Sündenböcke

Eigentlich war es mein Ziel auf Twitter Personen (Wähler und Nichtwähler) zu finden die uns ein konstruktives Feedback zur Art des LANDtagswahlkampfes geben könnten.

Was bekomme ich? Das ewige gezankte von Pirat X (BUND) das Pirat Y (BUND) Schuld ist.
Täglich grüßt das Murmeltier.

Ich bekomme da echt Puls.
Leute ihr stört damit nicht nur, ihr verschreckt auch Leute.

Mittlerweile hab ich mich genötigt gefühlt den Ausgangstweet zu löschen damit der Verlauf nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Muss es sein? Wir können doch auf einem viel besseren Niveau kommunizieren. Wenn euch etwas in der Partei stört dann nutzt die demokratischen Mittel die es innerhalb der Partei gibt.

P.S. Ich bin gespannt ob wir die Antworten hin bekommen ohne wieder Attacken auf Personen zu führen.

9 Likes

Für BaWü ist die Lage ziemlich klar:
Dort wo aktive Piraten sind, die sich auch im Landtagswahlkampf engagiert haben, haben wir gut Stimmen gesammelt (11% in Welzheim, jay). Waren dann aber halt leider nur 4/70 Wahlkreisen, womit wir keine Chance haben was zu reißen.

In den WK Stuttgart und Welzheim habe ich mitbekommen, dass viel geflyert und plakatiert wurde, auch Infostände hat man versucht. Online-Werbung, o.ä. hab ich nicht mitbekommen.

4 Likes

Ich gebe dir recht. Wenn wir es schaffen uns regional dauerhaft stark aufzustellen, könnte das ganze besser laufen.
Allerdings braucht man dazu mehr aktive Mitglieder und die bekommt man nur wenn wir es schaffen die Schlammschlachten in demokratische Wege, Abstimmung und Kompromisse, zu verwandeln.

6 Likes

Muss man auch wollen.
2012/13 war die Strategie Fläche platt machen, alles wird in der Parteispitze entschieden. Solange dem so ist, sind auch keine Personen in der Fläche da.

Was den Mitglieder-Part angeht. Ein Blick zu den Kleinparteien die gerade aktiv sind schadet da nicht.

Volt und Klimalist sind so die die in letzter Zeit viel Zuwachs haben. Beide nehmen ihre Mitglieder mit. Volt z.b. scheint zumindest viel mehr Onlinebeteiligung zu haben wie etwa wir. Mit modernen (und hübschen) Tools begeistert man gerade junge Menschen. Ist halt auch ein leichter Einstieg, wenn man einfach mal iwo ne App runterlädt oder auf ner Seite rumklickt. Bei uns braucht man i.d.R. einen Stammtisch oder muss sich zu einigermaßen formellen Treffen in den Mumble bemühen. Das ist halt schon eine größere Hürde.

Ich weis nicht ob die Klimaliste auch die Umgangsformen von FFF übernommen hat, aber ich fand sie sehr erstaunlich gut bei FFF. Viel Lob, wenig “Stress”, Entscheidungen werden nicht persönlich genommen. Das kreiert dann auch ein Umfeld in dem man gerne aktiv ist. (Statt wie bei uns wo man keine Lust auf Sitzungen hat weils “eh nur Ärger” gibt, geht zumindest mir und manch anderem so)

5 Likes

Das ist in der OpenSource Linux Szene doch ja auch immer so gewesen. Wo Linus Torwalds andere OpenSource Entwickler grundlos als Nazis beschimpft hat und es mega die riesen shitstorms gab.

Ja, vielleicht also nicht so sehr Piratenproblem sondern viel mehr Problem des Nerd Millieus allgemein ?

Ja, meckern ist ja auch einfacher als selbst was zu leisten. Deswegen. Und man kann ja vielleicht auch so sagen das die Piraten ja auch eher frustrierte Leute angezogen haben. Also die wo frustriert waren mit den Altparteien aber eben dann auch ihren Lebensfrust mit zu Piraten gebracht haben.

Sind ja auch genau so schnell wieder gegangen, wegen von dir benannten Problemen !

Jo erstmal vielen Dank das du solange durchgehalten hast. So viel Geduld ist ja mal nicht selbstverständlich !!!

Aber denke schon so das es mittlerweile langsam etwas besser geworden ist.

Wobei, denke auch das alle Parteien so bis zu einem gewissen Grad damit zu kämpfen haben. Ohne Parteien mit Bürgerinitiativen und Volksabstimmungen wie in Schweiz würde mir da besser gefallen, kann man als Bürger ja auch was machen ohne den Parteien Apperat.

