Umgang mit der AfD und Rechtspopulisten?

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Wer Leute umbringt oder den Tod von Menschen begrüsst oder sich von der Tötung von Menschen nicht distanziert oder andere dazu aufhetzt zu töten oder das politische Ziel verfolgt zu töten oder sich von solchen Menschen wählen lassen will, wird ins Abseits gestellt und das ist gut so.

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Die AfD wurde nicht aus dem Volk heraus gebildet, sondern von nationalliberalen Euroskeptikern in Wirtschaftskreisen, zu denen u.a. auch Lucke gehörte. Als dann erste Erfolge erzielt wurden, erfolgte die allmähliche Unterwanderung durch diverse rechte Gruppierungen, die dann letztlich zum Nationalismus nach Art Trump geführt hat. Bedient werden aber weiterhin bevorzugt nationale Wirtschaftslobbyisten. Wenn sich die AfD-Wähler mal deren Programm zu Gemüte führen würden, wären sie sicherlich erstaunt, wie sparsam dort mit sozialen Elementen umgegangen wird. Für sie ist da eigentlich nichts dabei, weswegen sie die AfD wählen sollten. Es wird lediglich Populismus betrieben, der gar nicht umgesetzt werden kann bzw. soll, damit die bekannten Feindbilder immer weiter aufgebauscht werden können. Man kann allen nur wünschen, daß es nie zu “Lieferungen” durch die AfD kommen wird.

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Das ist Faschismus! Es wäre genau das Gegenteil nötig, um diese stark verängstigten Menschen auf die “gute” Seite zu bringen. Ich wäre dafür, dass Menschen nicht mehr vertrieben werden. Darüber spricht wieder keiner. Dann würde man merken, dass vom deutschen Boden aus (Rammstein) Krieg geführt wird. Dagegen könnte man gemeinsam Stellung nehmen. Passiert aber nicht, weil die verbohrten linken und rechten Faschisten den Hass regieren lassen wollen.

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Das ist kein Faschismus. Durch deine Begriffbildung betreibst du die Verharmlosung des Begriffes Faschismus. . In der Piratenpartei, als menschenrechtsorientierter Partei ist meines Erachtens kein Platz für Querfrontler. Also kein Platz für Dich, falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Der Typ der den Lübcke erschossen hat war auch so ein armer verängstigter Mensch. Ich persönlich habe angesichts des auf der rechten Seite auch militärisch erreichten Organiationsgrades kein Interesse an verharmlosendem Gerede. (mehr)

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Für mich sind halt auch solche Leute ein Teil des Volkes. Sie sind nicht für die globalen Überreichen unterwegs. Die heutige AfD schon, genauso wie Trump. Das sehe ich genauso. Ob das nun “rechte Gruppierung” genannt wird ist halt Geschmackssache. Es ist auf jeden Fall wieder Framing, damit man sich auf die Unterschiede konzentriert und nicht auf die Gemeinsamkeiten. Und inhaltlich ist bei der AfD jetzt nichts mehr los. Da gebe ich dir auch recht.

Sie sind TEIL des Volkes.
Man muß ihnen daher klar man, dass das Volk ihre verkorksten Ideen ablehnt.
Wenn man den Unsinn, den sie verbreiten, auch nur ansatzweise ernst nimmt, verfehlt man das Ziel,unmißverständlich auszudrücken, dass ihren Ideen jede ernst zu nehmenden Grundlage fehlt.
Sorry, wenn etwas nach Prüfung wertlos ist, dann ist es halt wertlos.

Ich halte es da gerne mit dem konservativen Söder, und seiner Haltung zur AFD:

https://www.youtube.com/watch?v=HWsf7Jx5nNA&feature=youtu.be&t=820

Wenn das eine CSU kann, dann sollten das Piraten erst recht können.
Und nein, liberal zu sein, heißt nicht jedes menschenrechtsfeindliches Gedankengut freiem Lauf zu lassen.

