Umfrage: Ist Deutschland eine Demokratie?

Tags: #<Tag:0x00007f1327028c80>

In meiner Familie und Freundeskreis da tun immer mehr Menschen sagen das Deutschland ja gar keine Demokratie mehr sei weil ja das Volk ja selbst nix zu sagen hätte. Weil die da oben ja alles hinter verschlossenen Türen aushandeln würden und viele von denen von Lobbyisten gekauft seien. Die Parteien würden ja ohnehin immer ihre Versprechen nach der Wahl brechen und die Bürgerrechte einschränken so weiter.

Was denkt ihr denn davon ? Ist das doofes gerede oder stimmt es ?

Umfrage:
  • Deutschland ist keine Demokratie da Lobbyistisch und Intransparent.
  • Deutschland ist noch eine Demokratie aber durch Lobbyismus und Intransparenz in höchster Gefahr.
  • Deutschland ist eine freiheitliche Demokratie.

0 Teilnehmer

1 Like

Wir sind bestenfalls eine defizitäre Demokratie mit klarer LobbyÜbermacht. Die Probleme wurden insbesondere von der UNION nie ernsthaft angepackt. Sie nennen das “Stabilität”.

Aktuell nehmen das die LINKE und DIE PARTEI noch am besten aufs Korn.

(Beitrag wurde vom Autor zurückgezogen und wird automatisch in 24 Stunden gelöscht, sofern dieser Beitrag nicht gemeldet wird)

Ich würde sagen, Deutschland ist schon eine Demokratie, aber mit viel Verbesserungspotential:

  • Volksrechte (Referendum gegen Gesetzesvorhaben, Volksinitiative für Gesetzesänderungen)
  • Wahlrecht (5%-Hürde, Unterschriftenquoren)
  • Gewaltentrennung (Verquickung von Parlament und Regierung
  • Transparenz der Behörden

In der Schweiz sieht es ähnlich aus, wenn auch andere Dinge verbessert werden müssten:

  • Unabhängigkeit der Justiz
  • Wahlrecht (Prozenthürden, grössere Wahlkreise, Abschaffung Mehrheitswahlrecht)
  • Parteienfinanzierung inkl. Transparenz
  • Transparenz der Behörden
  • Volksrechte (einfachere und digitale Unterschriftensammlung, konstruktive Gesetzesinitiative, Finanzreferendum)
1 Like

Eine Demokratie ist immer so gut, wie das demokratische Verständnis des Volkes, das in der Tat wenig ausgeprägt ist.
Liegt aber nunmal in der Erziehung.
Das Volk lernt Demokratie mit 18, eventuell mit 16 Jahren.
Vorher ist es nunmal verboten, da mutmaßlich unbrauchbar.
Auch im Erwachsenenalter findet Demokratie scheinbar nicht statt, da mutmaßlich unbrauchbar.
Welche Meinung soll dann das Volk von Demokratie haben, wenn es die Vorteile, die demokratisches Verhalten mit sich bringt, gar nicht erlernt hat?

Das trifft auf etwa 40% der Deutschen zu. Sehr viele Nichtwähler sind übrigens Bildungsbürger.

In der Schule hat man uns unsere Demokratie in Idealform vorgestellt, von Kritikbewußtsein keine Spur!

Ne. bei mir nicht. Da werden eben die institutionellen Strukturen vorgestellt um zu zeigen wie es funktioniert. Dass das die Idealform einer Demokratie ist, hat kein Lehrer gesagt. Wenn überhaupt etwas idealisiert wurde, dann war es die Demokratie des antiken Athens in Griechenland (unter dem Vorbehalt das es dort Sklaverei gab).

Zusammengefasst: Das in der Schule zu wenig kritische Bewusstsein gefördert wird ist ein allgemeines Problem. Das hingegen etwas zu idealisiert dargestellt wird, eher weniger.

Uns wurde z.B. die “Gewaltenteilung” in Deutschland als ganz toll und perfekt gelöst verkauft. Die klaren Defizite wurden mit keinem Wort erwähnt.

Welches “uns”? Seid ihr zwei? Wunder mich schon warum immer ihr immer so fix reagiert. Dann welchselt ihr euch wohl mit dem kommentieren ab. Aber bitte nicht falsch verstehen, mich freut es ja, wenn da jemand so viel feedet und reacted.

Ne, bei mir nicht. Man hatte eben weil es nur zwei Stunden über 3 Schuljahre waren, nicht so viel Zeit um aufzuzeigen, wie die Gewaltenteilung in anderen Demokratien austariert ist.

Ein lebendiges Forum halt.

Frag dich doch mal lieber, warum unsere Lehrpläne das nicht hergeben!

