These zu aktuellen Wahlen

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Die AfD schürrt Ressentiments. Ressentiments sind rechts. d.h. Reaktionär.
Das was du nennst, sind faule Eier. Lockmittel die in so schönen Farben, wie Ostereier angemalt sind, innen aber faul sind. Hat man ja in Österreich und Italien schön sehen können.

Wer tut das nicht?

Die SPD schürt Ressentiments gegen Reiche.
Die Grünen schüren Ressentiments gegen Arme, die sich nur einen Diesel leisten können und kein Elektrosonstwas.
Die CDU schürt Ressentiments gegen Flüchtlinge.
Die FDP schürt Ressentiments gegen Nichtapotheker.
Piraten - entschuldige: “Piraten” - schüren neuerdings Ressentiments gegen Menschen, die “falsch wählen”.

Nennt man Wahlkampf. Ohne ausgemachten politischen Gegner kein Wahlkampf. Isso ™.

Nennt man Wahlversprechen.

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Für mich ist die AfD in gewisser Weise auch nur der andere Januskopf der Piratenpartei, der Ungute und Destruktive.

Sicherlich ist das ein Januskopf. Die programmatischen Überschneidungen sind ja auch durchaus bemerkenswert. Um so wichtiger ist es, dass wir unser Selbstverständnis nicht daraus ziehen, “nicht die AfD” zu sein. Denn “nicht die AfD” sind wirklich genug andere Parteien, da braucht der Wähler uns nicht. Wir müssen ein inhaltliches Gegenangebot machen. Ohne Gegenangebote nimmt der Wähler halt das Angebot.

(Ob das “Nazis!”-Geblöke prominenter Piraten im Wahlkampf jetzt unbedingt als “nicht destruktiv” zu werten ist, überlasse ich Historikern.)

Die AfD kann eben ziemlich leicht geschlagen werden, wenn es darum geht die Demokratie und individuelle Rechte weiterzuentwickeln. Das ist der faule und autoritäre Kern der AfD.

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Echt? Die AfD, die sich ebenso gegen Uploadfilter wie für mehr direkte Demokratie einsetzt, hat beim Thema “Demokratie und individuelle Rechte” einen faulen und autoritären Kern, der sie von CDU/CSU, SPD, Olivgrünen, “Linken” und F.D.P. unterscheidet?

Worin besteht der?

Schaute heute ein paar Analyserunden und der generelle Tenor scheint zu sein, dass diese parteiübergreifenden Anti-AfD-Aktionen tendenziell den Parteien des Ministerpräsidenten helfen, weil bekanntes, “garantiert demokratisches” Gesicht, etc.

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Direkte Demokratie ist nicht unbedingt eine Weiterentwicklung der parlamentarischen Demokratie, wenn sie zu simplifziert auf “Nein” und “Ja”-Fragen ohne Initiativrecht (so verkommen dann Referenden nur noch zu Regierungsbestätigungen, siehe Ungarn, Polen und UK) wird. SPD, Linke, Grüne tun in jedem Fall mehr für individuelle Rechte, als die AfD, welche die Gesellschaft in Bürger und Extreme einteilt und einen Björn Höcke in ihren Reihen hat.

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Je nachdem, mit wem zusammen sie gerade regieren, nicht wahr?
Wo finde ich eigentlich die Beschlüsse der SPD, der Linken und der Grünen in den Ländern, in denen sie regieren, für mehr Bürgerbeteiligung und weniger Internetzensur?

Jede Partei hat Spinner. Die SPD hatte sich einen Thilo Sarrazin eingetreten, Piraten haben meines Wissens ja auch große Probleme beim Loswerden von allzu lauten Schreihälsen. Dass Björn Höcke der AfD schadet, ist eine Annahme, die auch ich teile. Aber eine Partei an einzelnen Köpfen festmachen - puh!

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Aber eben all das kann die AfD nur machen, weil es die SPD nicht macht. Die AfD ist ein amorphes Wesen aus reaktionären Tendenzen in der Integrations- und Einwanderungspolitik und progressiven Einschüben, da sie das in der Opposition mitaufnehmen können und nirgendwo in Koalitionen mit konservativen Parteien festhängen.

Genau das ist der Punkt. Wie gesagt: Der AfD setzt zurzeit programmatisch niemand etwas entgegen. Von linksaußen (sowieso) bis rechts von der AfD (CDU) gibt es da nirgends ein: Wähler haben $Problem, die AfD widmet sich $Problem, wir als $anderePartei beantworten $Problem wie folgt…

Nein, das wäre ja konstruktiv. Stattdessen Schnappatmung. Wahlkämpfer, die aussehen wie Goldfische im Aquarium. Kein schöner Anblick. Und dann, wenn die Schnappatmung kurz mal eine Pause macht, kommt Gesabber raus wie:

  • “Wer das Problem hat, ist Nazi!”
  • “Wer jemanden wählt, der seine persönlichen Befindlichkeiten behandelt, ist Nazi!”

(Kann beliebig variiert werden.)

Und dann am Wahlabend die große Überraschung, dass das gar nicht zum Wählerangeln taugt.

Wo finde ich zum Beispiel im vergangenen sächsischen Wahlkampf auch nur den Hauch einer Andeutung zum Thema Demokratie? “Wir sind ja voll für Demokratie, aber die da sollen nicht mitreden!”