Nein, glaub nicht. Wobei, ich denke ja das es bei Piraten wieder langsam etwas aufwärts geht. Ja da muss man aber auch vorsichtig sein das nicht wieder durch neuen Zoff zu verspielen.

Die Grünen sind ja in den 1980er Jahren auch mal so abgestürzt, also wurden nicht mehr in Bundestag gewählt weil es da so viel Stunk gab, mit Bündnis 90 waren se so 1995 wieder drinnen.

Ok grüne und Piraten, nicht 1 zu 1 vergleichbar, aber doch mal ein Beispiel das es schon funktionieren kann !!!

Die Antwort auf diese Frage scheint doch recht offensichtlich zu sein.

Hab ich andersrum erlebt.

In der aktuellen Piratenpartei wird ein deutlicher und direkter Umgang nicht mehr geschätzt. Das ist, um bei schrägen Klischees zu bleiben, längst Sozialarbeiter- und kein Nerdmilieu mehr. Im Nerdmilieu geht es mehr um Inhalt als um Form. Aber ihr seht doch sogar hier im Piratenforum: Sobald die Form nicht mehr alle Adressaten in Flauschiwatti packt, ist es mit dem Inhalt auch vorbei. Schneeflöckchenpartei mit Weinerlichkeitsbonus. Es ist zum Heulen.

… ah, ansteckend ist es auch noch.

(Die ÖA der Partei geht da übrigens mit bedrückendem Beispiel voran.)

Alles totaler Käse.

Es gibt Piraten, die etwas in dieser Partei tun wollen.
Es gibt Mitglieder in der Piratenpartei, für die es nur um Eigeninteresse geht.

Solange die Piratenpartei die zweite Gruppe fördert, unterstützt, ernst nimmt, muss sie auch mit dem unproduktiven Ergebnis leben und zwar solange, bis die zweite Gruppe im eigenen Sumpf versinkt.
In Twitter und in der Partei ist das schon so und hier im Forum ist das auch bald so.
Natürliche Selektion, Schrott zu Schrott.

Der Rest arbeitet in produktiven Kleinzellen, in denen sie nicht belästigt werden.
95% in dieser Partei ist aber nur noch inhaltslose Hülle, ausgeraubt.

Diese offenen Worte, dieses öffentliche Forum sind doch schon ein guter Weg.

Wie in jeder Partei.

Können schon, die Frage ist, wie viele das wollen. Das Verhalten hat sich über viele Jahre in der Partei etabliert. Bin seit 2009 dabei und ich kenne es nicht anders. Keine Ahnung, wann die “guten, alten Zeiten” waren, in denen Piraten an einem Strang gezogen haben (damit meine ich nicht, Vorstände aufzuhängen…). Schon im Protokoll vom BPT 2008.2 (2 Jahre nach der Gründung, deutlich unter 1000 Mitglieder) findet man:

Wenn Leute unfreundlich miteinander umgehen wollen, dann haben wir ein Problem. Wir sollten uns neue Möglichkeiten geben, mit diesen unfreundlichen Leuten umzugehen. Ich würde gerne eine Netiquette für die Medien verbindlich unterschreiben lassen. […] Wir haben ein großes Problem in der Kommunikationsstruktur.

Der BuVo war damals auch schon schuld an allem Übel und trotzdem hat der BPT weiter kaputte Vorstände zusammengewählt, über die man sich dann wieder beschwert hat.

Noch nie hat sich jemand in Bayern über den Vorstand beschwert.

Ok, immerhin in Bayern war die Welt noch in Ordnung :wink:

Warum sollten Leute, die jahrelang gegen die eigenen Leute geschossen haben und damit durchgekommen sind, etwas ändern? Welche Anreize könnte es da geben? Frage mich ja manchmal schon, ob manche Leute wirklich am Erfolg der Partei interessiert sind oder nur ihre Agressionen ausleben wollen…

Nachdem 2009 über 10000 Leute in 8 Monaten in die Partei gekommen sind, war es vielleicht schon zu spät.

So im Rückblick muss ich wirklich sagen, dass die Piratenpartei insgesamt die unangenehmste Arbeitsumgebung war, die ich bisher erlebt habe, wobei ich ansonsten nie so lange am Stück in einer Organisation war. Als ITler hatte ich es im Beruf nicht so schwer, zu wechseln, wenn es nicht gepasst hat. Mit Parteien ist das deutlich schwieriger…

Gibts eigentlich irgendwelche Beispiele, dass sich eine Partei nach einer so langen Abwärtsbewegung wieder gefangen hat? Würde mich wirklich interessieren, wie das funktionieren kann.

1 Like