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Wahlkampfbudget oder Struktur bilden?


#1

Auf einem Kurznachrichtendienst wurde auf Veranlassung eines Mitglieds des Bundesvorstandes darüber abgestimmt, ob man denn nun einen EU-Wahlkampf führen möchte, oder lieber Strukturen legen?

Sorry, liebe Kurznachrichtennutzer, ihr liegt völlig daneben, zu glauben, man könne nach einer mißglückten EU-Wahl Strukturen legen.
Strukturen kann man nicht legen, wenn man alle Mitarbeiter entläßt, die Bundesgeschäftsstelle schließt und keine Öffentlichkeitsarbeit mehr betreibt.

Konkret geht es um den Verlust von 425.044 Stimmen auf unserem Stimmenkonto, die bei Nichterreichen von 0,5% wegfallen würden.
Erreicht man mehr als 0,5%, dann wäre dies ca. 180.000 Stimmen a 1 EUR 5 Jahre lang = 900.000 EUR.

0,5% sind keine Selbstverständlichkeit und man bekommt sie nur, wenn man rechtzeitig ein Budget aufstellt, gute Plakate hat und anschiebt.

Damit ihr mal die finanzielle Situation versteht, schätze ich jetzt mal die Parteienfinanzierung der nächsten Jahre, einmal auf der vorläufigen Schätzung des vorherigen Bundesschatzmeisters 2017 Einnahmen -20% und einem geringeren Einnahmenrückgang (-10%)

Zum 31.1.2019

Das Stimmenkonto verringert sich aufgrund der Wahlergebnisse der LTW BY und HE von 704785 auf 527423 Stimmen.
Je Stimme 1 EUR, Zuwendungsanteil fällt bei -10% auf 286.948 bzw. 255.064,92 bei -20%.
Ergibt eine Summe von 814.371,04 bei (-10%) und 782.487,92 bei (-20%)

Die Relative Obergrenze fällt auf 763.645,89 (-10%) bzw. 678.796,34 EUR (-20%).
Mit einer hohen Kürzung dieses Betrages ist nicht zu rechnen, da sich die Parteien dieses Jahr eine Erhöhung der Parteienfinanzierung von 162 Mio auf 190 Mio gönnten.

Die Relative Obergrenze ist niedriger, somit Abschlag Parteienfinanzierung 2019 zwischen 650.000 EUR und 760.000 EUR.

Bei -20% Einnahmerückgang müßte somit die Piratenpartei 48734,55 EUR zurückzahlen und bei -10% würde sie eine Nachzahlung von 36.115 EUR bekommen.
Da die Länder BY und HE zusammen 13302,50 aufgrund der Landtagswahl zurückzahlen müssen (BY 87902,25 und HE 45119,25) bekommt der Bundesverband entsprechend diese 133021,50 EUR zusätzlich als Nachzahlung.

Bleibt in Summe für den Bund eine satte Nachzahlung für das letzte Jahr.

Für das Jahr 2019 sieht es dann dunkler aus, denn bei weniger als 0,5% bei der Europawahl fallen 425044 Stimmen weg, womit zukünftig das Stimmenkonto und der 45%ige Zuwendungsanteil die tatsächliche Parteienfinanzierung bestimmt.

Bei unveränderten Zuwendungsanteil in 2019 wird dann aus dem Abschlag 2019 ein tatsächlicher Betrag von max 389.327 EUR.
Dies hätte dann für den Bund in 2020 eine Rückzahlung von 290.000 bis 370.000 EUR zur Folge.

Bei 180.000 Stimmen und 0,5% hat man halt 180.000 EUR pro Jahr in Zukunft mehr.
Wenn die Piratenpartei es vergurkt einen ordentlichen EU-Wahlkampf zu führen, etwa da man viel zu spät ein Wahlkampfbudget in die Reihe bringt, dann muß man wirklich die Strukturfrage stellen, denn man braucht keine Bundesgeschäftsstelle, keine Mitarbeiter, keine zentrale Mitgliederverwaltung keine zentrale EDV ud auch nicht mehr als 3 Bundesvorstände.
Es gibt dann gar keinen Grund mehr Bundesstrukturen aufrechtzuerhalten.
Dann soll bitte jeder Landesverband sein eigenes Glück suchen, Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen, aber nicht mehr TopDown.

Stellt bitte ein ordentliches Budget auf, engagiert Euch, damit denen, die etwas in diesem Land verändern wollen, die Chance dazu gegeben wird.


