Verschwörungstheorie? - oder lassen sich FFF-Aktivisten vor einen Umverteilungskarren von unten nach oben spannen ohne dies zu merken?

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Hier mal ein Beitrag von Heise zur “Einstimmung” auf ein brisantes Thema der weiteren Umverteilung von unten nach oben durch das Thema “Klimawandel”.
(ACHTUNG - Artikel sehr lang, und Verschwörungstheorie in vielen Punkten nicht auszuschließen)

Der Klimawandel ist da, darüber soll und muss hier in diesem Thread nicht diskutiert werden!
Und dass dringend etwas getan werden muss, ist ebenso klar!

Nur, wie wird es getan? Besteht der obige Artikel nur aus Verschwörungstheorien, oder sind sich FFF-Aktivisten nicht bewusst vor welchen Karren sie gespannt werden könnten?

Der Staat ist natürlich gerne bereit eine CO2 Abgabe/Steuer zu erreichten, denn das Geld bekommt ja er. Und wo die angebliche Rückzahlung beim Bürger ankommt ist auch noch nicht zu erkennen. Gut, die MwSt. bei Zugreisen kommt jetzt einigen zugute, aber z.B. Familien mit Kindern sind in Zügen selten zu finden.
Oder gerade finanziell schwache Menschen fahren selten mit der Bahn.
Und ob sich “irgendwann” die Senkung der EEG Umlage im Strompreis auswirkt? …erst mal sehen die Verbraucher, dass für viele der Strompreis steigt, auch durch die wahrscheinliche Erhöhung der Übertragungsnetzbetreiber.
Dies zeigt ein weiteres Problem des Klimawandels auf:
Windparks werden von den großen Betreibern nicht dort gebaut wo die Energie benötigt wird, sondern da, wo der meiste Gewinn, auch durch hohe Subventionen und den abschließend notwendigen Bau von Stromautobahnen gemacht wird.

Und die SPD schlägt jetzt eine Windrad-Prämie vor, sie merkt auch, dass Zustimmung am leichtesten über Euro und Cent zu bekommen ist.
Nur, warum werden Wind- und PV-Parks nicht komplett eine Mischung aus Genossenschaften und kommunaler Beteiligung mit zweckgebundener Gewinn Ausgabe?

Warum z.B, lassen sich die FFF Aktivisten auf Feindbilder wie SUV Fahrer ein?
Ein Passat oder eine Mercedes,Audi, BMW oder Mazda Limousine benötigt ebenso großen Platzbedarf in der City, wie ein Tiguan, X3,x5 oder Q3, Q5.
Und der Liter Kraftstoff, den ein SUV gegenüber einer Limousine mehr verbraucht, ob der es wert ist sich hier “Gegner” in der Bevölkerung zu schaffen?
Vielleicht hat man den FFF-Aktivisten diese “Feindbilder” nur eingeredet, um von der tatsächlichen weiteren Umverteilung von unten nach oben, die durch Klimapakete erfolgen wird, abzulenken?

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Nicht “nur”, sondern aus genügend zusammengestückelten Theorien, dass mein Gehirn nach ca. 50% des Textes nicht mehr weiter wollte. Wenn man alles mit Allem verknüpft ist es nicht mein Job, das Wirrwarr zu entwirren.

Jugendliche Naivität ist völlig in Ordnung, hat ja auch gewisse Vorteile.
Eine Ausbildung dient die Welt besser zu verstehen. Im Laufe des Lebens bekommt man das dann mehr oder weniger hin.

FFF unterschätzt, dass jede Gruppe, Organisation etc. versucht Strömungen aufzugreifen, um die eigenen Ziele zu verfolgen. Machen wir auch.
Solange sie nicht in der Lage sind, mithilfe demokratische Strukturen, zu führen, werden sie geführt. In Ortsgruppen entstehen natürliche demokratische Strukturen.
Außerhalb des persönlichen Umfeldes klappt das dann aber nicht.

Das ist etwas komplizierter, da die Gelder in Schattenhaushalte eingezahlt und von dort wieder verteilt werden.
Der große Unterschied besteht darin, dass die Leistungen nicht aus dem allgemeinen Steuerhaushalte bezahlt werden, der sich zu einem großen Teil aus einkommensabhängigen Einnahmen speist.

Für die Energiewende zahlt somit nicht derjenige mehr, der ein höheres Einkommen hat und einen größeren Beitrag leisten könnte, sondern alle gleich viel, etwa über die EEG-Umlage.

Selbst die nicht einkommensabhängige MwSt. ist so gestaltet, dass insbesondere Lebensmittel einen geringeren MwSt.-Satz haben und es in einigen Ländern auch eine Luxussteuer auf bestimmte Produkte gibt.

Für die CO2-Steuer auf Öl und Gas gilt wieder das gleiche Prinzip, hinzu kommt dann aber, dass das Geld primär an Personen ausgeschüttet wird, die ein hohes Einkommen zu versteuern haben.

