Superwahljahr 2021: Wie wir bei den acht Wahlen erfolgreich sein können und ob wir jetzt schon mit den Vorbereitungen anfangen sollten

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Seit der Europawahl wurde hier im Forum immer wieder fleißig darüber diskutiert, was bei der Wahl gut lief, was man das nächste Mal anders und besser machen sollte und welche Grundvoraussetzungen der Piratenpartei für erfolgreichere Wahlergebnisse fehlen. Insbesondere nach den letzten beiden Landtagswahlen wurden diese Fragestellungen wieder diskutiert. Diesmal tauchte auch öfters die Idee, bzw. der Wunsch auf, schon sehr frühzeitig, am besten möglich bald, mit den Wahlkampfvorbereitungen zu beginnen. Im letzten halben Jahr habe ich diese Diskussionen immer interessiert mitgelesen und mir auch selber viele Gedanken dazu gemacht. Ich schließe mich dem Wunsch einiger hier an, sobald wie möglich mit der Wahlkampfvorbereitung (für wohlgemerkt Herbst 21) zu beginnen. Wieso zwei Jahre vorher, fragt ihr euch? Weil wir durch frühe Vorbereitungen viel zu gewinnen und wenig zu verlieren haben. Weil wir alle als Motivationsschub mal wieder ein erfolgreicheres Wahlergebnis brauchen. Weil wir ein halbwegs ordentliches Ergebnis für die Parteienfinanzierung und damit für unser „Überleben“ als Partei langfristig benötigen. Weil es bei zukünftigen Europawahlen wahrscheinlich nun auch eine Prozenthürde gibt und wir bei unseren jetzigen Ergebnissen dann in gar keine Parlamente mehr kommen. Weil viele der Aufgaben, die ich so einer SG zurechnen würde, auch grundlegende Aufgaben sind, die zwar nichts direkt mit der BTW zu tun haben, aber eine nötige Voraussetzung für eine erfolgreiche BTW sind. Weil das Jahr 2021 für uns Piraten verdammt wichtig wird, immerhin finden neben der Bundestagswahl noch fünf weitere LTW und zwei weitere Kommunalwahlen statt, insgesamt also acht Wahlen in einem Jahr, wenn wir da richtig Gas geben und auf Bundesebene ordentlichen Wahlkampf machen, profitieren so ganz nebenbei noch sieben weitere Wahlen davon. Und schließlich hängen wir uns hier ja auch alle nur so rein, weil wir mit dem jetzigen politischen Zustand und den jetzigen politischen Entscheidungen unzufrieden sind und uns eine bessere Politik wünschen. Aber ohne Wahlerfolge ist es leider ungewiss, ob unsere Forderungen, die den meisten von uns sehr wichtig sind, auch nur jemals umgesetzt werden. Ihr seht also, es gibt genügend Gründe, wieso wir uns für 2021 den Arsch aufreißen sollten und auch früh genug mit den nötigen Aufgaben und Vorbereitungen beginnen sollten. Wir haben von Januar bis Juni dieses Jahres ca. 600 neue Mitglieder gewonnen, die meisten wahrscheinlich durch die Artikel 13-Aktionen. 600 neue Leute – so wie mich – die unzufrieden sind, die was verändern bzw. bewegen wollen und die höchst motiviert sind. 600 Leute, die im letzten Wahlkampf wahrscheinlich größtenteils noch nicht mitgemacht haben. Das ist doch schon einmal eine super Basis, um im Jahr 2021 bei den Wahlen noch erfolgreicher abzuschneiden. Und jetzt mal ganz ehrlich, was haben wir zu verlieren, wenn eine Gruppe von Piraten jetzt schon mit der Planung anfängt? Wir können davon doch eigentlich nur profitieren? Es gibt den Foreneinträgen zu Folge auch noch einige andere Piraten neben mir, die das Thema beschäftigt und jetzt motiviert sind daran zu arbeiten. Also warum nicht zusammentun und es versuchen? Also ich fände das klasse und wäre dabei!
Wie gesagt, ich habe mir schon lange und oft dazu Gedanken gemacht. Woran muss die Piratenpartei alles arbeiten, um das bestmögliche Wahlergebnis, im Idealfall jenseits der Fünf-Prozent-Hürde, bei der nächsten BTW zu erreichen? Im Folgenden seht ihr zunächst eine grobe Übersicht zu den einzelnen Schritten (inklusive Reihenfolge zum abarbeiten), danach erkläre ich etwas genauer, an welchen Aufgaben so eine SG mMn arbeiten sollte bzw. könnte.

