Solarstrom aus Afrika?

Genau dafür wäre eine globale Mindeststeuer gut !

Ich denke viele werden genau darauf setzen, die Volkswirtschaftlichen Werte die derzeit nach Saudi Arabien (Diktatorische Monarchie, siehe Kashoggi usw) fließen und dann verwendet werden um Islamisten zu finanzieren in die EU umzuleiten, oder in die Taschen von Aktionären.

Wobei bei dem Projekt die Saudis ja selbst als financiers auftreten. ÖL Geld finanziert also die Energiewende und zukünftigen Profit für das Regime.

Solarpanels kann man auch in Tunesien oder Algerien bauen, oder Spanien… Da dürfte die Konkurrenz untereinander deutlich größer sein und der Profit für die Länder somit geringer.

Fair wäre es ja wenn ein % des Stroms an die Lokale Bevölkerung abgegeben werden muss, diese kann so kosten Sparen und gewinnt dadurch an Wohlstand. Wäre sozusagen eine Art direkte Subvention der lokalen Wirtschaft in der Nähe von solchen Anlagen. Das dürfte dann auch der Sicherheit zuträglich sein, wenn die Bevölkerung was davon hat werden solche Anlagen sicher nicht so schnell zum Ziel von Angriffen.

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Der Geschäftspartner in Marokko, der die Formalitäten erledigt, benötigt natürlich auch das entsprechende Kleingeld, um andere von der Idee zu überzeugen und deren Einstimmung einzuholen.

Der Polizist in Venezuela teilt mir mit, dass es ja nicht für ihn sei, er aber den anderen etwas geben müsse, damit die ihre Zustimmung geben würden.

Dieses grundlegende Problem haben wir eigentlich in nahezu allen Ländern, mit denen wir Deals abschließen und die Chinesen gehen in Afrika auch so vor.

Und wenn bei der Bevölkerung nichts ankommt und sie erkennen, dass bei anderen etwas ankommt, nur bei ihnen nicht, dann wird die Stimmung in Krisenzeiten explosiv und das gefährdet, wie Beispiel oben, die Versorgungssicherheit derer, die einseitige Verträge abgeschlossen haben.

Ein solches Stromkabel muß somit sicherstellen, dass unten etwas ankommt, um die eigene Versorgungssicherheit nicht zu gefährden, denn solche Anlagen können meist relativ einfach außer Gefecht gesetzt werden, siehe Beispiel aktuell Kolumbien.

Das Problem mit solchen Projekten ist, dass sich das (geopolitische) Ergebnis nicht viel unterscheiden wird von dem, was die Ölindustrie verursacht hat.

Es entsteht eine Abhängigkeit, die dazu führt, dass eine Stabilität auf der Erzeugerseite nötig ist, die sich oft am einfachsten durch die Installation eines willigen Despoten sicher stellen lässt. Das nennt man dann “Nationbuilding”.

Gute Frage. Vielleicht ein bisschen tendenziell gestellt. Und hier pessimistisch beantwortet:

Also einen Unterschied zur Ölindustrie kann ich schon mal ausmachen: Der ökologische Impact dürfte insgesamt geringer sein. Ansonsten kommt es darauf an, welches Ziel solche Investitionen verfolgen. Wenn es primär wieder nur um schlichte und maximierte Geldvermehrung geht, bleibt mir nix anderes übrig, als mich auf die Seite der Pessimisten zu schlagen. Man könnte es aber anders machen, indem man in der Excel-Tabelle eine Spalte “Revenue Marokko” (= Beitrag zur Stabilität in der Region, = Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit) einfügt. Nur wer ist “man”? Wer hat das in der Hand?

Das dürfte das kleinste Problem sein. Marokko hat durchaus schon heute genug EE-Strom. (ca. 11 $-Cent pro kWh, da ist natürlich noch Luft nach unten bei den behaupteten etwas 1,3 $-Cent Stromgestehungskosten).

Noch zwei konkrete Fragen an die Piraten: Sollte man solche Projekte nun (überhaupt) in Erwägung ziehen oder nicht? Und wenn nein - was sind die (besseren) Alternativen?

