Sinn von Pressemitteilungen an Printmedien

Und woher bekommst du dann Informationen über’s Weltgeschehen?

Die Argumentation scheitert einfach schön darany dass eigentlich jedes Blatt heute nen Online-Auftritt hat. Das ist übrigens auch der Platz an dem wir am ehesten eine Chance haben zu landen.

Ich warte aber nach wie vor auf eine Alternative. Einfach nichts zu tun ist keine Lösung.

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Eine ordentlich strukturiere Webseite ist das A und O.
Blogs sind nunmal oberflächliche und schnell flüchtige Informationen.

Dies ist auch der Grund, warum Offline-Medien keine Chance haben und auch ihr Online-Auftritt verschwinden wird.

Der Redakteur einer großen Tageszeitung teilte mir schon vor Jahren mit, “Entschuldigung, wir sind eine Tageszeitung”.

Damit wollte er zum Ausdruck bringen, was interessiert uns unsere Zeitung und Meinung von gestern.
Das ist Entertainment und sonst nichts.

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Eine Neustrukturierung haben wir öfter versucht auch ein Redesign. Nur wie immer, wenn halt keiner helfen mag und es immer wieder an der gleichen Handvoll Leute hängt geht es halt wie es geht.

Ich wurde bei meinen Versuchen meine Vision zu verwirklichen so oft ausgebremst (u.a. “So eine Nerd-Seite wollen wir hier nicht haben!”), dass ich mich lieber um pirateninfo kümmere, statt mich mit solchem Verhalten abgeben zu müssen. ¯\_ (ツ) _/¯

Übers Internet.

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Früher las man 1-2 Tageszeitungen. Heute hat man Hunderte bookmarks mit Informationsquellen, am besten weltweit und in vielen Sprachen.

Also Politik machen geht im allgemeinen so, dass man ein Problem erkannt hat und dafür eine Lösung kennt. Dann erzählt man begeistert und überzeugend so lange Menschen davon, bis das Problem gelöst ist oder die Wähler einen in die Räte und Parlamente wählen, in denen man seine Lösung verwirklichen kann.

Zu den Aufgaben der Medien gehört auch die Verbreitung von Ideen und Meinungen, wenn sie relevant oder stichhaltig sind. Reine Printmedien gibt es nicht mehr, selbst unser Werbe-Lokalanzeiger hat inzwischen eine Webseite.

Seine politische Meinung verbreiten und auch Transparenz herstellen sind aktive Prozesse. Dafür muss man etwas machen, es zu den Leuten bringen und nicht hoffen, dass es jemand von alleine zufällig findet. Es gibt da eine “Bringschuld” und keine “Hohlschuld”.

Auf Probleme hinweisen,
Lösungen erarbeiten,
Lösungen bewerben und
für seine Lösungen in Räten und Parlamenten kämpfen und
sie in Kompromissen schrittweise verwirklichen.
Darum geht es in der Politik. Und weil Menschen lieber Menschen vertrauen als Wahlversprechen braucht man sympathische und kompetente Personen die für Inhalte stehen.

Momentan klappt alle diese Punkte in der Partei nicht so gut und aber bei den Leuten die auf Bundesebene versuchen das verschwindet wenige Material, das aus der Partei geliefert wird zu verbreiten, funktioniert es zur Zeit einigermaßen.

Ein Problem sind inaktive Arbeitsgruppen und Arbeitskreise,
ein Anders ist, dass Räte und Parlamentarier nicht genug Helfer haben, die ihre Informationen und Erfolge verwerten oder verbreiten. Und es mangelt an den Personen, die für die Partei öffentlich eintreten und kompetent und sympathisch um Unterstützung werden.

Die Zitate in den Pressemitteilungen dienen dazu Piratenpolitiker bekannt zu machen und durch z.B. Parteivorsitzende oder Europaparlamentarier den Pressemitteilungen etwas mehr Gewicht zu geben.

