Wähler wählen uns nicht weil

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Ich lese bei den Piraten immer mal wieder, x% der Bürger wählen uns nicht

  • weil wir ein Antifa-Symbol in einer Flagge haben
  • weil wir ein BGE vertreten
  • weil wir falsche Asyl Politik machen
  • weil für für Legalisierung von Canabis sind

  • Alles weil viele Bürger dies nicht verstehen

Und im Umkehrschluss lese ich oft dass wir uns auf “Kernthemen” (?) beschränken sollen

Was, wenn ich behaupte, dass Bürger uns nicht wählen weil wir

  • gegen Kamera Überwachung sind - klärt doch viele Fälle auf (siehe Augsburg)
  • für ein anderes Urheberrecht sind - verstehen die Meisten nicht, udnd Medien fürchten sich davor
  • dass wir dagegen sind Freiheiten im Netz zu begrenzen
  • Dass den Bürgern der Datenklau auf Facebook oder WhatsApp egal ist und er Angst hat wenn wir was zu sagen haben würden diese Dienste gesperrt. (Datenschutz)

Habe jetzt mal ein paar Beispiele genannt, die ich in Diskussionen und an Info-Ständen schon mal höre.

Wir könnten jetzt natürlich versuchen prozentual auszurechnen welche Gruppen wohl größer wären, welche uns eher wählen würden, etc.

Nur wäre es nicht besser, gemeinsam ALLE Themen zu vertreten die wir auf Parteitagen abgestimmt haben, Macht nicht gerade dies unsere Partei aus?

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Wie wäre es wenn wir einfach mal Politik machten, ohne uns über die Wähler Gedanken zu machen? Ich meine, wenn die Politik jemandem gefällt die wir machen, wird sich dieser Wähler dann auch ganz einfach bei uns einklinken und wählen.

Ich schrieb an anderer Stelle zum gleichen Thema ja schon mal so ähnlich wie: Politik für eine bestimmte Klientel zu machen, ist wie das anbiedern der aktuellen GroKo-Politik heute.

Der Wähler wählt uns, nicht wir den Wähler. Wer Angst hat dass Wechselwähler von der A’D zu “uns kommen” und uns künftig wieder wählen, hat sowieso nicht verstanden was “Politik machen” bedeutet.

Machen wir nicht genau dies auf unseren Parteitagen, in unseren AGs?

Warum “zerreden” wir es dann wieder nach den Beschlüssen? Denn damit machen wir nicht mehr “einfach nur Politik”!

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Den Werbe-Texten ist ständig zu entnehmen, man solle den absurden Ideen der AfD folgen, um deren Wähler zu gewinnen.

Deinen Texten fehlt mir ein wenig die kritische Auseinandersetzung mit den Absurditäten der AfD, um halbwegs glaubwürdig zu sein.

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Öhm, nein, wir machen genau das Gegenteil. Jeden Monat kommt nämlich erneut die Frage “Wähler wählen uns nicht weil?”. Nichts gegen diese Frage, aber sie wurde an vielen Stellen hier im Forum hinreichend versucht zu beantworten. Offensichtlich aber taugt etwas nicht. Meine Vermutung, die ich derzeit am naheliegendsten finde ist, dass sich die betreffenden die sich in genau den Positionen befinden um etwas zu tun, nicht mit einer anderen (Außen-) Darstellung anfreunden können. Einen anderen Grund sehe ich im Moment nämlich nicht, weswegen erneut diese Frage aufgeworfen wird.

In anderen Foren bekommst Du für solche Fragen RTFM um die Ohren gehauen.

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Wurde sie das?
Wie kommt dann z.B. in der Antifa Debatte die Begründung auf, 98% wählen uns nicht, weil…

Oft sind es nicht die Personen die etwas tun, die diese Behauptungen aufstellen, sondern es sind alle Personen die mit einem Ergebnis nicht zufrieden sind!
Und dies muss auf jeden Fall der Öffentlichkeit kund getan werden.
Und nein, ein Thema ist nicht dadurch erledigt, dass es schon oft angesprochen wurde…und einige glauben die Lösung zu wissen.
Ein Thema ist in einer Partei dann erledigt, wenn es dies immer wieder geforderte “Politik machen” nicht immer wieder behindert!
(Siehe Symbolik Diskussion zum Klimanotstand Beschluss auf dem BPT)
Natürlich wird dies unter Meinungsfreiheit im Verbund mit eigener Meinung dazu begründet - Und in der Wahrnehmung stehen in diesem Punkt jetzt die Piraten genau wofür?

