Verstärkt das Bedingungsloses Grundeinkommen die Ungleichheit?

Von einigen wird das BGE ja angepriesen da es angeblich der sozialen Ungleichheit entgegen wirkt. Ich denke das ist in vielen Fällen aber nicht gewährleistet. Hier ein kleines Rechen Beispiel für 1000 Euro BGE monatlich.

1.) Ein Single bekommt 1000 Euro, muss davon die Miete und Essen bezahlen. Am Ende bleibt kaum was übrig.

2.) Eine Schwarzwälder Bauernfamilie, 2 Eltern und 3 Kinder besitzt einen eigenen Bauernhof. Zusammen erhalten Sie dann 5000 Euro monatlich, müssen keine Miete bezahlen und verdienen noch sagen wir mal 4000 Euro p/m durch die Landwirtschaft.

Der Single wäre mit dem BGE ein Habenichts und am monatsende immer noch arm da nix übrig bleibt. Die Bauernfamilie mit Haus und Landbesitz hätte dank BGE noch mehr und könnte plötzlich ein Luxusleben leben was Sie sich vorher nicht hätten leisten können. Gleiches Geld für alle und die besitzende Klasse würde am Ende am meisten davon profitieren.

Wie liese sich dieses Problem denn nach Meinung der BGE Anhänger lösen ?

  1. Bei den meisten Modellen ist für Jugendliche bis 18 Jahren genau
    die Hälfte vorgesehen. Bei einem BGE von 1000 € wären das
    für Jugendliche also 500 €. Das bedenkend passt Dein Beispiel
    also kaum.

  2. Ein BGE soll sozialer Ungleichheit entgegenwirken, ja. Aber der
    Mechanismus ist ein anderer: Es soll die Hürde für Weiterbildungen
    gesenkt werden. Der Sohn eines betuchten Bürgers kann sich
    jederzeit weiterbilden, kann xy studieren, solange es ihm beliebt.

Das genau kann jemand ohne finanziellen Hintergrund gerade nicht.
Mit BGE jedoch ist die Schwelle, sich eben doch weiterzubilden,
geringer. Denn für seine Finanzen ist - auf einem geringen Niveau -
gesorgt.

Außerdem dürfte ein BGE, welches nicht bei entsprechendem Verdienst wieder abgeschöpft wird, nicht finanzierbar sein.

Ich verstehe ein BGE so, dass jeder es bedingungslos bekommt. Das muß aber ja nicht heißen, dass es nicht durch Steuern wieder abgeschöpft wird, wenn man in “Lohn und Brot” ist.

Gruß
Andi

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Dann wäre es ja wie Hartz IV

Nicht nur Teile lesen, sondern den ganzen Satz.

Ich habe das wichtige Wort noch mal fett markiert.

Vielleicht, damit es nicht so leicht übersehen wird, der Satz noch mal mit Ergänzungen:
“Ich verstehe das BGE so, dass jeder es bedingungslos, automatisch, immer bekommt.”

  • Also nichts mit beantragen.
  • nicht mit “nur wenn du…das und jenes tust”
  • nicht nur, wenn du nachweist, dass du es auch brauchst (Stichwort: eigenes Vermögen)

Ich hoffe, ich konnte das jetzt verständlicher ausdrücken.

Gruß
Andi

Ich vermisse die Formulierung:
“…und es bedingungslos behalten darf…”
Bei Dir klang es wie:
“…und es bedingungslos behalten darf, ausser…”
bzw.
“…und es bedingungslos behalten darf, bis…”
Vielleicht habe ich mich da getäuscht, dann tut es mir leid.

…und es bedingungslos behalten darf, bis es durch Steuern wieder kassiert wird, wenn er/sie arbeitet. Falls du das so verstanden hast, ist das korrekt.

Alles andere würde nur dazu führen, dass sich die Preise so erhöhen würden, dass das bedingungslose Geld wertmäßig wieder aufgefressen würde.

Das BGE soll ja dazu dienen, dass sich jeder ohne Existenzängste seinen Wunsch-Tätigkeiten widmen kann.
Es soll ja nicht dazu dienen, dass jemand, der jetzt 1500,- Euro Netto hat, auf einmal 2500,- netto hat. Um mal ein Beispiel zu bringen.

Ich habe es immer so verstanden, dass man quasi nie unter die Grenze des BGE fallen kann. Und dass man dafür nicht betteln muß, sondern man sich darauf verlassen kann, dass es immer so bleibt.

Gruß
Andi

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Grundeinkommen und kein OnTop-Einkommen.

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