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Zur Zeit macht Söder ja auch eine erstaunlich “grüne” Politik. Dies ist erst mal ja auch nicht schlecht. Zumindest mal in seinen Aussagen.
Das tatsächliche Handeln an den bayrischen Grenzen, oder im bayrischen Polizeigesetz sieht dann ja doch etwas anders aus.

Die Frage ist, hat er erkannt dass dies schon die richtige Richtung ist,oder versucht er nur, den Grünen ein paar Stimmen abzujagen?
Den für ihn sind die Grünen inzwischen eine viel größere Gefahr als die AfD, die sich auf dem absteigenden Ast befindet oder zumindest stagniert.

Die schwere Niederlage der CSU bei der Landtagswahl aufgrund des von den Bürgern nicht akzeptierten Kurses dürfte bekannt sein.
Der Kurswechsel bei der Europawahl mit entsprechend besserem Ergebnis auch.
Die Politik von Seehofer ist in Bayern trotz konservativem Grundverständnis nicht mehrheitsfähig.

Wo soll da ein Kurswechsel sein?
Von Franz-Josef-Strauß über Streibl, Stoiber, Seehofer zu Söder war Heimat immer von der CSU besetzt.
Bayern war noch nie Bochum, sondern schon grün als es die Grünen noch gar nicht gab.

Sehr gefährlich, da Grüne bei 22%, SPD bei 7% und Linke bei 3%.

Wir reden hier über 15-25% des Volkes, denen hier pauschal erklärt werden soll, dass man sie nicht ernstnehmen kann. Kann man natürlich machen, aber das sorgt nur dafür, dass noch mehr Menschen dazu gebracht werden, den Laden zu wählen. Wenn alle anderen Parteien erklären, dass wer die Blaubraunen wählt, dumm ist, dann gibt es genügend Menschen, die allein deswegen gerade ihr Kreuzchen dort machen, weil sie sich die Meinung nicht diktieren lassen wollen.

Außerdem, wenn ich mir das Kurzprogramm zur BTW 2017 (https://www.afd.de/wp-content/uploads/sites/111/2017/08/AfD_kurzprogramm_a4-quer_210717.pdf) ansehe, dann decken sich allein die Punkte 1.2-1.12 schon weitgehend mit unseren Positionen. Entbehrt unser Programm dann auch jeder ernstzunehmenden Grundlage? (Unten mal eine genauere Aufschlüsselung). Das soll jetzt nicht als AfD-Befürwortung gewertet werden! Aber ihr könnt nicht hinstehen und sagen, alle AfD-Wähler haben nix im Hirn. Es ist wie bei uns auch, die Zustimmung zum Programm liegt in der Regel bei 60-80%. Wer von euch hat bei Wahl-o-mat und Co regelmäßig 100%?

Das Problem mit der AfD ist halt vielmehr, dass ausschließlich die Anti-EU und vor allem die Migrationspolitik deren Außendarstellung dominieren. Sicher ist auch gerade das der Hauptgrund des Zulaufs der Wählerschaft. Angesichts der eher schlechten persönlichen Situation vor allem im Osten ist es realistisch betrachtet verständlich, dass angesichts der hohen Arbeitslosenquote mit Neid auf die Migranten geschielt wird, denen laut Botschaft der Blaubraunen ja “alles hinterhergeworfen wird”. Auch angesichts der PKS-Zahlen und der medial hochgepuschten Einzeltaten liegt die AfD ganz auf der Linie mit den Leuten. Ich sag jetzt nicht, dass man Verständnis für die Wählerschaft haben muss. Ich sag nur, dass man die nicht einfach übergehen kann. Wir reden hier nicht darüber, auf die “Nöte und Ängste” der Leute einzugehen. Eher darüber, denen echte Alternativen zu zeigen. Wenn wir aber 15-25% von vorneherein als verloren ansehen, brauchen wir nicht mehr weiterzumachen.

