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Wagenknechts Bewegung und die Piratenpartei


#122

Das Problem liegt ganz wo anders.
“Weiter so.” ist immer leichter zu vertreten als “mal was Neues”. Beim Etablierten muss man nicht erklären was es ist. Es ist ja schon da und jeder kennt es. Wer etwas verändern will, der macht es seinem Gegenüber unbequem. Beim Bewahren gibt es nur eine Option, nämlich das was ist. Bei Verändern gibt es immer viele Optionen, denn “anders” gibt es noch nicht und es gibt viele Möglichkeiten “anders” zu realisieren.
Alle die mal was anders machen wollen, haben nicht nur die Bewahrer zum Gegner, sondern auch die, die es anders anders machen wollen.
Es kann also durchaus vorkommen, dass sich 10 Gruppen finden die etwas anders machen wollen und eine Gruppe die es so lassen will, wie es ist, und diese setzt sich immer durch. Weil um was zu ändern, müssten sich wenigsten 6 Gruppen entschließen sich auf ein “anders” zu einigen. Das was es schon gibt braucht keine Mehrheit um so zu bleiben.
Daher ist eine Sammelbewegung scheinbar sinnvoll. Aber sie wird genau an den Problemen scheitern für die sie eine Lösung sein will.


#123

Nicht nur die Bewahrer sind das Problem, denn abgesehen von Merkel’s “Weiter so” oder “Sie kennen mich” gibt es auch die AfD, die sich nur auf das “Nicht weiter so!” (und Populismus) konzentriert.

Die Bewegung finde ich ist eine gute Sache, denn sie ist eine Chance. Ob sie scheitert oder nicht, hängt davon ab, ob sich die Gruppen einigen wollen oder nicht. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, also kann auch niemand sagen, dass es scheitern wird. Es war zwar “schon immer so”, dass solche Bewegungen scheitern und es wäre “mal was Neues”, wenn es Erfolg hätte, aber das heißt nicht, dass es auch in Zukunft immer automatisch zum Scheitern verurteilt ist.


#124

Alles, was nicht CDU/CSU oder SPD heißt, ist bereits eine “Chance” auf etwas Neues.

Will man das unbedingt?


#125

Die Antwort darauf ist sehr einfach:
“Man” ist hier geteilter Meinung. Die 80.000, die bereits mitmachen, wollen es. Du klingst so, als ob du es nicht willst. Und die etablierten Parteien scheinen es überwiegend auch nicht zu wollen.


#126

Willst du denn etwas bedingungslos Neues?


#127

Was ist denn “bedingungslos Neues” und warum glaubst du, dass es das ist, was die linke Sammlungsbewegung will?

Ich will zwei Dinge:

  1. dass diejenigen Menschen, die Veränderung fordern, sich dafür positiv mit konkreten Inhalten einsetzen, anstatt einfach nur in der AfD Fundamentalopposition zu spielen.
  2. dass diejenigen Menschen, die keine Veränderung fordern, einsehen, dass es Probleme gibt, die wir jetzt anpacken müssen, und zwar in dem man Dinge anders macht als früher, weil es sonst nur noch schlimmer wird.

#128

Die Zustände in Venezuela haben mit Links nichts mehr zu tun. Das ist Diktatur von oben.


#129

In Venezuela könnte Frau Wagenknechat aber im Orinoko links und rechts vom Piraten-Boot Piranhas angeln, um mal eine Verbindung zum Thema herzustellen.


#130

Hallo!
Heute ist der 4. September. Die Sarah hat gerufen.

Aufstehn!


#131

Ergänzung: “… in Deutschland.”


#132

Das Thema, dass politische Arbeit unter Querelen leidet, ist kein pirateneigenes Thema. Es gibt einfach Menschen, die dazu neigen, und damit muss man irgendwie klarkommen. Das ist kein Grund, die Partei als Ganze anzupampen.

Die Sammlungsbewegung ist ja genau aufgrund dieses Problems entstanden:
Damit die Menschen lernen, zusammenzuarbeiten, anstatt immer Haare in der Suppe zu suchen, weil andernfalls niemand etwas erreicht. Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass wir für eine Zusammenarbeit mit Aufstehen offen sein sollten und auf über offene Listen sprechen sollten.


#133

Das Interessante an der Bewegung von Frau Wagenknecht ist doch, dass ihr offenbar in der eigenen Partei der Rückhalt fehlt und dass es im linken Spektrum an einem wählbaren Angebot mangelt.
Seit die SPD nicht mehr links ist und die Linke immer noch nicht wählbar ist, hat es am linken Flügel ein Loch.