Deshalb ja Pressemitteilungen sind immer noch ein probates Mittel, und die Transformation der Printmedien müssen die alleine stemmen. Was auch immer dabei einsteht wird auch auf Mitteilungen angewiesen sein und aus Tradition werden die noch lange Pressemitteilung heißen.

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wir müssen dafür sorgen, dass es wieder mehr Beiträge aus der Baisis gibt. Dazu muss man die Basis und neue Leute motivieren, das geht am besten, indem man niederschwellige Mitmachangebote macht und Baisisaktivitäten verstärkt und promotet.
Ein paar Beispiele:

  • in einem inoffiziellen Chat diskutieren einige Basispiraten sehr qualifiziert: Die sollte man ermuntern, diese Diskussion in einen Blogbeitrag zu gießen. Für die Publikation sollte man qualitätsmäßig helfen, aber keine großen Bürokratischen Hürden bis zur Veröffentlichung einfügen

  • vielen Piraten sind die Diskussionen im Forum immer noch zu grob/unhöflich/persönlich… auch wenn sie das schon verbessert hat. Daher kommt immer der Wunsch nach einem geschlossenen Forum auf. Das mag sinnvoll sein, bei inhaltlichen Projekten. Aber der Zugang und die Zugangskriterien für die Basis muss niederschwellig sein. Vor allem nicht untransparent. Gerade potentielle neue Piraten können über qualifizierte Diskussionen Lust bekommen, mitzumachen.

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Der Wunsch nach einem geschlossenen Bereich zur inhaltlichen Arbeit dürfte keine Verbesserung bringen, wenn alle Parteimitglieder dort Zugang haben. Denn bis auf ein, zwei Ex-Mitglieder hier im Forum sind alle anderen Parteimitglieder. Das ist also kein Qualitätskriterium.

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es wurde auch diskutiert, dass nur Amtsträger einen Zugang haben. Das halte ich auch nicht für ein Qualitätskriterium

Ich möchte mal in die Runde werfen, dass es für die parteiinterne Kommunikation Mattermost gibt.

da sind aber nur die, die sich schon länger intensiver engagieren. Dann muss man einen Mechanismen finden, neue, die zwar was zu sagen haben, aber nur mäßig involviert sind, da reinzuholen.

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Yep - war auch mein Gedanke, dass man aus diesem Forum so manchen guten Beitrag herausdestillieren könnte. Muss auch nicht immer tagesaktuell sein. Dieses Forum ist wie ein offener Kamin, bei dem die meiste Energie ungenutzt durch den Schlot entweicht.

Als langweiliger Faktenjunky - nehmt DAS:
https://wiki.piratenpartei.de/Pressespiegel/Online/2019
Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich ein Bild zu machen bzw. das vorhandene Bild zu korrigieren. Und nicht ganz nebenbei. Sprecht ein Gebet, dass uns Thomas Ganzkow, der diesen Pressespiegel regelmäßig pflegt, als Arbeitstier treu bleibt.
Vor allem aber: Liefert Input.

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Ich möchte bei solchen Sätzen immer davon laufen. Woher nimmt sich die Politik eigentlich immer das Recht, Probleme selbsttätig erkennen zu können? Woher nimmt sich die Politik das Recht, Lösungen offerieren zu dürfen, denen man dann folgen kann oder nicht?

Der zitierte Satz ist für mich persönlich doch der Inbegriff für das scheitern der Politik auf allen nur denkbaren Ebenen. Ja sogar Sinnbild für das scheitern der Piratenpartei. Wer als Politiker gleich Problemlösungen offeriert, insbesondere als Piratenpolitiker, verstößt doch meiner Meinung nach schon gegen den Grundsatz der “Beteiligung”, welches die Piraten ja überall auf ihrer Fahne stehen haben. Wer war denn die Partei, die sich um die Mitbestimmung kümmern wollte? Welche Partei war es eigentlich, die das Thema “Mitmachpartei” so zentral in den Vordergrund stellte?