Ich schätze es so ein, dass 5% überzeugte Rechte sind, die man nie zurückholen kann. Dann sind 10% Protestwähler, die vermutlich latent rechts sind, in der Hauptsache aber einfach alle anderen großen Parteien ablehnen und sich daher der stärksten Oppositon zuwenden, unabhängig deren Positionen. Und dann haben wir den Rest, der aufgrund einzelner medial hochgekochter Themen heute so, morgen so wählt. Vor allem die kann man mit guten Argumenten und sauberer Präsentation vermutlich überzeugen, sich von den Blaubraunen abzukehren. Und machen wir uns nix vor. Wenn die AfD sich nicht so professionell selbst zerlegt, wie wir Piraten es getan haben, dann werden wir die so schnell nicht mehr los, egal wie gern wir das hätten. Die werden sich auf Bundesebene mindestens in Größenordnung der FDP dauerhaft einnisten. Also ist pauschale Generalablehnung keine Lösung, denn das würde nicht funktionieren. Wir müssen aber verhindern, dass die jemals als Koalitionspartner in Frage kommen. Ein AfD-Innenminister wäre ein Fiasko (in anderen Posten natürlich auch).

Gemeinsamkeiten im Programm
Nochmal zurück zum Blaubraunen-BTW Programm von 2017. Ich hab das mal schnell überflogen. Die nachfolgenden Punkte aus dem Kurzprogramm vom Link oben sind ganz oder teilweise Programmbestandteil auch bei den Piraten oder lassen sich zumindest aus den Grundsätzen ableiten:

1.2 - 1.12
4.2 - 4.4
6.5
7.1 - 7.4
8.4
9.2 - 9.4
10.2 - 10.5
11.1 - 11.3, 11.6, 11.8
12.3
13.1, 13.3
14.1, 14.3-14.9

Einige Punkte, z. B. 13.1 enthalten dabei natürlich mehrere Aspekte, die zur Hälfte 1:1 bei uns stehen könnten, deren anderen Hälfte wir aber vollkommen ablehnen. Wie ihr aber seht, sind es alles in allem doch einige Punkte, die wir auch so oder ähnlich vertreten. Deshalb können wir keine pauschale Kritik im Sinne von “Alles was von der AfD kommt ist Scheiße” anbringen. Sonst können wir unser Programm nämlich einstampfen. Außerdem geben wir uns die Blöße, dass auch die Blaubraunen mit dem Finger auf uns zeigen und uns bigotterie vorwerfen können.

Off-Topic, aber trotzdem wichtig:
Übrigens noch ein Hinweis zur allgemeinen Programmarbeit bei den Piraten. Schaut euch das Kurzprogramm mal an und betrachtet die Formulierungsweise und den Aufbau der Punkte. Da wird kurz und knapp beschrieben, was das Problem liegt und wie eine Lösung im groben aussehen könnte, das ganze in 2-3 Abschnitten. Darunter steht nochmal in einem Satz die Kernaussage des Punktes. Im Gegensatz dazu geht allein der Unterabschnitt “Psyche” des Kapitels Gesundheitspolitik bei uns über 13 Einzelabschnitte, in denen alles bis ins kleinste erklärt und “gelöst” wird - obwohl niemals 1:1 das umgesetzt werden kann, was im Programm steht. Daher mein Aufruf: werdet professioneller, orientiert euch bei Antragsformulierung auch mal an anderen Parteien und verzettelt euch nicht im klein klein, sondern kommt zügig auf den Punkt.

