These: Die Abschaffung der 5% Hürde schwächt die AFD

Genau, laut Gesetz besteht der Bundestag aus (mindestens) 598 Abgeordneten.
299 gewählt als Direktkandidaten und (mindestens) 299 gewählt über Landeslisten

Da es nicht weniger sein dürfen, man aber durch die 5% Hürde eben sonst weniger als 299 über die Landesliste wählen würde sind Konstrukte wie Überhang- und Ausgleichsmandate notwendig.
Und daraus ergeben sich dann eben je nach Wahlkonstellation deutlich mehr Abgeordnete

Und erklären kannst oder willst du es nicht?

Würdest du bei einer solchen Pflicht eher den wählen, der dir nützt, oder den, der dem Staat schadet?

Ja, aber wieso nicht gleich die nicht gleich alles auf eine Stimme vereinigen? Wieso Erst- und Zweitstimme ohne Zweikammersystem?

Was hat das noch mit dem Thema zu tun? Mach doch für so was zur Abwechslung mal ein neues Thema auf.

Wenn es der Wählerwille ist, bestimmte Personen statt vorgegebene Listen ins Parlament zu bringen, sollte er nicht daran gehindert werden, das zu tun. In vielen Kommunalvertretungen ist das bereits Usus, und warum sollte es beim Bundetag nicht auch gehen?

Aber ich denke, das ist hier OT, hier ist ein eigener Thread dafür:

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Das Aufteilen der Erst- und Zweitstimme auf zwei unterschiedliche Parteien ist doch auch ohne 5 Prozenthürde genauso gegeben. Ist nicht deine implizite These, dass Erst- und Zweitstimme weniger aufgeteilt würden, wenn es keine 5 Prozenthürde gäbe? Was ist aber wenn deine These falsch ist und auch ohne 5 Prozenthürde die Stimmen in gleichem Maße aufgeteilt würden?

Da wären mehr Gesetze auf einmal zu ändern, also ein Ansatz für später :grin:

Wie gesagt, es ist notwendig Überhang- und Ausgleichsmandate zu erschaffen, weil die “Sonstigen” die an der 5% Hürde gescheitert sind ja einen Anteil an den 299 Sitzen per Zweitstimme darstellen würden.
Von daher, so lange es eine 5% Hürde gibt, muss es einen Mechanismus geben, der sicherstellt, dass zusätzliche Mandate vergeben werden um diese gesetzlich vorgeschriebenen 598 Abgeordneten zu erreichen

Naja, ich denke eben, dass wenn es keine 5 Prozenthürde mehr gäbe, dann gäbe es mehr so “Zwischenlagerparteien” die keinen klaren politischen Lager mehr zugeordnet werden können, aber denen durch die Zerspillterung der Parteienlandschaft dann enorm hohes Gewicht zufällt. Das ging dann in Weimar schief und da gab es ja zusätzlich sogar noch den Schutzmechanismus einen mächtigen Gegenplayers wie dem Bundespräsidenten!

Ich finde ja jetzt schon die grüne Ökopartei ziemlich shitty, die sind für mich so eine klassische “Zwischenlagerpartei”. Diese Positon hatte ja früher die FDP inne, Eine “Zwischenlagerpartei” geht, aber nicht fünf oder sechs “Zwischenlagerparteien”. Das wird zu unübersichtlich.

Darüber wird bereits seit einiger Zeit diskutiert, aber wegen unterschiedlicher Interessen der Parteien ist momentan kein Konsens bei der Wahlrechtsänderung in Sicht. Einige der möglichen Ansätze sind im Forum von Wahlrecht.de nachzulesen:

Vermutlich wäre es das einfachste, die 5%-Hürde ganz abzuschaffen, aber dazu gibt es momentan keider noch weniger Zustimmungsbereitschaft als zu einer Wahlrechtsänderung.

Die Weimarer Republik ist nicht an den “vielen Parteien im Reichstag” gescheitert sondern an fehlender demokratischer Gesinnung der Gesellschaft

Solange ne Partei die im Bundestag vertreten ist klare Alleinstellungsmerkmale hat und mit diesen einen anderen Teil der Gesellschaft repräsentieren sehe ich da überhaupt kein Problem

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Im Gegenteil: Die Weimarer Republik ist an der Demokratie gescheitert - denn Demokratie umfasst auch die radikalen Ränder, deren Wähler zweifellos Teil des Wahlsystems sein dürfen und müssen.

