Umgang mit der AfD und Rechtspopulisten?

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Ich frage mich gerade wie wir Piraten am besten mit der AfD bzw. anderen Menschenfeindlichen, rechtspopulistischen Bewegungen umgehen sollten.

Wäre es hier besser diese zu ignorieren und uns stattdessen auf unsere Themen zu konzentrieren und diese in den Mittelpunkt zu stellen um so dem Rechtspopulismus keine Bühne für seine Provokationen zu bieten ?

Oder aber sollten wir die Rechten wo immer es auch geht öffentlich konfrontieren und kritisieren ?

Natürlich fahren wir als Piraten besser, wenn wir unsere ursprünglichen Kernthemen in den Vordergrund stellen und diesen so zumindest auch etwas mehr Relevanz verleihen. Mit Themen die vor allem mit anderen Parteien assoziiert werden pusht man in erster Linie durch Medien-Priming solche Themen in der öffentlichen Debatte, mit denen wir keinen Blumentopf gewinnen.

Wenn man sich z.B. mit der AfD auseinandersetzen will, dann sollte man das auf argumentativer Ebene und auf der gesamten Bandbreite des Programms tun und sich nicht auf das Thema Migration beschränken. Denn viele Punkte im Programm der AfD dürften den meisten AfD-Wählern eigentlich nicht gefallen oder sogar selbst schaden. Für uns Piraten heißt das ganz konkret: Was hat die AfD denn schon geleistet in Sachen Digitalisierung? Wie steht sie zur Überwachung, egal ob online oder offline? Wie ist es bei der AfD um die Transparenz der politischen Entscheidungen bestellt? Wären die Bürger in einem Land in dem die AfD regiert freier oder unfreier?

In Anbetracht der Erfolge der AfD “Nazis!” zu schreien oder deren Wähler zu diffamieren hat bislang nicht funktioniert und wird auch in der Zukunft niemanden überzeugen, insbesondere nicht stattdessen Piraten zu wählen.

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Bei uns gibt es keinen Umgang mit der AfD, da sie abgetaucht sind und bei der Stadtratswahl die Prognose für die AfD so zwischen 1 und 2% liegt.
Zumindest lokal ist da bei uns alles tot.

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Sehe ich ganz ähnlich. EIGENE Themen pushen und dabei ab und zu ein paar Seitenhiebe auf die Positionen der anderen Parteien (ich würde das nicht auf die AfD beschränken) austeilen.
Wenn die blaubraunen Banditen allerdings wieder mal Bullshit absondern, der völlig daneben liegt (ich erinnere an das “Mausgerutscht” der Bellatrix von Storch), kann man auch mal frontal reagieren. Aber selbst dabei müssen wir darauf achten, das mit unserer ganz “persönlichen” Piratennote (wieder die EIGENEN Positionen in Stellung bringen) zu tun. Das Einstimmen in einen allgemeinen Chor der Entrüstung würde mMn. nicht viel bringen.

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Dazu mal was “Provokantes”…

Viele der jetzigen AfD Wähler waren mal Piratenwähler - Zumindest als Protest-Wähler Gruppe so eingeordnet.
Warum haben wir auf diese Wählergruppe komplett verzichtet?
Könnten wir nicht wieder den etablierten Parteien fester in den Hintern treten und als Zukunfts-Protestpartei auftreten?

Übrigens war die AfD z.B. beim NetzDG lauter zu hören als wir, gegen Artikel13 waren sie ebenfalls sehr laut, zumindest was Facebook anbelangte und das Thema Bürgerbeteiligung und Direkte Demokratie besetzen sie auch ganz gut.

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Guter Punkt, ich denke das es sicher nicht verkehrt wäre der AfD einige Protestwähler abzunehmen. Bzw den Teil der AfD Wählerschaft welcher recht uninformiert/unpolitisch ist für eher progressive Themen zu gewinnen.

Das würde aber nur mit einer anders gelagerten Öffentlichkeitsarbeit gehen. Einer welche die Menschen mehr Emotional erreicht, d.h im grunde dann auch etwas populistischer ist. Ich finde die Öffentlichkeitsarbeit die wir haben, z.B. von Patrick Breyer inhaltlich sehr gut und sachlich. Aber sehe auch das es nicht die Art von Präsentation ist mit welcher man ein großes Publikum erreicht und die Massen mitnimmt.

Ich erinnere mich das die Piraten da früher mal kreativer waren, z.B. öffentliches Killerschach bei der Killerspieledebatte usw zu veranstalten, das wurde wahrgenommen und auch die Medien haben plötzlich angefangen über die Partei zu berichten. Um das zu erreichen müssten wir daher wieder etwas provokanter und rebellischer in der Öffentlichkeit auftreten.

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Inhaltlich sauber abgrenzen und die Kernthemen Begrenzung der Erderwärmung, Menschenrechte, Selbstbestimmung der sexuellen identität, Freie Wahl des Drogenkonsums, offene Gesellschaft, Hilfe für Flüchtlinge und alles Andere was haters halt so hassen, thematisch nach vorne stellen. Konsequente Strafverfolgung rechter hater einfordern, so müssen z.b. Drohungen mit Mord und Vergewaltgung endlich konsequent angeklagt und mit Gefängnisstrafen geahndet werden. Für die Polizeien müssen externe Ermittunngsstellen geschaffen werden die Gewaltverbrechen und politische Delikte verfolgen. Auch in der Bundeswehr muss konsequent ermittelt und Personen, die einene Staatsstreich anstreben vom Dienst ausgeschlossen werden.