Eine Partei sollte schon möglichst viele Themenkomplexe kompetent abdecken.
Trotzdem sollte sie einen Markenkern haben.
Natürlich muss man nicht alles gleich bewerben.

Die Angler sagen, dass der Köderwurm nicht dem Angler gefallen muss, sondern dem Fisch den er angeln will.

Deshalb ist eigentlich immer die Frage, was interessiert den Wähler.

  • Es gibt Wähler die wählen ihr ganzes Leben die gleiche Partei, die sind für uns verloren
  • Es gibt Wähler die wählen Parteien weil sie glauben sie stünden für etwas bestimmtes, letztlich sind die auch für uns verloren weil die selbst nach ausfüllen des Wahlomats nicht von ihrem Vorurteil abrücken
  • Es gibt Wähler die sind so frustriert über die Politik, die gehen gar nicht wählen. Die kann man vielleicht erreichen.
  • Es gibt Wähler die sehr oft wechseln was sie Wählen, denen ihre Stimme wichtig ist und die sie nicht an eine Partei verschwenden wollen, die eh nicht über die %-Hürde kommt. Hier könnte man vielleicht juristisch etwas gegen die Hürde machen.

Die 5%-Hürde ist eigentlich Verfassungswidrig, weil sie die Stimmen praktisch entwertet.
Das nimmt man in Kauf um:

  • Zersplitterung des Parlaments zu vermeiden
  • Weimarer Verhältnisse auszuschließen

Das Bundesverfassungsgericht hat die %-Hürden für die Europawahl abgeschafft, weil durch die vielen Parteien aus den unterschiedlichen europäischen Ländern, sowieso eine “Zersplitterung” vorgibt.

Im Bundestag sitzen inzwischen 7 Parteien und mindestens 2 Fraktionslose, das ist auch ziemlich zersplittert.

Historiker sind sich heute einig, dass nicht die Zersplitterung sondern die Tatsache das die Konservativen Hitler an die Macht geholfen haben im Glauben ihn zähmen zu können, die Machtergreifung ermöglicht hat.

Eine Überprüfung ob die Voraussetzungen noch gegeben sind, könnte sinnvoll sein.

Menschen wollen da mitmachen, wo andere Menschen fröhlich Spaß haben. 2011 waren die Piraten eine junge lustige Truppe, die ernsthaft Politik machen wollte. Die positive Grundstimmung war so stark, das Journalisten die kamen um über Piraten zu berichten gleich eingetreten sind.
Inzwischen ist die Stimmung eher misepetrig. Wer was tut wird angefeindet und es wird mehr genörgelt als gemacht. Warum sollte da jemand mitmachen und warum sollte man so eine Truppe wählen?

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Hey, auf dem Parteitag in Offenbach haben sich ellenlange Schlangen an den Micros gebildet, zu bestimmten Themen. Und es wurden gar nicht so viele Themen abgehandelt…
ABER - die meisten Mitglieder sind unheimlich motiviert nach Hause gefahren, haben als Multiplikatoren mit der geilen motivierenden Stimmung Wahlkampf gemacht. Auch ohne alle Themen zu 100% zu kennen. Und es wurden trotzdem Wahlen gewonnen…
Und einige Medien meckerten: OH - eine 1 Themen Partei, usw…

  • aber der “Geist” einer neuen, verrückten anderen Partei kam trotzdem in den Medien rüber!

Und unser Ergebnis?
Es haben sich Piraten beschwert dass ihre Anträge nicht dran genommen wurden, dass ihre AG übergangen wurde…
Also wurden auf den Parteitagen Effizienz und Effektivität nach vorne gestellt. Nur noch 5 Redner am Micro, wir müssen ja möglichst viele Anträge durch bekommen…
“Es wurde alles schon gesagt, nur nicht von jedem”, war die beliebte Antwort auf diese Einbremsung in der Mitarbeit. Es wurde dabei aber nicht berücksichtigt, wie wichtig die Motivation des Einzelnen, die emotionale Beteiligung des Einzelnen darunter leidet. Wie sehr der “Spaßfator” dieser “anderen Partei” zu Gunsten der Effektivität verloren ging.
Wir wurden gut, haben hunderte Anträge auf einem Parteitag abgestimmt, aber wurden dadurch leider genau so langweilig wie andere Parteien…
Mir ist klar, dass ich mir mit dieser Meinung den Zorn vieler effektiv arbeitenden AGs und Piraten auf mich ziehe, nur seht euch das Ergebnis dieser folgenden Parteitage an…

