Verbot von Papiererzeugnissen

Wenn es schon eine Diskussion über ein Verbot von Feuerwerken gibt, dann möchte ich in einem Thema über ein “Verbot von Papiererzeugnissen” diskutieren. In Zeiten von Digitalisierung bzw. E-Readern, Tablets, Smartphones und Netbooks, sollte das doch eine große Einsparung an Papiermüll produzieren und unter dem Thema “Nachhaltigkeit” subsummiert werden können.

Mein Vorschlag würde nicht auf ein generelles Verbot von Papiererzeugnissen abzielen, sondern nur dort wo es möglich und sinnvoll ist, die Produzenten und Konsumenten dazu verpflichten.

PS: Inwiefern Papiergeld und Tageszeitungen dann noch “notwendige” und “sinnvolle” Papiererzeugnisse sind, müsste diskutiert werden.

Nein.

Wenn du was gegen unnötige Papiererzeugnisse tun willst kleb dir ein “Keine Werbung bitte” auf den Briefkasten, aber das über den Staat anderen mit Zwang aufdrücken zu wollen ist inakzeptabel, wir sind hier doch nicht bei den Grünen.

Man könnte höchstens dafür sorgen, dass staatliche Stellen alle Unterlagen auch in digitaler Form anbieten. Wenn den Menschen das dann besser gefällt, weil sie weniger Papierchaos haben, dann nehmen sie das auch freiwillig an. Wenn sie aus welchem Grund auch immer (kann auch schlicht die Haptik sein) lieber Bücher und Zeitungen aus Papier lesen, so ist das nicht Aufgabe des Staates sie an der stelle zu bevormunden und umzuziehen. So ruiniert man nur jegliches Verständnis für Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel.

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Das Thema sollte auch ein stückweit provokant sein. Und es führt die grüne Verbots-Denkweise ad absordum. Denn dadurch, dass die Papierform verboten wird, wird eben nicht reguliert, sondern dereguliert und flexiblisiert. Eine Papierakte ist träger, als eine Digitalakte. Papiergeld träger als Bitcoins.

Fazit: Durch diese Verbote würde sich das Wirtschaftswachstum enorm beschleunigen und nicht unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit führen.

Also hast du es ironisch gemeint?
Leider muss man hier mittlerweile davon ausgehen, dass solche Forderungen ernst gemeint sind, wenn nicht explizit auf die Ironie hingewiesen wird. (Poe’s law)

Naja, so ironisch war es dann auch nicht gemeint :smirk: Eher nicht so ganz durchdacht und spontan aus dem Handgelenk…

Darauf wollte ich eigentlich hinaus: Es sollte zumindest gesetzlich verankert werden, dass im Sinne der Demokratie digitale Möglichkeiten zur Kosteneinsparung und Effizienz von Bürgerdiensten genutzt werden. Bei mir wären, dass dann nicht nur behördliche Formulare, sondern auch E-Vote, E-Participation etc.

E-Vote ist für mich z.B. nichts anderes als digitale Briefwahl…

Wir waren ja auch mal gegen Wahlcomputer. Hach das waren noch Zeiten…

Nein im ernst: dort wo es praktisch und zweckmäßig ist, werden sich digitale Lösungen sowieso durchsetzen. Und ansonsten lassen wir bitte den Leuten die Möglichkeit, ihre Zeitung auch gemütlich auf Papier statt als PDF zu lesen. Ich weiß gar nicht, wann genau diese Partei dem grünen Verbotswahn anheim gefallen ist.

Wegen eines aus der Hüfte geschossenen Beitrags würde ich nicht gleich die ganze Partei implizieren.

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Wie wahr, ich sollte den Satz in meine Signatur einbauen, wenn ich denn eine hätte.

Aber zum Thema. Mit dem Ansinnen Papier per Gesetz zu verbieten und wenn es nur für die öffentliche Hand wäre, wären wir mindestens 10 Jahre zu früh dran. Der Bund, die Länder und nicht zuletzt die Kommunen können sich ja noch nicht einmal auf eine Grundsoftware einigen, wie sollen sie da ein einheitliches Digitalisierungsprojekt stemmen. Auch die ausfallsichere Speicherung von Daten wird nicht einheitlich betrieben. (Gibt es da schon einen allgemein verbindlichen Standard?) Und zu guter Letzt fehlt es auch an einem Standard zu sicheren verschlüsselter Kommunikation, welche auch tatsächlich genutzt wird. So “nebenbei” müssten auch alle Akten digitalisiert werden.
Wenn ich darüber so nachdenke und schreibe, dürften meine 10 Jahre noch zu kurz gegriffen sein. Sagen wir lieber 20 Jahre. Dann können wir mal darüber nachdenken, ein Digitalgebot als Gesetz zu verankern.

Gruß
Andi

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Danke, für den Optimismus :smirk:

Hier noch ein Zitat, welches begründet warum ich Papier für ein unsichereres Speichermedium als das Internet halte: “Das Trägermedium des Papiers begrenzt sich selbst in seiner Reichweite und erlaubt ein vergleichbar hohes Maß an Informations- und Kommunikationskontrolle. Man kann Papier schwärzen oder verbrennen. Es vergammelt und vergilbt, verschwindet in Archiven oder hinter den hohen Mauern einer Bibliothek, ist also nur mit einem vergleichsweise hohem Aufwand greifbar.” (S.106, Die große Gereiztheit)

Da muß man aber gut aufpassen: Gerade digitale DRM-Angebote stellen keinen Kauf und Eigentum dar, sondern man muß jederzeit mit einem Zugriffsentzug rechnen:

Und dann kann man noch froh sein, wenn man wenigstens, wie in diesem Fall, zumindest auf Nachfrage sein Geld zurückerhält. Daneben sind auch technische Zugriffsentzüge, z.B. bei Disketten, zu beachten. Bei Uralt-Festplatten wird es auch schon schwierig, arbeitsfähige Rechner mit geignetem Controller zu finden.

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