Überblick der einzelnen Schritte:

  1. Schärfung des thematischen Profils
  2. Anwerben von Mitgliedern und Reaktivierung nicht mehr aktiver Mitglieder
  3. Vision erstellen und Wahlprogramm ausarbeiten
  4. Kontakte zu NGOs und Experten herstellen
  5. Aufsehenerregende Aktionen planen und organisieren/Medienaufmerksamkeit erzeugen
  6. Erstellen des Wahlkampfmaterials
  7. Wahlkampf vorbereiten

Aufgabensammlung für die SG BTW21:

  1. Schärfung des thematischen Profils
    • Konzept erstellen, wie die Partei an einem Strang zieht und nach außen hin nicht zerstritten scheint
    –> Solange die Partei nach außen nicht geschlossen wirkt, ist es schwer, dass uns die Leute vertrauen. Auch für uns wäre die Arbeit wesentlich leichter, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Dies ist mit Unter die wichtigste Voraussetzung für den gesamten Wahlkampf. Um dies zu erreichen müssen wir unser thematisches Profil schärfen. Dies zu erreichen, hat sich unser Bundesvorstand toller Weise zur Aufgabe gemacht. Basierend auf dem geschärften thematischen Profil sollten wir dann auch u.a. unsere Wahlkampfschwerpunkte setzen.

  2. Anwerben von Mitgliedern und Reaktivierung nicht mehr aktiver Mitglieder
    • Plan, wie man am besten Mitglieder gewinnen kann
    –> Mit die wichtigste Ressource für den Wahlkampf sind die Mitglieder. Deshalb sollte die SG sich überlegen, wie man am besten Mitglieder gewinnen kann. Außerdem sollte ein Plan überlegt werden, wie man ihnen den Einstieg möglichst leicht macht und diese am besten gleich zu Mitarbeiten bringt und in die Parte einbindet.
    • Versuchen, nicht mehr aktive Mitglieder zu reaktivieren und ehemalige Mitglieder wiederzugewinnen
    –> Außerdem sollte versucht werden, Mitglieder, die nicht mehr aktiv sind, wieder zu motivieren und zum Mitmachen zu bewegen. Außerdem kann man auch versuchen, ehemalig Mitglieder wiederzugewinnen, indem man ihnen zeigt, dass wir aus den Fehlern gelernt haben, uns weiter entwickelt haben, wo wir gerade so stehen und warum die Partei nach wie vor wichtig ist. Immerhin waren diese Leute schon einmal in der Partei, also sollten die gemeinsamen Interessen ja auch größtenteils übereinstimmen und das Anwerben einfacher sein.

  3. Vision erstellen und Wahlprogramm ausarbeiten
    • Frühzeitige Erstellung eines Wahlkampfschlachtplans
    –> Ein erfolgreicher Wahlkampf ist mit der viel Aufwand und vielen Aufgaben verbunden. Damit all diese Aufgaben möglichst gut und frühzeitig erledigt werden, ist ein gut durchdachter Wahlkampfschlachtplan (also eine Art Zeitplan) notwendig.
    • Sammeln von wahlentscheidenen Themen (auch die der letzten Wahlen)
    –> Nach Wahlen werden immer Zahlen veröffentlicht, welche Themen für die Bürger bei der Wahl wie wichtig waren. Wir sollten diese Zahlen der letzten Wahlen genauer anschauen, schauen, ob die wichtigsten Interessengebiete schon von anderen Parteien besetzt sind, diese mit unserem Programm vergleichen und basierend auf diesen Ergebnissen unseren Wahlkampf führen. So wichtig uns Themen wie z.B. Whisteblowerschutz auch sind, um erfolgreich bei Wahlen abzuschneiden, reicht das nicht aus, weshalb wir mMn andere Themen in den Vordergrund stellen müssen (wichtig: andere Themen im Vordergrund heißt nicht, dass wir das ursprüngliche Thema vernachlässigen, wenn der „Markt“ aber X für die Wahl wichtig findet, sollte eine unserer Kernforderungen auch unsere Antwort auf X, und nicht Whistleblowerschutz sein. Dabei sollten wir aber darauf Rücksicht nehmen, dass wir möglichst auch Themen, die noch nicht „besetzt“ sind, für unsere Kernforderungen nehmen)
    • Analyse, welche Themengebiete/Politikfelder in Deutschland bisher wenig bis gar nicht besetzt sind, um weitere Alleinstellungsmerkmale zu erreichen
    –> In Deutschland gibt es mMn einige Themengebiete bzw. Politikfelder, die von den anderen Parteien wenig bis gar nicht besetzt sind (z.B. Netzpolitik, Bildungspolitik). Diese sollten wir nutzen, um weitere Alleinstellungsmerkmale zu erreichen.
    • Erstellen einer Vision, die die wichtigsten Wahlkampfthemen miteinander verbindet
    –> Wir Piraten haben viele tolle Forderungen im Programm. Nur leider kennen die meisten diese nicht. Die beste und effektivste Möglichkeit, diese zu vermitteln, ist mMn, indem wir eine Vision erstellen, die unsere 3-5 wichtigsten Forderungen des Wahlkampfes verbindet. Das haben wir ja eigentlich mit unserem „Update für Deutschland/Europa“ auch schon so grob versucht. Meines Erachtens sollten wir uns die 5 wichtigsten Forderungen für ein „Update für Deutschland“ raussuchen (die am besten alle Alleinstellungsmerkmale von uns sind), und daraus eine Vision bilden, deren Kerngedanke ungefähr wie folgt sein kann: „Wir PIRATEN haben en Update für Deutschland, mit dem wir Deutschland fit für die Zukunft/zukunftstauglich machen. Denn so wie jetzt kann es nicht weitergehen!“.
    • Zusammenarbeit mit den Landesverbänden, die im selben Jahr Landtagswahl haben
    –> Im selben Jahr finden in Deutschland ebenfalls noch 5 LTW statt. Mit den entsprechenden 5 LV muss natürlich vermehrt zusammengearbeitet werden. So sollte z.B. geschaut werden, wie man die BTW-Plakate möglichst so gestalten kann, dass man sie teilweise für die LTW wiederverwenden kann. Außerdem bringt auch ein verstärktes Auftreten der Partei in den Medien in ganz Deutschland den einzelnen LV viel (und auch umgekehrt), weshalb auch hierbei eine gute Zusammenarbeit sehr sinnvoll wäre.

