Warum sind wir Piraten für weibliche Politik-Interessierte nicht ausreichend interessant?

Da manifestiert sich das Problem nämlich und der Umgang mit diesen Themen ist dann auch das, was am Ende an “die Öffentlichkeit” dringt und was sich die Leute in Zusammenhang mit den Piraten merken.

“Die Öffentlichkeit” und “die Leute” sind in diesem Fall hauptsächlich deckungsgleich mit Twitter/Twitterern, oder?

nein, die geht schon deutlich weiter …
es reicht ein Blick in die Google alerts, das wir auch in den Printmedien derzeit wieder vorkommen

Naja, die nach außen sichtbaren Unterschiede sind ja nun nicht zu übersehen. Ich denke beiderseits muss da ein Umdenken stattfinden.

Es ist eine Partei mit dem Hauptaugenmerk auf diese “Digitale Revolution”.

Welchen Grund hätte es dazu? Spitz gefragt: “Macht die Überwachung vor Frauen Halt?”. Bei dem Thema Überwachung und überwacht werden, wird nicht nach Glaubensgrundsätzen gefragt. Es wird einfach überwacht, egal ob Mann oder Frau. Schützt uns insbesondere der Netzfeminismus vor den Auswüchsen einer immer mehr ausufernden Überwachungspolitik? Wir entzweien uns eher daran! Das ist das schlimme! Hier bliebe dann insbesondere die Frage: “Ist das entzweien der Piraten am Ende nicht sogar erwünscht?” Wenn ich so beobachte mit welchem Druck besonderes von den (selbsternannten) Netzfeministinnen gearbeitet wird, drängt sich diese Frage regelrecht auf.

Zufall? Geht es nicht genau darum? Lasst die Qualifikation oder Fähigkeiten entscheiden, nicht ein diffuses “Paritätsgesetz”. Ich sage es erneut, ich möchte keinen Almosen! Entweder man ist von meiner Leistung überzeugt oder nicht. Auf Listen/Pöstchen oder was es sonst noch so gibt, nur wegen einer “Quote” zu landen, das empfinde ich als Diskriminierung, weil keiner den Wert meiner Arbeit anerkennt sondern immer von “Ach die Quoten Tussi” reden wird. Männlein wie Weiblein im übrigen.

Das Bewusstsein ist doch genau genommen vorhanden. Würde es sonst unter dem Begriff “Postgender” bei den Piraten in der Satzung stehen? Wäre das Bewusstsein nicht vorhanden, dann wäre genau dieser Punkt auch keine Erwähnung wert.

Kannst du mir bitte aushelfen? Ich finde keine Wörter, die den Sachverhalt “Piraten haben ein Problem mit Feminismus” dertart beschreiben würden, dass ich etwas finden werde.

Persönlich habe ich bezüglich der letzten Zeit nichts derlei mitbekommen.

Die ganze Geschichte rund um das Paritätsgesetz in Brandenburg wird gerne als Sexismus und Frauenfeindlichkeit ausgelegt. Da hatte ich schon einige Diskussionen drüber.

Wir sind halt gegen Quotierung, die Gründe dafür sind (vielen) egal, wir sind böse.

Ja schon, aber sind diese Leute, die uns deswegen als böse betrachten, relevant? Ich benutze kein Twitter, u.a deswegen, weil es da zuhauf Berufsempörte jeglicher couleur gibt.

Deswegen wollte ich nachfragen, ob die Menge und Reichweite des negativen Feedbacks Begriffe wie “die Öffentlichkeit” und “die Leute” rechtfertigt. Meine Vermutung ist, dass es sich eher um eine unbedeutende Gruppe handelt, die man als Extremisten bezeichnen könnte, als um einen relevanten oder repräsentativen Teil unserer Gesellschaft.

Vielleicht glaubst Du einfach mal Leuen die länger dabei sind bei innerparteilichen Problemthemen und wie diese einzuordnen sind. Ja es ist ruhiger geworden, aber es ist ein sensibles Thema innerhalb der Partei und wird auch außerhalb immer wieder gerne gespielt. Auch in den Medien.

Ich will doch nur Zahlen.

Der Wikiabschnitt hat seit 2012 kein Update, das ist ferne Vergangenheit.

ein anderer Aspekt: die, die immer von außen an uns herantragen, dass wir mehr Frauen haben sollten, sind oft Grünenwähler. Wir tragen immer an die Grünen heran, dass sie sich mehr um unsere Bürgerrechte kümmern sollen.

Ich finde es immer wieder… interessant… wie radikal ablehnend viele Piraten Quotierungen als Gleichstellungsmaßnahme gegenüberstehen. Natürlich sind Quoten diskriminierend und daher eine unzufriedenstellende Maßnahme. Sie sind aber überhaupt erstmal eine Maßnahme, die einen Stein ins Rollen bringen kann, durch die Diskussionen beginnen, durch die es zu einem Umdenken kommen kann, durch die sich (hoffentlich) langfristig Strukturen ändern. Von selbst ändert sich eben leider nichts und manche müssen offensichtlich erst mithilfe einer Quotenandrohung dazu gezwungen werden sich mit der Frage zu beschäftigen, warum so wenige Frauen* da sind und was man* wohl tun könnte, um dies zu ändern. Ich persönlich hoffe, dass sich bei uns Piraten viele mit dieser Frage beschäftigen werden und dann viel bessere und schönere Lösungen finden als diese unzufriedenstellende Quote :slight_smile:

Die Verwendung von “Postgender” halte ich übrigens für ein Deckmäntelchen, mit dem jegliche Strukturdiskussionen erstickt werden sollen. Postgender existiert in unserer derzeitigen Gesellschaft nicht, existiert daher auch nicht bei den Piraten. Postgender kann höchstens ein Ziel sein, dass wir erreichen möchten - wenn wir dieses Ziel aber erreichen möchten, müssen wir vom Ist-Zustand ausgehen und uns überlegen, wie wir zu Postgender hinkommen. Wir kommen nicht dahin, in dem wir einfach behaupten, schon dort zu sein.

