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Wagenknechts Bewegung und die Piratenpartei


#61

… und um das mal konkret zu machen: Hier wird gerne auf die “Gründer” der Piraten angesprochen. Nun habe ich folgendes beobachtet bei einem Menschen, der schon beim Vorbereitungstreffen der Gründung anwesend war. Also von absolutem Anfang an! Und der dann später genau aus diesem “linken” Antrieb heraus Genderfragen bei den Piraten einbringen wollte, wie er damit scheiterte, und letztlich die Partei verlassen hat. Und dann nur nachgerufen wurde: “Reisende soll man nicht aufhalten.”

Vielleicht verstehen Piraten Politik als Event, Anreisen, Abstimmen, Abreisen - Erlebnis, aber keine ausdauernde ernsthafte politische Auseinandersetzung? Ich selbst habe das auch erlebt, wie Menschen richtig viel Arbeit in die Erstellung von Anträgen gesteckt hatten. Und dann wurden die nicht mal richtig gelesen, sondern beim Parteitag beschwert über zu viel Inhalt.

Deshalb die Frage: Sind Piraten wirklich umfassend “politisch” oder doch einfach nur eine “Interessenverein”.


#62

Diese Aussage ist jetzt auf dem Niveau: Alle Deutsche sind doch Nazis.


#63

@The_Great_Illusion
Alle scheinbaren Widersprüche, die du aufgelistet hast bei der Frage, was “die Piraten” denn nun eigentlich sind, zeigen nur auf, dass man uns nicht alle über einen Kamm scheren kann. Wer sich über zu viel Inhalt beschwert, gehört nicht zur selben Gruppe wie diejenigen, die ausdauernde ernsthafte politische Auseinandersetzung wünschen.
Ich sehe schon einen Grundkonsens, der ziemlich weit links ist, denn sonst hätten wir ja kein Wahlprogramm auf die Beine stellen können, aber Einstimmigkeit ist bei uns selten.

Links denkende Menschen, die die Dinge einfach mal anders machen wollen als üblich, haben halt einfach viele unterschiedliche Meinungen. Die Erfahrung haben wir gemacht, die Erfahrung macht auch die Linke wieder und wieder mit ihren Flügelkämpfen, und das Resultat ist #Aufstehen, denn dort erhofft man sich, die vielen Meinungen an einen Tisch holen zu können, weil sich niemand einem Wahlprogramm unterordnen muss. Wenn also nächstes Jahr Leute aus #Aufstehen in die Kommunalparlamente einziehen, dann kommen andere Inhalte nach z.B. Lörrach als nach Dresden oder Bonn.

Das ist dann halt so und es ist ok. Wessen Inhalte die besten sind, findet man dann eben heraus, wenn man sie in die Praxis umsetzt und Fakten schafft, anstatt nur endlos zu streiten und am Ende gar keine Mandate zu erhalten.


#64

also wie freie wähler, haben wir doch die eier die katze aus dem sack zu lassen?


#65

Aber leider ein Fakt, nach 100 Jahren und vielfachem monströsem Scheitern verkackt “inks” es noch immer, einen funktionsfähigen Statt ohne Repression hinzubekommen. Und Venezuela ist nur ein Beispiel, schau mal nach Griechenland - da ist auch eine linke Partei an der Macht.

ich hätte es ja auch gern, aber mit linker oder rechter Ideologie hat man noch nie etwas dauerhaft für die Bürger positives auf die Beine gestellt.


#66

Griechenland steckt in einer massiven Krise, die nicht von dieser Partei verursacht wurde.

Linke Politik braucht keinen anderen Staat. Linke Politik kann linke Inhalte in jedem Rechtsstaat verwirklichen.

Interessant an deinem Beitrag ist jetzt: Mit der Begründung der Abwehr von Repression, wird erst eine Repression (Ausgrenzung linker Politik) bewirkt.


#67

“Mit der Begründung der Abwehr von Repression, wird erst eine Repression bewirkt.”

