Von Portugal lernen

Linke Politik ist mehrheitsfähig, erfolgreich und legt zu. Außerdem scheint eine starke Linke Rechtspopulisten zu verhindern.

Können wir etwas von Portugal lernen?

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Vielleicht das:

Mit einem Hilfspaket von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der Internationale Währungsfonds Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt. Die Konservativen führten das Land aus der Krise, sie wurden aber 2015 wegen der strengen Sparpolitik abgewählt.

In den Folgejahren lockerte Costa die Sparpolitik. Er erhöhte unter anderem die Sozialausgaben. Auch dank eines Tourismusbooms wuchs die Wirtschaft deutlich über dem EU-Schnitt. Gleichzeitig hielten sich die Sozialisten aber an die Vorgaben aus Brüssel.

OT Funfakt:

In der ablaufenden Legislaturperiode war der 58 Jahre alte Costa ohne formelle Koalitionsbildung vom marxistischen Linksblock ( BE ) und dem grün-kommunistischen Bündnis CDU unterstützt worden.

Die Lage in Deutschland ist aber eine Andere. Hier haben wir einen starken Linkspopulismus und einen starken Rechtspopulismus. Und beide schaukeln sich gegenseitig hoch. Umso wichtiger für die Piraten nicht ins Linksspektrum zu wandern.

Was ist das “Linksspektrum” ?

alles was Steuern erhöhen will?
alles ab SPD?
muss man die Schere zwischen Arm und Reich verleugnen?

Mindestens an dem stark zweifele ich. Die SPD ist doch inzwischen konservativer als die Merkel-CDU und die Grünen zeigen in mit ihrem Ministerpräsident auch starke konservative Schlagseite.

Die Linken sind unwählbar, was ein Scheunentor für eine sozialliberale Partei offen läßt.

Die erste Frage kann ich verstehen, die anderen 3 sind unsinnig.

Aber es geht weniger darum, dass das Linksspektrum irgendwie schlechter wäre als rechts etc, sondern das die Piraten rein programmtechnisch den Linken am nähesten sind und es auch hier einige gibt, die eher links oder grün als piratisch sind (ich spreche nicht von Personen aus dem Forum).

Es gibt einen essenziellen Unterschied zwischen Piraten und den Parteien jenseits der 5%. Piraten suchen eine gesamtgesellschaftliche Lösung und Piraten suchen die Lösung über einen wissenschaftlich(er)en Weg. Es geht hier eher um Grundstrukturen wie Politik betrieben wird. Ins Linksspektrum abtriften würde bedeuten, Piraten geben einen wichtigen Teil ihrer Politik auf. Das würde es aber auch bedeuten, wenn Piraten in ein anderes Spektrum abtriften würden - nur ganz ehrlich sehe ich das Rechtsspektrum oder Kapitalspektrum eher als unwahrscheinlicher an.

@Fulleren:
Wo war die SPD jemals links? Sie wurde auf dem eindimmensionalen Spekrum schon immer eher der Mitte zugeschrieben.

Der Linkspopulismus kommt übrigens nicht nur von den Parteien, sondern sehr viel auch von NGOs wie Campact. Und am Ende bekeifen sich die normalen Leute in ihren unterschiedlichen Ansichten. Und um die geht es letztlich beim gegenseitigen Hochschaukeln. Will man die Leute wieder näher zusammen bringen, darf man sich keiner dieser Seiten anschließen sondern muss mit Logik und Verstand neue Lösungswege aufzeigen und nach Möglichkeiten auch durchsetzen. Aber wie oben bereits geschrieben, welche andere Partei tut dies?

Das bezweifele ich. Die meisten Argumentationen werden von “den Piraten” emotional abgelehnt - im Forum wie auch auf Parteitagen. Also ist der gelebte Alltag “Köpfe statt Themen”
Wäre die Argumentation wissenschaftlich, würde man nur Argumente tauschen.

Das mag sein, allerdings zählt nicht wer was gesagt hat, sondern was am Ende mit all den Informationen (und auch Emotionen sind diesbezüglich Informationen) getan wird. Alleine schon weil es hier viel mehr Reibung innerparteilich gibt, ist die Wissensbasis wesentlich größer, aus der man sich bedienen kann. Schon dadurch sind Piraten anderen Parteien weit vorraus (bringt natürlich andere Probleme/Herausforderungen mit sich). Und wenn etwas nicht passt, dann wird nochmal darüber diskutiert, weil keiner ein Blatt vor den Mund nehmen muss (solange es halbwegs gesittet zugeht).

:smile::smile::smile:

In Deutschland gibt es beinahe überhaupt keinen Linkspopulismus. Die Öko-Bewegung ist ganz sicher kein richtiger Linkspopulismus. Linkspopulismus war und ist beispielsweiße Sarah Wagenknecht, der ist aufgefallen, dass sie immer mehr gemeine Positionen mit dem Rechtspopulismus hatte und ist deswegen zurückgetreten, denn die Unterscheidung zwischen Links und Rechts muss ja aufrechterhalten werden.