Dessen ungeachtet: Die Spätfolgen des Ersten Weltkriegs, der damit endete, dass das Deutsche Reich wesentlich größere Einbußen hinnehmen musste als Österreich-Ungarn, empfanden viele als ungerecht. Es war insofern leicht, einen Großteil des Volkes hinter sich zu bringen, indem man nur versprach, wieder Gerechtigkeit herzustellen.

Ja, das Wahlrecht der Weimarer Republik war nicht der Grund für ihren Untergang, siehe z.B. hier:

Ich schrieb “fehlende demokratische Gesinnung”
Es gibt kein politisches System, dass sich dauerhaft halten kann, wenn die Gesellschaft es zutiefst ablehnt und das war bei Weimar eben eindeutig.
Angefangen mit der Dolchstoßlegende.

Wenn jemand wie Hindenburg noch als ihr stärkster Verteidiger angesehen werden kann ist das sehr bezeichnend

Ja in einer Demokratie müssen alle Teile der Bevölkerung repräsentiert werden. Wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung aber die Demokratie selbst ablehnt kann sie nicht funktionieren

Naja, jeder hat so seine eigene These. Meine ist, dass zu viele Köche den Brei verderben bzw. zu viele Parteien nur für Verwirrung sorgen und das ist gerade in Krisenzeitgen gefährlich.

Die Demokratien mit Mehrheitswahlrecht bestehen schon am Längsten und mMn nicht aus Zufall oder weil die Bevölkerung besonders demokratisch ist, sondern schlicht, weil es weniger verwirrt.

Über ein wirlich differenziertes System kann man reden, wenn man wie die schweizer Eidgenossen mehr direkte Demokratie installiert. Für die repräsentative Demokratie finde ich die Systeme in England und Amerika ziemlich gut.

Das stimmt nicht. Die Zentrumspartei war lange die führende Partei in der Weimarer Republik, damals schon vom Namen her „die Mitte“ (wenngleich sehr katholisch orientiert), nur zwischendrin unterbrochen von der SPD. Die radikalen Ränder wurden erst Anfang der 1930er Jahre stark.

Die Zentrumspartei hat die Novemberrevolution mit der Gründung der Weimarer Republik von Anfang an in großen Teilen verurteilt und war stark royalistisch geprägt

Das waren vielleicht nicht diejenigen, die antraten um die Demokratie zu stürzen aber eben auch nicht diejenigen die sie ganz vehement verteidigen würden und immerhin kam aus deren Reihen ein von Papen, der ja nicht ganz unbeteiligt war am Untergang der Demokratie

@anon75775717
Sorry ne, da kann ich nun wirklich gar nix abgewinnen.
Wenn nur zwei Standpunkte vertreten werden kann die gesamte Gesellschaft einfach nicht adäquat repräsentiert werden.
So ein System mag angesichts fehlender Alternativen stabil sein aber eben auch nicht besonders demokratisch. Ich jedenfalls wäre in nem System mit nur zwei Parteien - die mir beide aus unterschiedlichen Gründen nicht zusagen - unfähig eine Wahl abzugeben, mit der ich leben könnte und ich bin da sicherlich nicht der einzige

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Zu behaupten das “Zentrum” bzw. “die Mitte” der gesamten Gesellschaft zu vertreten kann ich auch nichts abgewinnen. Ein Demokratie schließt jeden ein und möglichst niemand aus.

In einem zwei Parteiensystem behauptet zumindest keine der beiden Parteien “die Mitte” zu vertreten. Allein das sehe ich schon als rießigen Vorteil und wesentlich demokratischer an.

A: Bist du Repulikaner?
B: Nein.
A: Bist du Demokrat?
B: Nein.
A: Was bist du dann?
B: Ich bin Mitte…
A: What the heck soll das sein?
B: Ja, Mitte eben.
A: Ja, aber was für ein Mitte.
B: Ja, die Mitte, das Zentrum der Welt. Ich bin da.
A: Ok… Aber sonst geht es dir gut?

Das stimmt nicht. Natürlich kann eine Partei auch in einem zwei-Parteien-System versuchen, die Mitte für sich zu gewinnen. Ist diese breit genug, kann das locker für einen Wahlsieg reichen.

Die Parteien in einem Zwei-Parteien-System versuchen die Mehrheit der Stimmen zu gewinnen, keine vorgestellte Mitte.

Es könnte keine Präsident in Amerika wirklich regieren, wenn er behaupten würde, die Demokraten wären Mitte und die Reps außen.