Die Piraten machten es in ihrer Anfangszeit vor, wie das mit der Politik funktionieren könnte. Sie stellte unbequeme Fragen. Sie nahm die Personen mit, die Probleme hatten und ließ alle beteiligten das Problem analysieren, aufbereiten um dann gemeinsam einen Lösungsvorschlag zu präsentieren. Jedes andere Vorgehen nennt man “Doktrin”, was wenig mit demokratischer Willensbildung zu tun hat.

Wir müssen weg von dem Weg für alles Lösungen parat zu haben. Erstens glaubt das jedes vernunftbegabte Wesen in dieser Gesellschaft eher weniger und Zweitens, etwas das man sich selbst erarbeitet hat, dessen Wert wird um ein vielfaches höher geschätzt als etwas geschenktes.

Wer so wie oben beschrieben arbeitet, braucht sich um das Thema Transparenz wenig Sorgen machen. Wer in Problemlösungen involviert ist, wird die Frage nach Transparenz nicht stellen. Politik ginge so einfach, wenn man verstünde wie Menschen ticken.

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Das Thema dieses Threads ist: “Sinn von Pressemitteilungen an Printmedien”

Willst du damit sagen die Piratenpartei soll Pressemitteilungen herausgeben, die sich auf kein Problem beziehen und dann natürlich auch keine Lösung anbieten?
Was sollte dann in so einer Pressemittteilung stehen?

Oder wendet man sich nicht vielleicht doch erst dann an die Medien, wenn der basisdemokratische Prozess bereits abgeschlossen ist, weshalb er an dieser Stelle nicht explizit ausgeführt wurde.

Diese Antwort ist ein weiteres Sinnbild für mich, die das scheitern der Piratenpartei an sich selbst sehr gut dokumentiert. In deinen Worten steckt so viel Destruktives, es passiert nicht einmal im Ansatz der Versuch etwas verstehen zu wollen. Es wird gleich alles negativ dargestellt. (das war jetzt der 10. Versuch die Worte mit Bedacht zu formulieren um nett zu bleiben)

Eigentlich war ich davon ausgegangen das meine Worte selbst erklärend sind. Ich versuche es nun doch mit Beispielen.

Beispiel 1, https://www.piratenpartei.de/2019/08/28/piraten-besorgt-ueber-das-sogenannte-strukturstaerkungsgesetz/

PIRATEN besorgt über das sogenannte „Strukturstärkungsgesetz“

Statt diese Aussage zu treffen, wie wäre es mit einer einleitenden Frage? “Strukturstärkungsgesetz? Warum erst so kurz vor Landtagswahlen?” Warum nehmen wir nicht das offensichtliche zuerst? Jeder in der Republik weiß weswegen es ausgerechnet wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen und Brandenburg kommt. Was tun wir? “Wir sind besorgt”. Warum wird nicht mal in der Pressemitteilung richtig sichtbar. Piraten sind also “besorgt”, aha, na wenn das so ist.

Beispiel 2: https://www.piratenpartei.de/2019/08/08/piraten-sagen-nein-zu-einer-fleischsteuer/

Piraten sagen Nein zu einer Fleischsteuer

Da sind Problem und Antwort schon in der Überschrift enthalten. Weiter lesen lohnt nicht. Statt nun in der Überschrift eine Frage zu positionieren, positioniert man sich sofort. Die Überschrift hätte so lauten können: "Statt Abbau von Subventionen für Massentierhaltung kommt jetzt die Fleischsteuer?"

Es ginge hier sicher noch drastischer mit der Frage: "Fleischsteuer? Warum werden Lobbyisten für Massentierhaltung weiter bevorzugt?"

Wir sind in keinem Parlament mehr, also können wir Regierungen nicht mit Fragen nerven die man in Form von kleinen oder großen Anfragen stellt. Wir spielen daher im Moment lieber APO-Regierung und haben Lösungen für alles und jedes. Wir sind Opposition, wir dürfen Fragen stellen, wir brauchen keine Lösungen anbieten. Was wir aber anbieten können, Mitarbeit und daraus resultierende Transparenz, um Problemstellungen zu hinterfragen und Lösungen zu erarbeiten. (Ich dachte ja ich hätte das mit meiner Antwort zuvor schon deutlich genug gemacht).

