Uns verstärkt auf Politik vor Ort und in den Kommunen konzentrieren?

Fortsetzung der Diskussion von Erfolgreiche BundesPR:

Im Prinzip streiten sich mit dem Pressekonzept und der Bundespresse zwei zentristische Konzepte. Das Pressekonzept kommt dann noch hierarchisch daher…will also bestimmen wie die Provinz kommuniziert. Dabei ist doch das was noch geil ist die poliitsche Arbeit vor Ort für die sich niemand interessiert. Man müsste halt auf die übriggebliebenen Kommunalpiraten setzen und das was die arbeiten verbreiten und zur Wirkung bringen. Das ist ausser gelegentliche Retweets der jeweiligen Buddys in beiden zentristischen Konzepten nicht vorgesehen. Meiner meinung nach sollten sich die kommunalen Gruppen ohne BuVos und auch ohne LaVos vernetzen. Der zentristische Kram von links und rechts geht mir auf die Nerven.

Ähnlich ist das mit den Bundesthemensprechern. Mit viel Glück haben die ne AG mit 2 Leuten hinter sich.Die Expertise der Partei (es gibt sie tatsächlich) befindet sich oft ausserhalb der jeweiligen Buddy-bubble. Alles nominell basisdemokratisch aber im Denken und Handeln hierarchische Kackscheisse.
Via @Elfelealuft

Ich denke die Piratenpartei ist völlig ohne Kommunalbeteiligung groß geworden und hat zu diesem Zeitpunkt auch die höchste Zustimmung erhalten. Auf diese politische Arbeit konzentriert sich auch zu einem großen Teil unser Programm.
Die soll jetzt nicht bedeuten, dass wir nicht die Arbeit und die Erfolge der Kommunalpolitiker hervorheben sollten, dies müssen wir sogar. Und helfen vor Ort auch.
Natürlich kann man auch viele Standpunkte aus Landes- und Bundesprogramm nutzen, aber vieles was kommunal interessiert ist, ist in unseren Programmen gar nicht vorhanden.
Und allein wenn wir unsere Ressourcen ehrlich betrachten, wird es sehr schwierig kommunal in Erscheinung zu treten, wenn nicht engagierte Piraten (Witten / Welzheim) vor Ort eine größere “Mannschaft” um sich haben.
Zum Beispiel RLP: Von über 2200 Ortsgemeinden und Städten sind wir in genau 2 1/2 vertreten.
Da wird es schwierig “in Erscheinung” zu treten.

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Daher haben aktive Kommunalverbände oft ein eigenes „Stadtprogramm“, das die akuten Probleme, die sie in ihrer Kommune sehen, mit den Mitteln aus (zum Beispiel) dem Bundesprogramm anzugehen verspricht.

Aber darum geht es in dem zitierten Beitrag meines Erachtens auch gar nicht, sondern um dezentrale Strukturen. So wie das Europa der Regionen, die Piraten der Regionen, aktiv und vernetzt und arbeitend.

Die Piraten traten an, um das Urheberrecht und die Demokratie und die Gesellschaft neu zu denken im Lichte der Digitalisierung. Um die durch Vernetzung ermöglichte schnelle Kommunikation und flachen Strukturen auch in die Politik zu bringen.
Die Schwarmintelligenz, die heute unter Piraten negativ konnotiert ist, war m.E. einst eher die Möglichkeit, dass man auf Augenhöhe jederzeit mit Menschen mit Expertise reden konnte und deren Einschätzungen in die Politik mit einfließen konnten. Eben direkt und dezentral ohne Umwege über Hierarchien. Eben die starren Denkmuster und Entscheidungsprozesse aufhebeln. Ein neues Urheberrecht, neue Wege, um Wissen zu transferieren, neue Wege um Positionen zu finden und Entscheidungen zu treffen. Eben schnell und dezentral selbstorganisierten Netzwerk ohne Hierarchie.

Aber all das ist m.E. verloren gegangen auf dem Weg.

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Im Prinzip ist es doch stets ein Ausweichen auf eigene Strukturen, da man mit den zentralen Strukturen nicht einverstanden ist.
Die Piratenpartei ist in den letzten Jahren immer mehr Top-Down organisiert worden, obwohl es eine Graswurzelbewegung ist.

Der Bundesvorstand ist für alles verantwortlich und vertritt die Partei nach Außen und legt alles fest.
Wer will in solchen Strukturen politisch arbeiten?

