Warum sind wir Piraten für Netzpolitiker nicht ausreichend interessant?

Tags: #<Tag:0x00007f4abd1c6d30>

“Netzpolitiker”. 404.

1 Like

Was willst du damit andeuten?

Die AG Datenschutz gibt es nach wie vor, üblicherweise trifft sie sich am ersten Donnerstag im Monat um 20:00Uhr im Mumble. Nächstes mal wird es hoffentlich auch eine Terminanküdnigung hier im Forum geben.

Was Netzpolitik anbelangt, so sollten wir dort wirklich wieder etwas aktiver werden. Sowohl in der Außendarstellung als auch in der programmatischen Arbeit, denn anders als irgendwelche Themen, über die innerhalb der Piraten sowieso kein Konsens besteht und für die eher Linke oder Grünen gewählt werden, erwarten unsere Stammwähler (das waren immerhin mal 2%), dass wir für Freiheit im Netz kämpfen.

4 Likes

Es gibt keine Netzpolitiker, nur Politiker und ein paar ganz wenige von diesen befassen sich ab und zu mit dem Internet. Einfach mal bei der Realität bleiben.

2 Likes

Definiere bitte mal Netzpolitiker

Es gibt zur Zeit 2 Arten von engagierten Menschen für Netzpolitik

  1. Die in einer Partei aktiv sind (gibt es in vielen Parteien)
  2. Die bei eine “Lobbyorganisation”/NGO aktiv sind.

Die in 2 können Aktionen machen und brauchen dabei keine Rücksicht auf Parteien zu nehmen. Sie schwächen ihre Position wenn sie sich an eine Partei hängen. Sie sind auf Spenden angewiesen und bewerben sich um die gleichen Spender wie Netzpolitiker in Parteien, es gibt also eine Konkurrenz.

Die in 1 können mehr Einfluss entwickeln, wenn sie in einer Partei arbeiten, die in Parlamenten vertreten ist. Vor allem in einem Parlament, dass für die Fragen auch zuständig ist.

Die Piratenpartei ist organisatorisch und personell zur Zeit nicht in der Lage, Netzpolitik zu betreiben.
Dafür wäre es z.B. nötig, dass Netzpolitiker und Datenschützer zeitnah Pressemitteilungen zu aktuellen Themen an die Bundespresse leiten würden. Die gibt es aber praktisch nicht und die Reaktionszeit muss so klein sein, dass sie deutlich vor Redaktionsschluss am selben Tag bei den Medien eingeht.
Alternativ kann man versuchen absehbare Themen rechtzeitig vorzubereiten, z.B. Supportende von Windows 7 oder sowas. Aber auch dafür ist keiner da und den Umstieg auf Linux will keiner hören. Geht für viele Gamer auch gar nicht.

1 Like

10 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Sinn von Pressemitteilungen an Printmedien

Da sich die Diskussion über die Pressemitteilungen an Printmedien weit vom ursprünglichen Thema entfernt hat, habe ich daraus ein neues Thema erstellt.

Gruß
Andi

1 Like

Es gibt doch aber genug Netzpolitiker, die erst in der Piratenpartei waren und danach ausgetreten sind. Eine generelle Bindungsangst kann ich da nicht feststellen.
Außerdem sind NGOs, die Kernthemen bestimmter Parteien bearbeiten, auch denjenigen Parteien nahe im weitesten Sinne, wenn auch nicht ausschließlich. Aber die Tendenz existiert. Also z. B. Gewerkschaften und SPD, Umweltverbände und Grüne usw. Nur bei uns klappt das nicht (mehr?).

Es ist natürlich immer eine Schaden und Nutzen Abwägung.
Die Nähe zu einer Partei die gelegentlich in der Regierung vertreten ist schadet zwar, aber sie kann Dinge durchsetzen. Eine solche Nähe kann nützlich sein. Zum Beispiel weil man Zugriff auf die Daten bekommt, die sonst nur den Ministerien zur Verfügung stehen.

Eine Piratenpartei auf dem Sprung in die Parlamente, die also den alten Parteien Mandate und Posten “raubt”, zwingt diese Parteien der Netzpolitik mehr Gewicht zu geben auch bei den eigenen Mitgliedern.

Eine Piratenpartei fernab von der Chance in die Parlamente zu kommen, bringt einer NGO nichts.

Forrest Gump sagt: “Dumm ist, wer dummes tut!”

Ich sag mal: “Rechts ist, wer rechtes Gedankengut twittert.”

netzpolitik.org: “Wer von Rechten für seine Tweets gefeiert wird, twittert vielleicht rechtes Gedankengut.”

