Staat zahlt an Kirchen so viel Geld wie nie

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Interessanter Artikel, aus dem man etwas machen könnte:

Wir waren ja einmal für die Trennung von Staat und Religion. Oder verletzt das mittlerweile zu viele Gefühle?

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Ein Fall für die Piratenlily würde ich sagen…

“Diese sogenannten Staatsleistungen überweist der Staat den Kirchen zusätzlich zu Kirchensteuern und zu den Zahlungen, welche die Kirchen für ihre Arbeit im sozialen Sektor erhalten, also etwa in Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern”

Das ganze hat weniger mit Religion und Glauben zu tun als mehr damit, dass der Staat seine sozialen Aufgaben an die Organisationen der Kirchen auslagern, die dies auch tatsächlich gut machen.
Aus der Erfahrung mit meinen Eltern kenne ich den Unterschied zwischen Angeboten der Diakonie und des Staates. Und da bin ich froh, dass es Angebote der Kirche (welche auch immer) gibt, die einem werteorientierten Background haben. Und nicht nur Angebote hinter denen Investment Fonts stecken.

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Wirklich?

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Ich kann jetzt wirklich nicht erkennen, wann und durch welche Entscheidungen sich unsere Position dazu verändert hätte.

Leider finden sich zwischenzeitlich kaum noch Piraten, die dieses Thema weiter bearbeiten wollen, wahrscheinlich nicht zuletzt durch das Gefühl, dass dies in der Partei so gar nicht mehr gewünscht wird.
Ist ja scheinbar nicht annähernd so spannend wie das Asylthema oder Digitalisierung(was das auch immer sein mag :grinning:).

Eigentlich sehr schade, aber an B- Themen wie die Trennung von Kirche und Staat will momentan offenbar keiner ran. Dabei könnten Lösungsentwürfe hier der Schlüssel für manches andere sein…

Das sollte keine Kritik sein!

Natürlich gibt es unverändert Menschen in der Piratenpartei, denen dieses Thema wichtig ist, entsprechend auch Aktionen wie die von Dir beschriebenen.

Aber eine Grundsatzdiskussion zum Umgang mit Religion, deren Institutionen und der eigentlich gebotenen staatlichen Neutralitätspflicht findet schon eine ganze Weile anderswo statt, aber nicht bei uns!

Unsere Positionen sind praktisch so alt wie die Partei, keine Weiterentwicklung, keine Kursbestimmung, kein Abgleich mehr mit den Notwendigkeiten der politischen Gegenwart.

Und das meinte ich mit “schade” :smile:

Naja… ich bleib mal beim Thema Kirche und Staat: Da erkenne ich kein Bedürfnis, die Position zu ändern: Wir fordern imemr noch die Trennung (zurecht, wie ich meine), und diese Forderung ist immer noch nötig, da sich bisher nichts getan hat.

Ist zugegebenermaßen nciht mein Spezialgebiet, daher: Was sollten wir denn ändern (oder erwägen zu ändern) ?

Also…interpretiere ich dich richtig, dass du aus diesem Prinzip heraus forderst, dass Kirchen nicht mehr Träger sozialer Einrichtungen wie der Diakonie sind, sondern der Staat diese Aufgabe übernimmt.
Also dem Staat, der Hartz 4, Rentenansprüche und anderes der Wirtschaft unterordnete.

Was du forderst ist theoretisch gut.
Aber was erwartest du wird die Praxis sein?

Wenn Du hier im Forum mal kreuz und quer liest, besteht doch offensichtlich Diskussionsbedarf beispielsweise darüber, ob Religionsausübung auf den privaten Bereich beschränkt sein sollte.

Unabhängig davon, was Herr Söder gerne hätte, leben wir in einer weitgehend agnostischen Gesellschaft. Gläubige Muslime sind nicht weniger rar als gläubige Christen!

Hier an meinem Wohnort betreibt die katholische Kirche eine herausragend gute Jugendarbeit, aber gutes Marketing stärkt lediglich den Zuspruch, nicht den Glauben :grin:

Da wäre es einfach mal Zeit für einen Reality- Check, der über die Fragen, für wen die Finanzbehörden Kirchensteuer erheben, ob Tanzverbote zeitgemäß sind und verkaufsoffene Sonntage einfach pfui, hinausgeht!

Fakt ist doch, dass der Staat in der Regel fast 100% des Budgets dieser Einrichtungen übernimmt, ohne jedes Mitspracherecht!

Welchen Organisationen stellst Du persönlich denn monatliche Blankoschecks aus?

Auch wenn Hartz IV ein ganz besonders Rechtsgebiet darstellt, in dem die sonstigen Rechtsgrundsätze wenig Geltung zu besitzen scheinen, sind die entsprechenden Regelungen praktisch noch druckfrisch, während das Kirchenarbeitsrecht schon wie lange Gültigkeit besitzt?

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Ich weiss nicht, ob das nur der falsche Reply war, oder ich auf dem Schlauch steh, oder…
Kurz: Ich hab nicht verstanden, was wir ändern / überarbeiten sollten an unserer Position.

Soll Kirche und Staat (oder Glaube und Staat) getrennt sein? Ich denke ja: So stehts im Grundgesetz, so stehts an diversen Stellen bei den Piraten. Von mir aus darf das gern genau so bleiben.