Besser Schönsprech als häßliche Fakten - [vormals: Social Media Aktivitäten (Twitter)]
#2

Hm, bin zwar auch auf Twitter aber habe davon nichts mitbekommen.
Quelle? :slight_smile:


#3

Wenn ich an Weihnachten einmal galant sein wollte, ohne die Twitter-Gemeinde aus dem Sessel zu reißen:
OK.


#4

Danke Dir :slight_smile:
Das war eine wirklich sehr galante Antwort. Weihnachten ist gerettet. ^^

Wenn ich den Tweet so lese drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob wir denn überhaupt noch genügend Budget hätten um den EU-Wahlkampf erfolgreich bestreiten zu können.


#5

In dieser Piratenpartei wollte / konnte man das nie wissen, da sich niemand mit der Parteienfinanzierung beschäftigen wollte, geschweige denn mal einen Blick nach vorne werfen wollte.

Natürlich ist noch genügend Geld da, um einen Europawahlkampf zu führen.
Leichter bekommt man es nicht gemacht.

Auch die Grünen hatten ihren ersten richtigen Erfolg bei der Europawahl 1979 mit 3,4%.
Die etablierten Parteien tun sich sehr schwer ihre Wähler zur Wahlurne zu bringen bei gleichzeitiger Kritik an Brüssel.


#6

Viele Landesverbände haben noch einen Sack voller Geld.

BW kann aufgrund des Landeswahlrechts keinen vernüftigen Landtagswahlkampf bestreiten, hat aber noch genügend Geld.
Mitglieder gewinnst Du vor allem bei Wahlkämpfen.

Bayern muß auch das nächste Mal 8500 Unterschriften sammeln.
Da bleibt nur der Bundes- und Europawahlkampf


#7

Die Frage hinsichtlich des Geldes dürfte bei der Vorstandklausur sicher zur Sprache kommen. Also abwarten, welche Ergebnisse diese bringen wird.

Nunja, nur dass für uns selbst bei einem sehr optimistischen Blick derartige Ergebnisse im Mai unwahrscheinlich sind.

Glaube ich nicht. Es wird wieder auf Lagerwahlkampf hinauslaufen. Polarisierung.


#8

Bei der Europawahl sind das ca. 30 Mio Stimmen, bei der Bundestagswahl 45 Mio.
150.000 Stimmen sind dann 0,5% statt 0,33%.

Jene wird ja durch obigen Beitrag beeinflusst.
Die Position des Bundesschatzmeisters und Landesschatzmeisters ist NRW Kommunalwahl.

Die Position des Stellv. Bundesschatzmeisters ist Europawahl.
Wenn man da Fakten liefert, denkt der ein oder andere Bundesvorstand doch nach.
Ohne Info fällt die Entscheidung vom Himmel und ist so ein zögerliches Abwarten und Hoffen, dass sich nichts tut. Schuld ist dann keiner, ging halt nicht besser.
Hätte man aber bei der Kandidatur sagen sollen, dass man nicht mag.
Begründen mit Fakten kann man ein Nichtengagement nicht.
Alleine, dass die Europawahlteilnahme plötzlich in Frage gestellt wird, ist ein Unding.
Hätte man sich Sömerda sparen können.

Ansonsten natürlich nicht 3,4%, sondern 0,5% anpeilen.
Mit Glück werden es dann 0,6% und es reicht für ein Mandat.
Das Problem wird sein, dass in vielen Bundesländern wieder gar nichts geschieht.
Das wäre dann Aufgabe des Bundesvorstandes, wird aber so wohl nicht gesehen.
War schon bei der Bundestagswahl so.

Wenn man 4 Wochen vorher mal nachfrägt, ist es halt zu spät.


#9

Halt nur prognostisch bzw. als Szenario.

Alles andere wäre auch ziemlicher Unsinn. Klar geht “mehr” immer, man sollte halt nur realistisch bleiben.

Wird bei immer weniger Aktiven nicht zwingend einfacher. Egal ob man das von “oben” orchestriert oder es den Bundesländern “überlässt”.


#10

Das mußt Du gar nicht ochestrieren.
Du reservierst 4 oder 5 gut sichtbare Litfaßsäulen in einer Stadt für 10 Tage an den Ausfallstraßen und dann bist Du in dieser Stadt mit auffälligen Plakaten vorhanden.
Das kannst Du vom Sessel aus. Da mußt Du nicht nach Rostock fahren und Mitglieder haben.
Wenn es dort welche gibt, ok, dann reichen auch Info-Stände.
Nur sichtbar muß man irgendwie sein.
Man bekommt aber für Mai nichts mehr, wenn man im April anfängt.


