These zu aktuellen Wahlen

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These: Das Verschreien einer Wahl, als Wahl für oder gegen die AfD, nutzt in erster Linie der AfD, weil sich mehr Leute darüber informieren, ob die AfD für sie eine Option ist und schadet ganz enorm den kleinen Parteien (wie uns) mit geringer oder marginaler Chance auf Parlamentseinzug, da die Bürger, die gegen die AfD wählen, ihre Stimme lieber einer Partei geben, die mit 99%iger Sicherheit einzieht.

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Kann ich auch nicht ansatzweise erkennen.
Die Stimmen gehen der Piratenpartei einzig in den Stimmkreisen verloren, in denen kein oder wenig Wahlkampfoffline gemacht wird.

Und dass Medien primär an Katastrophenberichterstattung interessiert sind, sollte auch niemanden mehr überraschen. Das betreibt man bis zur Katastrophe.

Ja und nein. Ich kann mich an Aufrufe wie von Campact erinnern, die dazu aufgerufen haben Parteien jenseits der 5% zu wählen, damit die AfD weniger Stimmen bekommt. Also es gibt durchaus Belege für deine These. Allerdings wäre es naiv zu glauben, dass die AfD alleine deshalb stärker wird oder das alleine deshalb kleine Parteien nicht wachsen können.

Die komplette Diskussion um die AfD erledigt sich automatisch, wenn SPD und CDU, sowohl auf Bundesebene als auch auf Länderebene, wieder mehr auf Konfrontation gehen. Es kann einfach nicht sein, dass es drei große Koalitionen hinter einander gibt. Da fasse ich mir schon seit 10 Jahren an den Kopf und finde das einen Skandal.

Zusammengefasst: Kleine Parteien entstehen nur, weil große Parteien sie entstehen lassen, da sie zu sehr in den Mitte rücken und sich dort gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Ich halte z.B. nichts von Habeck’s These, dass das Parteienfeld immer vielfältiger und differenzierter wird. In der Politik lässt sich alles auf zwei Pole runterbrechen, da hat sich nichts geändert.

Das sehe ich anders. Ich persönlich habe das “links-rechts-Spektrum” schon lange zweidimmensional für mich gemacht - nur um die klassischen Parteien besser abzubilden. Damit ist CDU und SPD definitiv nicht mehr “Mitte”, sondern “oben” bei den Kapitalisten. SPD ist dort dank ihrer “Spitze”, die sich von der Basis gelöst hat. Damit gibt es momentan keine Großpartei der Mitte.

Naja, dass hat doch beides miteinander zu tun. Die Parteien SPD und CDU rücken doch in die Mitte, weil sie in die Regierung (“Oben”) möchten und nicht in die Opposition. Die Opposition ist verpönnt, weil sie das “Unten” ist.

Der demokratische Code ist: Regierung/Opposition. Wenn dieser Code nicht eingehalten werden möchte, dann kriselt das System bzw. andere übernehmen die Rolle des Oppositionsführer.

In einer Demokratie gibt es keine Mitte! Es gibt eine Opposition und eine Regierung. Das sollen zwei Pole sein und keine Mitte! Die Mitte ist eine Legende der Volksparteien.

Entschuldige bitte, ich habe aus meiner grafische Vorstellung 1:1 geschrieben. Im Kopf war ein Koordinatensystem und ich für meinen Teil habe oben einfach “Kapitalisten” drangeschrieben. Bedeutet “oben” ist bei mir nicht die Regierung, sondern nur die Tendenz zum Kapitalismus gemeint.

:rage: In keiner moderner Gesellschaft die über 100 Einwohner hat, kommt man ohne rechnen aus. Tauschvereine ohne eine Recheneinheit, wie z.B. Geld, ist mit mehr als Millionen Einwohner nicht möglich. Kapitalisten sind wir allesamt!

Zusammengefasst: Nur weil man nicht rechnen will, heißt das nicht das rechnen nichts bringt oder schlecht ist.

