Vorschlag: Variables Grundeinkommen

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Die bisherige Diskussion um des BGE bezieht sich ja sehr stark darauf wie ein Existenz sicherndes bedingungsloses Grundeinkommen realisiert werden kann. Sowohl was die Finanzierung angeht als auch was die realpolitische Umsetzung betrifft welche eben recht komplex ist da man mit der Einführung doch quasi schlagartig an sehr vielen Stellschrauben drehen muss. Bzw. die Einführung auch sehr tiefgreifende Reformen am Steuersystem sowie dem bestehenden Sozialsystem voraussetzen welche zeitgleich mit der Einführung des BGEs grundlegend refomiert werden müssten. Das dies nicht ganz ohne ist sehen wir ja auch hier in der Piratenpartei, da können ja selbst wir uns kaum auf ein Konzept einigen.

Daher wäre es sinnvoll das man ersteinmal schrittweise ein variables Grundeinkommen einführt welches die bestehenden Sozialsysteme nicht ersetzt dafür aber ergänzt.

Meine Idee wäre hier als potentielle Finanzierungsgrundlage die EZB zu verwenden. Im Zuge des Quantitative Easings werden von dieser ohnehin sehr große Geldmengen neu geschaffen und in die Finanzmärkte gepumpt um die Wirtschaft am laufen zu halten. Im grunde wäre es jedoch sozial gerechter wenn dieses Geld direkt an die Bürger der Eurozone ausgeschüttet würde. Das Geld würde somit nicht mehr in den intransparenten Finanzmärkten versickern sondern würde über die privaten Haushalte direkt in den Konsum fließen und somit die Wirtschaft durch eine gestärkte Nachfrage stimulieren. Es läge dann bei den einzelnen Bürgern/Bürgerinnen zu entscheiden wie Sie dieses zusätzliche Geld investieren möchten und nicht mehr bei den Banken/Regierungen.

Variabel wäre so ein Grundeinkommen daher da es einerseits an die gesamte Wirtschaftliche Situation gekoppelt wäre. z.B. würden in einer Wirtschaftskrise die Zahlungen höher ausfallen um die Wirtschaft stärker anzukurbeln bzw. wären an das Erreichen eines Zins bzw. Inflationszieles gekoppelt, wenn dieses erreicht würde dann würde die Ausschüttung wieder reduziert um potentieller Geldentwetung vorzubeugen.

Bestehende Sozialleistungen auf nationaler Ebene würden nicht ersetzt aber damit erweitert. Wenn es dann z.B. ein 200 Euro Eurozonen Grundeinkommen gäbe, würde dieses zu den 424 Euro Hartz4 zusätzlich ausgezahlt, also dann 624 statt dem bisherigen Regelsatz. Zu späteren Zeipunkten wäre dann ja noch eine Erweiterung/Ausbau des Variablen BGEs auf nationaler, regionaler oder kommunaler Ebene möglich. Dadurch ließe es sich gewissermaßen etwas modularer gestalten so das die verschiedenen Staaten/Regionen Europas freiraum für zusätzliche eigene Umsetzungen bzw. Erweiterungen haben.

Was ist eure Meinung dazu ?

Ich habe ein arges Problem mit solchen “BGE-light” Plänen, weil sie sehr einfach als plumper Stimmenkauf ausgelegt werden können (wählt uns, dann bekommt ihr sofort x Euro/Monat) und keine strukturellen Probleme lösen (System bleibt prinzipiell gleich, mit all seinen Problemen, Lösungen und Verbesserungen werden nur verschleppt).

Als ersten Schritt würde ich lieber das Hartz-System überarbeiten, wie es in diesem Thread diskutiert wird. Zugleich Arbeiterrechte stärken, so dass letztlich sozial Schwache, wie z.B. alleinerziehende Mütter, keine Existenznöte haben müssen.

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Die Idee es als BGE zu bezeichnen ist neu, - “Helikoptergeld” aber nicht, es wird ja öfter mal als Lösung ins Spiel gebracht wird.
Aber dazu, die Inflation wieder in Schwung zu bekommen. Sollte dies dann klappen, würde der Geldsegen wieder eingestellt. Wenn du dies dann mit “variablem BGE” meinst, hat es leider wenig mit dem tatsächlichen BGE zu tun.

Die Vorteile eines BGE beziehen sich ja gerade auf langfristig ausgerichtete Faktoren & Werte wie Zukunftssicherheit, Freiheit eigene Interessen nachzugehen, flexibleren Arbeitsmarkt, die Werthaftigkeit jedes Menschen, Wertschätzung unbezahlter Arbeit, weniger Bürokratie, usw.
Und das Wichtigste, langfristige Existenzsicherheit.
Dies würde ja alles durch ein “Variables Grundeinkommen” nicht möglich sein, da ja die Summe variabel ist.
Oder stellst du dir eine Ober- und Untergrenze vor? Und wenn ja, wo sollen diese Summen angesiedelt sein?

