Warum sind wir Piraten für weibliche Politik-Interessierte nicht ausreichend interessant?

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aktuell gibt es an der ein oder anderen Stelle die Diskussion darüber,

  • welche Gründe es gibt, das für politik-interessierte Frauen nicht bei uns Piraten eintreten sondern andere Parteien bevorzugen

  • welche Gründe es gibt, das weibliche Piraten sich nicht mehr für Ämter und Kandidaturen bereit erklären

und, was vielleicht noch wichtiger ist

  • was fehlt uns Piraten, um uns für politisch interessierte Frauen (politisch) attraktiver zu machen

  • wo müssen wir ansetzen

  • welche Themen haben wir vernachlässigt?

Was ich jetzt definitiv nicht will, ist eine Diskussion darüber, “ob” und “warum” und “warum nicht” und “überhaupt”, auch das obligatorische “Kernthemen” vs. “Vollprogramm” dürft ihr euch verkneifen und einfach mal zeigen, das wir in der Lage sind (auch hier im Forum) zielgerichtet und fragen- und sachorientiert zu diskutieren.

Besonders angesprochen fühlen dürfen sich auch diejenigen, die nicht zur Standard-PIRATEN-Beschreibung “männlich, Nerd” gehören :wink:

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Ich denke ein guter Ansatz ist zu schauen, in welchen Kreisverbänden sich für unsere Partei ein stark überdurchschnittlicher Prozentanteil an Frauen engagiert und sich dann zu fragen: Warum. Die Unterschiede, zwischen zwei Kreisverbänden mit einem stark divergierenden Prozentanteil an sich engagierenden Frauen, sind meiner Meinung nach das beste Indiz um auf diese Frage(n) eine Antwort zu finden.

Als Beispiel nehme ich da einfach mal die Piraten Leipzig (Instagram Stadtratsliste):


und die Piraten Welzheim (Webseite Stadtratsliste):
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Die Unterschiede zwischen diesen beiden Kreisverbänden zu anderen bringen uns bei dieser Frage sicher entschieden weiter.

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Ich glaube nicht das Piraten für weibliche Politik-Interessierte per se nicht ausreichend interessant sind. Aber der kleine (aber schnell wachsende) Anteil von Frauen in der Gaming-Szene und im Bereich Informatik, führt natürlich auch dazu, dass wir bei gleichem Interesse an den Piraten von dort nur wenige Frauen anziehen können.

Wir haben aber neben diesen Kernthemen auch viele andere Themen zu bieten, wir müssen sie nur prominenter bewerben.

In der Kommunalpolitik klappt das viel besser, dort gibt es konkrete Probleme, die die Menschen vor Ort in ihrem Alltag betreffen. Das gelebte Image einer Mitmachpartei und das positive Menschenbild der Piraten ist dann für Frauen durchaus interessant.

Wir können zB. akzeptieren, dass Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung darstellen und Ihnen entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung, Platz in unseren Strukturen einräumen.

Das bedeutet also Quotierung von Vorständen und Kandidatenlisten.

Das ist denke ich jedem bewusst; die Bevölkerung wird allerdings nicht einmal ansatzweise repräsentativ in unserer Partei abgebildet.

Richtig, und das wollen wir doch ändern… oder?

Wie viele Frauen habt ihr denn in Hamburg, die gerne Vorstand, Themenbeauftragte oder Kandidat werden wollen, aber kein Mandat oder Beauftragung bekommen haben, mehr als 0?

Richtig, und das wollen wir doch ändern… oder?

Der Thread Titel fragt ja, warum wir für weibliche Poitik-Interessierte nicht attraktiv genug sind, und nicht, ob oder warum es weniger weibliche Interessiert gibt.

Also lasst uns doch diese Frage mal beleuchten.

Ich persönliche habe mit der Frage dahingehend ein Problem, dass ich gar nicht weiß, was den Politik- interessierten Frauen denn eigentlich wichtig ist.

Gibt es da Unterschiede zu den männlichen Politik-Interessierten?
Muss man Frauen anders ansprechen, als Männer? Wenn ja, wie sollte diese Ansprache aussehen?
Gibt es Themen, die Politik- interessierten Frauen besonders wichtig sind? Oder sind das die gleichen wie bei den männlichen Piraten.

Ich hoffe hier melden wich mal weibliche Piraten, die hierbei für ein wenig Aufklärung oder Diskussionsstoff sorgen können.

