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Unmittelbarer Zusammenhang verfehlter Entwicklungshilfe und Migrationsthematik


#1

Die derzeitige Situation - Armutsmigration ist eine unmittelbare Folge von Jahrzehnten völlig verfehlter/fehlgeleiteter Entwicklungshilfepolitik Deutschlands und der EU.
Jedes Jahr werden hunderte von Millionen an Entwicklungshilfe verbrannt, ohne eine ansatzweise nennenswerte Wirkung zu erzielen.
Federführend in D ist hier die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ, welche trotz Neuaufstellung weiterhin fast ungehindert und weitgehend unkontrolliert Millionen an Steuergeldern für hirnrissige und nicht nachhaltige Projekte verbrät.Die Folge ist ein ungebremster Anstieg der Armutsmigration.
Was können wir Piraten tun , um diesen Missstand zu beenden?


#2

Ich finde es ja auch interessant, dass Entwicklungshilfe immer mit Aufträgen an deutsche Firmen verbunden wird. Böse Zungen würden hier von Wirtschaftshilfe sprechen. Hilfe zur Selbsthilfe wäre schon einmal ein wichtiger Schritt.


#3

Das ist sicherlich ein weiterer diskussionswürdiger Punkt, grundsätzlich müssen aber erst mal die Werkzeuge GIZ und DED bzw deren Weisungsgeber im BIZ stärker in die Pflicht genommen werden und Erfolgskontrollen in Bezug auf Nachhaltigkeit eingeführt werden.

Konkretes Beispiel:
2005/6 gab es nach meiner Info ein von der GIZ realisiertes EU Projekt “Förderung der Vermarktung von Cashew, Sheanuss und anderen Cash Crops” in der Sahelzone.Nach meinem Wissen war das Volumen 30 Millionen Euro!!!
Schneller Vorlauf nach 2016: Es gelang mir trotz intensiver Recherche und mannigfaltigen Anfragen bei der GIZ nicht, auch nur EINE Frauenkooperative mit FairTrade oder Biozertifizierung für Sheabutter in Ghana ausfindig zu machen !!!


#4

Na ja - vielleicht sollten wir doch mal auf internationaler Ebene Mindestlöhne fordern. Das wär’ auch mal was Neues. Die AG GO hat vor über 2 Jahren schon mal ein Konzept dazu erarbeitet.


#5

Mindestlöhne und Fair Trade Thematik sind wichtig,gerade im Zusammen mit Armutsmigration.

Jedoch geht es mir hier in erster Linie um konkrete Mindestanforderungen an eine NACHHALTIGE Entwicklungshilfe für die Zielländer und das wir aufhören, mit unseren Steuergeldern Korruption und Mißwirtschaft dort auch noch zu fördern.
Das ist nämlich der Status Quo, egal was diverse Schtreibtischtäter in den Botschaften und im BMIZ
an tollen Erfolgsberichten zur Verschleierung schreiben!!!
Dies gilt sowohl für die Zielländer als auch bei den nationalen Agenturen wie GIZ, welche mit üppigen Gehältern dotierte Akademiker-Posten verkungeln, um dann afrikaweit Touristenattraktionen wie z.B. Wasserfälle mit 2 KW Wasserkraftwerken zu verschandeln!

Übrigens, ich habe nichts dagegen wenn nachhaltige Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft praktiziert wird und als Bonus ein paar Arbeitsplätze bei uns gesichert werden.
Als “Preis” für die Unternehmen hierfür kann ich mir ein paar Ausbildungsplätze in D für junge Menschen aus den Zielländern ( mit Rückkehrverpflichtung + Perspektive) als weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit vorstellen.


