Utopie vs Realität

Politik wird ja immer gerne von utopischen Grundannahmen gemacht. Als Historisches Beispiel sei da mal das “Sozialistische Arbeiter und Bauern Paradies” genannt… Die Umsetzung dessen, naja die sah eher weniger utopisch aus.

Oder die Neoliberale Utopie das die unsichtbare Hand des freien Marktes Wohlstand für alle bringe… Denke die USA sind das abschreckende Beispiel davon das die utopischen Theorien von Ayn Rand und co eben doch bullshit sind wenn 3 Jobs kaum zum Leben reichen und Krankenversicherung unbezahlbar ist.

Oder die Piraten Utopie das das freie unregulierte Internet Globale Verständigung, Freiheit und Demokratie bringe. Oder aber dann in der Realität auch Ransomware, Troll Farmen und Rechtspopulismus ala Trump und AfD an die Oberfläche spühlt.

Oder aber die Linksgründe Utopie des Multi Kulti das alle Kulturen freudig nebeneinander eine Gesellschaft voll von Vielfalt und Verständigung bringen. Ja mag sein das das zum Teil tatsächlich so ist. Aber eben auch Religiöses Seperatistentum, Clans, Parallelgesellschaften die kein Deutsch sprechen und Mittelalterliche Praktiken ala Beschneidung und Zwangsheirat praktizieren…

Anderes Beispiel sei die Russland und China Politik. Handel durch Wandel wird weltweite Liberalisierung und Reformen zu mehr Freiheit bringen. Die Realität sieht eher so aus, Putin führt Krieg und etabliert eine Neostalinistische Diktatur während China millionen Uiguren in Konzentrationslager zwecks Mord, Folter und Zwangsarbeit verfrachen lässt. Utopie gescheitert würde ich mal sagen.

Also ich will damit jetzt nicht in die eine oder andere Richtung argumentieren sondern mal die Frage aufwerfern ob sich die Politik mit Utopischem Denken nicht am Ende aufgrund der damit verbundenen Naivität viel mehr Probleme einhandelt. Dank der westlichen Auslagerung von Produktion verfügt die Kommunisten Diktatur China ja jetzt immerhin über neuste IT und Halbleiter und sonstige Technologien. Hab naiv utopisches Denken also dazu geführt eine Diktatur zu stärken ?

Beispiel wäre auch der Klimawandel. Die Utopie das das alles schon nicht so schlimm sein wird und man für Wohlstand und Wachstum auch weiterhin Kohle/Gas und ÖL in unlimitierten Mengen verbrennen kann. Also die wundersame Vorstellung von ewigem Wachstum und ewig steigendem Wohlstand. Die Realität ist der Klima Kollaps.

Oder Religiöse Utopien, z.B. die der Islamisten das es nach dem Märtyrer tod ewiges Paradies und 72 Jungfrauen gibt. Ok, eine sehr naive Utopie aber millionen von den Taliban, ISIS; Qaida, Hizbollah und Hamas Leuten glauben an so einen Unsinn als Utopie… Realität ist dann das es in der Islamischen Welt ein Dystopisches Ausmaß an Gewalt und Krieg gibt.

Also meine Frage wäre, ob es in der Politik der westlichen Demokratien in Zukunft nicht eine viel realistischere Haltung braucht und mehr kritische Analyse gegenüber utopischen Traumschlössern denen man nur all zu gerne folgen will weil es sich einfach zu gut anfühlt. Ich denke mal das kann man ja auch schon bei George Orwells Animal Farm und 1984 nachlesen das Utopien gefährlich sein können. Ich glaube diese Welt braucht ganz dringend mehr knallharten Realismus auf Basis von Fakten und Wissenschaft !!!

Ist es nicht so, dass wir Piraten eine Politik auf Basis von Fakten und Wissenschaft fordern? Und dennoch schleicht sich Utopie und auch blinder / naiver Idealismus bei uns immer wieder rein.