Schnappatmung. Goldfische. Hättest du die Piraten gewählt, wenn du sie als Sachse nur aus dem Wahlkampf gekannt hättest?

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Höhö, welcher Wahlkampf? Würden zumindest die meisten Leute antworten. Die Mehrheit der Sachsen dürften nichtmal ein einziges Wahlplakat gefunden haben.

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Das ist auch erst mal nicht so schlimm. Plakate halte ich für Ressourcenverschwendung. Regionsweise hängt da alle drei Meter derselbe Grinsekopf, unten drunter Name und Parteilogo. Wem nützt das? Dem Wähler? Haha, wie denn?

Exkurs und Rückgriff:
Es gibt auch im dreidimensionalen Raum Körper die nur zwei Pole haben, z.B. eine Kugel die sich dreht, genannt Erde.

Noch eine Paralelle zum Poltischen. In der Mitte dieses Körpers lässt es sich nicht so gut leben (da ist es ziemlich heiß) und die Pole braucht man zum Navigieren, da orientiert man sich nicht am Kern. Es heißt schließlich politischer Kompass.

So gut wie alle setzen der AfD eine sinnvolle programmatische Politik entgegen.

Wenn die Jugend merkt, dass ihre Zukunft mit dieser Politik zerstört wird, kann sie einfach dieses Land verlassen und die Deutschen im Regen sitzen lassen.

Und “sinnvoll” ist, was wer bestimmt? Du? Die AfD? Die Grünen? Greta Thunberg? Ed Sheeran? Nein, richtig: Der Wähler. Und jetzt guck mal die Ergebnisse an. Weitere Fragen zum Sinn der Gegenangebote?

Nachtrag: Manchmal macht der Ton die Musik. Als Nichtsachse habe ich aus Sachsen nur ein “die böse AfD ist böse!” gelesen, keineswegs ein “wir sind eine gute Partei, weil …”.

Wenn ich mir die Jugend so ansehe, wäre das wahrscheinlich nicht mal schlecht für den Bildungsdurchschnitt.

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Dem widerspreche ich auch nicht, aber es ist die einfachste Form präsent zu sein. Ich wollt damit nur sagen, dass es quasi keinen Wahlkampf, bis auf ganz wenige Aktionen gab - die zudem bei den meisten Wählern ungesehen blieben.

Plakate nützen immerhin Kleinparteien soviel um zu sagen “uns gibts noch”. Für viel mehr taugen die aber tatsächlich nicht (und gerade Großparteien könnten die Umwelt schonen indem sie den Müll nicht überall aufhängen).

@anon90291082:
Es wird langsam mühseelig…
Du sprachst davon, dass man “alles” in der Politik auf 2 Pole herunterbrechen kann - dem ist nicht so. Es gibt Dinge die “kann” man auf 2 Pole herunterbrechen, es gibt auch andere die haben mehr.

Die “echte” Mitte, welche aktuell von keiner größeren Partei angestrebt wird, ist eigentlich die, bei der sich die Mehrheit wohlfüllen könnte. Man spricht ja nicht grundlos von “goldener Mitte” in einigen Sachverhalten. :wink:

Sinnvoll ist weder eine Politik “Diesel ist super” noch das Herstellen von Gütern “nur für Deutsche”.

Siehst Du, genau aus dem Grunde bekommt die AfD die Kurve nicht und sägt sich den eigenen Ast ab.

Hier auf der Erde kenne ich nur Dinge mit zwei Polen. Ich habe aber in einer Doku von Planeten gehört, die mehrere Pole haben. Die waren aber meist nicht sonderlich lebenswert und stabil. Das sind dann auch keine Achsenpole mehr, sondern Magnetpole. Ich habe es auf jedenfall nicht komplett verstanden.

Hier wars: https://www.golem.de/news/juno-jupiter-hat-zwei-magnetische-suedpole-1809-136454.html

Du bist beim Wähler nicht präsent, wenn du dein Gesicht an eine Laterne stempelst - oder, sagen wir, nicht präsenter als die dicke Azubine beim Metzger, bei dem er am Abend vor der Wahl noch 'n Pfund Hack gekauft hat.

“OHOHO! DEM SEIN GESICHT KENN ICH! DA MACH ICH MEIN KREUZ!” - das geht auf Kommunalebene vielleicht gut, aber bei allem größeren kannst du dir sicher sein, dass der Wähler von jeder Partei schon mal eine Fresse irgendwo gesehen hat. Und dann? Schönheitswettbewerb? Schlammcatchen? Oder doch lieber Inhalte? Und genau die stehen da selten drauf… klar, warum auch? Ist ja nur Politik.

Nenn mir mal eine einzige Partei, deren Programm keinen Schwachsinn enthält. Ich nenne dann gern Gegenbeispiele aus ebendiesem Programm. Blöd halt, dass jeder etwas anderes für sinnvoll hält. Sonst gäb’s ja auch nur eine Partei …

Nachtrag: Diesel hat schon Vorteile gegenüber (z.B.) Elektro, gerade für untere Einkommensbereiche. Diesel gegen Benzin ist eine andere Diskussion, nur zur Sicherheit. :wink: