[SO007] Frage 5 - Sind Spontankandidaturen sinnvoll oder benötigt die Piratenpartei ein System um diese zu vermeiden?

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Wie hier schon beschrieben, wollen wir die Fragen aus dem SO007 hier einzeln zur Diskussion stellen. Bitte beachtet, dass es hier ausschließlich um die Fragen an sich gehen soll! Den kompletten Antrag findet ihr im Wiki unter http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2017.2/Antragsportal/SO007

Also:
Sind Spontankandidaturen sinnvoll oder benötigt die Piratenpartei ein System um diese zu vermeiden?

Servus
Thomas

Auf Spontankandidaturen sollt nach Möglichkeit immer verzichtet werden. Sie völlig auszuschließen wäre aber realitätsfremd. Die Zeit sich Vorzustellen ist immer knapp und reicht eigentlich nur für bekannte Kandidaten. Sich über Unbekannte zu informieren z.B. in den Kreisen nachzufragen ob die ihm das zutrauen dauert ja etwas und ist bei Spontankandidaturen kaum möglich.

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Sinnvoll ist es nicht spontan zu kandidieren, aber manchmal ist es notwendig.

Es ist immer sinnvoll, wenn es echte Wahlmöglichkeiten gibt, also es genügend Kandidaturen gibt und auch rechtzeitig vor der Wahl die Wählenden wissen welche Wahl sie haben.

Idealerweise haben die Kandidierenden sich innerparteilich ausführlich vorgestellt, angefangen mit einem Wiki Profil, welches mit einer Diskussionseite verlinkt ist für Fragen und Antworten, womöglich Mumble Vorstellungsrunden und ganz idealerweise Vorstellungstouren einige Wochen vor der Wahl durchs ganze Land und Besuch von Stammtischen, Crews etc.

Das wäre alles ideal, leider gibt es wenige Kandidaturen und oft ist es so, dass ein BPT dann dankbar ist für Spntankandidaturen, damit es auch eine Auswahl gibt.

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Ich gebe euch beiden recht, darum habe ich auch meist vorher meine Kandidatur bekannt gegeben. Früher gab es ja den Fragenkatalog, der aber meines Wissens nach, kaum noch genutzt wird.

Dies wäre halt der Idealfall…aber die letzten Mumbletermine zu solchen Anlässen waren alle zu lang. Auch hatte ich vermehrt das Gefühl, dass man es den Kandidaten möglichst schwer machen wollte…Und hier getrauen sich eben schon manche nicht mehr, für so einen Job wie den im BuVo zu kandidieren.

Wie wäre es denn, wenn man gewisse Fragen einfach vorher von allen Kandidaten abfragt, und die Ergebnisse dann im Wiki veröffentlicht. Ich glaube @wolf hatte mal so einen Vorschlag gemacht…und man könnte zumindest vor dem Parteitag ein grobes Bild des jeweiligen Piraten bekommen…

Und ja, man wird spontane Kandidaten nie ausschließen können, und ich halte dies auch nicht für nötig. Ich würde mich nur freuen, wenn es keine “spontanen” Kandidaturen am Vorabend geben würde, nur weil man den oder den anderen nicht mag…

Servus
Thomas

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So lange es eine Ausnahme ist, dass für Ämter mehr als ein Kandidat vorher zur Verfügung steht, so lange sollte bis zum jeweiligen Parteitag die Kandidatenliste geöffnet bleiben. Wer zuerst kommt, der wird gewählt? Das können wir auch lassen.

Ob eine Kandidatur spontan oder nicht, sinnvoll ist oder halt nicht können und sollten wir den Wählern überlassen.

Die Frage stellt sich für mich gar nicht.

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Sowohl Kandidaten für Vorstandsämter als auch Listenkandidaten müssen hinterher zusammen arbeiten können. Das sollte ein potentieller Wähler abschätzen können.

Hi,

ich würde Spontankandidaturen nicht prinzipiell ablehnen wollen.

Die Frage müsste eher lauten: …oder benötigt die Partei ein System, um diese zu gestalten.

Da die Frage aber steht und ich nicht für Tor 2 bin: Sinnvoll.

Im Grunde kann man das ganze dem Wähler überlassen. Wenn es mich nervt, dass jemand spontan erst auf dem Parteitag kandidiert, dann wähle ich ihn einfach nicht. Wenn es vielleicht gute Gründe gibt, die Person doch zu wählen, die diesen “Makel” überdecken, dann kann man da auch drüber hinwegsehen.