Es braucht meiner Meinung nach in diesen Zeiten mehr denn je eine rationale, fakten- und wissenschaftsbasierte Politik, die sich auf das Grundgesetz und die Menschenrechte stützt, und so zu einer freien und liberalen Gesellschaft beiträgt. Dies beißt sich aber leider mit Utopie und Idealismus, da diese häufig Gefahr laufen in Fanatismus zu kippen.

Was tust du in deiner Rolle als Landesvorstand konkret dagegen?

Dann stell ich doch hier wieder meine Lieblingsfrage: Ist es eine Utopie/reiner Idealismus ein jährliches HÖCHSTeinkommen von x und ein HÖCHSTvermögen von y für natürliche Personen zu fordern?

x=500.000 … 1.000.000
y=10.000.000 … 50.000.000

Gemeint sind Euro. Alles was 'drüber ist, geht zu 100% in die öffentliche Hand. Also ich persönlich ordne solche Forderungen hier ein:

Ja, wer drüber liegt würde dann einfach abhauen (solange es keine Mauer gibt).

Wenn Elon Musk kein Milliardär wäre dann könnte er auch keine Milliarden in Solar und Elektromobilität investieren. Ergo der technische Fortschritt würde bedeutend langsamer laufen. Können wir uns das leisten ?

Wie kommst du auf die Idee das die “öffentliche Hand” oder gar die EU (Von der Leyen und co)… beim investieren von Geld kompetenter sind als Elon Musk oder Bill Gates ?

Umverteilungsutopien machen nur Sinn wenn derjenige der das Geld dann bekommt damit kompetenter umgehen kann als denjenigem dem man es Stiehlt und das ist leider so gut wie nie der Fall.

Besser mal über Erbschaftssteuern nachdenken, wenn Elon Musk mal nicht mehr ist dann braucht er auch die Kohle nicht mehr und der Reichtum kann dann auf die nächste Generation übergehen.

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OK - ich habe die altbackene Piraten-Antwort erneut bekommen. Wollte sie nur noch einmal hören.

Elon Musk & Co sind geil. Vor allem die sind für den Fortschritt verantwortlich. Mehr noch: Sie steuern den Fortschritt nach ihrem Gusto. Sie können das, weil ihnen die Geldberge, auf denen sie sitzen, die Macht dazu verleihen. Wir Deppen haben ihnen gefälligst als operativ tätige Diener auf ihren und nur ihrem Weg zu folgen. YEAH! Alternative Ökonomie mit gerechterer Verteilung der Erträge - BS! Würde ja den Fortschritt bremsen.
Vielleicht beenden wir diese Diskussion, bevor sie erneut ausartet.

Ich sage nur noch eins: Wer immer noch nicht begriffen hat, dass wir ein massives Verteilungsproblem haben, der glaubt sowohl an Trickle Down, den Osterhasen, den Weihnachtsmann und andere Phantasien.

Wie die öffentliche Hand mit Geld umgeht - das müsste man freilich auch umorganisieren. Im Moment ist es ja so, dass sie direkt oder indirekt Musk & Co füttert. Ist aber gar nicht Bestandteil meiner Frage/Idee sondern Schritt zwei einer anderen Strategie.

Dann landet das Geld aber auch in der öffentlichen Hand - oder? Und die ist ja komplett unfähig, damit das richtige zu tun. Na ja - ich sage mal statt komplett nur dominant unfähig.

Trickle Down ist auch das du ein Smartphone kaufen kannst für 200 Euro das mehr Rechenkapazität hat als der beste Supercomputer der NASA im Jahr 1980… Just saying.

Niemand zwingt dich seine Produkte zu kaufen :wink:

Niemand zwingt dich für Elon Musk zu arbeiten !

Mehr Transparenz wäre ein Anfang und vielleicht Abbau des Staatssektors der ja vor allem auf Steuerzahlerkosten agiert. Also weniger Bürrokratie oder eben effizientere statt der alten Faxgeräte Mentalität.