Ganz einfach: Die Lehrer würden nicht mehr mit dem dichtgetakteten Lehrplan durchkommen. Ich verstehe aber immer noch nicht ganz warum du dieses “uns” suggerierst. Die Lehrpläne sind ja von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und eben auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewichtet. Dann kommt es auch noch darauf an, welche Schulform und wie lange diese besucht wurde etc.


https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjs9ZeuzoLtAhXNnaQKHYxeDaQQFjAAegQIAxAC&url=https%3A%2F%2Fwww.bundestag.de%2Fresource%2Fblob%2F487700%2Fd782a1c792d2e8b02d26a25ffb1b0835%2Fwd-8-077-16-pdf-data.pdf&usg=AOvVaw2s7On7wTAWjtk4gWLsW9rb

Wer sich nicht selbstständig mit Demokratie beschäftigt, der muss zwangsläufig zu der Sicht kommen. Damit meine ich nicht regelmäßig Nachrichten schauen, sondern zu schauen was NGOs tun und wie erfolgreich sie sind. Dinge, die nur selten in die Mainstreammedien gelangen.

Defakto haben wir noch viele demokratische Möglichkeiten, die auch deutliche Wirkungen zeigen. Aber gleichzeitig ist die Politik so Lobbyhörig, dass diese Möglichkeiten oft stark begrenzt sind. Wie sehr das der Fall ist hängt von den jeweiligen Parteien ab. Als Hauptverursacher (nicht alleiniger Verursacher) sehe ich dabei aber die Union, dank ihrer politischen Macht. Und hier können alle Bürger - also auch unsere Familien und Freundeskreise - mitwirken und sie abwählen. Also entscheiden sich aktuell immer noch viel zu viele Menschen (oft unbewusst) für den Lobbyismus. Und der schadet bereits massiv die Demokratie, weshalb sie nicht mehr “freiheitlich” sein kann.

Ich würde unsere Demokratie mit dem Klimawandel vergleichen. Die Probleme sind schon da und schlimmeres kann verhindert werden. Aber wenn sich langfristig nichts ändert, steuern wir auf eine Katastrophe zu, die zum Worst Case Szenario (Post-Demokratie) mit immer größerer Geschwindigkeit führt.

2 Likes

Stimmt und die UNION hat leider etwa 15% der Deutschen als “Profiteure” ihres Systems und sichere Wähler (macht dann knapp 30% der Wählenden). Die LobbyUNION ist also nur zu entmachten, indem die Opposition endlich ihre Aufgabe wahrnimmt und wir uns nicht weiter künstlich teilen lassen.

Welche Opposition?

1 Like

Ja meine Eltern wählen ja schon seit 50 Jahren immer die CDU/CSU, ist so eine art Tradition die einfach so gemacht wird ohne sich groß zu informieren. Was anderes kommt ja auch nicht infrage, wegen Christlich und so. Hoffe das da jüngere Generationen a bissl Demokratiefähiger sind und öfter mal wechsel wählen tun.

Stimmt.

UNION und christlich?? Fand ich klasse wie Greenpeace ihnen das C klaute!

Genauso schäbig fand ich wie Söder der Kirche drohte, als sie die Rechtsrandfischerei insbesondere der CSU kritisierte.

Über alle undemokratischen Vorgänge in Deutschland hier zu schreiben würde sicherlich den Rahmen sprengen. Ich frage mich oft wo bei diesen Vorgängen unsere freie Presse und der gute, alte Journalismus geblieben ist. Ich bin davon überzeugt, dass es zu einer Demokratie mehr bedarf als fast freie und gleiche Wahlen. Ich pflege immer zu sagen, wer der Wahrheit näher kommen will muss sich fragen, wer profitiert von jenem oder welchem.

1 Like

In einer schlechten Demokratie mit lediglich freien Wahlen sagte mal jemand: “Kaum gewählt und schon gekauft.”

Die Grünen z.B. …

Leider wahr, leider. Ja man schaue mal so dieses Verschlüsselungsverbot. Das würde ja die freie Presse massiv betreffen, gar keinen Informantenschutz mehr… Scheint die aber gar nicht so recht zu stören, sonst gäbe es ja landauf landab kritische Artikel über diese Vorhaben.

1 Like

Ich habe immer das Gefühl, “die Leute” (also viele davon) halten Demokratie für etwas, was man im Laden kaufen kann. Sie sind zu faul, sich ernsthaft mit Politik zu beschäftigen, wählen nach Bauchgefühl und sind dann sauer, wenn die Politiker nicht ihre Interessen vertreten.
Ich weiß nicht, wie oft ich auf kommunaler Ebene gehört habe: “Aber ich habe die doch gewählt, damit die meine Interessen vertreten!” (Mal davon abgesehen, dass eine erschreckende Anzahl meint, Stadtrat wäre ein Vollzeitjob - “Ihr wollt ja nur in den Stadtrat, damit ihr nicht arbeiten müsst!!!”).
Wenn man den Leuten anbietet, doch irgendwo aktiv mitzumachen, dann erklären die meisten, dass ihnen dafür die Zeit und ihr Leben zu schade sind. Aber es ist diese Erwartungshaltung da, dass sich die Politiker ihrer Probleme annehmen - bevorzugt proaktiv und fürsorglich.
Ich weiß, dass das alles defätistisch klingt, aber fünf Jahre Kommunalpolitik, wo man tatsächlich noch jeden Tag den Wählern über den Weg läuft, waren echt ernüchternd. Und ja, die Demokratie ist deutlich verbesserungsfähig.

1 Like