Was ist "Utopie25"?

Sie scheinen ja etwas mit den GenSeks zutun zu haben. Sonst hätte der Artikel auf ihrem Blog nicht so schnell nach dem Flaschenpost Artikel zum Rücktritt (Erklärung zum Rücktritt › Flaschenpost) erscheinen können.

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Von den vier Punkten, die Manuel Wolf hier anführt, ist der erste der wichtigste, und
genau der, der ihn zum Rücktritt bewogen hat:

Das ist symptomatisch für die Kommunikation in unserer Zeit: Es geht selten um die Sache,
sondern meistens darum, “recht zu haben” und “die Oberhand zu behalten” und “zu gewinnen”. So als ob die Akteure in den sozialen Medien ihren Kommunikationskrieg gelernt haben und in der Partei fortsetzen wollten. So, als ob “Alpha-Männchen” ständig aufeinander einschlagen müssen - wobei sie eigentlich gar nicht mehr wissen, warum sie sich bekämpfen.

Das ganze Szenario ist höchst primitiv, wie in Prä-Homo-Sapiens Zeiten - oder so, wie
im Tierreich um die Dominanz gestritten wird.

Wie erfrischend anders waren dagegen die Koalitionsverhandlungen der Ampel in den
vergangenen Wochen: Es ging dabei ums Zuhören, um Vertrauen, um “das Aufeinander
Zugehen”. Jeder hat die Argumente des Anderen aufgenommen - jeder hat konstruktiv nach Lösungen gesucht. Ohne diese Eigenschaften wäre die Ampelkoalition nie zustande gekommen.

Wir hier - die Leute im Bundesvorstand, die im Landesvorstand, aber auch auf unteren Ebenen - müssen offensichtlich ganz neu lernen, wie “konstruktive, zuhörende Kommunikation” funktioniert. Ohne die geht gar nichts!

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Ich habe das so schon beim Niedergang der OpenSource/Linux Szene erlebt. Man will eigentlich gemeinsam freie Software Entwickeln aber dann kommt dieses “Meine Linux Distribution ist aber besser als deine” gebashe. Resultat: Laut Distrowatch gibt es hunderte Linux Distributionen die zueinander Inkompatibel sind und die kaum miteinander kooperieren bzw. gegeneinander arbeiten… In den letzten 5-10 Jahren gab es daher auch kaum eine brauchbare Weiterentwicklung des Linux Desktops mehr…

Diese Idee von Basisdemokratie, Libertären flachen Hirarchien usw. Funktioniert im Internet scheinbar ganz und gar nicht. Führt am Ende nur dazu das sich alle zerfleischen und jede die eigene Supper Kocht um in die Suppe der anderen zu spucken…

Hierarchisch organisierte Konzerne machen derweil das rennen und entwickeln ihre Technik effizient und zügig weiter. Aber verwundert nicht, da werden Leute die kooperationsunwillig sind eben Diszipliniert oder rausgeworfen. Bei Parteien läufts wohl ähnlich. Volksparteien mit bezahlten Verwaltern usw. sind da halt effizienter weil mit dem Gehalt eben auch eine Weisungsgebundenheit und Loyalität sichergestellt werden kann.

Piraten wollten ja alles nach dem Prinzip der OpenSource Community ehrenamtlich organisieren, das funktioniert aber nicht da so keine gegenseitig vertraglich festgelegten Verpflichtungen greifen die für Effizienz und Disziplin sorgen. Entsprechend wursteln halt alle mal irgendwie irgendwo herum. In der Kommunalpolitik in einer kleinen Gruppe mag das gut funktionieren für eine Bundesweite Organisation eher nicht.

Als Piraten noch über 30.000 Mitglieder und genug Geld hatten hätte man das Professionalisieren müssen, mit Bezahlter Vollzeit angestellter Verwaltung und Vorständen. Jetzt ist es dafür zu spät.

Social Media fördert das ja massiv. Aber mal ehrlich, Twitter, Facebook und Telegramm sind die aktivsten Kommunikationskanäle der Piraten. Wer da nicht ist kriegt nix mit, z.B. Termine für AGs/Mumble denn auf den Webseiten finden die sich oft/meist nicht…

Die Partei die gegen den Überwachungskapitalismus ist, ist diesem bereits vollkommen auf dem Leim gegangen… Und da Twitter usw. für Diskussionen nicht taugen (Wohl Aber für Shitstorms) entwickelt sich die Kommunikation eben ausschließlich in diese Richtung.

Nuja, die Verhandlungen dafür wurden ja auch nicht auf Twitter oder Facebook geführt… Also nicht auf den Plattformen die Traditionell die Leute zum Dissens und Streit manipulieren.

Stimmt, aber wenn die Basis da nicht mitzieht und Mobbt und Trollt usw. Dann bringt das halt nicht viel. Vielleicht würde es besser gehen wenn man alle Partei Kanäle auf Twitter, Facebook und Telegramm abschaltet und alle über Forum/Videokonferenz Diskutieren. Also Plattformen wo eben auch eher noch Inhalte transportiert werden können und nicht nur extrem verkürztes Bashing in 2 Zeilen…

Sack Reis?

Das empfinde ich nicht so. Ich bin mit KDE sehr zufrieden.

Da hast du teilweise recht, aber es gibt auch andere Entwicklungen. Und wir alle sind Teil davon, können also auch Teil einer anderen Entwicklung sein. Einige Piraten nutzen inzwischen auch Mastodon, was dezentral ist und wo eine angenehmere Gesprächskultur herrscht. Probier es doch mal aus :slight_smile:

Verlockend, aber schwierig. Viele Piraten scheinen Telegram zu lieben. Wir haben in SN bei der Vorbereitung und Durchführung von zwei Wahlkämpfen ernsthaft versucht unsere Kommunikation über Mattermost abzuwickeln und sind damit gescheitert. Gründe dafür im IT-Channel/dev/null. Deshalb freue ich mich auf eine utopische Kommunikationsinfrastruktur, die selfhosted, gut skalierbar und mobile-friendly ist.

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Von der Website:

Wir verstehen uns als geschützter Raum und folgen dem Prinzip der leisesten Stimme. Im Gegensatz zum rauen und aggressiven Diskussionsverhalten im Bundesvorstand schaffen wir einen geschützten Raum, um alle Themen und deren Aspekte gemeinschaftlich zu beleuchten. Wir orientieren uns dabei an erprobten Methoden der gelingenden und gewaltfreien Kommunikation.

Klingt für mich nach PiratinnenKon. Dass der angeheftete Tweet der „Utopie 25“ unironisch Gendermittelpunkte zu etablieren versucht, tut sein Übriges: jede Zeile, die im Weiteren über diese „Gruppe“ geschrieben wird, scheint Verschwendung zu sein.

Aber vielleicht versucht ihr dennoch, die Aussagen der Gruppe zu würdigen, mit dem Ziel, sie wieder zurück zu gewinnen. Noch 'ne neue “linksliberale” Partei. Bitte nicht.

Da verfolgen wir unterschiedliche Ansätze, fürchte ich. Meiner ist: es ist wirklich nicht um jeden schade, der geht.

Zur ursprünglichen Frage: es gibt seit einer Weile unregelmäßige Berichte darüber was im Utopie25-Netzwerk so passiert: Arbeitsbericht 01/22 - #utopie25

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