P.S.
Auch wenn es für einige jetzt so erscheinen mag, als wär ich hier ein Befürworter der blaubraunen Partei und deren Positionierung, möchte ich mich ausdrücklich von denen distanzieren. Allerdings bin ich kein Mensch, der pauschal “Nazi” ruft und alles ablehnt, sondern sich das ganze Paket ansieht. Und ich bin auch jemand, der selbst einem AfD-Antrag zustimmen würde, wenn sich dessen Inhalt mit unserem Programm und meiner Überzeugung deckt. Würde die AfD also z. B. 1.7 (Lobbyismus eindämmen) so wie im Programm als Antrag einreichen, könnte ich dem zustimmen. Denn mir geht es bei der Politik nicht darum, alles von Ideologien bestimmen zu lassen, sondern darum, das Land zum Wohl der Bürger weiterzubringen. Man muss nicht einer Meinung mit einer Partei sein, kann den Großteil deren Positionen sogar diametral ablehnen, aber auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Viele hier werden dieser Meinung jetzt widersprechen, aber ich darf daran erinnern, dass zum Beispiel im Landtag NRW auch Anträge der Piraten, die teilweise sogar auf Linie anderer Parteien lagen, nur deshalb abgelehnt wurden, weil sie eben von den Piraten kamen. So kommt man einfach nicht weiter. Lösung wäre höchstens, parallel einen gleichlautenden Antrag einzureichen, damit man den Blaubraunen nicht zustimmen muss und denen damit nicht noch mehr Aufmerksamkeit zukommt. Aber das muss dann auch erstmal einer machen. Daher macht euch mal Gedanken, wie hier bei so einem Dilemma vorgehen würdet.

Wenn die Blaubraunen einen Vorschlag haben, der absolut eurer persönlichen Überzeugung und den politischen Grundsätzen der Piratenpartei entspricht, könntet/würdet ihr dem zustimmen oder nicht? Wenn nein, warum nicht?

P.S.S.
Ja, mir ist klar, dass einige mich jetzt sicher vollends in die braune Ecke schieben. Aber die Welt ist einfach nicht schwarz und weiß, sondern hat sehr viele Graustufen dazwischen. Von daher macht, was ihr nicht lassen könnt.

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Nein, dies ist zu einem großen Teil nicht weil es einem schlecht geht, sondern weil man Angst hat dass es einem schlecht gehen könnte.
Ein sehr großer Unterschied!
Denn für Menschen, denen es wirklich schlecht geht kann man eventuell Verständnis aufbringen - aber für Menschen, die sich auf Grund obskurer Statistiken, Berichten und Fake-News schon vorher um ihr “Hab und Gut” betrogen sehen, ist es mir unmöglich Verständnis aufzubringen. Aber für diese Menschen ist dann ja jede Meldung in diese Richtung eine selbst-erfüllende Prophezeiung.

Sonst denke ich, jede Partei hat mit jeder Übereinstimmungen.
Es kommt mir persönlich aber auf den Haupt-Tenor an. Und wenn dann eine Partei nicht in der Lage ist einen Mord, dessen Grund ein positives Migrationskonzept ist, auf das schärfste zu verurteilen, dann ist dieser Tenor für mich so klar, dass mir für diese Partei jedes Verständnis fehlt.
Da sind mir Programmübereinstimmungen egal.

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Die Rechtspopulisten zeichnen 3 elementaren Themenbereiche aus:

a) Ignorierung des Klimawandels

b) Ignorierung des demographischen Wandels

c) Ignorierung der Globalisierung

Angesichts der Notwendigkeiten, wüßte ich jetzt nicht warum man in diesen Feldern nicht handeln sollte und welche Vorteile dies für irgendjemand haben sollte.

Erkläre den Bürgern, warum Straßenlärm und Abgase super sind,
erkläre den Bürgern, warum sie nur noch eine Minirente bekommen und kein Handwerker mehr kommt,
erkläre den Bürgern, warum alle Entscheidungen in Washington, Peking oder Delhi getroffen werden sollen.

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Und genau diese Erklärungen liefern die Blaubraunen: Ich spiel mal Advocatus Diavoli:

Straßenlärm und Abgase sind super, weil man damit auch weiterhin seinen persönlichen Mobilitätsindividualismus ausleben kann. In übergroßen Autos. Da kann man sich toll drin fühlen.

Die Minirente bekommen die Rentner, weil die faulen Beamten so hohe Pensionen bekommen und vor allem, weil die Migranten uns soviel kosten.

Und die Entscheidungen werden andernorts getroffen, weil unseren Politikern die Eier, respektive die Eierstöcke fehlen. Und Merkel muss weg.