Ich denke einfach, die Werte, die ein BGE mit sich bringen wird, werden durch das Wort “Variabel” durchkreuzt. Es geht eben nicht alleine um kurzfristig mehr Geld, sondern langfristige Sicherheit.

Wie gesagt, unwahrscheinlich ist es nicht, dass die EZB ein Helikoptergeld einsetzt, aber es wird wohl über Industrie und Kommunen abgeworfen.
Dem Bürger traut man nicht so recht… :wink:

Das stimmt nicht. Von der EZB kommt Zentralbankgeld. Dieses Zentralbankgeld ist nicht dasjenige, mit dem Du Brötchen kaufst, Miete zahlst oder Deine Rente. Dein Argument, es entstünde dadurch Inflation durch BGE ist … “unüberlegt” und wenig evidenzbasiert. Bei welcher Firma arbeiten sie?

Er sieht das richtig.

Nee - aber er schreibt in der Zeitung :heart_eyes:
Man kann sein “Nicht Verstehen” kaum deutlicher ausdrücken als durch FED EZB Analogien. Wenig verwunderlich:

Der Autor ist Chefvolkswirt der Commerzbank.

Was drüben Helikoptergeld heisst - ein Begriff von Milton Friedman - gibt es hier und heute nicht mehr. Quantitative Easing ist etwas anderes.

Es ist nunmal Voodoo-Ökonomie, bei der man in der Kurve immer mehr Gas geben muß und die Kurve nicht endet.

Vielleicht beschränkst Du Dich auf die Themen, von denen Du etwas verstehst. Dann kannst Du auch argumentieren.

Was man halt so an der deutschen Uni lernt.
Aber klar.
Armut in der Welt besteht nur, weil man zuwenig Geld druckt.

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass durch BGE Inflation entsteht!
Geschrieben habe ich, dass die Idee des Helikoptergeldes entstanden ist, um Inflaltion anzustoßen. Und sollte dies gelingen, würde es wieder eingestampft.

Wer richtig lesen kann, braucht auch nicht nach dem Arbeitgeber zu fragen…

Nein?

Fokus ist nicht Fachbuch. Schon in der Einleitung der Journallie wird es richtig evidenzbasiert:

Die einflussreiche Brüsseler Denkfabrik Bruegel empfiehlt der neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde, auch über Helikoptergeld nachdenken, wenn es die Wirtschaftslage erfordert.

weiter dann:

Helikoptergeld bedeutet, dass die EZB den Bürger Geld direkt zur Verfügung stellt. Bisher leiht sie das Geld nur an Banken, die es wiederum in den Wirtschaftskreislauf bringen sollen.

“Das” ist in der Piratenpartei schon mal untersucht worden: https://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaGeldpolitik

PS: Wir haben jetzt schon zwei mal Commerzbank “Volkswirte” und der Chef sieht das auch anders.

Focus am 02.09.2019

“Das wäre eine ganz neue Kategorie, da damit Geld nun einfach verschenkt wird”, erklärt Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert.

FAZ am 28.04.2019

Der Autor ist Chefvolkswirt der Commerzbank.

Also was die Commerzbank so sagt ist richtig? Ihr erinnert Euch, das die Commerzbank “gerettet” werden musste? Bad Bank und so … =>Rettungsplan vom 8. Januar 2009 – Teilverstaatlichung

Wenn man alle anderen für dumm erklärt, ist man dann selbst der einzig Schlaue?

Ich gehe aus diesem Thema mal wieder raus - Variables Grundeinkommen ist für mich keine Alternative, da es die Vorteile und Werte eines BGE nicht abbildet.

Und die anderen können sich gerne über “Geldordnungsprobleme” unterhalten…

Das gute an Buchungssätzen und Mathematik ist - es ist eindeutig nachvollziehbar. Zu nichts anderem fordere ich auf. Zeig mir das es richtig ist und ich bin so schlau wie Du. Nur komm nicht mit Artikeln von FAZ und Focus, die von Commerzbänkern geschrieben wurden.
Buchungssätze und EZB Websites wären angemessener

Deine Geldpolitik-These ist auch ansatzweise nicht nachvollziehbar, auch dann nicht, wenn Du behauptest, außer Dir würde es niemanden geben, der Ahnung hat.

Punkt 1: Welche These meinst Du?
Punkt 2: Wo ist der Widerspruch?

Siehe Links oben.
Im Thema geht es aber um den Vorschlag Variables Grundeinkommen

Es sind mehrere Links vorhanden.
Ist es zu schwierig, den Link konkret zu benennen und dann anhand des konkreten Links
Deine Behauptung bezüglich

auf Basis von Fakten zu untermauern?

In Deutschland gültige Lehrmeinung zur Geldpolitik:

https://www.bundesbank.de/de/publikationen/schule-und-bildung/geld-und-geldpolitik-606038