Schüttet es halt als BGE aus, dann können alle am freien Markt selbst entscheiden was Sie mit dem Geld machen wollen. Wäre besser als das irgendwelchen Machtgeilen Sozialistischen Staatsbürrokraten zu überlassen die dann am Ende auch nur andere Menschen fremdbestimmen wollen.

Kapitalismus und Markt ist halt Freiheit. Auch wenn du davon etwas überfordert zu sein scheinst. Da die Piraten ja mal als Freiheitspartei gestartet sind stehe ich da immer noch zu. Soziale freie Marktwirtschaft mit BGE. Kapitalismus für alle.

Denn ich halte es für eine unrealistische Utopie das der Staat besser entscheiden kann was gut für mich ist als ich selbst. Das ist dann halt der gesunde realistische Egoismus den es zum Selbstschutz einfach braucht.

WER schüttet das BGE denn aus, bzw. könnte es ausschütten?

Wäre das, absolut gedacht, nicht auch eine unmögliche Utopie?
Der Mensch möchte glücklich sein und manche brauchen dazu eben auch anderes als Realismus.

Aber ja, du hast natürlich recht, ein mehr an Realismus von Fakten und Wissenschaft ist dringend nötig.

Realismus verstehe ich aber dann auch so, dass wir eine Mischung aus sowohl als auch brauchen. Jeglicher Absolutismus ist zum scheitern verurteilt, weil wir Menschen sind, und keine Maschinen, die man programmieren kann.

Gruß
Andi

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Was mich stört ist, dass Du das Wort “Utopie” so extrem negativ
belegst.

Eine Utopie ist ja nichts anderes als eine “Idealvorstellung”, eine
Art “Zielbild” oder eine “Zukunftsvision”.

Wenn wir darüber nachdenken, wie wir in Zukunft leben wollen,
und was uns in Zukunft wichtig ist, dann brauchen wir von dieser
Zukunft ja schon eine Vorstellung. D.h. wir brauchen Grundmaximen
und Visionen. Wenn wir also nicht orientierungslos Politik machen
wollen oder willkürlich und wahllos Entscheidungen treffen wollen,
dann ist eine zugrundeliegende Utopie die Voraussetzung. Die
Utopie gibt ja die Grundorientierung vor. Die Utopie sagt uns ja,
wo wir letztlich hinkommen wollen.

Es gibt ja auch die Utopie, dass jeder an Entscheidungsprozessen
beteiligt sein soll. Es gibt ja auch die Utopie von Rechtsstaat und
Demokratie. Es gibt die Utopie der sozialen Gerechtigkeit, es gibt
die Utopie der kulturellen Teilhabe aller usw.

Nur weil Utopien auch oft mißbraucht wurden, ist es ja nicht so,
dass wir keine Utopien mehr brauchen. Das ist wie mit dem Geld:
Nur weil Geld auch oft mißbraucht wurde, können wir ja nicht
einfach das Geld abschaffen.

Aber ich gebe Dir in einem völlig recht: Neben der Utopie
brauchen wir praktische Ansätze, die auf Wissenschaft und
Realismus beruhen, um unserer Positiv-Utopie näher zu kommen.

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Siehst Du, hier haben wir einen Konflikt mit der “Utopie der Demokratie”:

Ein einzelner, der soviel Macht hat, unterminiert demokratische
Entscheidungen und letztlich die Demokratie. Das genau ist es, was
Elon Musk tut.

Was wäre, wenn Elon Musk sein Geld nicht “in den technischen Fortschritt”
steckt (wobei das ein Thema für sich wäre), sondern damit Trump und
fundamentalitische Religiöse unterstützen würde?

Wie gesagt - und ohne Neid: Ein einzelner, der soviel Macht hat, unterminiert
demokratische Entscheidungen und letztlich die Demokratie. Prinzipiell
sollte das ausgeschlossen sein.