Über die CO2-Steuer und die EEG-Umlage findet eine Veränderung der Finanzierung der Staatsausgaben statt, die die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreibt, mit allen daraus sich ergebenden Konsequenzen.

Bei der Diskussion um die Windenergie ist es einfach so, dass die Windenergiebranche derzeit noch nicht bereit ist, mit überschüssigem Strom Wasserstoff herzustellen.
Da wird weiterhin das Prinzip verfolgt, soll die Allgemeinheit zahlen, gleich zu welchem Preis.

Gleiches für die Solarindustrie. Auch da galt 2009 bis 2013 das Prinzipt, gleich zu welchem Preis, die Allgemeinheit zahlt.

Gleiches Kohleindustrie. Abschaltung nur, wenn die Allgemeinheit geschröpft werden kann.

Die größten Kosten und Belastungen entstehen durch Versagen der Politik, da der Kostenfaktor von den Notwendigkeiten getrennt wird.

Die SUV-Fahrer sind ja nur Randdiskussion, deren Ursache notwendigen und anstehenden Verhaltensänderungen liegt.

Es ist ewig über Rauchverbote diskutiert worden, Fakt ist, dass der Anteil der jugendlichen Raucher stark zurückgegangen ist. Das sind einfach langfristige Entwicklungen, die insbesondere von denen geprägt werden, die grundlegende Entscheidungen treffen und nicht von denen, die ihr bisheriges Verhalten verteidigen und darüber diskutieren möchten.

Das wird so im Bereich Ernährung sein, bei Flügen, Kleidung, Mobilität, Reisen, Heizen, Landwirtschaft.

Die grundlegenden Entscheidungen sind bereits gefallen.

Die eigentliche Aufgabe besteht aber darin ohne gesellschaftliche Spaltung den Wandel zu vollziehen, damit möglichst schnell notwendige Erfolge im Bereich der weltweiten Nachhaltigkeit erzielt werden können.

Aus dem verlinkten Heise/TP Text:

Zum Jahresbeginn 2016 waren weitere urplötzlich vom ökologischen Humanismus beseelte Förderer am Spieltisch eingetroffen - wie Michael Bloomberg, BlackRock, Barclays Bank, HSBC, Swiss Re, Tata Steel, ENI Oil, Dow Chemical, die Bill Gates Stiftung und der “Climate Reality-Project” - Clan von Al Gore. Zum Jahresende verzeichneten die Croupiers die stolze Summe von 120 Billionen USD, also 120 mal 1000 Milliarden.

ich vermute einen Umrechnungsfehler - was drüben Billion sind sind hier Milliarden.

da 2019 das Welt BSP 90 Billionen USD beträgt …

irgendwo hier habe ich Anfang Juni bereits diesen Link gepostet. Dirk Müller ist aufgefallen, dass das Thema Klimawandel auf einmal “oben auf liegt” Warum ? Ein Wechsel der Agenda?
7 Minuten YT Video …

Ordnen wir das mal ein wenig ein.
Es ist kein “Heise” Artikel sonder eine Artikel auf Telpoplis, einem Heise Ableger auf dem so gut wie jeder irgendwas ablassen kann. Das ist quasi die Heise BILD mit ähnlichem Qualitätsstandard.

Interessant an diesem Link ist, dass dieses “Alt gegen Jung” ja tatsächlich einen unrühmlichen Höhepunkt erreicht hat…
(egal wie man es sieht)

Seien wir doch mal ganz deutlich Digitalisierung und Klimawandel sind ganz klar Teil eines Generationenkonfliktes. Noch offensichtlicher ist es beim demographischen Wandel, der den Alten für die nächsten 15-20 Jahre die Mehrheit und damit das Sagen in der Demokratie garantiert.

Die Digitalisierung haben die “Alten” bereits verschlafen und den Klimawandel wollen sie jetzt aussitzen. Die “Jungen” dürfen sich auch auf einen Schuldenberg und eine kaputt gesparte Infrastruktur freuen.

Das die “Alten” auch dabei sind Globalisierung und Europa zu verbocken bezweifelt bei den “Jungen” doch auch keiner mehr.

Natürlich schwelen in diesem Generationenkonflikt auch die Themen Umverteilung und (Generationen) Gerechtigkeit.

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Zu was man den Babyboomern gratulieren kann ist, dass sie diesen Konflikt verschleppen konnten, bis nun die meisten von ihnen in Rente gehen. Für die nachfolgende Generation, insbesondere für die 90er und 00er Geburtenjahrgänge, hat diese Verschleppung hingegen zu sehr viel Unsicherheit geführt.

Ich kann mit dem Begriff Generationenkonflikt sehr wenig anfangen…
Was sagt er aus? Es gab immer Konflikte zwischen Kindern und Eltern, oder?
Wahrscheinlich verstehe ich es aber auch als älterer Mensch nicht.
Die jetzt 80 und 90 jährigen, die hatten eine echte Hürde vor sich, ein von ihren Eltern total zerstörtes Land und noch schlimmer, einen Ruf zu dem sie nichts konnten.