Ich lese zwar (glaub ich) recht viel hier im Forum, aber Stimmen, die das ändern wollen, hab ich ehrlich gesagt nicht gefunden (was an mir liegen kann)

Das Geld wird aus allgemeinen Steuermitteln und nicht etwa aus Mitteln der Kirchensteuer zugewendet, es wird nicht für soziale Einrichtungen oder Krankenhäuser gezahlt, diese bekommen Gelder aus anderen Töpfen. Die Bischofskonferenz schweigt über die Verwendung der Gelder, es werden aber wohl nicht vornehmlich Kirchengebäude damit instandgehalten, denn auch hier kommen Mittel aus anderen Töpfen, wie dem Denkmalschutz, beispielsweise für den Kölner Dom. Wir wissen aber doch alle wie kostspielig die Finanzierung nur eines Bischofssitzes ist.

Das kannst du ja sicherlich belegen? :wink:

Den Rest deiner Gegenfragen kann ich leider nicht folgen.

Hundert Prozent ist zwar etwas übertrieben, aber wirklich nur etwas.
Je nach Einrichtung und Ort/Kommune/Bundesland schwankt es zwischen 5 und max 30%.
Wobei es mehreitlich zwischen 10-15% sind.
Infos darüber sind zu Hauf zu finden.
Nur 2 Beispiele von zig Seiten im Netz die sich damit auseinandersetzen:
https://www.kirchenfinanzen.de/diakonie/finanzierung/kindertagesstaetten.html

Etwas polemischer, aber mit nachprüfbaren Zahlen:
http://www.stop-kirchensubventionen.de/index.html#Ueberblick

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Ja, kann ich! :grinning:

Wenn Du mal in früheren Zeitaltern der Piratenpartei nachforschen möchtest:

Da gab es mal ein Wahlplakat “Traue keinem Plakat, informier Dich!”
Du bist offenbar bloßer Konsument und möchtest lieber informiert werden.
Ich würde einfach vorschlagen, Du fragst bei einer Kita oder Schule Deines Vertrauens mit konfessioneller Bindung nach. Und wenn der Staat dann nicht wenigstens 90% der laufenden Kosten dort übernommen haben sollte, können wir gerne weiter reden. Falls Du Deinen Elfenbeinturm nicht verlassen möchtest, kannst Du Dich selbstverständlich auch vom Rechner aus aus allen frei zugänglichen, öffentlichen Quellen informieren; es gibt hinreichend davon. :grin:

Wenn Dich dies zeitlich oder methodisch überfordern sollte, kannst Du gerne eine entsprechende Serviceleistung bei mir zubuchen. Allerdings sind solche Dienstleistungen dann nicht weniger kostenpflichtig wie Deine eigenen. :joy:

Darfst aber bei ernsthaftem Interesse gerne auf mich zukommen, ich mache Dir dann ein passendes Angebot. :rofl:

Offensichtlich, dass wäre ja auch noch schöner! :sweat_smile:
Aber ich wage ja auch keinen Tipp, warum Du bei auch offenkundiger Ahnungslosigkeit nicht davor zurückschreckst, zu jedem Pups unbedingt Deinen Senf dazu zu geben :sunglasses:

Gute Leseempfehlung zu dem Thema:
» Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen - Wie der Staat die Kirchen finanziert «

Hier hat sich Hr. Frerk die Arbeit gemacht und vor einigen Jahren einmal die Einnahmen der Kirchen unter die Lupe genommen. Hier kam sehr gut auf das eben schon seit längerem “kirchliche Institutionen” als solche geführt werden tatsächlich nur so viel kirchlich bezahlt wird, dass man es unter dem Deckmantel weiterführen darf der Rest aber vom Staat finanziert wird. (Bspl. Kitas)

@xwolf hier auch einige Belege aufgeführt von Behauptungen die vorhergehend aufgestellt wurden (z.B. von @minackwalker )

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Pöööses Hasi!

Ruinierst da eben einfach mal mein Geschäftsmodell :rage:

Aber hast du nicht. Du pöpelst halt einfach nur unbelegte Dinge in den Raum.
Es gibt sicherlich Profis, dir dir dabei helfen können, dein Verhalten nicht dauernd auf andere zu reflektieren :slight_smile:

Danke. So funktioniert konstruktive Diskussion :=P

Aber eigentlich ging es mir oben um was anderes: Der Staat nutzt die Kirche als Dienstleister. Ob und wieweit das gut oder schlecht ist, ist eine Diskussion.
Eine andere Diskussion, und darum ging es mir ist: Was wäre, wenn der Staat es selbst machen würde?
Sorry, aber wenn ich die staatlichen Leistungen auf den Sozialsektor ansehe, bzw. das was er noch davon überließ, dann bekomme ich eher Sorgen, was das passieren würde.

Menschen wie Du zweifeln ohnehin jeden Beleg an, der sie darin hindern könnte, ihr lieb gewonnenes Weltbild aufrecht zu erhalten!

Sobald allgemein anerkannte, bekannte Tatsachen -wie hier von Deiner Seite- geleugnet werden, endet der kostenlose Lieferservice. Würde trollen natürlich gefallen, mich auf diese Weise zu beschäftigen.

Ich pöble also bloß rum?
Kannst Du das belegen? :grinning:

Was mir hier zunehmend aufstößt, ist der Eindruck, dass hier niemand bereit zu sein scheint, einfach einmal zu unserer Beschlusslage zu stehen und sie zu vertreten. Streichungen, Hinterfragen nach dem Schema “ist das realistisch?”, Verkehrungen ins Gegenteil, was anderes kommt hier offenbar nicht rum!