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Ab wie viel Geld darf jemand kein Firmenvorstand mehr sein?

Die Frage stellt sich doch gar nicht, wenn man Obergrenzen für alle einzieht. Alle, die unterhalb dieser Grenze liegen, dürfen alles tun. Und da keiner darüber liegen kann → perfekte Entfaltungsmöglichkeiten für alle.
Reichtum wäre damit nicht abgeschafft. Auf Reichtum begründete Macht wäre hingegen durch die Begrenzung stark minimiert. Oder hast du schon mal einen Multimillionär gesehen, der riesige Fabrikhallen ohne Baugenehmigung in die Landschaft stellen darf oder ein sich eine weltweit aktive SoMe-Plattform kaufen kann?

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Ach so, Leistung darf sich nur bis zu einem bestimmten Punkt lohnen dürfen. Das motiviert Arbeiter natürlich.

Problem: Menschen, die von einer “Obergrenze” für Vermögen reden, verwechseln oft “Vermögen” mit “Geld”. Diesen Fehler scheinst auch du zu machen. Bevor es Alphabet hieß, hatten die beiden Chefs von Google ein symbolisches Gehalt von einem US-Dollar. Vermögen steckt oft in Unternehmen, Immobilien, manchmal Fahrzeugen, Grundstücken und so weiter.

Daraus folgend die Frage: Angenommen, die Obergrenze liegt bei 5 Millionen Euro, aber ich habe hundert Euro auf dem Konto und ein Haus für 6 Millionen Euro: Wie viel Fläche meines Hauses muss ich abschneiden?

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Kennst du jemanden, der mit seiner Hände Arbeit (also einer, der als Arbeiter durchgeht) 0,5…1,0 Mio im Jahr verdient oder 10…50 Mio besitzt? Das waren die von mir vorgeschlagenen Obergrenzen.

Und was heißt eigentlich “lohnen”? Dass wir alle nur noch um’s goldene Kalb tanzen, ist der Grundirrtum der modernen Zeit. Es gab durchaus andere Zeiten.

Sollte ich dieser Verwechslung anheim gefallen sein: Fangen wir doch erst einmal mit dem Barvermögen an und lassen die stofflichen Assets außen vor. Schon das hätte enorme Auswirkungen, weil dann die Geldsäcke (also die, die wirklich GELD besitzen und nicht für einen symbolischen Dollar im Monat arbeiten, dafür Unternehmen besitzen und deshalb vor Suppenküchen anstehen müssen) gezwungen wären, den Großteil ihres gehorteten Gelds in Umlauf zu bringen.
Wir müssen die Multimilliardäre auch nicht von heute auf morgen auf die o.g. Grenzen zurückführen. Eine Vermögensabgabe (Geldvermögen) von 5…10% p.a. bis zum Erreichen der Grenze würde ihnen genug Zeit verschaffen, ihr Geld sinnvoll zu verteilen. Und jetzt fragt euch mal kurz, was unsere Politiker zur Bewältigung der aktuellen Krisen tun.
Irgendwann muss man dann allerdings auch an die Assets rangehen, wenn bestimmte Personen in ungesunder Weise Dinge statt Geld und damit Macht akkumuliert haben. Ein langer Prozess - am Ende schwebt mir so etwas wie die Startrek-Ökonomie als Utopie vor.

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Ich möchte es so ausdrücken: Um in Deutschland den Punkt zu erreichen, eine Million Euro im Jahr zu verdienen (also nicht einfach zu haben), sollte für dieses Geld jemand vorher hart gearbeitet haben.

Ein Unternehmen in Deutschland gründest du wie folgt:

  • Du leihst dir Geld von der Bank (machst also erst mal wirklich viele Schulden), das du nur kriegst, wenn die Bank dein Geschäftsmodell mag. (Und auch dann nicht immer.)
  • Du erarbeitest die Leihgabe zurück, und zwar selbst (denn wirklich viele Angestellte kannst du dir erst mal nicht leisten).