  4. Kontakte zu NGOs und Experten herstellen
    • Kontakt zu NGOs herstellen, die für die gleichen Themen kämpfen (z.B. Digitalcourage, CCC, Netpolitik(.)org, Lobbycontroll, Frag den Staat, etc.)
    –> Es gibt viele NGOs, denen genau die gleichen Themen sehr wichtig sind und die sich ebenfalls sehr stark für diese Themen einsetzen. MMn sollten wir versuchen, zu diesen (wieder) engeren Kontakt herzustellen und mehr zusammen zu arbeiten. Zusammen sind wir nicht nur stärker und können mehr erreichen, sondern wir haben auch die Chance, öfters z.B. in deren Artikeln erwähnt zu werden. Die Leute, die sich in diesen NGOs engagieren oder sich für diese interessieren, sind diejenigen, die genau die gleichen Themen am wichtigsten finden wie wir. Deshalb sollte dies die Wählergruppe sein, die wir am einfachsten gewinnen können. Am besten ist das mMn durch mehr Zusammenarbeit mit diesen NGOs möglich.
    • Evtl. Kontakt oder sogar Zusammenarbeit mit anderen Kleinparteien, die die gleichen oder ähnliche Themen haben, bzw. aus der Piratenpartei vorgegangen sind
    –> Abgesehen von NGOs gibt es auch einige Kleinparteien, die so ziemlich genau die gleichen Forderungen stellen wie wir (z.B. Demokratie Direkt). Vielleicht kann man sich mit denen absprechen, sie davon überzeugen, nicht zur Wahl anzutreten und uns dafür zu unterstützen, weil dadurch ihre Ziele eher erreicht werden könnten (würde höchstens vielleicht funktionieren, wenn wir in Umfragen bei 4% sind).
    • Plan erstellen, wie man Experten/Wissenschaftler für die Partei gewinnen kann
    –> Indem man Experten bzw. Wissenschaftlern klar macht, dass für uns PIRATEN Expertise bzw. wissenschaftliche Fakten bei der Programmentwicklung höchste Priorität haben, kann man vielleicht schaffen, den ein oder anderen Experten bzw. Wissenschaftler davon überzeugen, mit unseren AGs zusammenzuarbeiten oder diese zumindest einmal zu beraten oder mit diesen zu unseren Forderungen im Programm zu diskutieren