Eine perfide damit zusammenhängende Strategie, die momentan sehr beliebt ist: Über das Argument der Freiheit, die Freiheit einzuschränken. Wenn das bei Piraten … Gute Nacht!


#68

Schuld sind bei linken IMMER die anderen. Klar, die Schulden waren schon da, aber die Versprechen, mit denen Syriza angetreten ist, wurden alle gebrochen. Also alle. Lebenserwartung sinkt, Rentner hungern, Kindersterblichkeit geht hoch … nicht mal in Kuba herrschen so schlimme Zustände, und die leben unter US-Embargo.


#69

Da waren nicht nur irgendwelche Schulden, die haben wir in Deutschland auch, sondern das Land war im Arsch. In so einer Situation können gar keine Versprechen gehalten werden. Nur wenn keine gemacht werden, dann gewinnen die die Irren. Also? Was ist die Lösung?

Die Lösung ist immer gegen den Wahnsinn angehen, solange das noch geht. Gegen den kleinen Wahnsinn, der uns Menschen einschränkt in unserer Freiheit und das dann auch noch mit Freiheit begründet. Gar nicht so einfach, weil unser Gehirn so leicht zu täuschen ist.


#70

Links, rechts, Mitte, Oben, unten; Ich sehe die Piraten als Partei der Vernunft.
(mit einem kleinen Hang zur Anarchie :wink: )

Das sieht man deutlich daran, dass extreme Positionen einfach keine Mehrheiten bekommen.
Und das ist für mich auch der Grund für die vielen Austritte von vormals prominenten Mitgliedern.
Wer extreme Ansichten vertritt, ist oftmals auch bereit dafür laut schreiend durch die Straßen zu laufen. Und wird dadurch auch besser gehört. Das ist auch bei uns so. Allerdings funktioniert das halt nur so lange, bis sich die Mehrheit wieder an die Vernunft erinnert. Und wenn dann diejenigen mitbekommen, dass extreme Positionen bei den Piraten einfach auf Dauer keine Chance haben, dann platzt das Engagement meist schneller als eine Seifenblase.

Gruß
Andi


#71

Deshalb halte ich ja mit Richtungslosigkeit dagegen, vorne ist einfach keine Richtung.

Es spielt aber keine Rolle, ob die Probleme bzw. Aufgaben, denen man sich stellt, eher theoretisch-philosophischer oder praktischer Natur sind. Es gibt für wohl alles mehrere Lösungen, und welche “die Beste” darstellt, ist eben immer die Frage des Maßstabs. Und der ergibt sich nur, und zwar nur, aus der Richtung. Politisch gibt es keinen neutralen Pragmatismus (den gibt es m.M.n. sowieso nie, das man einen solchen vor Augen hat, liegt nur daran, das es an sich neutrale Disziplinen gibt - wie z.B. die Physik oder Ingeniuerwesen allgemein), da Politik an sich nie neutral sein kann. Selbst bei der Wirtschaft kann man sich immer wieder die Frage stellen, wem hilft “wirtschaftlicher Pragmatismus” (welcher ja auch oft irgendwie “neutral” anmutet) - dem Betrieb, dem Unternehmen, den Angestellten, den Kunden? Oder wem auch immer?

Gut, das nennt man progressiv, im Gegensatz zu konservativ. Von mir aus futuristisch oder utopisch. Aber auch dort braucht man eine Richtung. Wohin soll der Progress gehen, wie soll die Zukunft aussehen, welche Utopie ist gewünscht?

Besser für wen oder was?