Wenn du dir dann nach ein paar Jahren - vielleicht Jahrzehnten - ein paar Angestellte, Filialen und sonstwas leisten kannst und selbst nicht mehr viel tun musst (das sind die Leute, denen du die Früchte ihrer eigenen Arbeit wegnehmen willst), hast du das nicht irgendwie auch verdient?

“Lohnen” heißt: Wenn ich wüsste, dass alles, was ich jetzt mehr verdiene, vom Staat weggenommen wird, dann mache ich auch nicht mehr. Warum sollte ich auch?

Findest du, die Menschen arbeiten zu viel?

Und zwar - realistisch betrachtet - wie folgt:

  • Weitere Unternehmen werden ihren Sitz von Deutschland ins Ausland verlegen, wo man ihnen ihre erfolgreiche Arbeit nicht madig machen will, indem man ihnen das Geld wegnimmt.

Und damit wäre was gewonnen?

Und das ist ein Naturgesetz? Aber zumindest widerspricht dieses Procedere, diese vemeintlich unerschöpfliche Quelle des WACHSTUM

S, deiner ersten Aussage, als du den Begriff “Arbeiter” in Stellung gebracht hast.

Die Obergrenzen sind also nicht Früchte genug - verstehe. “Genug” ist übrigens das Wort, das wir - so will es der Wachstumswahn - aus unserem Wörterbuch streichen sollten.

Weil sich durch das Abtragen der Geldberge z.B. ein BGE finanzieren ließe? Welche Partei befürwortete gleich vor langer Zeit ein BGE?

Definitiv.

Platz für neue Innovationen, Ende der Strangulation des Mittelstandes. Mehr soziale Gerechtigkeit.

Nein, es ist deutsches Gesetz. Wenn dir die Voraussetzungen missfallen, aus denen Handlungen folgen, solltest du bei den Voraussetzungen und nicht bei den Konsequenzen ansetzen.

Kennst du irgendjemanden, der seinem Chef (oder, wenn er der Chef ist, dem Aufsichtsrat) sagen würde, jetzt reicht’s aber mit der Gehaltserhöhung (“jetzt ist’s genug mit den Früchten”)? Würdest du eine Gehaltserhöhung ausschlagen?

Ein BGE (ich war immer schon dagegen, ganz unabhängig von der Partei) dient der Aufrechterhaltung des Kapitalismus, nicht seiner Überwindung, denn es sorgt dafür, dass jeder an ihm teilhaben kann, was seinen Kritikern letztlich Argumente nimmt. (Dass die Anhebung der untersten Einkommensgrenze von 0 Euro auf, sagen wir, 750 Euro interessante Auswirkungen auf die Inflation haben dürfte, widerspricht übrigens m.E. dem Bild von “abgetragenen Geldbergen”, wird aber aus wohl gutem Grund oft einfach ignoriert.)

Von Unternehmern, die wissen, dass sie mit diesen Innovationen in diesem Land nicht zu reich werden dürfen, sonst nimmst du ihnen das erwirtschaftete Geld weg? Warum sollte ein Unternehmer das tun und mit seinen neuen Innovationen nicht einfach ins Ausland gehen?

Indem du alles oberhalb des Mittelstandes aus dem Land treibst, wird der Mittelstand nicht weniger stranguliert. Guck dir mal an, was der Mittelstand so an Steuern und Abgaben zu zahlen hat. Das Problem ist nicht, dass manche Menschen mehr Geld haben als der Mittelstand, sondern, dass dem Mittelstand zu viel weggenommen wird, was ihn ausbluten lässt.

Wenn du also die, die noch mehr haben, erfolgreich aus dem Land getrieben hast, womit sie hier auch keine Steuern mehr zahlen: Wie genau wird der Mittelstand, der das dann irgendwie auffangen muss, deiner Meinung nach entstranguliert? Ich vermute ja, das Gegenteil ist der Fall.