Wir müssen - nein - wir sind eigentlich dazu verpflichtet, Fragen zu stellen. Fragen tun weh, insbesondere dann wenn der Gegenüber diese Fragen lieber nicht beantworten möchte. Wer Fragen stellt regt zum Denken an. Dergestalt das man sich mindestens fragt “Wie kommen die auf diese Idee?” oder “Wie kommen die auf diese Frage?” oder “Tatsächlich, da steckt mehr dahinter?”. Wer immer nur Lösungen offeriert, dem hört man nicht zu. Es kann die vernünftigste Lösung der Welt sein, wer diese Lösung nicht möchte, der wird diese Idee als “nicht durchführbar” deklarieren und das war es dann. Eine Begründung wird nicht erfolgen, die braucht es ja auch nicht, denn die Regierungen dieser Welt haben ja ihrerseits “Lösungen”, die immer besser sind als die der anderen. Wer aber Fragen stellt, der wird unbequem. Piraten stellten mal Fragen. Früher, schon länger her. Leider.

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Ich finde, du diskutierst hier Geschmacksfragen auf hohem Niveau. Die beiden zitierten Artikel geben Antworten - richtig.
Was soll daran falsch sein? Zumal die beiden Probleme (Strukturwandel in den Kohleländern und Fleischsteuer) in den jeweiligen Texten (bei der Fleischsteuer war es ein korrespondierender Blog) recht ordentlich analysiert wurden. Dir wäre es jedoch lieber, wenn sich die breite Masse in Problemlösungen einbringen würde. Mir auch.
Wieder Fragen:
Kann sie das?
WILL sie das?
Im Moment wohl eher nicht. So wie es sehr viel bequemer ist, bei Amazon mittels Alexa einzukaufen ist es viel chilliger, sich “führen zu lassen”. Ein Grund für den massiven Abschwung der Partei war u.a. der anfangs vorherrschende, unbedingte Glaube an diese sog. “Schwarmintelligenz” und deren unzureichende technische Modellierung in Form von LQFB (das Ding, in dem der Schwarm am Ende einigen mächtigen Superbienen hinterherflog - man nannte den Mechanismus “Delegationen”, wenn ich mich recht erinnere).
Fakt ist allerdings - die Piraten haben Ansätze zur stärkeren Einbeziehung der “Masse” zumindest VERSUCHT und ich bin voll bei dir - wir sollten uns dieser Versuche erinnern und neue starten, bei denen wir die Fehler von LQFB nicht wiederholen. Irgendwie sind wir tatsächlich mittlerweile ins Fahrwasser der “Etablierten” geraten.
Zurück zum Thema: Pressemitteilungen folgen einem ziemlich stringenten Muster. Journalisten ERWARTEN von den Parteien klare Ansagen zu aktuellen Themen. Wischiwaschi - Abwägungen, die Raum zum Denken geben, landen in der großen Rundablage, schon allein, weil solche Texte viel zu lang wären. Es wäre also reine Zeitverschwendung, PMs nach diesem Muster zu verfassen.
Anders bei Blogbeiträgen. Ich neige zu dem Eingeständnis, dass es prinzipiell ungeschickt ist, Antworten in den Überschriften vorweg zu nehmen und werde versuchen, diese Erkenntnis in künftige Texte einfließen zu lassen.
Wie ich eingangs sagte - du meckerst auf hohem Niveau, was ich ziemlich sympathisch finde (keine Ironie). Komm’ doch mal morgen in die RK - 20.00 Uhr NRW-Mumble. Wir können uns bestimmt ein paar Minuten nehmen, um deine Vorschläge zu diskutieren.