#6

Nachhaltige Entwicklungshilfe? Mhm. Im Rahmen des Turbokapitalismus m.E. weder möglich, noch gewünscht. Da würden ja all die schönen Pfründe der kranken Leute (ich meine jetzt die mit der offenen Hand) wegfallen. Geld, das tatsächlich was in den Zielländern bewegt, kommt allenfalls von ein paar NGOs. Alle anderen Maßnahmen befinden sich im Würgegriff des Big Business, dessen erste Devise “es muss sich rechnen” lautet. Was das im Ergebnis bedeutet, kann man überall in der sog. 3. Welt besichtigen.
Man kann das natürlich anprangern und meinen Namensvetter, den CSU-Mann Müller ein bisschen mit Forderungen ärgern, aber ich glaube nicht einmal, dass wir dafür innerhalb dieser Partei eine Plattform finden. Die Behandlung globaler Probleme scheitert nach meiner Beobachtung regelmäßig an der “Besinnung auf die Kernthemen” und neuerdings sogar an Tendenzen, die ich milde “nationalistisch” nennen würde. Außerdem sind die Piraten in 2018 nicht mehr GANZ so bedeutsam (mit 0,37% in 2017).
Was wir natürlich machen können - ab und zu einen Text zu der Thematik verfassen oder über SoMe die Message verbreiten.


#7

Eine gute Entwicklungs Politik war der Herstellung von Technology in die Länder wo die resourcen gefunden werden.dann erst weiter Export das der Länder Mehrwert von ihr eigene resourcen haben.


#8

Das macht auch langfristig ökonomisch mehr sinn
Exakt das habe ich bereits- auf niedrigem level- in Afrika praktiziert,in meinenAugen genau der richtige Ansatz.

Mein 2006 inAl Fashir/ Darfur aus lokal verfügbaren Materialien erstellter Savonius Windrotor wird zwar von gelehrten Experten wegen geringen Wirkungsgrad geschmäht, liefert aber immer noch Strom für Licht in einem IDP Camp , da er von jedem Strassenmechaniker gewartet und repariert werden kann. Kostenpunkt mit 2 LKW Batterien: 950 USD.


#9

Eben die kranken Leute mit den weiten Taschen müssen aus Ihren Position verbannt werden, neben akademisch schwer vorbelasteten Wolkenkuckucksheimern sind gerade die ein Haupthindernis für die Realisierung einer nachhaltigenn Entwicklungspolitik.

Meiner Meinung nach ist eine nachaltige solche ohne ein gesundes Gewinn-Interesse nicht darstellbar.
Es gilt, hierfür Rahmenbedingungen zu schaffen.
Oder kannst Du mir eine NGO nennen die bleibende positive Veränderungen zum Beispiel in Afrika bewirkt hat?

Und machen wir uns nix vor, auch die NGO’s haben Ihre eigene Agenda, sei es religiös oder politisch motivierte.

Denen mit den nationalistischen Tendenzen kann man dann durchaus Heuchelei, schlimmstenfalls Sabotage an der Lösung ihres Brandthemas Armutsmigration unterstellen

Ich habe nicht vor , unbedeutsamer Pirat in einer unbedeutsamen Piraten Partei zu sein - ausser dem Tod gibt es kaum endgültige Zustände!


#10

Ah - ein Kämpfer mit einem kryptischen Namen, der Windrotoren baut. Das macht dich mir sympathisch - völlig ironiefrei. Bin auch in der AG Energiepolitik.
Ja “gesundes Gewinn-Interesse”. Im Prinzip ein netter und vielleicht auch der einzige denkbare Ansatz. “Leben und leben lassen” funktioniert tatsächlich, wenn man es nur will. Die Frage bleibt, wie man die, die es NICHT wollen, dazu ZWINGT.
Und dann sind wir wieder bei der alten Frage nach dem Antagonismus zwischen Volks- und Betriebswirtschaft. Von einer “gesunden globalen Wirtschaft” wage ich gar nicht erst herumzufabulieren. Schwieriges Thema. Gerne morgen weiter.


#11

Moin aus Hannover :slight_smile:

Ich habe auch schon Biogas-Anlagen und Regenwasser Sammelsysteme erstellt…

“Die Frage bleibt, wie man die, die es NICHT wollen, dazu ZWINGT.”

Wie schon von mir angeregt, durch Erstellung von Rahmenbedingung für die Teilhabe von Wirtschaftsunternehmen an Entwicklungshilfeprojekten.