Gruß
Andi

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Lieber Andi,
ich bin eine politikinteressierte Frau und habe mich weiter oben schon gemeldet. Du erwartest von mir und anderen, dir zu erklären, was uns von politikinteressieren Männern unterscheidet? Dann erklär doch erst mal, was für politikinteressierte Männer besonders wichtig ist. Ich glaube nicht, dass es da Unterschiede gibt, wie ich oben schon geschrieben habe, außer eine statistische Häufung von Technikinteresse bei den Männern, deren Ursprung vermutlich kulturell ist, und die die Piraten allein nicht ändern können.

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Tja, sehr beunruhigend.
Dann nehmen wir doch mal die Zahlen des Deutschen Sportbundes und stellen uns die Frage, warum es diesem nicht gelingt weibliche Sport-Interessierte …

Spannend insbesondere die Prägung der unter 6-Jährigen …

Das hat nichts mit den Interessen der Kinder an sich zu tun. Unter 6 Jahren entscheiden die Eltern alleine.

Gruß
Andi

Glaubst du das wirklich? Ich eher nicht. Jeder hat doch so seine Lieblingsthemen, die sich aus seinem Altag heraus ergeben. Lassen wir mal die globalen Themen beiseite. Dann erwarte ich, dass sich die Menschen für Themen interessieren, die sie im Alltag begleiten.

Nur mal als Beispiel: Wenn es immer noch Tatsache ist, dass sich mehr Frauen als Männer um Erziehung und Betreuung der Kinder kümmern, sollte man doch erwarten, dass hierbei auch ein verstärktes Interesse für Bildung und Erziehung besteht.
Wenn Frauen überproportional in sozialen Berufen tätig sind, dann sollte man doch meinen, dass sie sich auch für diesen Themenkomplex stärker interessieren.

Andererseits, wenn ich oben lese, dass der Anteil der Frauen in der Gaming Szene rassant wächst, könnte man auch da ansetzen. (ich habe nur keine Ahnung, wie?)

Gruß
Andi

das kommt auf die Lebensumstände an. Ein frischgebackener Vater hat Interesse an Familienpolitik, eine Singlefrau mit Karriere ohne Kinder eher nicht. Das hat bei mir auch geschwankt, je nach Umständen. Es gibt auch Männer, die gerne mehr Betreuung übernehmen wollen aber nicht können. Die haben vielleicht auch Interesse an Familien. Da die PP vor allem Schwerpunkte hat, die statistisch gesehen, mehr Männer interessieren, hat sie also mehr Männer. Ich möchte die Schwerpunkte aber nicht ändern, sie interessieren mich. Eher möchte ich die Gesellschaft ändern :wink: aber das übersteigt unsere Fähigkeiten

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Die Erfahrung sagt, dass Piraten bereits eine “Quotenregel” haben. Wenn eine Frau kandidiert wird sie fast immer gewählt. Nur wenn 2 Frauen auf denselben Posten kandidieren geht eine leer aus. Bei Wiederwahlen kann es vorkommen, dass falls die Amtszeit nicht erfolgreich war ein neuer Kandidat ev. auch männlich die Frau ablöst. In der Regel tritt sie aber wegen des Shitstorms auch nicht mehr an.

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Insgesamt glaube ich schon das es da extreme Unterschiede gibt und das wir Frauen die sich einfach nicht für Digitalisierung interessieren auch mit solchen Themen dann einfach nicht abholen können. Da ich aber auch eine Minderheit unter den Frauen ausmache (Gamerin, IT-intressiert und angehende Controllerin) könnte ich nicht erklären was wir anders machen müssen um diese Frauen abzuholen. Insgesamt ist aber festzuhalten das die wenigsten Frauen Lust auf Machtkämpfe haben und diese Phänomen finden wir nicht nur in der Politik sondern auch in der Wirtschaft.

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wir holen auch nicht die Männer ab, die sich für digitale Themen nicht interessieren. Also, eine Partei mit unseren Themen, die auf unsere derzeitige Gesellschaft und Kultur trifft, hat automatisch mehr Männer. Entweder es ändert sich die Kultur, oder wir ändern unsere Themen, aber dann ist es keine PP mehr

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Wir müssen keine Themen ändern. Wir haben ein Vollprogramm. Das wir digitale Themen derart fokussieren ist seit langem ein Fehler und treibt zB. Sozial- und Umweltpolitiker aus der Partei.

Wir haben ja aber durchaus im Grundsatzprogramm Dinge verankert wie Familien & Umweltpolitik was ja durchaus in der breite der Bevölkerung noch Frauenthemen sind. Insgesamt werden diese zumindestens bei mir in der Region den Menschen nicht unbedingt näher gebracht. Ja unser Steckenpferd ist alles was Digitales angeht aber wir sind ja noch viel mehr.