Der Ali aus Köln, twittert schon mal gegen den Islam und wird dafür von den Anti-Islamisten gefeiert.
Der Kachelmann, schreibt bei jedem Wetterereignis, dass dieses eine Ereignis nicht den anthropogenen Klimawandel beweist, was die Klimawandelleugner gerne feiern.

Wenn man von den falschen Leuten gefeiert wird, dann sollte man überlegen ob das den eigenen Zielen dient und wo man dann politisch steht.

6 Likes

Die Frage die sich jetzt stellt ist doch, sollte man Themen nicht mehr thematisieren, weil sie von rechten auch gerne thematisiert werden? Und überlässt man denen damit nicht das Thema?
Oder nimmt man automatisch die krassest mögliche Gegenposition ein um ja nicht in die Nähe gerückt zu werden, auch wenn diese Position dann offensichtlich nichts mehr mit der Realität zu tun hat.

Und sobald es nicht mehr um Meinungen sondern um Fakten geht wird es ja noch merkwürdiger. Ignoriert man Fakten, weil diese ja rechten Gruppen nutzen könnten?

1 Like

Die Frage die sich stellt ist: Wie thematisiert man es ohne, von den Rechten bejubelt zu werden?
Würde z.B. Herr Kachelmann twittern:
“Der anthropogene Klimawandel ist real! Dieser Herbststurm war jetzt aber nicht außergewöhnlich.”
Dann sagt er vergleichbares ist aber nicht von Klimaleugnern zu missbrauchen.

1 Like

Die Frage, die sich jetzt stellt: Warum sollte man sich wegen 14% der Gesellschaft verbiegen müssen?

2 Likes

§1 Der Satzung? Unvereinbarkeit mit der AfD

1 Like

Wo genau steht da drin, dass ich meinen Duktus aendern muesste, wenn die AfD anfinge, mich zu emulieren?

3 Likes

Das steht nicht in §1 der Satzung. Du musst schon genauer lesen. Da steht was von “totalitären Bestrebungen aller Art” - und, mit Verlaub, so lange es piratenseits kommunale Zusammenarbeit mit den Grünen und der umbenannten SED gibt, kannst du mir nicht weismachen, dass wir darauf jetzt ausnahmsweise mal pochen sollten.

2 Likes

Nimm halt diesen BPT Beschluss:

https://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2013.1/Antragsportal/X032

2 Likes

Der Beschluss ist mir klar. Er schließt eine gleichzeitige Mitgliedschaft in AfD und Piratenpartei aus - sonst nichts.

Wie du weißt, sind ja auch die Ziele der CDU nicht mit den Zielen der Piratenpartei vereinbar (–> Uploadfilter, Zensursula) …

1 Like

Also Grüne und Linke sind totalitär? Ich frag’ lieber noch mal nach, weil man dieses Zitat ja fast so interpretieren könnte. OK- aus meiner Sicht sind die Grünen nicht wirklich grün und die Linken nicht wirklich sozial. So weit würde ich mitgehen. Deshalb braucht’s ja uns Piraten.

Aber totalitär? Jetzt mal abgesehen von Frau Wagenknecht, die zuweilen in Sachen Querfront unterwegs war (linker Nationalismus) und dafür von der AfD gefeiert wurde, erkenne ich totalitäre Tendenzen doch eher bei dieser “Alternative” selbst. Herr Höcke, die Alice, die aus dem Wunderland, aus dem sie stammt, fragwürdige Parteispenden organisierte, und ein paar andere mit dem roten Schriftzug auf blauem Grund haben durchaus totalitäre Sprüche abgelassen, während sich Habeck, Kobold-Anna oder irgendwelche Linke, genau wie ihre Kollegen aus CxU und SPD, eher für Sprechblasen zuständig fühlen. Kasperle-Theater, um das eigene Clientel kurzfristig bei Laune zu halten, meistens weit entfernt von weitsichtiger Sachpolitik und erst recht von Politik, die der Mehrheit nützen könnte.
Aber deshalb AfD? Nein - definitiv nicht; zumal ich dieser blaubraunen Truppe durchaus “Sachpolitik” zutraue - nur halte ich die “Sache”, die dahintersteht für eine Katastrophe.
Vielleicht bin ich einfach nicht pirational genug?

3 Likes

Es steht dir frei, von unseren politischen Wettbewerbern zu halten, wonach dir der Sinn steht. Gefallen und Missfallen darfst du selbstredend u.a. an der Wahlurne äußern. Zu den Grünen vielleicht nur so viel: Der erste Angriffskrieg seit 1944 (Kosovo).

Wenn die AfD da nachzieht, meld dich noch mal.

Ich würde ansonsten dazu raten, zum Thema zurückzukehren - die Ausgangsfrage ist nämlich durchaus interessant!

1 Like