“Besser” für alle Menschen? Besser für Arme? Besser für Deutsche? Besser für Rentner? Besser für Verwaltungsfachangestellte?
Es gibt nunmal sehr viele unterschiedliche Interessen in der Gesellschaft, jeder findet was anderes “besser” als der Andere. Jeder hat ne andere Vorstellung von der Zukunft. Und solange ihr da keine “Richtung” reinbekommt, werden vermutlich auch die Streitereien nicht aufhören


#72

Um solchen Legendenbildungen entgegenzuwirken sei darauf hingewiesen, dass der dreifache bayerische Landes- und zweifache Bundesvorsitzende demokratische Auseinandersetzungen und Parteiarbeit durch öffentliche Diffamierungen, Herabsetzungen, Populismus und Machtmißbrauch ersetzt hat und Parteitage der Piratenpartei völlig unbrauchbar wurden, da Parteitage nicht demokratisch und fair abliefen.
Einen Demokraten haben die Piraten da nicht gewählt, sondern sich von den Grundlagen der demokratischen Grundordnung entfernt.
Als Beleg sei der Landesparteitag der bayerischen Piraten in Unterhaching erwähnt, auf dem 80 von 82 Anträgen bearbeitet wurden oder der Bundesparteitag von Halle (Einseitige Einflußnahme durch Kandidatenbeschreibungen des Kompass).
Die Liste lässt sich beliebig erweitern und belegen.
Kein einziges Mitglied dieser Partei braucht sich dieses Verhalten gefallen lassen. Wenn führende Parteimitglieder demokratische Grundlagen nachhaltig mißachten und weiter vertuscht wird, hat die Partei keine Legitimation und auch keine Zukunft.
Irgendwann wird man die Verfehlungen aufarbeiten müssen, um sich von einem solchen Verhalten, wie es dort unter dem Frankfurter Kollegium geschehen ist, zu distanzieren.

Den Massenaustritt der Mitglieder zu erklären, indem die Austritte auf vormals prominente Mitglieder reduziert wird, scheitert, denn es sind die gegangen, die in der Piratenpartei die Chance sahen Politik mitgestalten zu können und erfahren mußten, daß auch in der Piratenpartei die Politik ein schmutziges Geschäft der Intrigen, Verleumdungen und Herabsetzungen ist.
Wer nicht mitgestalten kann, da er auf Parteitagen keine faire Chance bekommt, wird nicht mehr mitarbeiten und dann haben wir genau die Situation, wie sie jetzt ist.
Ob wir ein gutes Programm haben oder nicht spielt dann keine Rolle mehr. Es ist die Hilflosigkeit einem verfilzten System ausgeliefert zu sein.
Das führt zwar zu Kontinuität in der Parteiführung ist aber immer wieder die alte Suppe frisch aufgewärmt. Jahr um Jahr.

Die Piratenpartei ist nicht Links, siehe

Ein Elon Musk oder eine Steve Jobs sind prinzipiell piratenaffin eingestellt.
Es würde sich in der Piratenpartei auch keine Mehrheit finden, deren Reichtum und deren Innovationskraft durch staatlich kontrollierte Investitionspolitik ersetzen zu wollen.

Diese Grundeinstellung der Piraten ist völlig konträr zu Wagenknechts Bewegung.
Die Piraten setzen sich für Gleichbehandlung und Fairness ein, akzeptieren grundsätzlich aber unterschiedliche Vermögensverhältnisse.

In Venezuela würde man darauf hinweisen, dass Berthold Brecht aus Deutschland kam. Insgesamt ist dieser Hinweis ziemlich daneben und zeugt von Unkenntnis von dem was man da in Südamerika durch die Einflußnahme der europäischen Eroberer und der amerikanischen Unterstützung von rechtsgerichteten Herrschaftssystemen erlebte.

Dies gilt nur für 2011 bis 2013 und war ein demokratischer Prozeß, der von einigen jedoch nicht anerkannt wurde und bis heute teilweise bekämpft wird.

Das hat nichts mit Links zu tun sondern ist Demokratie.
Rechts lässt systembedingt keine demokratischen Prozesse zu.

Freie Wähler sind Lokalfürsten, bei der die Persönlichkeit des einzelnen Politikers im Vordergrund steht, der in seinem Bereich die Politik gestaltet.
Gemeinsam geht dann nichts, da auch ihnen demokratische Prozesse fremd sind.