Verloren gegangen vielleicht nicht, aber wenn es im “Schwarm” viele verschiedene Meinungen gibt dann verhält dieser sich eben nicht mehr intelligent sondern spaltet sich und arbeitet gegeneinander…

Da hat es halt an verbindlichen Strukturen gefehlt die das entsprechend kanalisieren. Z.B. statt monatelangen Endlos Diskussionen relativ zügig eine Entscheidung herbei zu führen um so das klare Verhältnisse geschaffen werden. Gerade BEO könnte das wenn richtig genutzt ja leisten.

Am Anfang waren Piraten eher aktivistisch geprägt, rund um konkrete Themen. Heute geht es mehr um Programmarbeit dabei braucht man gerade das aktivistische um auch Wähler erreichen zu können die sich für trockene Sachdiskussionen nicht so sehr interessieren.

Kann ich voll unterschreiben.

Aktiv und vernetzt? Tja, da trennt sich die Spreu vom Weizen!
Piraten waren nicht die Politiker, die sich in Schützenvereinen, im Sportvereinen, in Karnevalsvereinen, etc. getummelt haben. Denn dort wird sehr viel “Politik” gemacht, und sein es nur wenn der Abgeordnete vor Ort ein Fass Bier spendet.

Ja, es gibt andere Netzwerke, wie z.B. Attac, der BUND, mehr Demokratie e.V. …
Und ich war/bin in allen dreien mehr oder weniger aktiv.
Die Piratenpartei wurde dort gerne gesehen um z.B. Demos zu organisieren oder Unterschriften zu sammeln. Wenn es aber darum ging, mal etwas gemeinsam zu organisieren, dann wurde es schwierig.
Und dies hatte leider viele Gründe gegen die es oft schwer war anzukämpfen.
Selbst digitale überregionale Gruppen arbeiten mit den Piraten ja auch lieber “im Verborgenen”, als sich in oft gleich lautenden Bestrebungen zusammen zu schließen.
Warum?

Ja, da ist sehr viel verloren gegangen.
Dies hängt aber leider auch damit zusammen, dass wir uns viel zu sehr an vorgegebenen “Strukturen althergebrachter Politik” gehalten haben und da mittlerweile von anderen Parteien nicht mehr zu unterscheiden sind.

Dies würde dann wieder “wie die Faust aufs Auge” (der BuVo bestimmt) zu der Diskussion passen, von der ich diese Diskussion losgelöst habe.

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Was du beschreibst ist halt keine Partei, sondern eine NGO. Dann muß die Piratenpartei ihren Parteistatus aufgeben. Damit fallen viele starre Strukturen und sogenannte Hierarchien weg, leider dann auch die Parteienfianzierung. Mag ja sein, das die sowieso nicht mehr so ins Gewicht fällt und man darauf verzichten kann,

Beenden nicht, aber man kann schneller klar nach außen hin kommunizieren was Sache ist. Umfragen können ja zum Teil diesen Zweck auch erfüllen.

Mein Reden, wenn dies so gemacht würde - zumindest von den Vorständen - würde ich dies sehr begrüßen.
Es würde auch den Ruf der “Chaoten-Partei” abschwächen.

Genau aus diesem Grund habe ich z.B. - in Sömmerda die erneute BGE Abstimmung begrüßt!
Und dies auch im Vorfeld bekräftigt.
Aber…

Wieso ist das was diese Schwarmintelligenz oder die AGs produzieren, angeblich so sinnfrei? Eigentlich bedarf es da nur eines Relevanzfilters. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese PrÖA immer wieder zu einem Machtinstrument verkümmert und höchstens noch die eigene Bubble versorgt. Wenn man Mitarbeit erzeugen will, muss man auch aushalten, dass Mensch sich eine Meinung bildet vs. versucht, die Mehrheit dafür zu gewinnen. Das könnte funktionieren, wenn eine PrÖA verschiedene Strömungen als Plattform vereint. Es gab da schon Versuche. Selbstorganisation ist das Beste, was uns passieren kann. Als Alternative haben wir dann eine SG à la Gefion und Topdown – wie wir gemerkt haben durchaus an der Zielgruppe vorbei.
Gegen einen hauptamtlichen Pressesprecher ist nichts einzuwenden, weil dieser fachlich argumentieren könnte. Aber der Content kommt eben nicht von denen, die in den kleinen Kalender schauen, um überhaupt eine Inspiration zu bekommen.
Alles - auch die Ressortseiten, die ohnehin nur für Eingeweihte aufzufinden sind - zu filtern, bringt es nicht und entmutigt jeden, der hier mitmachen will und kann (gut, ich habe mir eine sehr agile Alternative aufgebaut, die recht stolze Zahlen liefert – aber deswegen erlaube ich mir trotzdem das hier anzumerken).
Sorry falls das wieder jemand in den falschen Hals bekommt.