  5. Aufsehenerregende Aktionen planen und organisieren/Medienaufmerksamkeit erzeugen
    • Planen, organisieren und durchführen von aufsehenerregenden, bzw. für die Medien interessanten Aktionen, wie z.B. der Nacktscannerflashmob oder die Werbung der Piratenpartei Österreich auf YouPorn
    –> Darin, dass wir mehr Medienaufmerksamkeit benötigen, sind wir uns ja alle einig. Für bessere Wahlergebnisse ist das mMn sogar mit der wichtigste Punkt. Deshalb müssen wir es schaffen, durch aufsehenerregende Aktionen die Medien dazu zu „zwingen“, über uns zu berichten. Wenn man solche Aktionen im Vornerein gut plant und organisiert, kann daraus meines Erachtens echt viel werden. Insbesondere im letzten halben Jahr vor der Wahl sollten wir versuchen, solche Aktionen des Öfteren durchzuführen, am besten zu unseren 3-5 Themenschwerpunkten.
    • Versuchen, einen Teil der durch Artikel 13 mobilisierten Massen wieder zu mobilisieren
    –> Durch Artikel 13 ist es uns, wenn auch nicht allein, gelungen, sehr viele Menschen zu mobilisieren. Trotzdem konnten wir aus diversen Gründen nicht so sehr davon profitieren. Wir sollten mMn darüber nachdenken, wie man es schaffen kann, mit diesem Thema einige dieser Leute erneut zu mobilisieren und versuchen, diesmal als Partei noch mehr davon profitieren zu können. Möglichkeiten wären z.B. die Europäische Bürgerinitiative dazu (auch wenn ich nicht weiß, was aus der geworden ist) oder irgendwelche Aktionen, kurz bevor Artikel 13 am 7.6.2021, also pünktlich für unseren Wahlkampf, im deutschen Recht gültig wird.
    • Planen von Veranstaltungen die Kommunalpiraten als Promo für die BTW machen können
    –> Deutschlandweit haben wir Piraten ca. 200 Piraten, die Kommunalämter innehaben. Eventuell können wir uns irgendwelche Aktionen überlegen und organisieren, die dann jeder dieser Kommunalpiraten als Promo einfach nur noch durchführen muss.
    • Zusammenarbeit mit Patrick, damit er und die Partei möglichst oft in den Medien ist
    –> Mit Patrick haben wir einen hervorragenden Piraten im EU-Parlament, der auch sehr gute Arbeit leistet und leisten wird. Nur leider bekommen die meisten das nicht mit. Die SG sollte mMn versuchen, mit Patrick möglichst gut zusammenzuarbeiten und ihn möglichst oft als Beispiel zu verenden, wie hervorragende Arbeit Piraten leisten und wieso es Piraten braucht. Dadurch, dass er ein Abgeordneter ist, sind die Medien an ihm auch vermehrt interessiert. Also sollte überlegt werden, wie wir durch ihn die Partei, die Arbeit der Piraten und von ihm und unsere Forderungen für die BTW möglichst gut vermarkten können.
    • Erstellung eines Plans, wie man möglichst viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen kann
    –> Ähnlich wie bereits erwähnt, sollten wir an einem Plan arbeiten, wie wir möglichst viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen können (auch abseits von den bereits erwähnten Aktionen). Spontane Ideen wären Verfassungsbeschwerden oder Bürgerbegehren, sicherlich kommt man da auch noch auf ein paar andere Ideen.

  6. Erstellen des Wahlkampfmaterials
    • Planen und Entwerfen von Videos, Wahlkampfspots, Plakaten, Flyern und Stickern
    –> Auch Videos, ein Wahlkampfspot, Wahlplakate, Flyer und Sticker müssen frühzeitig geplant, entworfen und bestellt werden. Diese sollten nicht nur möglichst gut zu unserer Vision bzw. den Kernforderungen passen, sondern auch möglichst so gestaltet werden, dass sie auffallen, über sie gesprochen wird uns sie einem im Gedächtnis bleiben.