Und jetzt kommst du, und erklärst den Bürgern bitte, warum das alles nicht so stimmt und welche einfache, leicht verständliche Lösung du hast, das ganze zu verbessern. Genau an dem einfach und leicht verständlich wird es wohl scheitern, weil alles mit allem zusammenhängt und wenn es eine einfache Lösung gäbe, hätten selbst die Flachpfeifen anderer Parteien die längst gefunden. Der Vorteil am Populismus ist halt, dass man nicht konkret argumentieren muss, sondern nur Feindbilder erschaffen braucht. Und wenn das Migranten sind, wird es umso einfacher.

Hier muss ich wohl zurückrudern. Ich hatte vergessen, dass kürzlich eine Studie herausgefunden hat, dass ein Großteil der Wähler wohl nichtmal zu den Gering- bis Gar-Nix-Verdienern gehört, sondern aus der halbwegs gutsituierten Mittelschicht kommt. Da geht es dann eher um Erhalt des Status. Der Konservative ist nicht offen für Veränderungen, egal ob beeinflussbar wie der Migrantenzufluss oder nicht beeinflussbar wie der Klimawandel.

Wenn du damit die PKS ansprichst, würd ich die nicht als “obskur” bezeichnen. Sie mag ungenau sein, zumal z. B. bei Schlägereien zwischen zwei Flüchtlingen gleich zwei nicht-deutsche Tatverdächtige beteiligt sind und die Zahlen erhöhen, aber im großen und ganzen ist es leider nicht zu verleugnen, dass die Beteiligung Nicht-Deutscher bzw. von Flüchtlingen/Asylbewerbern signifikant höher liegt, als dies der Anteil an der Gesamtbevölkerung vermuten lässt. Und wenn auf 12,2% Anteil an Bevölkerung 34,5% der Tatverdächtigen gehen, seh ich da ein Problem. Rechne ein paar Prozent für Grenzüberschreitende Straftaten weg, aber das Problem ist immer noch zu hoch. Ich seh aber auch, dass rund 93% aller Nichtdeutschen im Land nicht straffällig sind. Und das wird allzuoft vergessen.
Allerdings: PKS-Debatten gehören hier nicht zum Thema und ich komm schon wieder off-topic.

Also stimmst du im Fall der Fälle im Bundestag gegen einen Antrag dieser Partei, auch wenn es genau das ist, was du gern haben möchtest und was auch das ist, was das Volk will und was das Beste wäre? Nur weil der Rest der Parteilinie kacke ist? Ideologie vor Problemlösung?

Wer schreibt denn das?

Das Problem ist, dass man mit ihnen keine Lösungen erarbeiten kann, da sie das Problem an sich abstreiten.

Wie soll es denn bitte funktionieren den CO2-Ausstoß zu verringern. wenn sie gar keine Notwendigkeit erkennen?

Gleiches in den beiden anderen Bereichen.

Du kannst Dich gerne in völlig kontroversen Arbeitsgruppen engagieren. Ich arbeite lieber in Gruppen, in denen ein gewisser Grundkonsenz über den Sinn der zu erarbeitenden Dinge besteht.

Sorry, da hab ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Wie gesagt bin ich als des Teufels Advokat aufgetreten und hab deine Aussagen umgedreht. Der Teil mit "Und jetzt kommst du* " war eher so gemeint, dass jemand™ kaum eine Chance hat, den von den Blaubraunen indoktrinierten Wählern die Argumente wieder auszureden. Der Populismus von denen findet auf einem sehr einfachen Niveau statt, deshalb funktioniert er. Zudem werden auch nur die Probleme angesprochen, aber nicht über Alternativen geredet. Und wie du schon geschrieben hast, da von Partei und den zustimmenden Wählern das Problem verleugnet wird, hast du kaum eine Chance, was anderes zu beweisen und am Besten gleich eine Lösung anzubieten. Zumal jede Lösung das schöne Leben einschränken würde, was per se nicht gewünscht wird. Ergo gewinnen die Populisten sehr leicht.

