Warum sind wir Piraten für weibliche Politik-Interessierte nicht ausreichend interessant?

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Danke für die Rückmeldung. Mit meinem Post wollte ich schon ein wenig provozieren. Aber zwischen Anfeindungen und Schutzraum liegen für mich mehrere Kilometer. Ich halte es für normal, dass wir als Piraten unsere Mitpiraten gegen unsachliche Angriffe verteidigen und ihre Probleme ernst nehmen. Bei systematischen Benachteiligungen ist es ein politisches Problem, gegen das man was tun muss.
Ich weiß nicht, was an Geschlechtsidentitäten konkret verwerflich war (zu sein schien). Aber es erinnert mich sehr an eine Stadtratsdebatte zur hochproblematischen Flüchtlingsunterbringung 2015. Alle waren außerordentlich konstruktiv und hilfsbereit (AfD hatten wir da noch nicht). Dann stand eine Frau von der SPD auf und las uns die Leviten: man dürfe nicht von Flüchtlingen reden, das seien geflüchtete Menschen. Derartiges verbales Gezicke halte ich für zutiefst unpiratig, begegnet mir bei politisch aktiven Frauen anderer Parteien aber häufig. Es trägt nichts zur Problemlösung bei und sorgt dafür, dass sich erst einmal alle um ein Problem dritter Klasse kümmern statt um Betten und Verpflegung.
Die Quotenregelung für Wahllisten, die wir jetzt dank R2G auch haben, sorgt allerdings gerade für Frauen dafür, dass sie eben nicht im Hintergrund irgendwas tun können, sondern mehr oder minder genötigt sind, in die erste Reihe zu treten. Und dann ist es gut, wenn die lieben Mitpiraten die Sache nicht zu einfach machen für die Kandidaten.

Einen hab ich noch. Die Debatte “Macht gefälligst Kernthemen oder sucht euch eine andere Partei” hier im Forum finde ich extrem verstörend. Als Kommunalpirat hätte ich damit einpacken können. Kommunalpolitik beschäftigt sich mit Stadtentwicklung, Kitaplanung, ÖPNV-preisen, Schulen, Lärmschutz … Ich kann mich doch nicht hinstellen und sagen: sorry. ist kein Kernthema … Wie gesagt: Frauen sind mehr fürs Konkrete zu haben, und wenn ich mit Fledermausschutz und Grünanlagenpflege Bürgerinteressen vertreten kann, dann tue ich das.

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Also ehrlich gesagt konnte ich das, selbst wenn ich die Polemik in deinem Satz entschärfe, in meinen drei Monaten hier nicht erkennen. Was es tatsächlich gibt ist quasi eine Kernthemenlobby, aber meiner Meinung nach ist deren Anliegen, dass die Kernthemen stärker beworben werden. Man sah ja unlängst in einem Kernthementhread, dass der Threadersteller ja an sich nichts gegen “Nicht-Kernthemen” hat.

Und meiner Meinung nach ist das größte Problem, dass überhaupt kein Thema gut beworben wird, egal ob Kernthema oder nicht! Zum Beispiel fahrscheinfrei.de, welches ja auf allen Ebenen der Politik sehr relevant ist. Grund dafür ist, dass die Organisation der Partei sehr zersplittert ist und die geilen Aktionen, egal welches Themas und welcher Gruppe, nicht in die Allgemeinheit der Partei durchdringen, um gemeinsam damit zu werben und die Öffentlichkeit drauf aufmerksam zu machen.

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Das ist natürlich völlig daneben.

Worum es geht: Alle gesellschaftlichen Felder kann man
aus den Maximen der Piraten ableiten. Transparenz und
gesellschaftliche Teilhabe sind ja auch auf alle anderen Bereiche
“herunterdeklinierbar”. Und dann kommen letztlich auch
Fledermausschutz und Grünanlagenpflege darin vor.

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Tchaaa, irgendwie ist “die Luft raus”. Was kann man tun? :worried:

2 Beiträge wurden in ein existierendes Thema veschoben: Projekt Partei-Informationsplattform (Pirateninfo 2.0)

Es müsste eine Koordinierung der Aktionen geben. z.B. eine Aktionswoche Fahrscheinfrei wo dann bundesweit Veranstaltung bzw. Infostände dazu organisiert werden. Dazu bräuchte es in der Piratenpartei jedoch mehr Führung, d.h einen Vorstand der die Macht/Kompetenz hat das entsprechend mal zu beschließen und durchzusetzen.