Ich würde nochmal eine Kompromissidee vom Osnabrücker Stammtisch / der letzten Osnabrücker Mitgliederversammlung hier einbringen:

Die Kandidatenliste wird XX Tage vor dem Parteitag geschlossen, im 1. Wahlgang sind nur Kandidaten zugelassen, die sich rechtzeitig für eine Kandidatur entschieden haben. Sollte kein Kandidat gewählt werden, wird die Kandidatenliste erneut für den zweigen Wahlgang geöffnet.

Wobei natürlich ein Problem sein könnte, dass dies die Wahlen unnötig in die Länge zieht, wenn die Versammlung der Meinung ist, der beste Kandidat wäre einer der Spätentscheider und den ersten Wahlgang deshalb bewusst fehlschlagen lässt.

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Spontankandidaturen vermeiden

Zu häufig hatten wir die Fälle, dass Leute sich erst am Wahltag als Kandidat gemeldet haben und damit die gesamten Befragung im Vorfeld umgangen haben. Das ist unfair den anderen Kandidaten gegenüber, die sich dem “innerparteilichen Wahlkampf” gestellt haben.
Gewählt werden die Spontankandidierer auch häufig. Um ein Vorstandsamt 1-2 Jahre auszufüllen und auch konstruktiv mit seinen Vorstandskollegen zu arbeiten benötigt es idR. aber etwas mehr mentale Vorbereitung mit dem Amt und den Gegenkandidaten. Spontan erinner eich mich an den Brandredner aus Thüringen der nach 2 Monaten im Amt aufgab und sowohl Vorstand und auch Partei verließ oder eine Dame aus Berlin, die nach ein paar Wochen merkte, dass so ein Amt ja doch schon viel Zeit benötigt und das alles dann doch nicht so läuft wie man sich das vorgestellt hatte.
Die Vermeidung von Spontankandidaturen (aka. Meldefrist für Kandidaten) gibt sowohl Basis als auch Kandidaten die Möglichkeit sich miteinander und auch mit dem Amt auseinanderzusetzen. In NRW hatten wir die letzte LaVo-Wahl mit einer Kandidatenkommission organisiert. Mein Eindruck war: Die Möglichkeit, sich bis zu einer Frist nicht öffentlich als Kandidat zu melden, schien positive Auswirkungen auf die Menge der Kandidaten zu haben. Wenn schon jemand im Wiki steht überlegt man es sich vielleicht zweimal ob man kandidieren will, weil es ja schon jemanden gibt. :smiley:

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Es gibt keine “Spontankandidaturen”.
Es gibt nur Kandidaturen.
Alle haben das Recht zu kandidieren und in die Vorbereitung oder Überzeugungsleistung soviel oder so wenig rein zustecken, wie sie meinen. Viele Kandidaten dürften ja inzwischen hinlänglich bekannt sein.
Und am Ende entscheidet eh die Basis, ob diese Kandidatur was taugt,

Generel habe ich das Gefühl, daß hier mehr und mehr Vorabgemauschel stattfinden soll.

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Wie kommst du denn im Zusammenhang mit einem Parteitag, dessen Organisatoren vom Bundesvorstand bestimmt werden und dessen Versammlungsämter schon Wochen vor Beginn feststehen (weil die ohne vernünftige Grundlage im “Team” antreten dürfen und ein einzelner Gegenkandidat damit natürlich keine Chance hätte), darauf, dass hier Mauscheleien denkbar sind?

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Natürlich gibt es die.

Wenn Vorstellungs- und Fragerunden vorher organisiert werden damit die Basis sich ein Bild machen kann dann ist das aufwendig für alle.

Wer erst auf dem Parteitag auf die Bühne hüpft, sich ggf nicht mal mit den Anforderungen des Amtes auseinandersetzt, macht dagegen eine Spontankandidatur.

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Was bei den “Vorbereitungen der Basis” für Fiaskos herausgekommen sind, ist hinlänglich bekannt. Es ergibt keinen Sinn die Kandidaturen zu kategorisieren.
Wenn die Basis meint, die Vorbereitung war nicht genug, dann wählen sie den “Spontanen” halt einfach nicht.
Es gibt absolut keinen Grund, Kandidaten aus “formalen” Gründen abzuhalten.
Solche “Formalitäten” verselbstständigen sich nämlich gerne.

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Und anstatt daraus zu lernen und die Vorbereitungen für die Wahlen der wichtigsten Positionen die wir in dieser Partei haben sinnvoll zu gestalten, so wie sie das auch verdient hätten, lassen wir einfach wie üblich jeden machen was er will.
Das ist ja auch eine Frage des Respekts und der Wertschätzung gegenüber den Listenkandidaten, bzw. der Vorstandsämter. Statt froh zu sein, dass irgendein Depp den Job macht könnte man doch mal durch entsprechende Würdigung in der Vorbereitung allen Beteiligten das Gefühl vermitteln, dass das wichtige Funktionen sind und wir eigentlich total froh sind, dass sich jemand den Scheiß antut.