#11

Wenn man das Ganze mal als Szenario betrachtet.

Wir haben 80 Großstädte in D. (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Großstädte_in_Deutschland)
Je Stadt 5 Säulen.
Kosten je Säule belaufen sich je Stadt und Standort zwischen 300 - 500 Euro für 10 Tage “Standzeit”
(kalkulatorischer Mittelwert dann 400 Euro)
Kosten sind ohne Plakaterstellung.

Kommt man auf 160.000 Euro.

Die Frage die ich nun wirklich nicht beantworten kann, ob der gewünschte Effekt dann auch wirklich eintritt.
Das hängt dann auch von der Anzahl/Frequenz der "Vorbei"laufenden/-fahrenden ab. Von der Aufmerksamkeitsspanne, dem grundsätzlichen Interesse an Werbung im Allgemeinen bzw. politischer Werbung im Besonderen, Alter, politischer Einstellung und noch paar anderen Faktoren (ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen).


#12

Also die Rechnung mit 1 € pro Stimme ist falsch, das ist komplizierter, ändert aber am Problem selber nichts.
Ohne 0.5% in der Europawahl sieht es mit den Parteifinanzen schlechter aus als mit.

Allerdings hat der Bund tatsächlich praktisch kein Geld für die Europawahl. Der Bundesschatzmeister plant daher von den 4000 Mitgliedern die dieses Jahr keinen Beitrag gezahlt haben selbigen einzutreiben. Das wären dann bei 70 € Beitrag 280.000. Von dem Geld was tatsächlich reinkommt könnte man etwas Europawahl finanzieren.


#13

Der Landtagswahlkampf in Bayern hat ca. 130.000 EUR gekostet, nur mal so zum Vergleich, Landtagswahl NRW über 200.000.

Außerdem sollte man nicht unterschätzen, dass bestimmte Parteimitglieder, die weniger Zeit haben oder sich nicht direkt engagieren möchten, solche Plakate in ihrer Nähe spenden.
Dann hast Du gleich den doppelten Effekt.

In München oder Nürnberg hat man auch mehr als 1600 EUR ausgegeben.

War außerdem nur ein Beispiel, wie man mit Geld Präsenz zeigen kann.


#14

Die Rechnung ist keineswegs falsch, da nächstes Jahr das Stimmenkonto der Piratenpartei erstmalig nach unten rauscht.
Das Stimmenkonto steht nach der BY und Hessenwahl bei 527423 Stimmen und von denen entfallen 425044 Stimmen auf die Europawahl 2014.
Wenn man das auf 0 setzt, bleiben 102.000 Stimmen übrig x 1 EUR +0,45 Cent Zuwendungsanteil je EUR Zuwendung.
Oben hatte ich schon angeführt, dass dieser Betrag niedriger ist und somit zum relevanten Additionsbetrag wird.
Scheint nur niemand in der Partei zu checken, dass das nach der Europawahl bei den Piraten so wird, wie bei fast allen anderen Parteien.
Früher hatten wir Stimmen in Masse, ab 2019 ist das nicht mehr so.

Das ist doch eine Nebelkerze zum Zeitschinden um nichts zu tun.
Bis wann will er denn das Geld als Bundesschatzmeister eintreiben, dass er als Landesschatzmeister nicht eintreiben konnte?
In NRW sind schon mal 1515 von den 4000 Mitgliedern, die nicht gezahlt haben.
http://finanzen.piratenpartei.de/statistik.php?bk=17&jahr=2018
Diese Argumentation ist doch völlig unglaubwürdig.

Laut Satzung §6 (1) der Piratenpartei stehen dem Bund davon exakt 40% zu.
Da waren es nur noch 112.000, wenn jeder 72 EUR zahlen würde.
Das ist doch völlig unrealisitsch.

Der Geldbestand des Bundes beträgt derzeit 847.960,69 € EUR, dazu kommen am Jahresanfang ca. 100.000 EUR Mitgliedsbeiträge. Zudem siehe oben, fließen Gelder, die die LV BY und Hessen an ihre Länder zurückzahlen über den Bundestag wieder dem Bund zu.

