicklung eines Lebensgefühls, was wir an alle Internetaffinen und moderne Leute da draußen ausstrahlen sollten. An einer solchen “Essenz der Partei” und solchem “Marketing” hapert es mMn am meisten.

Ich kann nur spekulieren, dass viele oder die meisten Piraten vergessen haben, dass wir prinzipiell unser eigenes Ding machen und ja nur 5,1% der Wähler gefallen müssen. Das bedeutet wiederum, dass wir 94,9% der Wähler problemlos vor den Kopf stoßen können. Scheiß auf sie. Mehr noch, genau dieses vor den Kopf stoßen ist gratis Marketing und es gibt genügend junge Menschen, die die Schnauze von der muffigen und bezüglich des Internets komplett, aber wirklich komplett ahnungslosen deutschen Politik voll haben und uns gerade wegen z.B. Trollaktionen wählen würden (siehe PARTEI).

Es scheint mir, als sei unsere Partei durch irgendwelche Twittershitstormgeschichten in der Vergangenheit viel, viel zu vorsichtig geworden und dadurch haben wir natürlich auch kein Profil. Hilft auch nicht, dass sich viele, wenn nicht die meisten Vorstände mit der gegenwärtigen 0,5-1% Situation arrangiert zu haben scheinen. Das hat mich wiederum stark radikalisiert, weswegen ich ja auch hier und sonstwo in der Partei regelmäßig Randale mache, mit der Hoffnung, die Piraten aus ihrem Trott aufzuwecken.

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100 Prozent Zustimmung.

Eben, die Piraten könnten sich sogar regional beschränken, wie die CSU, wenn sie damit mehr Prozentpunkte bekommen z.B. Piraten NRW. Das bevölkerungsreichste Land gegen das flächengrößte Land antreten zu lassen, das hätte doch was. Die CSU hat übrigens deutschlandweit 6,5 Prozent der Stimmen. Mit einer Mehrheit in NRW käme man da wahrscheinlich drüber. Die Piratenpartei Deutschland als CDU-Äquivalent und die Piraten NRW als CSU-Äquivalent.

Zuerst in NRW (oder in einem anderen Bundesland, in dem es besonders viele Piraten gibt), dann im Rest von Deutschland, so würde ich das Zitat interpretieren. Mit einer Kampagne die meisten Ressourcen auf ein Bundesland beschränkt, könnte man vllt bei der Bundestagswahl durchbrechen und dann in anderen Bundesländern. Die Piraten haben ja auch 2006 bis 2009 vorallem in Berlin für Furore gesorgt und das hat abgestrahlt auf andere Bundesländer in Norddeutschland und Süddeutschland.

Vertreten wir denn noch das “Lebensgefühl” der Netzaffinen? Sind wir noch ironisch, bissig, rebellisch, oder doch schon ziemlich weich gespült?

Wir stoßen aber niemanden mehr vor den Kopf. Und wenn, dann hängen wir uns nur an die allgemeinen Kampagnen ran und stänkern bisschen da mit, wo andere schon den Ton angeben. Wir sind nicht mehr der Underdog, wir sind kleine Mitläufer. Das Trollen haben wir weitestgehend verlernt. Wir wollen lieber die Guten™ sein.

Das versuchen viele andere seit Jahren. Scheint mir aber weitestgehend unerwünscht zu sein, den Totenfrieden zu stören.

Das könnten die Piraten auch. Über was regt sich der Normale Bürger in diesem Statt denn noch am meisten auf? Die Politik mache was sie wolle, sei korrupt und wenig transparent. Wenn wir Transparenz mal wieder auf die Themenbühne heben würden, wäre viel geleistet. Digitalisierung, BGE, Soziales usw., sind zwar Teil der Gesellschaft und wichtig, aber nichts regt Otto-Normal-Bürger so auf die korrupte Eliten. Deswegen: Transparenz ohne die inzwischen verblichene Metapher der Piraten “Transparenter Staat statt transparenter Bürger”.

Vertreten wir nicht mehr, da wir das “Entscheidende”, das “Lebensgefühl” nicht mehr vertreten.

Dieses “Lebensgefühl” vertreten wir nicht mehr, da Teile des “Lebensgefühls” mit Deinen Beiträgen nicht mehr erkennbar sind.

Freiheit im Netz, Migration, Umwelt, Soziales etc. ist “EIN Lebensgefühl” mit denen Du persönlich in weiten Teilen nicht mehr klar kommst.

Auf dem Bundesparteitag in Neumünster gab es dieses EINE Lebensgefühl, das niemand den Mitgliedern madig gemacht hat. 98% hatten das gleiche Lebensgefühl, unabhängig in welchem Bereich sie aktiv waren.

Der Begriff Freiheit im Internet ist bei dir nicht kompatibel mit sozialer Absicherung, Umwelt, Flüchtlingspolitik etc. und deshalb hat es manchmal den Eindruck, als hätte die Partei keine Richtung.

Die Mitglieder und die Partei hatten aber diese Richtung. Wenn sich dieses Lebensgefühl nicht im öffentlchen Auftritt widerspiegelt schwindet das Interesse auch im Bereich Netzpolitik.