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Und genau darum geht es meiner Ansicht nach in der Frage.
Wie können wir die vorhandenen Themenfelder so aufbereiten, dass sich Politik-Interessierte Frauen für uns interessieren.

Ich glaube schon, dass unsere generelle Aufbereitung der Themen sehr männlich fokussiert ist. Was ja, wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, ja auch kein Wunder wäre, da das meiste ja von Männern geschrieben wurde.

Vielleicht wäre ein Ansatz ja mal, Themen aus weiblicher Sicht zu beschreiben.

Gruß
Andi

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Ich glaube insgesamt sind unsere Flyer teilweise sehr steif geschrieben😂 aber ich glaub wir müssen nach außen einfach auch transparent machen das wir mehr sind als nur eine Digital Partei und das fängt auf der Landesebene an. Dann muss ich zu Infoständen halt 5 verschiedene Flyer mitnehmen um das breite Sektrum der Partei abzubilden. Statt nur den einen digital Fyler.

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Die Aufbereitung von Themen ist nicht männlich fokussiert, sondern ein Flickenteppich von Partikularinteressen, die nicht mal Männer sonderlich interessieren. Pressemitteilungen und andere solcher temporären Beiträge generieren z.T. Interesse, aber statistisch gesehen liest z.B. niemand das Programm oder sonst irgendwas, was Menschen fundamentale Informationen über die Piraten gäbe.

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Ich las schon eine Weile mit, der Post ließ mich das nun in “aktiv” zu ändern.

Ich bin auch eine Frau. 42, 2 Kinder, berufstätig.

Ein Trugschluss das etwas “attraktiver” zu machen sei, weil es von etwas zu wenig gäbe. Es gibt genügend Frauen, die sich politisch engagieren. Dummerweise wird das zumeist nicht erkannt. Andi gab hier eine hervorragende Vorstellung dafür ab mit seiner Antwort:

Es schrieb ja eine, nur sie wurde schlicht übersehen. Warum nur?

Interessant wird es dann wenn sich immer wieder Männer(!) für Frauen einsetzen wollen. Der @tischnachbar macht das hervorragend und fordert für uns gleich wieder eine Quote. Gefragt werden die Frauen da gar nicht erst, er geht einfach davon aus, dass wir den Hintern gepudert bekommen müssten.

Die wirklich emanzipierte Frau weiß sich durchzusetzen, wir brauchen da keinerlei Hilfestellung. Solche Forderungen beweisen nur wieder ziemlich genau, dass eher die Forderungen nach dubiosen Quoten aus der eher Männerlastigen Ecke kommen. Nein Danke, das brauche ich ganz sicher nicht, so wie vermutlich die meisten Frauen.

Frauen haben einen “Tittenbonus”. Wer das als sexistisch einstuft der möge sich bitte an seine Teenagerzeit erinnern. Frauen brauchen dennoch die gleiche Aufmerksamkeit wie die Männer. Es gibt keine Unterschiede. Höchstenfalls in der Stimmlage sind die Unterschiede gewaltig. Soll ich Euch etwas sagen? Kreischende Töne empfinde ich schlimmer als ein sonoriges brummen. Am Ende spiegelt sich das genau auch in den Wahlergebnissen nieder.

Noch etwas, Frauen unter sich sind genau so wie Männer, die meisten werden das nur nicht öffentlich heraus posaunen. Bei den Männern wird dann oft von “Strukturellem Sexismus” gesprochen. Das können Frauen auch.

Das ist schlicht Unsinn. Wenn ich nicht schon früher gespielt hätte, wäre ich spätestens mit meinen Kindern zum spielen gekommen.

Ich kann Annnnette nur zustimmen. In unserer Gesellschaft liegen viele Dinge begründet. Mädchen lernen recht schnell mit ihrer Sexualität zu kokketieren, während die jungseher gehemmt sind und das dann durch laute Polterei versuchen zu übertünchen. Da ist nichts schlimmes dabei, es ist lediglich ein Prozess der aus der Pubertät in das eigene Leben übernommen wird. Bei dem einen mehr, beim anderen weniger.

Ich möchte keine Schutzräume. Wer als Frau Probleme hat konnte sich immer und heute erst recht, an die geeigneten Stellen wenden um Hilfe zu erhalten. Aber bitte, entmündigt uns nicht durch Quoten oder das anfassen mit Samthandschuhen. All das führt letztlich zu den vielen Mimosen, mit denen ich als Frau durch Frauen konfrontiert werde.

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