Es geht dabei nicht um kontroverse Arbeitsgruppen. Die Arbeitsaufgabe ist es, eine Art “Gegenpopulismus” aufzubauen, der blaubraune Punkte entkräftet oder sogar löst, ohne Gleichzeitig alles zu verkomplizieren und/oder teurer zu machen. Dass du sowas mit denen nicht erarbeiten kannst, ist klar. Aber wenn wir mal irgendwann wieder Land sehen wollen, müssen wir eben auf den Boden der Tatsachen zurückkehren und Realpolitik betreiben. Keine Populismus-Politik, real und umsetzbar mit Konzepten und Kompromissen, die für alle Seiten halbwegs akzeptabel sind, reicht völlig.

Und da sind wir wieder bei der Programm-Arbeit. Klar können wir uns sowas wie BGE und offene Grenzen mit Aufnahme aller ankommenden Flüchtlinge ins Programm schreiben. Das wär eine tolle Sache, wenn sie funktionieren würde. Die Realität sieht allerdings anders aus. Bis die Gesellschaft Konzepte wie BGE akzeptiert, wird es mindestens 25 Jahre dauern. Die maximale Aufnahmezahl an Flüchtlingen ist abhängig von der Toleranz der Bevölkerung. Ist da das Level erreicht, wie aktuell, muss man die Zahlen zurückfahren, bis sich die Lage normalisiert hat. Das hatten wir 90 mit Menschen aus Schwarzafrika und ca. ab 94 mit Spätaussiedlern. Nur ohne die Auswirkungen auf die PKS bei den Gewaltverbrechen (Diebstahl ist auch durch Spätaussiedler drastisch angestiegen). Wenn das Volk die Mengen nicht mehr akzeptiert, hast du keine Chance, noch mehr Leute reinzuholen. Dann stärkst du nur die Rechten. Das ist einfach die Realität. Also musst du was anderes finden, mit dem du sowohl die Leute vor dem Ertrinken bewahren, als auch deren Leid lindern kannst. Aufgrund der niederen Akzeptanzschwelle passiert das aber eher nicht in Europa. Fazit: Es ist nicht möglich, Politik gegen den Willen des Volkes zu betreiben, auch wenn sie richtig wäre. Tust du es, bist du irgendwann früher oder später 0,3%-Partei. Siehe uns, siehe SPD, siehe CDU. Die Grüne schwimmen aktuell nur dank der Auswirkungen der Greta-Sekte oben. Eine wirkliche Lösung für das Problem haben die nämlich auch nicht zu bieten. Und hier gibt es auch nichts, dass allem gerecht wird. Was wiederum ein Punkt für die Blaubraunen ist, die den Klimawandel komplett leugnen…obwohl selbst die gerade nachbessern und nur noch vom “menschgemachten” Klimawandel reden.

Es gibt mMn kein wirksames Mittel gegen eine Partei, die mit einfachen Parolen auf ultrakomplexe Probleme antwortet und dem Volk verspricht, dass alles Gute so bleibt, wie es ist und alles schlechte besser wird, wenn man die Ausländer rauswirft. Daher bleibt nur, die eigenen Ideen und Parolen so zu formulieren, dass die Menschen es verstehen und erkennen können, dass sie profitieren, wenn sie das akzeptieren. Und dabei sollte man halt noch halbwegs bei der Wahrheit bleiben, was es unnötig verkompliziert.

Realpolitik ist einfach verdammt schwierig.

*Das du steht natürlich nicht für dich persönlich, sondern synonym für alle.

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Ich habe Dich dafür nicht verteufelt, sondern versucht sachlich zu bleiben.

Entweder man ist Populist und kann das, oder man lässt es sein. Ich kann das nicht.

Persönlich spreche ich mich gegen eine pauschale CO2-Steuer und gegen den Zertifikate-Handel aus, da man mit einer frühzeitgen Abschaltung der Kohlekraftwerke kurzfristig viel mehr erreichen würde.