Es gibt mehrere Arten “sozialer Gerechtigkeit”. Der Einfachheit halber beschränke ich mich auf deine hier vorgebrachte Definition der “sozialen Gerechtigkeit”, die anscheinend ausschließlich finanzieller Natur und nicht zum Beispiel auch abhängig von Bildung, Herkunft und, ja, Einwohnerzahl des eigenen Wohnortes ist (was sehr einfach gedacht ist); dann gibt es immer noch mindestens zwei:

  1. Alle haben gleichwenig Geld, den Rest kriegt der Staat,
  2. alle haben die Chance, ein reiches Arschloch zu werden, und der Staat lässt ihnen dabei möglichst viel Freiraum.

Ich halte wenig von einem reichen, allgegenwärtigen Staat, so lange der Staat sich als Vorgesetzter der Bürger und nicht als ihr Angestellter begreift.

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Sag’ ich doch. KEIN Naturgesetz. Von Menschen gemachte Gesetze sollte man spätestens dann ändern, wenn sie sich für die Mehrheit nicht bewähren. Aber ich denke, du und die Mehrheit dieser Partei findest diese deutschen Gesetze prinzipiell schon OK. Aufmachen zum Ändern… :innocent:

Genau das versuche ich mit meiner “Utopie” der Obergrenzen. Ich würde sehr wohl ein paar “Voraussetzungen”, angeblich in Stein gemeißelte Paradigmen ändern wollen. Ist aber mit dieser Partei nicht zu machen. Ich beschränke deshalb darauf, euch von Zeit zu Zeit ein bisschen auf den Zeiger zu gehen.

Natürlich gibt es solche Leute. In ALLEN Gehaltsgruppen. Ich selbst habe “genug” auch nicht aus meinem Wörterbuch gestrichen. Mehr Arte und 3SAT schauen.

Du willst den Kapitalismus überwinden? Jetzt wird’s ja wirklich interessant…

Kein Widerspruch.

Heftiger Widerspruch - das Geld wird schließlich verteilt, die Akkumulation durch Obergrenzen beendet.

10 bis 50 Mio sind nicht reich? Kann hier mal eine(r) “Reichtum” definieren?

Ach die zahlen Steuern? Kann sein. Prozentual zahle ich vermutlich als Kleinunternehmer mehr.

Weniger Konkurrenz? Weniger Druck, als Sub unbedingt für A. arbeiten zu müssen, die die Preise diktieren? Sein eigenes Ding machen können?

Der Schein trügt.Unbestritten dürfte hingegen sein, dass der Löwenanteil sozialer Ungerechtigkeit finanzieller Natur ist.

Also die Spanne von, sagen wir einem BGE von 1000 Euro für Leute, die partout zu faul oder zu dämlich sind, irgendwas zu tun und Leuten mit einem Jahreseinkommen zwischen 0,5 und 1,0 Mio Euro (Argumentation übertragbar auf das Geldvermögen) kann man weder als “gleich” noch, wenn man wieder die Obergrenzen betrachtet, als “wenig” bezeichnen.

Wie viel ist “möglichst viel”? Keine Obergrenze…hat sich ja bewährt und bewährt sich bestimmt auch in Zukunft, wie man an den krassen Auswüchsen der Gegenwart deutlich erkennen kann - oder?

Ich auch nicht - ist aber ein anderes Thema.

Mich erstaunt, dass wir uns in diesem Punkt einig sind, dass es gesetzlich zu schwer ist, sich per Unternehmensaufbau Reichtum zu erarbeiten. (Siehste, find’ ich gar nicht so “OK”.) Aber gut, Konsens ist wichtig. Aber warum diskutieren wir dann immer noch darüber, irgendwem was wegzunehmen?

(Oder hast du mich falsch verstanden? :wink: )

Wie hoffentlich jeder, der sich politisch engagiert. Sonst wäre das witzlos, außer für den Kontostand.