Ohne ein gewisses Maß an Führung zersplittert das dann natürlich alles ziemlich weil jede kleine Piratengruppe die irgendwo unterwegs ist dann etwas anderes macht. Also auch die Aufmerksamkeit innerhalb der Partei nicht auf ein Thema konzentriert ist sondern sich auf zig verschiedene Dinge verteilt. So das dann eben kaum mehr Aktionen möglich sind.

Ich finde die Piraten sind hier viel zu Hirarchie Kritisch. Das Parteiprogramm basisdemokratisch beschließen ist ok. Aber Kampagnen und Themenschwerpunkte müssen eben Bundesweit gesetzt/Koordiniert werden und dabei dann auch einer strategischen Ausrichtung folgen. Das passiert derzeit faktisch gar nicht. Muss sich aber sehr dringend ändern.

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der freundliche Hinweis darauf, das ihr euch vom eigentlichen Tredthema weit entfernt …

auch, wenn ich dir inhaltlich Recht gebe …

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Mal etwas naiv gefragt: Was kann ich als männliches Wesen tun, dass sich andere Personen bei mir im KV/LV wohler fühlen?

Also auch abseits von kein Sexismus, nett sein, etc. was ich eigentlich für selbstverständlich halte.

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Meine Antwort ist vielleicht auch etwas naiv: Also ich persönlich würde mich schon etwas wohler fühlen wenn mir jemand helfen würde schweren Datenschutzmissbrauch gegen mich zu beseitigen.

DSB oder Vorstand anhauen? Damit haben einfache Mitglieder halt nichts zu tun.

Du kannst mich gerne hier anschreiben oder mich unter borys.sobieski@piratenpartei.de kontaktieren.

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In meinem persönlichen Fall bräuchte ich zunächst Beweise oder Zeugen, das könnte auch von einfachen Mitgliedern oder anderen Personen sein. Wenn jemand etwas darüber wüsste, könnte er von mir aus auch ohne Kontakt zu mir eine Klage einreichen. Dafür könnte er dann auch DSB oder Vorstand einbeziehen. Ich kenne mich da auch nicht so aus, aber ich vermute, dass ein möglicher Kläger bei einer gewonnenen Klage auch stellvertretend für die betreffende Person einen Schadensersatz bekommen würde oder zumindest einen Teil davon.

Ich erhebe aber nicht den Anspruch dass ich für alle Frauen sprechen würde, was die Fragen von LetzPlay und des Threads betrifft. Ich möchte nur mitteilen, dass es in meinem Fall so wäre.

Mir ist aber auch klar, dass viele Männer gar kein Interesse daran hätten, auch wenn sie dafür einen Millionenbetrag bekommen würden. Dann wäre es jedenfalls nicht mehr so leicht über Frauen zu jammern, die sich angeblich immer nur für reiche Männer interessieren.

Außerdem wäre eine Klage nicht ohne Risiko wenn die Datenschutzvorfälle von staatlicher Seite ausgehen, da es ja praktisch keine Gewaltenteilung gibt, das ist mir auch klar.

Hier habe ich einen 8 Jahre alten Artikel zum Thema gefunden, habe mich weggeschmissen:

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Vermutung:

Piraten sind für weibliche Politikinteressierte nicht mehr interessant, seit sich Piraten dafür interessieren, welches Geschlecht sie haben.

Dieser Thread ist ein Symptom.

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Ich möchte nur noch etwas zu dem Artikel “Die Grenzen der Genderpolitik” sagen.
Es wird ja immer so dargestellt, dass es nicht so viele weibliche Computerfreaks bzw. Frauen gibt, die programmieren können weil man Frauen nicht dazu zwingen kann. Es ist aber auch so, dass manche in der Kindheit gezielt von technischen Bereichen abgehalten wurden. Es wurde vielen Frauen in meiner Generation nicht nur nicht beigebracht, es gab auch keine Anreize, dass man versucht hätte es sich selbst beizubringen wie es bei Jungen häufiger vorkam. Auch wenn ich z. B. direkt danach gefragt habe wofür Programmieren gut ist, habe ich keine wirkliche Antwort bekommen. Jungen dagegen wurden gezielt gefördert, haben viel mehr Informationen bekommen.
Für Frauen die Informatik oder etwas naturwissenschaftliches studiert haben ist es glaube ich als Außenstehende nicht so leicht zu erkennen, dass andere Frauen im technischen Bereich benachteiligt wurden. Wahrscheinlich haben sie auch insgesamt schon mehr Talent in dem Bereich mitgebracht. Aber ich denke trotzdem dass auch viele Frauen unnötig unter ihren Möglichkeiten geblieben sind, einen gewissen Spielraum gibt es da denke ich schon.