Keine Ahnung warum man immer wieder gewisse Reizthemen aus dem Keller holt.
“Reizthema BGE”
Es besteht ein großer parteiübergreifender Konsens, dass Hartz IV überarbeitet werden muß.
Wir diskutieren jetzt doch erst einmal, welche “Pflichtauflagen” noch zeitgemäß sind. Und für viele wird doch bald die Altersgrundsicherung ihre bescheidene Rente ersetzen.
Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis alle merken, dass unser klassisches Sozialsystem nicht mehr funktioniert und reformiert werden muß. In dieser Diskussion wird natürlich auch BGE vorkommen.
“Reizthema Kriminalität”
In Bayern dürfen aus gutem Grunde Haftbefehle gegen Frauen nur in München ausgestellt werden.
Möchtest Du Vorsorge gegen Schwer-Kriminalität treffen, solltest Du alle mit XY-Chromosomen ausweisen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Der Rest sind irgendwelche Beziehungstaten.
Reizthema Flüchtlinge

Aktuell ist die Situation so, dass der Level noch nicht erreicht ist.
Bei der Landtagswahl BY hat sich Bevölkerung klar GEGEN eine restriktive Politik ausgesprochen. Das Thema war einfach durch und weiten Teilen der Bevölkerung gehen die fremdenfeindlichen Äußerungen auf den Keks, da völlig unangemessen. Europawahl AfD 8,5%, aktuelle Umfrage BY 9%, wobei das regional extrem unterschiedlich ist.

Es ist nicht das einzige Problem, das aufgrund der Flüchtlingsdiskussion unter die Räder kam.

Das wirksamste Mittel gegen die AfD ist sich auch mit den anderen Themen dieses Landes zu beschäftigen.nachdem die Flüchtlingsthematik einen unangessenen breiten Raum eingenommen hatte und die schlimmen Befürchtungen nicht eingetroffen sind.
Der Wald vor meiner Nase siecht dahin und die nächsten 15 Fichten bekamen ihre tödliche Markierung.
Dies ist die neue Realität.

Nein, wir reden hier von 15 bis 20 % Menschen, die bei Wahlen die Nazipartei wählen. Und bei einer Wahlbeteiligung von 50 bis 70 % …

Meine drei zehnt:

  • Eine demokratisch gewählte Partei muss nicht demokratisch sein.
  • Meinungsfreiheit heisst nicht, jede Art von Menschenhass, Rassismus und co zu tolerieren zu müssen.
  • Wer Nazis wählt, muss sich schon Fragen gefallen lassen, warum dies getan werden - da sheisst ja dann nicht mehr nur “Protest” (“lalala, Protest müsse ja weh tun”)
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Stimmt. Da habt ihr jeweils Recht.

Fazit aus dem Thread:
Lasst den Blaubraunen das Wettern über die Migranten. Lasst den Grünen die Klimahysterie. Beides Felder, die wir weder aus der Welt schaffen, noch wirksam mit unseren Positionen bemerkt werden.

Gefühlt kümmert sich die Politik derzeit ausschließlich um diese zwei Themen. Damit kann man wohl momentan am meisten punkten. Dass wir auch an anderer Stelle Probleme haben, findet in der Presse keine große Aufmerksamkeit. Und auch die Parteien lassen die Themen eher außer acht, wenn man damit nicht in die Medien kommt. Das ergibt eine Nische.

Der beste Weg, mit AfD (und anderen politischen Mitbewerbern) umzugehen, ist also, sich nicht auf deren Schlachtfelder zu begeben, sondern getreu Sun Tzu sich das Gelände selbst auszusuchen. Also: Stürzt euch mit Kompetenz auf die anderen wichtigen Themenfelder, in denen man punkten kann:

  • Hartz IV-Reform
  • Rentenreform inkl. nachgelagerte Besteuerung (Aufregerthema unter Rentnern)
  • Gesundheitswesen
  • Verteidigung
  • prekärer Arbeitsmarkt

Wenn wir es schaffen, mit Kompetenz und Überzeugungskraft den Blick der Öffentlichkeit auf einen dieser Misstände zu lenken, drängt das Thema Migration immer weiter in den Hintergrund, da einfach nicht mehr so viel darüber berichtet wird.