Einfaches Beispiel: Analphabeten kritisieren Alphabeten als böse. Die bösen Alphabeten können lesen, während ich das als Analphabet nicht kann. Also sollen alle Analphabeten werden. Das ist Antikapitalismus in Kurzform.

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??? Ich rechne sehr gerne, was hat das aber damit zu tun ob eine Partei lieber für Lobbyisten der Großkonzerne arbeitet oder lieber für eine nachhaltige und soziale Wirtschaft?

Und nur weil ich die Parteien so einordne, habe ich mich nicht für Antikapitalismus ausgesprochen, sondern nur dargelegt, dass es aktuell keine Großpartei der Mitte gibt.

Und da sind wir wieder am Anfang… Die Mitte soll es in einer Demokratie nicht geben, sondern eine starke Regierungspartei und eine starke Oppositionspartei. Und diese beiden Parteien sollten sich im Vierjahresrythmus immer wieder duellieren und abwechseln.

Aber die Opposition ist nicht automatisch Antikapitalistisch. Tut mir leid, ich kann dir da nicht ganz folgen.

Die Unterscheidung ist progressiv und konservativ. Und die Regierung ist automatisch dem Kapital mehr verpflichtet als die Opposition, da sie eine Volkswirtschaft am Laufen halten muss. Genauso, wenig kann aber eine Oppostion nur antikapitalistisch sein, wenn sie den Anspruch hat regieren zu wollen.

Und wo ist die AfD (ist ja keine Regierungspartei) progressiv? Wo ist eine FDP weniger kapitalistisch als eine CDU? Das hinkt hinten wie vorne.

Die AfD ist reaktionär und rechtsextremistisch, eine stärkere Ausprägung des Konservatismus. Die FDP kann beides sein, sowohl konservativ, als auch progressiv. In den letzten drei Jahrzehnten war die FDP ziemlich konservativ, weil sie als relativ kleine Partei stark auf Spenden angewiesen ist und nur dem Kapital und den Lobbyisten nachgerannt ist. Als man bei der FDP noch Dahrendorf hochhielt und Augstein dort Karriere machen wollte, war die FDP progressiv.

Das mit der AfD sagte ich bereits. Und wo sprach ich bei der FDP von progression? Ich erwähnte, dass sie als Oppositionspartei ebenfalls so kapitalistisch wie die CDU ist, nur in eine leicht andere Richtung.

Außerdem verstehe ich immernoch nicht, was du mit Regierungs- und Oppositionspartei in einer Anordnung über das politische Spektrum willst.

Überraschenderweise führt Wählerbeschimpfung gar nicht dazu, als Partei wahrgenommen zu werden, die sich um Bürgerbeteiligung und damit um die Anliegen des Souveräns schert. Ja, huch.

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Keine Sorge. Die SPD hat mit einer großen Koalition nichts mehr am Hut. Ich meine, hihi, “groß”?!

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Das ist falsch. Die FDP Partei, die sich Liberalismus auf die Fahne schreibt, kann sie nicht so konservativ wie CDU sein. Als sie das gewesen ist, war sei auf einmal überflüssig und wurde gar nicht mehr gewählt.

Alle Parteien, die realistische Programme schreiben und keine Fabelromane sind in einem gewissen Maße kapitalistisch. Die Unterscheidung zwischen den Parteien ist, was man mit dem Kapital machen möchte. Möchte man die Strukturen erhalten und festigen, dann ist man konservativ, möchte man Strukturen verändern und Kapital umverteilen, dann ist man progressiv.

Die AfD, die die Bundesagentur für Arbeit auflösen will und mehr soziale Gerechtigkeit im Programm fordert, ist somit progressiv.

Weitere Worthülsen?

Das ist doch unsinnig.Kapitalistisch ist ungleich konservativ. Das sind zwei verschiedene Dinge und keine Synonyme. Und das Gegenteil von konservativ ist auch nicht progressiv, denn man kann auch etwas verändern ohne fortschrittlich zu sein.

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