Umfrage: Ausgangssperren gegen Corona?

Tags: #<Tag:0x00007f2910655690>

Während die einen Vorräte Hamstern und sich aus dem öffentlichen Leben zurück ziehen um sich und ihre Familie vor dem Virus zu schützen nehmen andere die Situation gar nicht ernst und treffen sich in den Stadtparks um zusammen Corona Partys zu feiern.

Das jetzt viele Menschen u.a auch so einige Schüler die Schließung der Schulen nutzen um sich zum Feiern zu treffen wird von vielen als rücksichtslos und egoistisch kritisiert da so vor allem ältere bzw. Menschen mit Vorerkrankung wissentlich in Gefahr gebracht werden.

Als Reaktion darauf werden zunehmend Ausgangssperren nach dem Vorbild von Italien und Frankreich gefordert welche auch von der Polizei bzw. Bundeswehr mit Bußgeldern durchgesetzt werden sollen. Dies wäre natürlich ein sehr weitreichender Eingriff in die Freiheitsrechte eines jeden einzelnen. Gerade für die Piratenpartei als Freiheitspartei dürfte diese Frage daher höchst interessant sein.

Was denkt ihr, soll der Staat in dieser Notlage streng durchgreifen und vorrübergehend die Freiheitsrechte einschränken um die Sicherheit gefährdeter Gruppen zu gewährleisten oder ist hier die Freiheit des einzelnen höher einzuschätzen und eine Ausgangssperre abzulehnen ?

  • Ich lehne Ausgangssperren ab.
  • Ausgangssperren sind jetzt notwendig.
  • Enthaltung/Unentschlossen

0 Teilnehmer

Ausgangs-Sperren sollte man nur über Neurotypische verhängen. Die in ignoranter Selbstsucht der Gesellschaft Schaden zuzufügen. Um selber Spaß zu haben oder nur an sich denken. Weil sie an Kassen drängeln oder in Bussen und Zügen ganze Abteile und Abschnitte ohne die vorgegebenen Abstände einzuhalten besetzen.

1 Like

es macht einen großen Unterschied aus ob ich jetzt alleine Spaziren gehe und mich von Menschenmassen fernhalte oder ob ich mich mit gruppen im Park treffe. Auch regional gibt es hier einige Unterschiede. Werend man aus Städten wie z.B. Stuttart oder Berlin Bilder von prall gefüllten Parks und öffentlichen Plätzen findet, gibt es z.B in meiner Stadt (ca. 30.000 Einwohner) keine Probleme. Am ersten Tag der Kita-Schliesungen haben sich Eltern und Kinder zwar noch auf Spielplätzen getroffen nachdem diese dann aber geschlossen wurden verhalten sich die Leute jetzt vernünftig.

Wenn es Also zu Ausgangssperren kommt sollten diese von den Komunen beschlossen werden in denen sich die Bürger nicht an Empehlungen halten und es muss Ausnahmen für Einzelpersonen geben.

Die Politiker holen aber die ganz große Keule heraus und verhängen bundesweite Ausgangssperren.
Hartes Vorgehen, whatever it takes, ist ja allseits beliebt.

Wenn man bei 0,25 Promille und freien Bettenkapazitäten mit der Ausgangssperre (gelockert durch Ausnahmen) beginnt und 60 bis 70% Erkrankte erwartet, dann kann man gespannt sein, wie es denn in 14 Tagen weiter geht.

Warum man hier immer 60-70% erkrankte erwartet verstehe ich nicht. Wir sehen ja das in Italien schon bei einigen zehntausend das Gesundheitssystem zusammenbricht und Leichenberge produziert werden.
Die Asiatischen Staaten haben es ja geschafft die Zahl der Infizierten auf einem relativ niedrigen Level zu stabilisieren und dann das öffentliche Leben wieder zu starten. Denke, wir werden kaum umhin kommen das hier ähnlich zu organisieren.

Das ist doch stark zu bezweifeln.
Obwohl China keine internen Übertragungen meldet ist der Verkehr als auch die Produktion weit weg von jeder Normalität.
Es tragen weiterhin alle Mundschutz.
Man hat aber den wirtschaftlichen Schaden erkannt, den so eine Ausgangssperre erzeugt. Statistisch fallen in China 200.000 oder 500.000 Tote kaum ins Gewicht, das sind weniger, als die niedrigere Geburtenrate bewirkt.
In totalitären Staaten geht man einfach darüber hinweg.

Übrigens genauso, wie man großzügig bei uns über die normalen Influenza-Toten hinweggeangen ist. Irgendwann wird nur noch grob geschätzt und es in Kauf genommen.
Auch wenn man Grippeimpfungen bewirbt.

Das Gesundheitssystem war regional darauf nicht vorbereitet, so wie das Gesundheitssystem in vielen Ländern nicht darauf vorbereitet ist.
Wobei jedes Gesundheitssystem ab einem bestimmten Punkt überlastet sein wird.

Kurz vor einer solchen Überforderung halte ich auch Ausgangssperren für sinnvoll, denn die Überlastung des Gesundheitssystem ist ein tatsächlicher und objektiver Notstand, der bei einer solchen Pandemie früher oder später je nach Qualität des Gesundheitssystems eintritt.

Der Schlüssel zu dem was die Asiatischen Staaten geschafft haben ist sehr schnell sehr viele Tests zu machen und dann gezielt die Virusträger zu isolieren.
In Deutschland wird zu wenig und zu langsam getestet. Deshalb klappt das hier nicht.

1 Like

ich finde diesen Artikel hier sehr lesenswert, für Hintergrundwissen zum Zusammenhang zwischen Infektionsszahlen und Maßnahmen

Ihr fragt, woher die 60 - 70% kommen? Ganz einfach, die müssen eigentlich kommen. Und sogar noch auf mindestens 95% ansteigen. Oder man findet bald einen Impfstoff. Nur momentan muss halt die Kurve flachgehalten werden, weil weder der noch ausreichende Krankenhauskapazitäten vorhanden sind. Kann man hier nachlesen.

https://www.quarks.de/gesellschaft/wissenschaft/darum-ist-die-corona-pandemie-nicht-in-wenigen-wochen-vorbei/

3 Likes

Politik

Link zum Video

So ist es:
Die Forscher um Ferguson schlagen daher eine flexible Strategie vor, um die Situation in den Griff zu bekommen. Eine starke Kontaktreduzierung und die Schließung der Schulen und Universitäten würde daher über einen längeren Zeitraum immer wieder verhängt und aufgehoben.

Im Prinzip muß die Menge der Neu-Infektionen gemanaget werden, bei der Ausgangssperren abwechselnd für 14 Tagen verhängt, dann wieder gelockert, dann wieder verhängt werden etc.
Wenn man aber bereits unten im Tal beginnt ist man aus dem sinnvollen Rhythmus und hat dann in 4 Wochen ein Problem, wenn die Zahlen hochlaufen und die Bevölkerung als auch die Wirtschaft das nicht mehr mitmachen wollen.

Zwei Links dazu als Denkanstoß:

Kolumne von Sascha Lobo:

Artikel auf Verfassungsblog.de:
https://verfassungsblog.de/freiheitsrechte-ade/

Eine Variante mit Versammlungsverbot wäre vollkommen ausreichend.

äh genau, diesen Link wollte ich einfügen.

Egal ob 69% 70% oder 95% Singapur und Taiwan zeigen das die zahlen bei konsequentem vorgehen und weit verbreiteten Massentests auch ohne Ausgangssperren für die Allgemeinheit auf einem recht niedrigen Niveau stabilisiert werden können. Das öffentliche leben findet weiter statt, es werden dann eben hunderttausende getestet und dort wo das Virus auftritt punktuelle Quarantäne angeordnet.

Die Zeit bis zu einem Impfstoff lässt sich so ziemlich gut überbrücken ohne all zu drastische Einschränkungen der Freiheit.

Das in Deutschland eine Ausgangssperre kommt ist logisch, das ist der aller letzte Ausweg wenn es keinerlei anderen Optionen mehr gibt. Hoffentlich wird die so gewonnene Zeit genutzt um die Produktionskapazitäten der Tests so auszuweiten das diese wie in Asien dann massenhaft zur Anwendung kommen können um mögliche neu entstehende Cluster sehr früh zu erkennen und eindämmen zu können.

Bitte mal nachrechnen

Die Maßnahmen der zuständigen Regierungen und Behörden, haben erst am 16.03 begonnen und wurden teilweise erst zum 18.03. umgesetzt. Angesichts einer Inkubationszeit die Schwerpunktmäßig bei 5-6 Tagen liegt, sind vor dem 22.03. oder sogar dem 25.03. die Effekte der Maßnahmen gar nicht zu sehen. Am Wochenende scheinen die Testlabore (oder die Stellen die die Ergebnisse veröffentlichen) nicht zu arbeiten, so dass wir möglicherweise erst am am 24.03. Zahlen haben, die eine Aussagekraft haben. Dann können wir vermutlich erstmals beurteilen ob die ersten Maßnahmen geholfen haben.

Die Diskussion finde überflüssig. Wir dürfen unseren Wähler besser informieren.

Warum die Sterberate in D so zur Zeit noch so niedrig ist

https://www.ft.com/content/c0755b30-69bb-11ea-800d-da70cff6e4d3?fbclid=IwAR1hIjdt7vG2-SD41OHXnQJ5hq0VStAOiOGyOlhcYTYs6gbBuP4XQIM88pA

Italien ist seit dem 9. März im lockdown.
Spanien seit dem 15. März

14 Tage lockdown ist hilfreich, löst aber dauerhaft das Problem nicht.
In der am stärksten betroffenen italienischen Region, der Lombardei, sind bisher ca. 2,4 Promille der Bevölkerung erkrankt.
Ca. 2500 sind bisher gestorben.
Wenn 4x soviel erkrankt sind, sind ca. 1% der Bevölkerung für einige Zeit immun…

Am Ende zählt einzig der Anteil der Verstorbenen gemessen an der Gesamtbevölkerung und der ist in China gemessen an anderen Ländern eindeutig zu gering.