  7. Wahlkampf vorbereiten
    • Koordination zwischen Basis, Vorstand, Landesverbänden und AGs
    –> Für einen erfolgreichen Wahlkampf ist natürlich auch eine gute Kommunikation und Koordination zwischen Basis, Vorstand, Landesverbänden und AGs notwendig. Diese Vermittlerrolle würde ebenfalls die SG übernehmen.
    • Organisation von Schulungen für die Kandidaten
    –> Ein weiterer wichtiger und sehr hilfreicher Punkt wäre die Organisation von Schulungen für die Kandidaten (vielleicht für die ersten 10 persönlich, für die Direktkandidaten in Videoform), wie sie sich am besten in der Öffentlichkeit präsentieren, auftreten, reden, diskutieren, Interviews geben oder mit Medien umgehen. Dazu gibt es durchaus auch gute Bücher und Videokurse, die man als Grundlage verwenden kann.
    • Frühzeitige Bestellung des Wahlkampfmaterials
    –> Damit alle LV auch frühzeitig Wahlkampfmaterial erhalten, ist es logischerweise notwendig, dass dieses auch frühzeitig bestellt wird. Dafür wiederum ist eine frühe Ausarbeitung des Wahlprogramms und der Wahlkampfstrategie notwendig. Genau darum soll ich diese SG mMn ja u.a. auch kümmern, damit uns dann am Ende nicht die Zeit ausgeht.
    • Erstellung eines Plans, wie alle Landesverbände frühzeitig mit Flyern und Plakaten versorgt werden
    –> Nachdem die frühzeitige Versorgung mit Flyern und Plakaten bei der Europawahl nicht reibungslos funktioniert hat, sollte ein Plan ausgearbeitet werden, wie dieses Mal ALLE Landesverbände FRÜHZEITIG mit Wahlkampfmaterial versorgt werden.
    • Sammeln von Plakatverordnungen von möglichst vielen/allen Gemeinden in Deutschland
    –> Um den Prozess des Plakateaufhängens während der Wahlkampfzeit möglichst zu beschleunigen, sollte mMn versucht werden, eine Liste anzufertigen, in der von möglichst vielen Gemeinden in Deutschland Infos zur Plakatverordnung aufgelistet sind. Wenn jeder Bezirksverband dies macht, hält sich die Arbeit auch in Grenzen. Des Weiteren können unterbesetzte Bezirksvebände von größeren unterstützt werden. Wenn man bei einem Stammtisch von fünf bis zehn Leuten Plakatverordnungen zusammensucht, sollte sich der Zeitaufwand doch halbwegs in Grenzen halten. Der größte Zeitgewinn daran ist aber, dass wir uns dann in Zukunft die Arbeit sparen und nicht für jede Wahl wieder die Plakatverordnungen suchen müssen.
    • Erstellen von Plakatierungsrouten
    –> Um den Plakatierungsprozess möglichst effizient zu gestalten, können (falls die SG dafür noch genügend Zeit hat) Plakatierungsrouten erstellt werden, damit systematisch alle Orte plakatiert werden, und das bei möglichst wenig Zeitverbrauch und mit möglichst enigen unnötigen Kilometern.
    • Organisieren, dass in allen Bundesländern genügend Leute zum Plakatieren vorhanden sind
    –> Um möglichst flächendeckend zu Plakatieren, muss die SG Helfer von größeren LV organisieren, die bereit sind, in anderen Bundesländern beim Plakatieren etwas zu helfen. Nur wenn wir PIRATEN dabei zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen, können wir das schaffen.
    • Planen und Organisieren von Aktionen, Auftritten, Vorträgen und Ähnlichem für die Spitzenkandidaten

Natürlich überlappen die genannten Aufgaben für diese SG sehr oft mit den Aufgabengebieten anderer AGs, SGs, Vorstände oder ähnlichem. Bei sich überlappenden Themen sollte die SG deshalb sich immer mit den anderen Personen absprechen und wenn möglich zusammenarbeiten.

Jetzt würden mich folgende Sachen von euch interessieren:

  1. Woran muss die Piratenpartei eurer Meinung nach alles arbeiten, um das bestmögliche Wahlergebnis, im Idealfall jenseits der Fünf-Prozent-Hürde, bei der nächsten BTW zu erreichen?
  2. Gibt es eurer Meinung nach in meinen vorgeschlagenen Aufgaben welche, die nicht notwendig sind?
  3. Ist es sinnvoll, mit der Bearbeitung dieser ganzen wichtigen Aufgaben bereits jetzt anzufangen? (Ja/Nein + Argumente)
  4. Hättet ihr Interesse, bald diese SG ins Leben zu rufen und für acht möglichst gute Wahlergebnisse im Jahr 2021 zu kämpfen?
  5. Wäre es sinnvoller, die grundlegenden Aufgaben, wie z.B. die Schärfung des thematischen Profils und die Mitgliedergewinnung, erst einmal außerhalb der SG anzugehen und erst danach die SG BTW21 ins Leben zu rufen? Wenn ja, gibt es dafür (also für die Mitgliedergewinnung - um die Schärfung des thematischen Profils kümmert sich soweit ich das verstanden habe ja der Vorstand) eine zuständige AG oder Ansprechpersonen, mit der/denen man sich Gedanken dazu machen kann?
  6. Oder habe ich einfach eine falsche Sicht auf die Dinge und es ist nicht wirklich klug, sich jetzt schon damit zu beschäftigen? (inklusive Argumenten bitte)

Ich habe mir in der Vergangenheit sehr viele Gedanken dazu gemacht, ich mir im Laufe der Zeit viele Ideen dazu notiert und gerade mit viel Arbeit versucht, euch mit diesem Forumeintrag einen guten Einblick in meine Gedanken zu diesem Thema zu geben. Deshalb würde ich mich sehr über Antworten freuen, bleibt dabei aber bitte mal sachlich und werdet nicht gleich zu emotional oder angreifend. Ich glaube, ihr schafft das alle, mal sachlich zu bleiben. Jetzt bin ich auf eure Antworten gespannt! :smiley:

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Toll, dass du dir da schon so viele Gedanken machst. Ich denke Mal zum BPT19.2 wird es da auch was geben.