#73

ok dann formulier ichs anders: ansich sind die piraten nicht links aus ihrem selbstverständnis heraus, im aktuellen deutschen politischen spektrum sind sie es aber, weil der rest zu weit rechts und neoliberal ist. ist die aussage korrekt? die piraten haben durchaus einen vernünftigen weg, da aber ein rechter und neoliberaler massenwahn die anderen parteien ergriffen hat, dem ihr nicht folgt, sind die piraten im VERGLEICH links im durchschnitt, einfach weil die anderen aus unvernunft einen rechtsruck machen


#74

Das stimmt. Ich habe das Thema so halbwegs verfolgt und das auch schon beim 1. Mal so verstanden. Ich kapier nicht, warum immer wieder in Diskussionen so unnötige Missverständnisse konstruiert werden.


#75

Ich distanziere mich von der Behauptung, ich würde “linke” Politik vertreten. Ich würde vielmehr von rationaler Politik sprechen.


#76

Und was soll das genau sein?

Hier im Forum vertrittst du jedenfalls klar rechte Politik. Ist ja kein Ding, aber falls du gerne hättest, dass man sich irgendwie mit dir auseinandersetzt, solltest du zuallererst mal dazu stehen…

Für mich nicht :stuck_out_tongue:

M.M.n. müsst ihr alle mal eure Scheuklappen ablegen. “Links” und “Rechts” sind keine politischen Kampfbegriffe zur Diffamierung politischer Ansichten oder Menschen. Es sind auch keine “Ideologien”. Für einige sind es anscheinend ziemliche Buzzwörter. Aber eigentlich sind es Metaphern, Sammelbegriffe für politische Strömungen, um so die politische Auseinandersetzung zu vereinfachen (“klare Fronten schaffen”). Wiki nennt folgende Gegensätze, die sich im Links-Rechts-Spektrum wiederfinden: Egalitär – elitär, progressiv – konservativ, internationalistisch – nationalistisch. Belässt man es dabei, sind die Piraten ganz klar links - egalitär, progressiv und internationalistisch.
Heutzutage gibt es die eigenartige Tendenz, die politische Auseinandersetzung irgendwie völlig zu vermeiden. So reklamieren mittlerweile sowohl SPD als auch CDU irgendeine ominöse “Mitte” für sich. Hilfreich finde ich das nicht, denn “Mitte” ist völlig beliebig und ebenso ohne Richtung wie “vorne”. “Rechts” und “links” sind heutzutage vor allem Kampfbegriffe um politische Gegner als radikal zu verunglimpfen. Dabei sind weder “rechts” noch “links” zwingend radikal.


#77

Jo, Steve Jobs vor allem, der steht total auf Datenschutz facepalm

Ihr habt keine Richtung und wisst noch nichtmal wovon ihr redet, wenn ihr diese diskutiert…


#78

Der liegt eher.


#79

Wenn die Ergebnisse vernünftiger Erwägungen Überschneidungen mit irgendwelchen politischen Schubladen aufweisen, dann liegt das nicht an den politischen Schubladen. Ich wurde mit denselben Ergebnissen schon mal links genannt, allerdings von anderen Leuten. Das hat mich ein bisschen gekränkt.


#80

gähn
Wieder nix gelesen wa. “Vernünftige Erwägungen” kann wie gesagt jeder für sich reklamieren. Der eine findet dies vernünftig, der andere jenes. Simple Frage: Bist du eher nationalistisch oder internationalistisch eingestellt? Ist es ein Problem für dich, wenn man beispielsweise deine Aussagen zur Asylpolitik dahingehend einordnet? Ja? Ist dann halt dein Problem.
Wenn sich einer auf die Straße stellt und stumpf “Ausländer raus” brüllt, werden ihn die allermeisten Menschen als “rechts” bezeichnen. Das liegt dann also an den “Schubladen”? Na gut, wenn du meinst…

Aber du darfst dich ruhig weiterhin hinter deiner pseudorationalen Fassade verstecken, dann nimmt dich auch weiterhin niemand ernst, kein Problem.

BTW, es geht mir eigentlich weder um deine Person noch um deine irrelevanten Ansichten, es geht mir um “rechts” und “links” allgemein.