Die Piraten sind dafür nicht verantwortlich, das ist ein allgemeines Phänomen.

Ich bin raus aus der Diskussion.

Diesen Anreiz hatten wir Jungs auch nicht. Da stand keiner und hat gesagt: Du hast doch 'nen Penis - Bock auf Computer?

:wave:

Also ich fand “und”, “oder” und “nicht” schon immer spannend.
Immerhin flog man damit zum Mond.

Und in meinem EDV-Buch waren auch die umfangreichen Verkabelungen moderner Computer abgebildet.

Solch Aussagen sind auch nicht gerade förderlich. Das geht eher als Beispiel dafür durch, dass Du Dich nicht tiefer mit der Materie auseinandersetzen möchtest.

Braucht es echt “Anreize”? Sicher, die Piraten trifft da tatsächlich mal keine “Schuld”. :shushing_face:
Ich überlege schon die ganze Zeit wie ich zu Computern gekommen bin. Ich erinnere mich nicht, sie standen einfach da und luden zum spielen ein. Ich erinnere mich ebenso wenig an eine strenge Farbgebung (Blau/Rosa) bei uns im Haushalt. Vermutlich ist das Problem hier eher in den tradierten Familienstrukturen zu suchen.

Zum Thema:
Erinnert sich noch jemand an die Anonymous-Proteste in den Anfangszeiten der Piraten? Als es um PIPA und die anderen Copyright Dinge ging? Ein erstaunlich großer Teil derer die Federführend beim organisieren der Proteste hatten, war sichtbar weiblich. Ebenso die Teilnehmer an den Protesten. Es war damals sehr ausgewogen.

Auch wenn diese Aussage von Tux eher etwas provokant sein mag, die Vermutung liegt nahe das hierin eines der Probleme liegen könnte. (Leider macht er die Aussage einen Post später schon wieder zunichte)

Es fand tatsächlich eine Entwicklung statt die sich negativ auf die Piraten auswirkte. Die der Partei aufgezwungene Genderpolitik in Sachen Frauenquoten usw. Nichts ist schädlicher als sich mehr Gedanken darüber zu machen aus welchen Personen eine Gruppe zusammengesetzt ist, statt sich mit den Inhalten der Partei zu beschäftigen. Die Presse hat mit den ganzen Netzfeministen hier gezielt in ein Rohr gebrüllt und damit die eigentlich beabsichtigte Politik vollkommen ad absurdum geführt.

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ich war auf einem Mädchengymnasium und hatte in den letzten beiden Schuljahren nur 3 Stunden Mathe und 2 Stunden Physik pro Woche. Mein Vater war immer der Ansicht, dass Frauen später zu Hause landen und Kinder erziehen. Ich bin aber nicht auf die Idee gekommen, dass meine Studienwahl (Physik/Mathe) irgendetwas mit dem Geschlecht zu tun haben könnte. Im ersten Semester saß ich dann zwischen fast nur Jungs und war verblüfft.

Ich glaube nicht daran, dass man Unterschiede in der Förderung von Kindern machen soll. Ich hätte es absolut albern gefunden, z.B. in Übungsaufgaben “Frauenthemen” unterzubringen.

Ich hatte damals ein Lehrbuch über Elektrodynamik aus der DDR ergattert (die gab es damals noch), (das war didaktisch hervorragend), aber es enthielt ein philsosophisches Kapitel über “Materie und Materialismus”, wieso elektromagnetische Wellen trotzdem als Materie gelten,… sehr verquast. Wir haben uns alle weggeschmissen vor Lachen. Wenn man irgendwie versucht, irgendeine Ideologie in Naturwissenschaft reinzuzwängen, wird es lächerlich. Und natürlich durchschauen das alle. Intelligente Mädchen fühlen sich verarscht, wenn man ihr Interesse nicht durch eine Sache selbst sondern durch eine Verpackung mit “frauenspezifischen” Themen wecken will .

Wie kann man einerseits einen Diskussionsbeitrag liefern und dann im gleichen Atemzug sagen:

Übersetzt: “belästigt mich bloß nicht mit Euren Antworten, die interessieren mich nicht. Hauptsache ich habe selber geredet.”

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