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Die Ideen sind alle super und sollte man diskutieren, eine Anmerkung noch dazu, der erste Schritt im Wahlkampf ist leider für uns immer noch die UU Sammlung.
Da wir 2021 einige LTW und die BTW haben müssen wir frühzeitig aufstellen zwecks UU Sammlung, so dass wir Bundesländern, die entweder zu wenige Aktive haben zum sammeln (letzte BTW sind wir soweit ich mich erinnere in SH in McPOM, Sachsen -Anhalt, Brandenburg(ok da war es speziell) und HH nicht angetreten), bzw. wie bei der LTW Baden Württemberg, die besondere Hürden haben, damit sie überhaupt landesweit antreten können, gegenseitig helfen können.

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Stimmt, da hast du Recht. Das hab ich volkommen vergessen. Dadurch, dass viele Bundesländer auch noch doppelt sammeln müssen wird das nochmal einiges an Mehrarbeit und erfordert noch bessere Planung, damit man überall so früh wie möglich anfangen kann. Danke :slight_smile:

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In 2016-2018 habe ich diese Ideen bereits geäußert. Damals für die Europawahl bzw BTW 2017.
Es ist damals nichts passiert - das innerparteiliche Echo war fast gleich null.
Die Leute sind immer noch da (in der Piratenpartei) und dementsprechend zäh ist das Gummiband in dem Du Deine Energie los wirst.

Es ist schön zu sehen, das langsam mehr Leute in der Piratenpartei aufwachen und merken, dass man ernsthaft etwas tun muss, um Politik zu machen.

  1. Kennt ihr das Strategiepapier von @Sebulino? https://strategie.sebastian-alscher.de/

  2. Wann wenn nicht jetzt, können wir die Strukturen der Partei funktionsfähig machen, bevor wieder alles dem Wahlkampf untergeordnet wird.

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Du hast den Job. duck&weg :innocent:

Mindestens einen kreativen Kopf. In der Vergangenheit wurden meiner Ansicht nach immer Leute bevorzugt die ihren Job zwar gut machten, jedoch meist nur “Verwaltet” haben. Das kann nicht gut gehen, weil es wenig flexibel und in dieser Partei damit wenig effizient ist.

Da “für jeden etwas dabei sein muss” wird der Umfang vermutlich eher mehr statt weniger.

Ja. Angesichts der “wenigen” Aktiven sollte man frühzeitig damit beginnen. Vielleicht fühlt sich dadurch ja der ein oder andere angesprochen diverse Dinge einfach mit zu entwickeln.

Grundsätzlich Ja. Dazu bedarf es nur einiger Rahmenbedingungen und Regelungen. Um mal einige zu nennen:

  1. Es braucht für ca. 6 Monate eine bezahlte Person, die sich vollumfänglich und ausschließlich der gesamten Koordination widmen kann. Bezahlt deswegen, damit nicht der normale Brötchenjob Zeit klaut. Das muss nicht der Hauptverantwortliche sein, es genügt wenn es eine Person ist über die jede Kommunikation läuft und die Informationen selbstständig verbreiten kann. Ich denke da so an 1.500€ Brutto, damit zumindest die normalen Lebenskosten abgedeckt sind.
  2. Es braucht eine Art von “Wahlkampfzentrale”, die am besten bei der oben genannten Person angesiedelt ist.
  3. An diese Wahlkampfzentrale müssen sich alle anderen problemlos “andocken” können um eine dezentrale Bürolandschaft erstellen zu können.
  4. Informationen müssen fließen
  5. Informationen müssen fließen
  6. Informationen müssen fließen
  7. Definition von Deadlines die ausnahmslos von allen einzuhalten sind, was durch alle Vorstände durchzusetzen ist. Ohne Wenn und Aber. Die Leute die das nämlich am Ende machen, brauchen nämlich auch “Rückendeckung”.

Es gäbe noch einige Punkte mehr, die würden jetzt aber zu weit führen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Lieber jetzt beginnen als wieder auf den letzten Drücker. Um die Mitgliedergewinnung kümmert sich meines Wissens nach der GenSek. Es würde an der Stelle vermutlich zu weit führen, wenn sich diese Gruppe auch noch darum kümmern müsste.

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen und nein, nur so kann man etwas gewinnen.

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Nein, bisher nicht. Aber wie geil ist das denn?!

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innerparteiliche Kommunikation ist eine der größten Baustellen die wir haben.