Ich glaube man nennt eine solche Linie auch : “Null-Toleranz-Politik”

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Wir hatten das ja alles schon.
Du kannst beliebig lange mit Personen diskutieren, die einer sachlichen Argumentation nicht zugänglich sind.
Der Ansatz mit Intrigen dann etwas durchsetzen zu wollen ist doch nicht wirklich prickelnd.
Natürlich kann manversuchen, mit Kumpanei und Intrigen Politik zu machen (aufgrund der Ablehnung von Sachargumenten, am Ende wird aber nichts besser und es war Zeitverschwendung.

Wo?
Würde mich mal interessieren wie das gemacht wurdeß

Wurde ja oben schon beschrieben, dass nicht wenige dieser Leute bei uns in der Partei waren. Dann hat man 6 oder 7 Personen am Tisch sitzen, die man ja nicht einfach abwürgen möchten, hört sich das an und teilt dann mit, dass ihre Meinungen nichts mit den Grundsätzen der Piratenpartei zu tun haben.

So wie mit jeder anderen Partei auch: durch demokratischen Diskurs und Argumente.

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Sicher dass wir von Protestwählern reden?
Wussten also die Piraten schon vorher dass sie bei den nächsten Wahlen AfD wählen würden?

Wir wußten, dass ihre Ansichten konträr zu unserem Programm waren.
Und wir sollen jetzt raus gehen, diese Personen populistisch anwerben und dann mitteilen, dass wir ihre Ansichten nicht teilen?

Man kann ja auch den umgekehrten Weg gehen.
Ein Programm erstellen und mit den Personen, bei denen es Zuspruch findet, konstruktiv etwas voranbringen. Diese Methode macht allemal mehr Spaß und das Potential liegt bei 85% der Bevölkerung und nicht bei 15%.

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Wahrscheinlich hast du doch eine andere Definition von Protestwählern als ich.

Warum hat es dann bisher nicht so gut funktioniert?
War das Programm doch bei den 85% nicht kompatibel?
0,7% ist ja nicht so eine gute Ausbeute, oder sehe ich als da was falsch?

Ja, siehst Du falsch.
Mit 85% Bevölkerungsvertretung kannst Du mehr oder weniger konstruktive Politik machen und wird ernst genommen.
Was bringt es sich ins Feld der anderen 15% zu bewegen, die niemand ernst nimmt mit Ausnahme der Talkshows?
Ich kenne definitiv niemanden in meinem politischen Umfeld, der auf politischer Ebene in irgendeiner Weise mit diesem Spektrum zusammenarbeiten möchte.

Es hilft einem nichts 2, 3% oder gar 10% zu bekommen, um am Ende völlig isoliert zu sein. Du setzt dann gar nichts um.
Mit 0,4% geht das deutlich besser.

Richtig - es ist einfacher bei 0,4% eine Zustimmung zu erhalten als bei 2, 3 oder 10% der Wähler.
Nur, was wurde mit 0,4% umgesetzt, was man mit 10% nicht auch hätte umsetzen können? Dann sogar mit mehr Resonanz?

Deine Logik verstehe ich nicht ganz, anscheinend immer noch nicht nachgeschaut, was Protestwähler sind.
Die sind nicht alle AfD Wähler, sondern einfach nur mit der jetzigen Politik unzufrieden, oft Nichtwähler und suchen sich, wenn sie wählen gehen eine Partei aus von der sie glauben dass sie den etablierten Parteien zeigt wo es lang geht.
Aber wenn wir mit 0,4% schon so viel erreichen, auch gut.

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Mir ist nur Deine Logik unerklärlich, warum Populisten, Egoisten, Zukunfts-Verweigerer, Wissenschaftsverweigerer und fremdenfeindliche Personen in der Politik einen größeren Einfluß haben sollten, obwohl ihre Positionen nicht mehrheitsfähig sind.

Was ist jetzt Sinnvolles bei der letzten Bundestagswahl herausgekommen, außer das die Bevölkerungszahl und das Wirtschaftswachstum wieder schrumpfen werden, Deutschland vergreist und der Handwerker eventuell in 5 Wochen vorbeikommt?

Habe ich davon geschrieben?
Oder von den Nichtwählern und Protestwählern, die der etablierten Politik mißtrauen?

Mit diesem Satz stimmst du mir sogar zu, denn noch werden die Gesetze ja nicht von der AfD, also den 15% geschrieben, sondern von anderen Parteien im Bundestag.

So langsam bekomme ich das Gefühl, dass einige Piraten mit einem ganz schönen Tunnelblick durch das Piraten-Leben laufen.

Mein Eindruck ist, dass diejenigen mit Tunnelblick einen unangemessen hohen Einfluß auf die Gesellschaft nehmen und man sich wieder verstärkt um die kümmen sollte, die konstruktive Politik möchten.

JA

Ich hatte bereits oben geschrieben, dass mir diese Menschen begegnet sind.
Ich habe auch brav zugehört und mir eine Meinung gebildet:
a) bei öffentlichen politischen Diskussionen
b) innerhalb der Partei
c) am Infostand.
Ergebnis: Deren Argumentation halte ich für nicht plausibel.
Jetzt kann ich mich wieder um andere Dinge kümmern.

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