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Natürlich hat Deutschland keinen Linkspopulismus, deswegen hetzen Linke auch nicht gegen AfD-Wähler, ohne sich mit den Leuten mal richtig auseinanderzusetzen. :joy:

Linkspopulismus ist soetwas wie (nochmal Beispiel Campact): “Geht wählen, wählt nur Parteien jenseits der 5%, damit die AfD so wenig Prozente wie möglich bekommt!”.

Von Ökobewegung habe ich gar nicht gesprochen.

Sarah Wagenknecht kann kein Linkspopulismus sein, sie ist eine Person. :wink:

Das sind Autoritäre (klassischer (Bio-)(Geschichts-)Lehrertypus bzw. der Zeigefinger :point_right:) vs. Liberale (moderner BWLer-Typus bzw. Dandy-Typus bzw. Mittelfinger :fu:), aber nicht links vs rechts.
grafik

Hier sieht man nochmal sehr schön, dass die Linkspartei, die einzige richtige Anti-Autoritäre-Partei ist, aber sich alle Parteien (außer der Linken) bereits im rechten und wirtschaftsnahen Parteienspektrum befinden. Die Parteien streiten sich quasi nur noch wer weniger autoritär und weniger rechts ist, aber definieren Links überhaupt nicht mehr. Die etablierten Parteien definieren sich quasi nur noch als Anti-AfD und mehr oder weniger Öko.

Ich gehe mit der Grafik nicht konform - meine Erfahrung zeigt ein ganz anderes Bild. Abgesehen davon sagt die Grafik nichts über Populismus aus.

  • die Armutsbericht der Bundesregierung (kritisch betrachtet und interpretiert)
  • Vermögensentwicklung
  • Schuldenentwicklung
  • Steuersenkungen

All das kann man sich anschauen und auf hohem Niveau verarbeiten. Nur kann man dann nicht mehr nicht im Linksspektrum sein. :face_with_monocle:

Oder sollte die Piratenpartei Deutschland Ihr Grundsatzprogramm mit folgendem Satz beginnen: Die Piratenpartei Deutschland unterstützt die Eliten nach besten Kräften bei der Aufgabe die Umverteilung der Vermögen von unten nach oben möglichst unauffällig zu vollziehen.

Das mit der Elitenförderung hat “die Partei” ja auch im Namen und im Programm!

Das ist ein wenig kurz gedacht. Man kann auf unterschiedlichen Wegen zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Fiktives Beispiel:
Angenommen die Linke sagt “Geringverdiener verdienen zu wenig, senken wir den Steuersatz” und angenommen Piraten sagen “Der Staat hat Geld im Überfluss, mehr Investitionen lohnen sich kaum, senken wir doch die Steuern, das bringt den Bürger mehr als in etwas Überflüssigen zu investieren.”
Was ist der Unterschied? Die Piraten schauen in dem Beispiel erstmal, was verhältnismäßig mehr bringt: Steuereinnahmen senken oder Steuern anderweitig sinnvoll zu investieren. Linke entscheidet “aus dem Bauch heraus” - weil ist auch ihr Parteigrundsatz mit dem Sozialdingsbums - die Steuern zu senken um Geringverdiener zu entlasten.
Wie gesagt, nur ein fikives Beispiel und natürlich als Beispiel sehr simple gehalten. Aber wer im Linksspektrum ist (gilt auch für die anderen Positionen des linearen Spektrums) handelt mit eingeschränkter Sicht.

Egal wie du es nennst und wie Du es erklärst - die Verschiebungen im Wohneigentum z.B. kann man interpretieren wie man möchte - der nominale Anstieg der Mieter im unteren Einkommensbereich führt zu einer monatlichen Umschichtung der Einkommen in die Hände der Wohnungseigentümer.

Sollen die unteren Einkommensbezieher jetzt Häuser bauen ohne Kredite aufzunehmen?

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Dann hast du mich nicht verstanden, es geht nicht um Begrifflichkeiten.

Es geht um Zahlen die Geld bedeuten !

Ähm nein, es geht darum, warum Piraten nicht in den Linksspektrum abtriften sollten (zumindest habt ihr auf diese Aussage hin geantwortet).

Also doch die Umschichtung ins Parteiprogramm aufnehmen. Denn

Nur wie bekommt man das wissenschaftlich hin diesen Umschichtungsvorgang zuerst zu ignorieren, dann totzuschweigen und am Ende nichts dagegen zu unternehmen? Das müssen “sehr spezielle” Wege sein. Ich bitte um Erklärung.

Ich weiß nicht was du gerade von mir willst. Mir fehlt der Kontext.

Wenn du damit aussagen willst, dass nicht alles perfekt wissenschaftlich orientiert läuft - das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe nicht grundlos in dem Wort “wissenschaftlich(er)en” zwei Buchstaben in Klammern gesetzt.
Es geht halt nur darum, dass ich in anderen Parteien (die man in “Spektren” einordnet) selbst einen Ansatz dahingehend vergeblich suche.