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71 Beiträge in diesem Thread zu dem Thema. Es braucht hier keine Statistik. Jedesmal wenn das Thema losgeht gibt es ein entsprechendes Echo. Es ist genug um diese Thematik nicht ignorieren zu können.

akzeptiere einfach das wir hier innerparteilich und in unserer Außendarstellung etwas tun müssen. Und sei es nur um hier eine einheitliche Linie hineinzubekommen.

Und ja, jeder halbwegs aktive PIRAT hat Fragen hierzu schon bekommen. Von interessierten, von Freunden und Familie, an Infoständen. Und wenn man mit der Presse spricht ist dies regelmäßig Thema. Und jedem Neu-Piraten wird es genau so ergehen. Solange wir an der jetzigen Situation nichts ändern.

Sobald wir ein Missverhältnis haben zwischen Anteil der Frauen in der Basis und Anteil der Frauen in den Ämtern, würde ich über Quotierung nachdenken. Aber meines Wissens haben wir das nicht, habe ich schon oben geschrieben.

ich hätte sogar grundsätzlich kein Problem eine Quottierung oberhalb des Frauenanteils anzustreben, 30% oder so zum Beispiel.
Aber, wir laufen da derzeit leider oft genug Gefahr, das wir uns damit selbst ausbremsen, weil Kandidatinnen fehlen … leider

Da widerspreche ich.

Bezüglich der Außendarstellung war das prinzipiell der Gegenstand meines aller ersten Threads, den ich hier erstellte. xwolf hat mir ja dazu Recht gegeben.

Ich weiß nicht, warum du davon ausgehst, dass ich das Thema unter den Tisch kehren wollen würde oder so. Aber wenn sich herausstellt, dass z.B. grob 800 Leute sich darüber aufregen, dass wir Quoten etc. ablehnen, dann kümmern mich diese 0,001% der Gesellschaft nicht, um über ihre Probleme mit unserem Postgender-Ansatz zu diskutieren.

Grob 800 Leute würden nicht die Begriffe “die Öffentlichkeit” und “die Leute” rechtfertigen. Nenn es Faktencheck.

leider haben wir nicht die Kohle um mal kurz dazu eine Umfrage zu starten, bis dahin müssen wir halt doch auf die Erfahrung derrer, die mit “den Leuten” auf der Straße sprechen vertrauen … blöd ich weiß :stuck_out_tongue:

Wir brauchen doch keine extra Umfrage dafür, vor allem, wenn hier so viele auf Twitter unterwegs sind. Man muss doch da einfach schauen, wieviel relative und absolute Aktivität dieses Thema bei uns auf Twitter generiert hat.

Es IST aber nicht nur kein reines Twitter-Problem sondern auch am eigentlichen Thema galant vorbei …

Tyg, aus den Zahlen können wir Schlussfolgerungen ziehen. Beispiel: Zwei Drittel aller Rathäuser wurden von “Reichsbürgern” kontaktiert, davon die Hälfte sogar persönlich. Das hört sich ja schon beeindruckend an.

Bedeutet das, dass wir extra dazu Stellung beziehen müssen? Bedeutet das, dass wir uns inhaltlich mit den Reichsbürgern auseinandersetzen müssen? Müssen wir anti-Reichsbürgertum ins Programm aufnehmen? etc. Es ist nur eine laute, verschwindend geringe Minderheit. Meiner Meinung nach können wir das getrost ignorieren.

Ähnliches denke ich über jene Feministen, die jeden als böse betrachten, der ihnen nicht zustimmt. Wir sind doch auch fraglos uneingeschränkt für die Gleichberechtigung von allen Menschen, nur haben wir eine andere Methode.

Zum eigentlichen Thema habe ich mich ja weiter oben vor Tagen bereits geäußert, dass die gesamte Außendarstellung der Piraten schlecht sei.

@arcsaber

mag ja alles sein, [edit sagt: da hab ich wohl Bullshit geschrieben]sind hier aber grad sowas von …

edit sagt weiter: das geht aber vom eigentlichen Thema weg … mag ich nüch

Wir brauchen eben auch mehr Frauen* an der Basis :wink:

Übrigens gibt es durchaus auch “Digitalthemen”, die hauptsächlich Frauen betreffen: “Cybermobbing” und -stalking, Hatecomments (meistens sexualisiert und mit Vergewaltigungsdrohungen versehen), das Leaken von Nacktbildern o.ä., und eben dieses ganze Zeug was “das Internet” zu einem unfreundlichen (und teilweise gefährlichen) Ort macht und dafür sorgt, dass viele Frauen diese Art von Öffentlichkeit scheuen bzw. sich an (scheinbar) unpolitische Orte wie z.B. Instagram oder Beauty-Communities zurückziehen. Gamergate und solche Späße sind übrigens auch Dinge die im “digitalen Raum” ablaufen und dort geht es ebenfalls um Gender-Stuff. Es ist also nicht so, dass “Digitalthemen” per se nichts mit Frauen*, Diskriminierung, Sexismus, oder sonstwat zu tun hätten - die Piraten gucken bloß nicht unbedingt aus dieser Perspektive darauf.

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