Klar ist es für unsere Partei schwierig zu erreichen, den Fokus auf ein Thema zu bringen. Aber versuchen können wir es ja. Besonders im Gesundheitswesen haben wir starke Positionen und können problemlos den Finger in die Wunden legen. Wir können ja einen “Gesundheitsnotstand” oder “Rentennotstand” ausrufen. Gerade bei letzterem können wir gern den Blick auf die “grauen Schulden” des Staates lenken, so dass das Pensionssystem zusehends kollabieren wird. Wer am lautesten schreit, wird am ehesten gehört. Und die Medien suchen ständig neues Futter. Klima ist ja langsam ausgelutscht, das interessiert nicht mehr. Die Sau ist lang genug durch den Ort getrieben worden. Wenn wer was neues bringt, hat man Chancen. Gerade im Sommerloch.

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Dies ist ein typisches Beispiel, wie falsch Du mit Deinen “Themenempfehlungen” liegst.

Der weltweite Temperaturanstieg ist nicht beendet, Miami, Shanghei, New York und Venedig sind noch nicht im Trockenen. Die Kohlekraftwerke rauchen weiter, die Benziner beherrschen den Lebensraum.

Mir ist Deine Vorgangsweise schon unklar.
Du möchtest an wen bitte welche Themen zur Bearbeitung delegieren?

Wenn wir hier davon schreiben, welchen Umgang wir mit den Rechtspopulisten pflegen sollten, dann kann ich nur jedem, der diese zurückdrängen möchte, empfehlen, sich sachlich auf dem Gebiet demografischen Wandel und soziale Absicherung, der Flüchtlingssituation und der Klimapolitik zu engagieren.

Die Bevölkerung tickt völlig anders als regelmäßig von denen, die in ihrer intoleranten Subkultur leben, behauptet wird.

Das tägliche Zusammenleben mit Syrern, Irakern, Iranern und anderen führt dazu, dass der Bevölkerung die Hetze am Biertisch und den sozialen Medien anwiedert und damit auch die Parteien, die falsche Vorurteile verbreiten.
Eltern, die über die Kitas und Schulen Umgang mit Flüchtlingen haben können sehr wohl beurteilen, ob das Verbrecher sind.

Regional mögen sich ja noch solche Vorurteile halten, es ist doch aber nur eine Frage der Zeit, bis man zunächst höflich und später gröber am Biertisch darauf hinweist, dass man die Hetze als unangenehm empfindet.

Dem deutschen Friseurhandwerk schadet es nicht zu lernen, wie eine Schere und ein Rasiermesser aussieht und wie man damit umgehen sollte.

Rechtspopulismus drängt man nicht zurück, indem man eigene Überzeugungen räumt, sondern indem man sachlich die Irrtümer der Rechtspopulisten offenlegt.

Mit oben genannten Inhalten kann man Rechtspopulismus prima zurückdrängen.
Das merken die ja selber und versuchen da thematisch irgendwie die Kurve zu bekommen, wobei das mit dem Engameent immer schwierig ist, wenn man von den Inhalten nicht überzeugt ist.

Das Thema Klima wird eines der wichtigsten Themen überhaupt, vieles wird mit Innovationsfreude und Technik einfacher sein.
Kompetenz beim damit verbundenen notwendigen Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte wird unentbehrlich sein.

Eingeklemmt sind die Rechtspopulisten auch beim Thema soziale Sicherheit, da sie den Wohlstand ihrer Klientel nicht mit einer verfehlten Politik sichern können und Rechtspopulisten aus der seltsamen Mischung “wohlhabender Bürger” und “sozial abgehängter Bürger” bestehen.

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