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Erst einmal bitte bei neuen Sinnabschnitten oder nach maximum acht oder so Zeilen einen neuen Abschnitt anfangen, macht das Lesen sehr viel leichter :smiley:

Zweitens hab ich diesen morgen https://strategie.sebastian-alscher.de/ gefunden, da steht z.T. das gleiche drin, z.T. natürlich anderes. Auch ganz interessant (und habs zu unserer geiler Scheiss Liste hinzugefügt).

Drittens hat meine Wenigkeit auch angefangen, Kommunikationsstrategien zu entwerfen, steht aber bisher leider nicht viel drin (existiert immerhin in meinem Kopf).

Die Schärfung des thematischen Profils ist notwendig für Marketing, aber hat nicht zwangsweise zur Folge, dass alle an einem Strang ziehen werden! Letzteres ist eine kulturelle Frage, die durch kommunikative Vernetzung (immaterielle Ebene) und inspirierende, unserer Ideologie entsprechenden Handlungen, die wir gemeinsam als Partei durchführen (materielle Ebene) zu erreichen wäre.

Die Idee, dass man bei den Piraten quasi von oben herab das Themenfeld einengt und sich dadurch Piraten nur noch mit den ausgewählten Themenfeldern beschäftigen und dadurch von selbst an einem Strang ziehen, ist alt und bereits vielfach gescheitert. Wir sind dafür jeweils viel zu dickköpfig, was aber an sich nicht schlecht ist, denn es garantiert eine Vielzahl an Themen. Wir müssen nur gemeinsame Aktionen besser planen und auch innerhalb der Partei besser verkaufen, so dass wir durch Freiwilligkeit Leute für sie gewinnen.

Ich hatte im Rahmen der AG Antragsprozess eine Idee, dass wir regelmäßig aus dem Wahlprogramm vier-fünf Themenbereiche in ein “20 Punkte best of Kurzprogramm” wählen, um eine knackige gemeinsame Basis für Wahlkämpfe haben, statt immer auf den mächtigen Wikischinken von Programm zu verweisen, welches wir haben, oder lediglich singulär themenbezogene Flyer zu verteilen.

Das demokratische Element der Themenwahl ist an sich piratig, und ich glaube, dass es eine konsktruktive innerparteiliche Rivalität zwischen den AGs geben würde, tolle Programme und Anträge auszuarbeiten, so dass sie ins Kurzprogramm gewählt werden.

Wir haben z.T. Leute in der Partei, die in 100 NGOs sind. Aber ich glaube in diesem Fall der NGOs bräuchten wir eine geschichtliche Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Piraten gibt es ja schon länger, sie sind in den Kreisen bekannt, aber ich glaube, dass sie ihre Kredibilität verspielt haben. Ich kann nur vermuten, dass die NGOs und Experten und der Partei misstrauen. Ein Experte sagte zu mir, dass man die Partei wegschmeissen und neu gründen müsste, lol.

Entsprechend glaube ich, dass wir bei den NGOs sehr in der Bringschuld sind, um ihnen zu beweisen, dass wir tatsächlich sinnvolle und kompetente Dinge machen können.

Wir haben bei der EU-Wahl tatsächlich auch selbst mit einem Budget von etwa €4000 auf pornhub usf. geworben. Allerdings mit default Werbemotiven, obwohl wir von früheren Zeiten passende, witzige Slogans wie “Mutti schaut zu” auf Lager haben. Schade, aber müssen wir halt nächstes Mal besser machen.

M E M E S xd

… deswegen ja auch meine Punkte 4 bis 6 … :wink:
Deswegen ja auch meine “Idee” zuerst mal wieder in persönliche Kommunikation zu gehen um dann vielleicht einen weiteren (digitalen) Weg zu etablieren. Wie auch immer der am Ende aussehen mag.

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Die allergrößte Baustelle scheint mir (nach fast 10 Jahren Erfahrung mit Menschen aus der Piratenpartei)
Die Blockade in den Köpfen dieser ehemaligen Fortschrittspartei zu sein.

Ich hab das hier mal richtig böse formuliert. Aber es ist so wichtig, das sich die Menschen in der Partei entwickeln, verändern, weiterkommen. Ohne das sind die anderen Ziele auch nicht zu erreichen.

Werd doch mal ein bisschen konkreter für Leute, die nicht deine Erfahrungen gemacht haben, damit wir das Problem besser angehen können.

Ich finde das großartig, was Du Dir für Gedanken gemacht hast! Ganz dringend würde ich Dir und anderen empfehlen, das mit Sebulinos Strategiepapier zusammenzuführen, was ich ebenfalls absolut großartig finde!!