“Uns”, soso. In welche homogene Gruppe sortierst du die weiteren Teilnehmer dieses Forums denn so ein? Mir gehst du jedenfalls nicht auf den Zeiger, ich mag Diskussionen.

Ich kenne keinen einzigen. Ich würde daraus ableiten wollen, dass diese Menschen nur hypothetisch existieren. Kennst du persönlich Gegenbeispiele?

Ich habe nicht mal einen Fernseher. Das Leben ist zu kurz für ständige Berieselung. Aber das ist eine ganz andere (aber sicherlich auch interessante) Diskussion. :slight_smile:

Das ist eine denkbare Auslegung (edit: typo) des von mir Geschriebenen, trifft aber nicht den Kern. Ich lehne das BGE (mit oder ohne “B” spielt hier tatsächlich keine Rolle mehr) ab, weil es die Inflation noch weiter ausufern ließe, worunter am Ende alle leiden würden. Auch ich. Und ich leide ziemlich ungern, auch wenn man mir das nicht immer anmerkt.

Meine Haltung zum Kapitalismus ist etwas differenzierter, aber würde zu weit vom Thema wegführen. Grundsätzlich finde ich, die Mehrheit sollte ihr System selbst wählen dürfen, und wenn sie halt immer turbokapitalistische Parteien wie die Grünen, die CDU und die "S"PD in ihre Regierungen wählt, rede ich da niemandem rein. Revolution gegen den Willen der Mehrheit hat noch nie jemandem geholfen.

Und warum sollte dann noch jemand hart für sein Geld arbeiten wollen, wenn es eh’ an die verteilt wird, die weniger arbeiten?

Tja, das ist der entscheidende Punkt. Du möchtest Reichtum “umverteilen” (also, rein netto gerechnet, weniger harte Arbeit belohnen und zu harte Arbeit bestrafen, siehe: Unternehmensgründer) und möchtest (davon ausgehend) Reichtum definieren. Ich würd’s ja andersherum machen.

Wirklich schade, dass die Staatskasse mit Euro und nicht mit Prozent gefüllt werden muss, denn das bedeutet, dass die, die viele Steuern zahlen, aber danach immer noch viel haben, für “den Staat” (also auch für die Menschen, die in ihm leben) ein größerer Verlust wären als die, die “prozentual viel zahlen”. Soll heißen: Wenn Erstere gehen, weil Zweitere ihnen das Unternehmerdasein vermiesen wollen, leiden darunter Zweitere, nicht Erstere. Und zwar wirtschaftlich, und zwar in nicht geringem Maße.

Also mehr Monopole, am besten für alles nur noch jeweils 1 Anbieter?

Hast du den Eindruck, dass die marktbeherrschenden Unternehmen in Deutschland, etwa die Telekom und die Deutsche Bahn, nicht besser wären, hätten sie mehr Konkurrenz?

(Wäre die DDR mit mehr Konkurrenz auf dem freien Markt vielleicht jetzt noch existent und nicht in den 80ern pleite gewesen?)

Hippiesque Selbstverwirklichung löst das von mir angesprochene Problem der “fehlenden” Steuern nicht. (Damit wir uns nicht wieder falsch verstehen: Ich finde, der Staat hat zu viel Geld, er legt es nur völlig falsch an. Aber ich bin damit nicht in der Mehrheit, fürchte ich, sonst würde der Staat das lassen.)

Einverstanden.

War falsch formuliert von mir, pardon. Korrigiert: Alle haben höchstens gleichwenig Geld.

Korrekt. Das Problem der Gegenwart sind nicht die Reichen, sondern es ist, dass zu viele Menschen nicht reich sind. (Würden wir dieses Gespräch führen, wenn fast jeder mindestens Millionär wäre?)

Nein, es ist Teil genau dieses Themas: Wie willst du mit weniger Staat mehr “umverteilen”? Ich sehe da einen Zielwiderspruch. Kannst du den auflösen?