Nun scheint sich dieses Prinzip mittlerweile dazu transformiert zu haben, dass überall in der Partei Grüppchenweise Autorität verteilt ist und Leute irgendwo rumsitzen und auf die Gelegenheit warten, um ihre Meinung zu irgendwas kundtun und um Dinge entscheiden zu können. Legitime und qualitative Vorstöße Einzelner werden durch den Fleischwolf gedreht, weil es haufenweise Leute gibt, die nur drauf warten, irgendwas zu kritisieren und irgendwo ihren Senf beigeben zu können. Letztlich passiert meistens nichts aus den Vorstößen, weil es ja überhaupt keinen Spaß macht irgendwas zu tun, was von irgendwelchen Leuten ohne guten Grund und/oder ohne gute Begründung deformiert wurde.

Woher nimmt sich überhaupt ein Individuum das Recht heraus, irgendein Problem zu analysieren und infolge dessen auch noch eine Lösung dafür aus dem Nichts zu erschaffen? Wer hat sich das Recht rausgenommen, in Schweden einen Tracker Namens piratebay zu starten und dann auch noch eine Partei zu gründen, als der Tracker in Schwierigkeiten kam?

Naja, man überlegt halt vorher, ob es eine gute Idee ist, und macht es dann einfach. Ich sehe nicht das moralische oder ideologische Problem. Open Source funktioniert genau so: jemand hat eine Idee, setzt sich hin um ein Projekt zu erschaffen, definiert transparent die Regeln und Methoden und los geht’s.

In der Tat. “Deeply concerned” meme :smiley:

Das finde ich auch gut so, man braucht nun wirklich kein Clickbaiting in Pressemitteilungen. Ein paar Tage später kam ja auch ein ausführlicher Artikel dazu. Aber du hast mit einem hier geschriebenen Beitrag bereits mehr Zeit und Mühe aufgewendet, als die beiden Beispiele zusammen gebraucht haben.

Ich kann nur drauf spekulieren, dass dieses gesamte Thema auf dem Missverständnis beruht, die Partei investiere relevante Mengen an Zeit und Mühe in Pressemitteilungen, statt etwas Sinnvolleres zu machen. Das tut sie aber nicht!

Als Pirat des Jahres 2019 verstehe ich nicht, wovon du redest. Ich sehe bis auf bürokratische Rituale und die Vorstandsebene (redmine) erschreckend wenig Transparenz und fast niemanden interessiert es. Das System, welches du hier beschreibst, ist mittlerweile vollkommen kollabiert und wir leben wieder im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, in denen weltliche und geistliche Fürsten untereinander um Macht kämpfen, indem sie Landsknechte um sich scharren, und sich im Regieren abwechseln, damit jeder mal rumkommandieren darf.

Beispiel 1: Jemand fragt nach Optimierungen/Alternativen etc. zu Hartz. Mehr als die Hälfte des Threads geht darum, dass Sanktionen wichtig und richtig sind (was sollen denn sonst die Nachbarn sagen?), dass wir zu wenig Kreativität aufweisen, denn man bräuchte doch ein völlig anderes Konzept, welches auch noch das Problem mit der Rente löst, etc.

Beispiel 2: Ich frage nach “offiziellen Schriften außer Satzung und Programm, aus denen man Politik und Prozesse ableiten könnte”, zum Beispiel wird die Bedeutung von Transparenz nirgendwo definiert (was für ein Zufall :smirk:). Die erste Antwort ist eine Auflistung von bürokratischem Zeugs (immerhin drei likes wert). Die zweite Antwort besagt, dass die Bedeutung von Transparenz offensichtlich sei und es nur einen Schnittpunkt mit Personendaten gäbe usf.

Ich sehe hier nicht, wie die Mitarbeit die Transparenz erhöhen sollte. Außer, dass jemand etwas irgendwem petzen könnte, weil dieses und jenes nicht korrekt sei, aber das kann ja wohl schwerlich dein Anliegen sein. Außerdem gibt es kaum mehr Piraten.

Transparenz ist doch mMn nichts anderes als die Offenlegung von Gründen und Tatsachen. Und um ein Argument von weiter oben zu benutzen, kann ich nicht anders handeln, als selbstständig und auf eigene Faust Recherche zu betreiben und Probleme der Piratenpartei zu analysieren. Danach kann ich auch nicht anders handeln, als selbstständig und auf eigene Faust Lösungen vorzuschlagen. Was soll ich sonst tun?