Ich finde übrigens auch das Bundespresseteam großartig, muss mal gesagt werden. Die freuen sich über Zuarbeit.

Zum Thema Konkretorga: Als KV-Wahlkampforga Offenbach kann ich ein paar Lehren aus meinen Erfahrungen ziehen: Es gibt Inseln, wo viel passiert, also einzelne KVs. Es gibt darüber hinaus Landstriche, wo es zwar Einzelpiraten, aber wenig Stammtische oder aktive Orgas gibt. Denen muss man helfen, in Zusammenarbeit mit Nachbar-KVs und Landesvorständen. Man braucht für die in Reichweite Plakat- und Materiallager, einschließlich Genehmigungen diverser O-Ämter, wo die sich schnell, spontan und unbürokratisch einklinken können.

Im Wahlkreis Offenbach-Land gibt es über 20 Rathäuser, die alle unterschiedlichste Plakatierungsvorschriften haben. So was sammelt man nicht bundesweit, sondern das macht einer, der in der Gegend wohnt, und dann für alle Ansprechpartner ist.

Zum Thema Plakate: In Zukunft werden ja alle Druckvorlagen wieder Open Source zum Downloaden angeboten. Da bin ich dem jetztigen BuVo echt dankbar, dass er sich getraut hat, hier massiv zu reformieren. Wenn es regionale Beauftragte für Wahlkämpfe gibt, muss dafür gesorgt werden, dass Druckereien direkt an dieses liefern, so dass die Verteilung ohne doppeltes Verschicken möglich ist. Darüber wird aber schon nachgedacht, so viel ich weiß. Also dass mal einer herumfährt und Plakate verteilt. Und dass Leute Flyer auch selbst bei einer Druckerei bestellen, Anleitungen und Vorlagen dazu wird es geben.

Ich würde allen Motivierten empfehlen, zu überlegen, ob sie in ein lokales Wahlkampf-Orga-Team wollen. Es kann z.B.einer die ganzen Rathäuser und Ämter anschreiben und die Genehmigungen beantragen. Vielleicht sollte man im Forum eine Rubrik einrichten: gegenseitige Beratung beim Wahlkampf oder so

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und, was sollen wir jetzt aus Deinem Beitrag lernen? Wir sind alle blöd? Sollen wir es gerade lassen? Alle motzen nur, nur Du nicht?

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Bin absolut dafür das wir jetzt schon anfangen habe es ja auch in einem anderen Thread geschrieben.

Es gibt auch schon das ein oder andere Team was sich damit beschäftigt am besten schaust du mal auf Mattermost. Meine unterstützung hast du aufjedenfall da Berlin zum Beispiel 3 Wahlen 2021 hat (BVW,LVW,BTW).

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Frage an altgediente Piraten: wie wurden die Wahlen bisher organisiert?

Es wurde früh eine SG eingerichtet, dann sind fast alle abgesprungen und irgend ein armes Schwein hat dann bis zum Burnout geschuffted und wurde dafür noch beschimpft.

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Warum? Wäre relevant, hier anzusetzen, vor allem, wenn es regelmäßig geschehen ist.

na, Fulleren ganz so schlimm war es nicht …

bei der letzten BTW 2017 gab es auf Bundesebene 3 Beauftragte für das Thema als Team, die hätten durch ne SG mit Vertretern aus jedem Landesverband, auch als Informationsweiterträger etc. unterstützt werden sollen …

spätestens bei der SG gab es dann deutliche Defizite, manche LVs waren regelmäßig vertreten und aktiv in die Arbeit und Plnung mit eingebunden, manche waren “ab & zu mal” da, aus anderen LV’s hat man nie jemand gesehen …

bei der EU19 gab es einen Beauftragten (sowie ein Team, das tatsächlich schon langfristig am Arbeiten war, dann aber aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen be"ent"beauftragt wurde)
die SGEU19 wurde zwar von den LV’s etwas besser bespielt als bei der BTW17, aber auch hier waren vermutlich nur 40-60% regelmässig anwesend, in manchen LV’s nicht mal Verantwortliche benannt.

Bei der BTW hatten wir versucht mit einem externen “Fachmann” die Wahl zu bespielen, durch die Kollision Profis vs. Parteistrukturen ging da aber soviel an Reibungswärme verloren, das das auch nicht wirklich erfolgreich war.

ansonsten wurde das Thema Wahlen meist erst auf LV-Ebene oder darunter bespielt, der BuVo fühlte sich da in der Vergangenheit leider viel zu selten zuständig :frowning:

Nachtrag: eines der großen Probleme war dabei leider (fast) immer auch die Finanzierung des Wahlkampfes, sei es der zentralen Teile und/oder der dezentraleren Teile …