Was darf/muss der Hersteller nach dem Kauf verändern

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Es gibt da eine interessante Entwicklung funktionierende Geräte per Update zu entwerten oder sogar in Schrott zu verwandeln. #ag-umwelt

Eine Entwertung von Produkten durch Software-Update sollte auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Zusätzlich sollten Technikprodukte so gestaltet werden dass ein Nutzer selbst eigene Software auf die Geräte aufspielen kann. Die Garantie darf dadurch nicht verfallen.

Die nachträgliche Deaktivierung von Funktionen, die zum Kauf zur Verfügung standen, geht meiner Meinung nach absolut nicht in Ordnung und dürfte rechtlich mehr als fragwürdig sein. Wenn wir über Software reden, bei der eine Funktion rausgeworfen und durch was anderes, gleichwertiges ersetzt wird, ist das eine Sache. Aber sowas wie bei Sonos? Geht gar nicht. Dank der zahlreichen Sicherheitslücken (=Produktmängel) bin ich ja gezwungen, Updates zu installieren. Wenn mir das aber ein funktionierendes Gerät kaputt macht, ist das vorsätzliche Sachbeschädigung. Ich hab das Teil ja nicht nur für 10 Jahre gekauft, sondern ggf. für die Ewigkeit.

Was sich die Hersteller da rausnehmen, ist unter aller Sau. Im Gegenzug sollte der Gesetzgeber hier endlich Produkthaftung für Softwarefehler einführen.

Viele Konsumenten werden sich damit gar nicht auseinander setzen und Produkte für die es keine Updates mehr gibt lange weiter ein. Am Ende haben wir dann Botnets aus gehackten und nicht mehr supporteten Geräten.

Wenn dann nur noch die Wahl besteht das weiter zu verwenden und ein Risiko zu haben oder das Produkt zu zerstören und neues zu kaufen dann ist das im grunde Erpressung bzw auch sehr unökologisch. Zumal von so einem Vorgehen durch gegebenenfalls nicht mehr gefixten Sicherheitslücken auch Schaden für dritte entstehen kann.

Daher wäre hier denke ich der Gesetzgeber gefragt um sicherzustellen das dauerhaft Sicherheitsupdates geliefert werden.

Interessante Diskussion. Führt irgendwie zum Kern vieler Probleme. Wenn wir vom Gesetzgeber und dessen Verantwortung reden: Ich sehe bei den beiden genannten Beispielen den Tatbestand des vorsätzlichen Betrugs vorliegen; sprich hier müsste eigentlich das Strafrecht greifen. Wird aber nicht passieren…