Bayern bräuchte z.B. überhaupt kein Geld um einen Europawahlkampf zu führen, NRW nicht, BW nicht und viele andere nicht.
NRW mag es aber halt mal wieder unsolidarisch, war schon bei Bundestagswahl 2013 so.

Das Problem ist, dass die, die dann den Wahlkampf führen und bezahlen, diesen Wahlkampf nicht planen dürfen und irgendwelche Plakate vor die Nase gesetzt bekommen, um am Ende sich mit Bremsern in der Bundespartei herumärgern zu müssen.
Irgendwann ist aber dann mal wirklich Schluß mit dem zentralen in den Sand setzen.

Kein Antreten bei der Europawahl bedeuten massenhafte Parteiaustritte.
Warum sollte jemand Mitgliedsbeiträge zahlen, wenn diese Partei keinen Europawahlkampf führen will?


#15

Na ja du hast das mit der Kappung durch die eigenen Einnahmen und die Skalierung durch die Summe der Ansprüche aller Parteien wegelassen. Aber wie gesagt am Probelm ändert das nichts.

Und natürlich ist das Stimmenkonto nach der NRW Wahl, der Bundestagswahl etc. schon dramatisch gefallen

Was die Notwendigkeit von Wahlkampf betrifft, die Partei ist seit Jahren kaum Handlungsfähig. Programmarbeit findet kaum noch statt. Die Zahl der aktiven Piraten und der Mitglieder schrumpft. Die Stimmung ist schlecht. In Deutschland ist nach der Wahl vor der nächsten Wahl und die nötigen Reformen werden bereits sein 2013 wegen Wahlen verschoben.

Die einzige Hoffnung ist, dass falls die Piratenpartei zur Europawahl antreten darf (UU-fehlen noch), dass mit den 4 Bundesländern die an der Bundestagswahl nicht teilgenommen haben, genug Stimmen für 0,5 % zusammenkommen.


#16

Trifft ab 2020 für 2019 nicht mehr zu, da dann Spalte 6 dann niedriger als Spalte 7 ist, während derzeit Spalte 7 niedriger als Spalte 6 ist.
In Spalte 8 steht jeweils der niedrige Betrag. Die Kappung erfolgt dann nicht mehr durch die zu geringen Einnahmen, sondern durch die zu geringe Stimmenzahl.

Trifft ab 2019 so gut wie nicht mehr zu, da der Bundestag eine Verminderung der Kappung auf 190 Mrd beschlossen hat. Sollte eine Kappung erfolgen, dann wäre die minimal und zu vernachlässigen, im Verhältnis zu allen anderen Schätzungen.

Diese Hoffnung trügt, da in Bayern in den Gegenden, in denen nicht geworben wurde, das Stimmenergebnis sich gegenüber der Bundestagswahl deutlich verschlechtert hat und gegen 0,2% tendierte. Nur mit Aktivität von Mitgliedern oder Werbung konnten 0,4 bis 0,6 erreicht werden.
Im Schnitt waren das dann 0,4, das ist aber nur der Durchschnitt.
Prinzipiell bröckelt die Piratenpartei immer weiter ab, wenn keine Aktivität zu erkennen ist.
Es gibt nur einen Boden und der ist bei 0 Stimmen. Alles andere bedeutet Arbeit.


#17

Danke die Änderung im Juni hab ich verpasst.


#18

Auch meinerseits nur ein Rechenbeispiel.


#19

Ist eh eine Wissenschaft für sich und wäre Aufgabe einer SG, da die Standorte sehr unterschiedlich sind und vom Preis nicht auf die Wirkung geschlossen werden kann.

Auf jeden Fall ist mir die Litfaßsäulenwerbung der CSU und der Freien Wähler positiv aufgefallen., da sie oft direkt an der Straße stehen während Plakatwände in der Regel längs der Fahrtrichtung aufgestellt sind, das Gleiche kosten und aus meiner Sicht übersehen werden.

400 EUR für 10 Tage ist komplett mit Plakterstellung und Plakatieren.

Andere mögen aber durchaus Facebook oder Radio sinnvoller erachten, wichtig wäre, dass halt irgendwas Sinnvolles geschieht und nicht in letzter Minute Budgets herausgeworfen werden, da nichts fertig oder nichts geplant.


#20

Eine Einkanalstrategie allein wird es aber auch nicht richten.

Gibt dazu übrigens interessante Einsichten, auf welchen Kanälen man insbesondere mit politischen Inhalten die Zielgruppe erreichen kann.