Die CDU wird vermutlich mit dem neuen Parteivorsitzenden konservativer werden und der SPD in der Mitte etwas mehr Luft lässt und durch polarisieren ermöglicht wieder im gemäßigten Linken Spektrum Wähler zu gewinnen. Das Fenster schließt sich also wieder.


#134

Das von dir skizzierte Loch haben die Grünen schon gestopft und das nicht unerfolgreich.


#135

Niemand zählt die Grünen mehr zum linken Spektrum die sind jetzt “bürgerlich”.


#136

Dass die Grünen bürgerlich sind, ist nicht Neues :roll_eyes:
Die Grünen sind (im Westen) seit 30 Jahren “bürgerlich”, mindestens jedoch seit sie im Bundestag mit der SPD regiert haben.

MMn sollten Parteien sowieso nicht mehr so sehr an dem Schema “Bürgerlich/Nicht Bürgerlich” festgemacht werden, sondern “Veränderung/Status Quo”, “Welche Reformen statt keine Reformen ?” und “Programm/kein Programm”, “Infrastrukturausbau/kein Infrastrukturausbau” und “Privatisierung/keine Privatisierung”.

INKORREKTHEIT

Ich subjektiv kann zudem überhaupt nichts mit Wagenknecht anfangen. Wagenknecht hat den Habitus einer autoritären Sozialistin. Zudem meine ich subjektiv eine Ähnlichkeit von ihr und Stalin feststellen zu können. Im Osten kommt das vielleicht gut (sogar in bürgerlichen Kreisen) an, bei mir nicht.


#137

Wie gesagt, geht es bei Aufstehen darum, dass wir endlich damit beginnen, uns auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren, anstatt auf Unterschiede. Dir gefällt Wagenknecht nicht, jemand anderem gefällt Claudia Roth nicht, die MLPD wurde in einem anderen Thread zu dem Thema bereits mehrfach kritisiert (siehe Sollen wir mit offenen Listen antreten?), und es gibt bestimmt auch Leute, denen Julia Reda nicht gefällt (und dass die Violetten mit ihrer spirituellen Politik anecken, ist sowieso klar). Jeder findet immer irgendwas an jemand anderem auszusetzen. Dann kocht jeder sein eigenes Süppchen, linke Politik wird unterrepräsentiert und die AfD gewinnt.

@Fulleren Ja da stecken sicher persönliche Unstimmigkeiten dahinter, dass die Linke Aufstehen nicht mag. Da wird aber auch viel Theater gespielt. Die Linke sollte sich lieber mal fragen, warum Aufstehen 160.000 Mitglieder hat, die Linke selbst aber nur knapp 62.300. Aber dafür müsste man halt aus der Komfortzone gehen und die Probleme mit gesundem Menschenverstand anstelle von politischem Kalkül betrachten.


#138

Die Gemeinsamkeiten sind?


#139

Die Linke sollte sich lieber mal fragen, warum Aufstehen 160.000 Mitglieder hat, die Linke selbst aber nur knapp 62.300. Aber dafür müsste man halt aus der Komfortzone gehen und die Probleme mit gesundem Menschenverstand anstelle von politischem Kalkül betrachten.

“Mitglied” bei #Aufstehen wird man mit ein paar Clicks, wenigen Angaben zur Person (keine juristische Beitrittserklärung, oder?) und der “Spaß” kostet nix. Daher sollte man m.E. "Abonnenten-Zahlen eines “Newsletters” von zahlenden Parteimitgliedern trennen, sonst vergleicht man doch zu sehr Äpfel mit Birnen.


#140

Wird sie. Egal ob Spahn oder Merz.
Damit ist sie wieder der Gegenpol für die SPD, die sich mal wieder bedingungslos nach “links” orientieren wird.
Das sogenannte Loch ist de facto nicht (mehr) vorhanden.
Die nachfolgenden Verschiebungen (Konservative zurück von AfD zur CDU, linke Grüne zurück zur SPD, … und noch paar mehr) ändern daran auch nichts.

Zu #Aufstehen:
Es wird über kurz oder lang in einer Partei enden, die sich dann auch im “linken” Spektrum ansiedelt.
Dann verschieben sich zwar die Zahlen im “linken” Spektrum, aber mehr Platz wird dadurch auch nicht :slight_smile:


#141

Nö, #Aufstehen hat keine Zukunft, da kein Programm.
Aus einer Sammelbewegung wird keine Partei und mit dem Namen schon gar nicht.
Die Piraten sind wesentlich bessere Kandidaten das linke Spektrum zu bündeln und auf das digitale Zeitalter einzustimmen.