Dieses blinde Vertrauen in “die Basis” ist ja echt bewundernswert. Die Parteigeschichte zeigt aber, dass “die Basis” (zumindest die, die an Parteitagen versammelt ist) nicht zwingend rationalen Argumenten folgt oder die Wahl trifft die die beste für die Partei wäre, sondern ganz eigenen Gesetzen (nämlich Mauschelei vor Ort, Tagesform, Stimmungsmachern und Frisuren) folgt.

Die einzige “formale” Hürde wäre konkret eine Bewerbungsfrist. Wenn ein Kandidat an der Einhaltung einer Frist scheitert, dann sollte diese Person wirklich nicht für ein Vorstandsamt kandidieren. Da hat man nämlich ganz viele Termine einzuhalten. :rofl:

Was @H3rmi sagt.

Genau das haben wir in NRW bei der letzten LaVo Wahl gemacht:
Inklusive offizieller Bewerbungsfrist, diverse Mitgliedermailings und natürlich Öffnungsklauseln in der Wahlordnung falls nicht genug gemeldet Kandidaten für ein Amt zur Verfügung stehen oder im ersten Wahlgang scheitern oder der Parteitag per GO Antrag unbedingt meint für ein Amt nicht-fristgerechte Kandidaturen zuzulassen.
Es gab dann auch Mumble Termine und auf dem Parteitag ausgehängt Steckbriefe der Kandidaten.

Wir hatten uns das durchaus gut überlegt, Rechtsmeinung eingeholt und durchgezogen.

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Man könnte was anderes daraus lernen.
Man könnte z.B. der Basis erklären, was die Kriterien sind.
Eine Checkliste erstellen etc.
Informieren, Bilden etc. sind Methoden der Piraten, nicht bürokratische Vorschriften.

Ok. dann müßtest du die Basisdemokratie abschaffen oder gleich die ganze Demokratie.
Ich habe vertrauen in die Menschen und daß sie, wenn frei und informiert, sich durchaus rational verhalten.
Die Lösung liegt nicht darin der Basis Vorschriften zu machen und ihre Auswahl einzuengen (wie die Ayatollahs im Iran) sondern dafür zu sorgen, daß ihre Wahl “rationaler” wird (was bei 2 Wählern jeweil durchaus Unterschiedliches sein kann). Eine Mumble-Runden oder Grillfeste sind offenbar nicht hinreichend.
Selbstdarsteller gewinnen hier meist.

Es gibt viele Gründe spontan zu kandidieren. Das hat auch wiederum nichts damit zu tun, ob einer Termine einhalten kann oder nicht.
Ein schöndes Beipsiel dafür, daß man gerne falsche Kriterien für die Beurteilung von Menschen hernimmt.

Nö. Man kann aber Abläufe besser strukturieren und Veranstaltungen vorbereiten.

Das Argument sollte ich für die nächste Kommunalwahl merken: “Sorry Frau Wahlleiter, ich hatte gute Gründe mich als parteilose Kandidatin nicht fristgerecht zu melden, aber so 1 Tag vor der Wahl möchte ich spontan doch noch antreten.”

Aber nicht wenn man glaubt, die Basis sei zu doof zum Wählen :wink:

Nur weil der Staat unflexibel ist, müssen wir das ja nicht auch sein.

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Hab ich ja nicht gesagt. Ich sagte, auf Parteitagen folgt das Abstimmungsergebnis häufig der jeweiligen Stimmung vor Ort. Das hat nichts mit “zu doof” zu tun sondern mit Gruppendynamik.

Gutes Argument. Ich finde es auch voll unflexibel, dass sich ein VL Team vor nem Parteitag trifft um Dinge wie TO oder Abläufe zu besprechen. Das kann man auch spontan machen, alles andere ist eh Gemauschel und Beeinflussung der Versammlung. Und die ganze Orga rund um die Akkreditierung ist auch völlig unnötig. Reicht doch, wenn man den Server mit den Daten kurz vor Beginn aufsetzt und die Akkreditierungsunterlagen einfach lose aus nem Karton ausgegeben werden. Oder das Catering. Lassen wir einfach die Küche auf auf und jeder schmiert sich seine Schnittchen selbst, bzw. guckt, dass er sich irgendwie Kaffee macht. Krass wie unflexibel wir sind.

Wehe Stream, Slides und Netzwerk und der ganze Rest sind nicht perfekt organisiert, dann wird der ganze Parteitag mit hämischen Kommentaren begleitet, wie schlecht vorbereitet die Orga ist. Aber bei den Kandidaten reicht’s, wenn man einfach mal locker aus der Hüfte entscheidet.

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