An welche Piraten?
Diese Form der Frage ist hier im Forum wohl deplatziert. Im allerhöchsten Fall könnte man diese auf einem Parteitag stellen, diskutieren und dann eine Antwort beschließen.
Hier im Forum kannst du nur die Meinung von interessierten Nutzern des Forums erfahren, aber nicht die der Partei.

Gruß
Andi

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Ach so, ist nur ein irgendein Forum.
Wann kann man denn alle diese interessanten Fragen auf dem Parteitag stellen?

Muss man erst persönlich in einer AG vorstellig werden, um für die AG vielleicht interessante Themen zu verbreiten?

Wie das Zitat ist auch das offtopic:

Ich ging als potenzieller Wähler davon aus, hier im Forum der Piratenpartei (sind doch ein paar Piraten da oder nicht?) tatsächlich Antworten von einigen Parteimitgliedern zu kriegen; interessierte Benutzer, die nicht Mitglied der Partei sind, tatsächlich ausgenommen, ohne dass ich letzterem Clientel die Teilnahme an der Diskussion verbieten wollte. Wenn meine Fragen in diesem Kontext hier als “deplatziert” klassifiziert werden, versetzt mich das ein wenig in Erstaunen. Vorsorglich bitte ich jedoch, meine Fürwitzigkeit vielmals zu entschuldigen.

Es ging mir keineswegs darum, eine offizielle Parteimeinung zu erfahren, zumal es die gar nicht geben kann. Der Threadersteller hat ein bislang noch nie diskutiertes, m.E. sehr interessantes Thema aufgemacht. Dass es Zeit braucht, dazu eine, durch Beschlüsse gehärtete Parteimeinung zu finden, ist mir völlig klar.

Also noch mal - gibt es Antworten von (vornehmlich) Parteimitgliedern zum Thema Solarstrom aus Afrika? Also bitte zurück zum Thema. Metadiskussionen gibt’s hier schon genug.

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Nun ja, aus Parteisicht?
Vieles was den Strompreis senkt sollte für eine Partei gut sein. Wahltechnisch lässt sich nichts so gut verkaufen wie weniger Kosten für den Bürger! Gerade auch was den Strompreis angeht.


Und wenn ich z.B. in RLP gerade mal 1 Woche nach Regierungsprogramm sehe, dass sich sofort Bürgerinitiativen gegen Windkraft in windhöfigen Waldlagen entwickeln, dann ist es wahrscheinlich nicht die dümmste Idee grünen Strom einzukaufen.
Mit der Abhängigkeit muss man dann halt leben, wenn man nicht bereit ist “Windmühlen” oder größere PV-Felder, oder “Dächer die blenden” im eigenen Land (oder besser in der Nachbarschaft) zu dulden.

Mhm - sind wir heute nicht viel mehr abhängig von Energieimporten? Wir bezahlen für die fossilen Energieträger um die 100 Mrd. Euro jährlich. Die Abhängigkeitsverhältnisse würden sich mMn. sogar verringern, wenn man auf grüne Energieimporte setzt, weil man gewiss nicht so viel davon benötigt. Im Moment importieren wir vor allem Primärenergieträger (aus der Erde gekratztes Zeug, das noch in sofort verwendbare Endenergie gewandelt werden muss; Gesamtbedarf der letzten Jahre ca. 4.500 TWh). Strom ist bereits Endenergie und wenn wir demnächst (2050?) alles, also auch Wärme und Verkehr über Strom machen, brauchen wir vielleicht nur 1000 bis 1200 TWh. (Grobe Schätzung aus dem Orangebuch).
Mit dieser Abhängigkeit könnte ich auch leben. Soll doch jede® das tun, was in seinem Land naturgegeben am besten funktioniert. In Marokko haben wir z.B. sehr viel mehr Sonne als hier.

Tja, Frieden hängt auch mit Geopolitik zusammen und kann durch intensive, faire (!) Handelsbeziehungen, also gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeiten gestärkt werden.

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