Gesunde globale Wirtschaft wird es nie geben, das sind auch m.E. Trauben, die für realistische Ansätze für uns zu hoch hängen.

Wir Piraten sollten zunächst anstreben , das unser “Haus” BRD in Ordnung gebracht wird, hier hängt es nämlich an allen Ecken und Enden.


#12

Sorry, aber im Zuge der Diskussion sollten wir uns dann zuerst einmal von der mit Gründung der EU erdachten Fabel von “nachhaltiger Entwicklungspolitik” verabschieden. Es war damals schon und ist weiterhin erklärtes Ziel des Pumpen von Steuergeldern ins Ausland die Stärkung der heimischen Wirtschaft. Um die Mär des ewigen Wachstums aufrecht zu erhalten muss exportiert werden, der heimische Markt reicht bei weitem nicht aus. Der europäische auch nicht. Die anderen Länder hatten schon in den 50ern nicht genug Geld, um uns all die schönen Maschinen abzunehmen, also wurden sie “gefördert”, und werden es immer noch. Nichts daran ist nachhaltig, schon aus Prinzip nicht, da wir im Hause BRD ja wachsen wollen. Also muss irgendwer schrumpfen oder klein gehalten werden. Alles andere sind wirklich schöne kleine Märchen, für die NGO´s die richtige Adresse sind.
Möchten wir wirklich global ethisch aktiv werden, müssen wir erstmal unsere Hausaufgaben machen und in der heimischen Wirtschaft aufräumen. Und das setzt m.E. nicht nur die Abkehr vom Wirtschaftswachstum und die Schaffung eines BGO sondern auch eine Umkrempelung im gesellschaftsethischen Verständnis voraus, sprich im Bereich Bildung. Denn das wäre eine Generationenaufgabe. Und wenn das nationalistisch klingt, gerne, denn leider bin ich und sind wir “nur” deutsche Staatsbürger und sehr beschränkt noch europäische, aber unsere unmittelbare Einflusssphäre ist nun mal der deutsche Staat, da können und sollten wir was ändern. Sobald wir europäische oder globale Petitionsrechte oder gar Basisdemokratien haben, bin ich die erste Weltbürgerin, bis dahin aber halt leider nur deutsch… :wink:


#13

Ja - klingt tatsächlich ein bisschen nationalistisch - aber im absolut positiven Sinne. Irgendwo muss man anfangen mit dem Umbau der Wirtschaft. Weg vom Wachstumswahn hin zur Nachhaltigkeit. Nebenbei kann man Wachstum auch völlig anders definieren - zum Beispiel in “qualitatives Wachstum durch mehr Bildung.”


#14

“aber unsere unmittelbare Einflusssphäre ist nun mal der deutsche Staat”

Und genau da sollten wir ansetzen, meine ich ! Die derzeitigen Mißstände habe ich ja schon ansatzweise beschrieben.
Das wir da erst mal mit US-amerikanischer Heuschreckenmentalität in D konfrontiert sind, ist eine traurige Realität, aber kein Hinderungsgrund.
Das mit dem Verzicht auf Wirtschaftswachstum sehe ich anders:

Wenn deutsche Unternehmen als “Preis” für Beteiligung an sinnführenden Projekten(die es im Moment nicht gibt und bisher nicht gegeben hat) z.B. Quoten für Ausbildungsmöglichkeiten von jungen Menschen aus den Zielländern , entweder vor Ort oder in D auferlegt werden,erhalten wir als Kolateralnutzen nicht nur hochqualifizierte Fachkräfte, sondern auch Menschen, welche sicherlich keinen China-Schrott kaufen werden, sondern eher als Multiplikatoren für den Konsum deutscher Produkte und Weitergabe deutscher Wertmaßstäbe und Demokratieverständniss wirken.
Und das wird mittelfristig ein sozial- verträgliches Wirtschaftswachstum nachhaltig sicherstellen .
Lustig , das Du ebenso eine hohe Meinung von NGO 's hast wie ich !

LG
Chris

Deinen gefühlten Nationalismus sehe ich gebenso wie Tensor als positiv und gesund an.