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Gesetzt das wäre so:

Dann wäre den Mitglieder nach mehr Real Live Politik Treffen gewesen und mehr socialising, und das Konzept einer Online Partei wäre teilweise gescheitert.

Auf der anderen Seite haben wir in Talkshows mehr Politik im Internet versprochen und Beo ist noch nicht fertig. Dezentrale Parteitage und Online-Parteitag auf Bundesebene sind angedacht aber nie realisiert worden. Traut sich keiner oder sind die Ideen schlecht?

Die Piratenpartei plant gerne progressiv und wählt dann konservative Vorstände, die es nicht umsetzen.

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Think Positiv!

Genau dadurch wäre doch der Druck aufgebaut worden, online Abstimmungen nach vorne zu bringen. Und der Parteitag wäre zur emotionalen Motivation nach innen und außen da gewesen.
Aber warum Online arbeiten, machen, wenn man an einem Parteitag auch 400 Anträge schafft?

Ich denke, dass wir nach vorne sehen sollten.

Und an viele neue und jung-Wähler denken sollten.

Und für die brauchen wir einen knackigen Slogan, damit bei zukünftigen Wahlkämpfen schnell und prägnant vermittelt werden kann, was wir wollen, und wofür wir stehen, und wie wir da hinkommen wollen.

Dafür habe ich im Hessenteil zwei Threads aufgemacht, einen zu einem Vision-Statement (wo wollen wir hin) und zu einem Mission-Statement (wie kommen wir da hin).

Beispiele aus unserer Partei: Vision: Teilhabe für alle! Mission: BGE als Mittel dafür.

Ihr dürft da gerne alle mitdiskutieren…

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Links sind immer gut :wink:

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Danke! Auf dem Handy war es jetzt nicht ganz so schnell machbar.

Solche Diskussionen hatten wir ja schon ein paar Mal. Kenne das seit ich in der Partei aktiv geworden bin und das sind schon ein paar Jahre… Kennt ihr Versuche, solche Fragen mal etwas systematischer anzugehen?

Relevant:

Da sehe ich schon die Schwierigkeit, dass wir zuwenig Daten darüber haben, was die Parteimitglieder eigentlich wollen. Inwieweit können sich Piraten mit dem Programm identifizieren? Sollten bestimmte Themen in den Vordergrund gestellt werden? Wie sollte das Programm “verkauft” werden? Ich denke, dass wir mit u.a. mit Umfragen hilfreiche Erkenntnisse dazu gewinnen können. Wenn wir alle fragen, bekommen wir vielleicht auch Ideen, die in Diskussionen untergehen oder einfach noch nie genannt wurden.

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Wir müssen auch in Betracht ziehen das sich die öffentliche Meinung bzw. die Wähler seit 2012 stark gewandelt haben. Seit 2012 hatten wir eben die ganzen Arabischen Bürgerkriege, ISIS Terror, Flüchlingswellen, Russland hat 2014 die Krim erobert. Mit Trump haben wir einen geistig gestörten US Präsidenten. Mit dem Auftsieg der AfD ist das politische Klima in Deutschland zudem sehr agressiv geworden. Jetzt kommt noch zusätzlich die Weltuntergangspanik wegen des Klimawandels hinzu. Evtl bald noch die nächste Rezession.

D.h die Umstände sind eben (zumindest gefühlt) weltweit sehr viel unsicherer geworden. Mit der Folge das die Leute viel eher bereit sind Einschränkungen von Freiheitsrechten im Austausch gegen (vermeintliche) Sicherheit in Kauf zu nehmen. Ich denke das wir aufgrund dieser Veränderungen ganz andere, neue Strategien brauchen werden um unsere Themen doch noch voran zu bringen denn das politische Spielfeld ist jetzt wohl insgesamt ein sehr viel härteres und schwierigeres geworden.