Ja, wir haben im Bereich Umweltschutz nicht entschieden gehandelt, die Warnschüsse 1973 wurden nicht zu einer Energiewende genutzt, aber die Anti-Atom Demos, Schwerter zu Pflugscharen und Jute statt Plastik waren schon klare Zeichen in diese Richtung.

Ist dies ein Konflikt?
Wer sollte da Einfluss nehmen?
Sicherlich, man könnte das Wählen ab 50 oder 70 verbieten, aber sonst?

Im Wesentlichen sagt er aus, dass die Interessenlage zu dem Problem altersabhängig ist und aufgrund von Machtstrukturen nicht inhaltlich ausgetragen wird.

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Wirklich?
Was wurde denn verschlafen? Oder meinst du jetzt Deutschland und den Netzausbau?
Dafür hat Deutschland aber (angeblich) den besten Datenschutz.

Mit der Infrastruktur ist es vollkommen richtig - aber auch dies hat ganz klar was mit der Umverteilung zu tun.
Auf die Einwohner bezogen liegt Deutschland bei den Millionären und Milliardären im Spitzenbereich!
Ist das denn nichts?

Und bei den Renten liegt die jetzt kommende Rentengeneration ziemlich am Ende in Europa.
Ist das nichts?

Was soll es denn sonst sein?
Ein Konflikt besteht, wenn Interessenlagen unterschiedlich sind und es zu keinem Interessenausgleich kommt.

Ja ich beziehe mich zunächst mal auf Deutschland. Und es ist nicht nur der Netzausbau, es ist das Bildungssystem, das nicht mitzieht, der Staat der in den Punkten Open Data und Online-Dienste weit hinten liegt. Zähle mal die relevanten Player im auf, die aus Deutschland kommen…

Also haben ältere Menschen weniger Interesse am Klimawandel? Mhhh… Dies habe ich aber auf den großen FFF Demos ganz anders gesehen.
Was da oft fehlte war die mittlere Generation. Opa und Oma haben mit ihren Enkeln demonstriert.
Und bei der Digitalisierung war es ähnlich.
Ich gehöre zu den Jahrgängen die die ersten Informatikstudiengänge besuchen konnten.
Und Deutschland war in den 80er und 90er Jahren im IT Bereich gar nicht so schlecht aufgestellt. Danach kam aber nur noch wenig. Dies hat eine Maschinen- und KFZ Industrie nicht weiter zugelassen.

Ich glaube eher, dass die jetzige Generation die Digitalwende verschläft - Ich habe oft den Eindruck, sie sind mit WhatsApp und Facebook völlig ausgelastet.
Ja, wenn kein Netz für diese Dienste vorhanden sind werden sie sauer…
Aber ist das wirklich die Digitalisierung?
(Auch hier verallgemeinere ich natürlich und spitze zu)

Habe ich glaube ich gerade beantwortet…

Wer kann denn etwas dazu, dass er in diesen Jahren geboren wurde und jetzt bei Wahlen die Mehrheit hat? Dies ist eben keine Interessenslage…

Das hat @fulleren doch schon beantwortet:

Die Interessenlage ist in unterschiedlichen Lebensphasen und Generationen eben unterschiedlich.

Um die Unterschiede von Generationen zu vergleichen muss die ältere Generation sich zurückversetzen in das Alter als sie zwischen 20 und 30 Jahre alt waren. Wie unterscheidet sich ihr Handeln und ihre Interessenlage damals zur Generation von heute? Wenn es da große Unterschiede gibt, dann hat sich die Gesellschaft gewandelt.

Die unterschiedlichen Lebensphasen durchläuft sowieso jeder, dass heißt ein 20 Jähriger, wird 30, dann 40 und dann 50. Das spielt durch die Demografie bzw. der Alterstruktur in der BRD für den Generationenkonflikt auch eine bedeutende Rolle. Wenn eben eine Alterkohorte wesentlich stärker, als die andere, politisch vertreten wird.

Gegen unterschiedliche Interessenlagen habe ich auch nichts einzuwenden. Da gibt es auch Konflikte, aber ich verstand eben unter Generationenkonflikt was größeres als sie allgemeinen Konflikte die es immer gab.
Deswegen habe ich ja auch gesagt, mit dem Wort “Generationenkonflikt” kann ich erst mal wenig anfangen. Aber ist OK - dies soll auch nicht das Thema sein.

Aber auch hier sieht man schon die mögliche Problematik bei Themen und Diskussionen.
Angebracht wäre doch gemeinsame generationsübergreifende Lösungen zu finden - anstatt die Diskussionen wieder auf andere Felder zu lenken.
Ich glaube, bei der Klimadiskussion gibt es andere Konflikte zu lösen als “jung gegen alt”.
Aber vielleicht lässt man sich auch da vor einen Karren spannen, wie Dirk Müller angedeutet hat.