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Hängt immer davon ab, wie man es aufzieht. Die Piratenpartei Braunschweig zum Beispiel macht meist genau das, beraumt dann aber rechtzeitig Redaktionstage ein und verfasst im Team normalerweise was besseres als „ein Zitat aus der Wikipedia und zwei nichtssagende Zitate von Funktionsträgern“.

Selbst für Redaktion reicht es in anderen Verbänden (und AGs) oft nicht.

Um Politik machen zu können, benötigt man

  • arbeitsfähige Strukturen,
  • fachlich kompetente Leute und
  • Menschen die bereit sind Dinge gemeinsam politische Ziele zu verfolgen.

Arbeitsfähige Strukturen sehe ich auf Bundes- und Landesverbandsebene nicht und mein Eindruck ist, dass der Erfolg in den Kommunen von Einzelpersonen abhängt die wenig Unterstützung durch die Partei haben.

Fachlich kompetente Leute gibt es teilweise noch, aber wir haben viele gute Experten verloren.

Ich sehe mehr Leute die ideologische Diskussionen führen als politische und ich sehe Menschen, die sich gegenseitig dabei blockieren Politik zu machen.

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Nun, das mit dem ideologischen Bullshit ist in der Tat ein Problem. Vielleicht sollte man Ideologiefreiheit ins Grundsatzprogramm aufnehmen, Bezugspunkt sind die Menschenrechte und Grundgesetz … Das könnte man dann den verschiedentlichen Ideologen immer schön um die Ohren hauen wenn mal wieder irgendwelche Ideologie Debatten geführt werden…

Das mag auch an dem Hang zu Endlosdiskussionen und Rechthaberei liegen. Gute Experten wollen eben ihre Ideen durchbringen und sich nicht dauernd vor Leuten die keine Ahnung haben rechtfertigen müssen. Basisdemokratie kann halt auch anstrengend sein…

Es gibt schon so einige AGs die Arbeitsfähig sind und durchaus auch gute Resultate liefern. Für richtige Unterstützung auf Kommunalebene bräuchte es eben mehr aktive Mitglieder, dann würde auch das besser laufen.

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Ich habe mir mal die Mühe gemacht in den letzten Tagen (Wochen) genauer in andere kleine Parteien hineinzuschauen.
Sorry, da sehe ich wesentlich weniger aktive Menschen als bei der PP, aber WENIGE die mehr oder minder ALLES machen.
Was @Fulleren immer wieder beschreibt ist so wie es aussieht in einer “Top-Down-Struktur” sehr viel einfacher zu lösen als bei uns. Deshalb wahrscheinlich auch immer die “Ausreißer” von oben… :imp: :no_good_man:

Und du glaubst, Mehrheits-Entscheidungen würden Diskussionen beenden?
Wie viele “Gegenbeispiele” dazu soll ich aufzählen?

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Schwarmintelligenz ist halt kein Selbstläufer. Die kann man “anzapfen” mit den richtigen Methoden, aber das muss auch wieder irgendwo koordiniert werden. Hat in der Partei kaum funktioniert und es wurde auch erstaunlich wenig erarbeitet, was einen nachhaltigen Effekt hatte. Man kann auch warten, bis sich durch “natürliche Evolution” etwas ergibt, aber das kann dauern…

Beschlossen wurde in dieser Partei schon eine Menge, es scheitert üblicherweise daran, dass sich Leute nicht daran halten oder Dinge einfach nicht umgesetzt werden, was dann auch nicht sanktioniert wird. Ein BPT kann eine Menge beschließen, was dann üblicherweise beim BuVo landet für die Umsetzung. Wenn es nicht passiert, was dann? Da hilft dir ein BEO (der selbst ein Beispiel dafür ist) auch nicht, wenn die Beschlüsse keinen interessieren.

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