Was hat Religion in der Politik zu suchen?

In BaWü passieren gerade wieder einige Dinge, denen ich eine religiöse Motivation unterstellen möchte.

Zum einen etwa das Vermummungsverbot an Schulen, dass die Regierung plant.

Zum Anderen etwa, dass (wenn ich nicht mal wieder was übersehen habe) in der Pandemiestufe 3 Veranstaltungen auf 100 Personen begrenzt sind, nur nicht für religiöse Veranstaltungen, da sind es 500. Quelle

Ich sehe hier eine christlich motivierte Politik, Vermummungsverbot soll den “Einfluss des Islam” verringern. Die Personengrenze macht keinen wissenschaftlichen Sinn, religiöse Menschen sind genauso ansteckend und anfällig wie der Rest der Gesellschaft. Puscht hier die LRG ihre Version des Christentums? Brauchen wir eine Regierung die sich in Religion einmischt, gar Entscheidungen darauf fasst?

Der wichtige Punkt der auch jetzt mit Corona nicht vergessen werden darf, ist, dass wir nicht die Schutzmaßnahmen überhöhen dürfen sondern immer eine Abwägung stattfindet, sonst hätten wir uns ja auch wie China verhalten können und hätten jetzt so gut wie keine Kranken. Es hat also eine Abwägung zwischen Wirtschaft und Gesundheit stattgefunden. Und Schlussendlich sind Religöse Veranstalltungen von einer anderen qualität als z.B. ein Volksfest. Das selbe gilt ja auch für Politische Veranstalltungen wie Demonstrationen oder Kundgebungen.

Okay, da stimme ich zu. Aber mir erschließt sich nicht, warum religiöse Veranstaltungen in dem Fall anders behandelt werden sollten wie jede andere Freizeitbeschäftigung auch.

Demonstrationen sind problematisch, weil sie eben eine andere Stellung in einer Demokratie haben und es rechtlich schlicht nicht haltbar sein dürfte hier eine so geringe Obergrenze zu verlangen. Wobei es ja auch bereits Demos gab mit Maximalteilnehmer:innenzahlen.

Parteien wollen sich halt bei religiösen Wählern einschleimen. Religion mag man zwar weithin als irrational betrachten aber weite Teile der Bevölkerung verhalten sich nunmal irrational wenn Sie emotional angesprochen werden und genau darauf setzen Kirchen ja. Daraus entsteht dann natürlich ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor.

Schönen Gruß von der Wirtschaft: Unterbrochene Lieferketten, Produktionsausfälle durch kranke Mitarbeiter, das Wegsterben von geschultem Fachpersonal sind auch nicht ganz billig. So ne Pandemie ist für die Wirtschaft auch ohne Lockdown doof. Daher ist die Wirtschaft eigentlich für Maßnahmen, die die Infektionsraten klein halten und so die Probleme minimieren. Dieses rumdrucksen und zögern bringt kranke Mitarbeiter und den Lockdown, es ist also am Ende doppelt so teuer.

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