Vielleicht brauchen auch wir da eine ganz andere stärkere Rhetorik und auftreten welches dazu führen könnte das man uns wieder mehr ernst nimmt.

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Wähler wählen Uns, weil

  • weil wir ein Antifa-Symbol in einer Flagge haben
  • weil wir ein BGE vertreten
  • weil wir falsche Asyl Politik machen
  • weil für für Legalisierung von Canabis sind

Zugegeben nicht viele aber doch ein Paar.

Unser Problem ist ein anderes.
Und zwar ein falsches verständnis von Basisdemokratie.

Negative Schlagzeilen:

Wieviele Leute, die eigentlich die Absicht hatten bei der Europawahl die PP zu wählen, haben aufgrund folgender Nachricht ihre Stimme einer anderen Partei gegeben bzw. sind nicht zur Wahl gegangen? Welchen Einfluss hatte diese Nachricht auf das Wahlverhalten? Wie waren die Umfragewerte der PP vor Veröffentlichung dieser Nachricht? Vermutlich hatte diese Nachricht einen negativen Einfluss auf das Wahlergebnis bei der Europawahl und falls dies stimmt, hat/ wird sich diese möglicherweise sogar auch auf darauffolgende bzw. zukünftige Wahlergebnisse (z.B. Landtags-, Kommunalwahlen) negativ ausgewirkt/ auswirken! Diese Nachricht hat/ wird vermutlich insbesondere weibliche Wähler davon abgehalten/ abhalten, die PP zu wählen. Wenn jemand heute oder demnächst googelt, um sich über die PP zu informieren, dann wird er/ sie wahrscheinlich auf diese Nachricht bzw. dieselbe Nachricht auf anderen Nachrichtenportalen stossen.

Hatte diese Nachricht einen Einfluss auf die Anzahl der Mitglieder? Wieviele Frauen/ Mädchen sind aufgrund dieser Nachricht aus der PP ausgetreten? Wieviele Frauen/ Mädchen hat diese Nachricht möglicherweise davon abgehalten in die PP einzutreten?

PS: Es gibt im Forum folgende Diskussion über diesen Fall.:

Julia Reda tritt bei den Piraten aus
Politik europawahl19

Die Zahl der Wähler, die das gekostet hat ist sehr klein.

Jeder der sagt, was die Piraten gibt es noch, hat davon nichts gewusst.
Ja in der Artikel 13 / Youtube-Bubble haben es Leute mitgekriegt und uns deshalb nicht gewählt,
ich glaube aber nicht, dass dies bezogen auf die abgegebenen Stimmen eine große Zahl war.
Wenn es viele waren, dann vielleicht 0,1 Prozentpunkte.

Übrigens wegen der Piratenpartei:

  • macht die SPD Basisbefragungen
  • fordert die junge Union die Urwahl des Kanzlerkandidaten
  • werden immer mehr kommunale Sitzungen gestreamt

Unserer Inhalte werden von immer mehr Parteien geklaut.

Das sind doch erfolge die man mal nennen sollte.

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Da wäre ich vorsichtig. Seit der Julia Reda Sache berichten die Medien gar nicht mehr über uns, man scheint uns nicht mehr ernst zu nehmen.

Wir haben zwar ein gutes Programm. Aber in der Vergangenheit haben sich unsere Spitzenkräfte wie eben Reda, oder davor andere, Lauer, Ponader usw eben der Partei gegenüber illoyal verhalten. Das macht halt einen sehr schlechten Eindruck wenn jemand wie Reda ihre persönlichen Konflickte an der ganzen Partei auslässt. Das sieht dann eben sehr nach persönlichem Rache und EGO Feldzug aus…

Was wir dringend brauchen ist also eine Gruppe von Spitzenkräften die nachweislich Loyal und zuverlässig ist. Vertrauenswürdige Leistungsträger die eben uns eben nicht bei der erst besten Gelegenheit das Messer in den Rücken stechen. Hier wäre es notwendig quasi einen Kade an Leuten aufzubauen die über einige Jahre hinweg beweisen das Sie charakterlich für Führungsaufgaben, Sitzenkandidaturen, Parlamentsarbeit usw geeignet sind.

Das ist denke ich eine Aufgabe die nicht ganz einfach ist, vor allem in einem sehr basisdemokratischen Umfeld.

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