Nehmen wir mal an, jemand hätte die gleiche Aufgabe, aber eine entgegengesetzte Herangehensweise. Würde es Sinn machen, uns beide in eine Gruppe und zur Kooperation zu zwingen, weil es die Ideologie der Partei so gebietet (Transparenz durch Mitarbeit)? Ich glaube nicht. Würde es Sinn machen, beides laufen zu lassen und dann die Basis über das bessere Konzept abstimmen zu lassen? Ich glaube schon.

Leider gibt es - soweit ich sehe - überhaupt keine offiziellen Schriften über solche Prinzipien und Strukturen. Also muss ich mir das Recht herausnehmen, dieses Problem zu analysieren und später dann auch noch so dreist sein, um Lösungsvorschläge zu machen. :wink:

Ich diskutiere nicht diese beiden Pressemitteilungen, sie dienten lediglich als Beispiel. Ich wollte mich an etwas messbarem orientieren statt Beispiele zu nennen, die nur sehr Beispielhaft wären.

Das sehen wir ja anhand der Wahlergebnisse heute Abend. Nein, ich gehe nicht auf die Stärke der AfD ein, ich möchte nur anmerken, dass der “Konsum” inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft geworden ist. Konsum, egal in welcher Form, vernebelt die Gedanken. Wer sich nicht mehr mit den Grundlagen beschäftigt oder von außen dazu “gezwungen” wird, ist und bleibt ein guter Konsument - mehr nicht - um das mit Deiner Metapher zu falsifizieren.

Ich finde solche Aussagen interessant, weil sie einfach nicht stimmen. Erinnert sich hier im Rund noch jemand an den legendären Fernsehauftritt zwischen Christopher Lauer und Kurt Beck? Warum flogen den Piraten damals so viele positive Stimmen zu? Auch von der Presse im übrigen. Das hatte nichts mit den Piraten an sich zu tun, es war der Umgang der Piraten mit den etablierten Parteien und Strukturen. Es war der Umgang der Piraten auch der Presse zu zeigen, dass eine einzige Person gar nicht so tief mit Wissen versorgt sein kann, wie die etablierten Politiker gern von sich behaupten. Genau diese Frische, die ist nicht mehr vorhanden.

Ich wiederhole mich:
Die einzige Möglichkeit der Opposition in den Landtagen und im Bundestag ist, die Regierungen durch kleine und große Anfragen in die Ecke zu drängen. Es sind und bleiben Fragen, die die Politik zu beantworten hat. Fragen die eben genau auch die Presse stellen würde, wenn sie es denn könnte. Denn die Presse hat kein Recht Anfragen in der Form an eine Regierung zu stellen. Es ist und bleibt DAS Politische Mittel einer Opposition.

Neu wäre mir wenn eine Presse nur fertige Brötchen haben möchte, in die sie hinein beißen können. Weswegen sind dann oftmals jene Beiträge in den Zeitungen die spannendsten, wenn den Regierungen Fragen gestellt werden? Fragen z.B. nach Milliarden, die einfach mal ein Verkehrsminister in Sachen Maut unter den Tisch fallen lässt? Die Presse stellt die Fragen und wir könnten die Presse im Fragen stellen unterstützen! Denn nur die richtigen Fragen werden zu einem Ziel gelangen. Nicht Antworten, nicht fertige Konzepte - nichts dergleichen. Wenn zwei Fragen stellen wird es ungemütlich für die befragten. Stellen die Piraten die Fragen der Wähler in aller Öffentlichkeit, wirst Du Wähler finden. Für gewöhnlich haben auch Wähler nur Fragen und keine Antworten. Antworten haben Regierungen zu liefern. Piraten sind noch lange nicht in der Situation so etwas machen zu müssen. Also stellt Fragen. Das kann so schwer doch nicht sein?

Ich ahnte ja, das der Stachel tief sitzt. Aber so tief? Wann möchte sich die Piratenpartei denn endlich mal von der Angst lösen, erneut etwas falsches zu machen? LQFB war eine gute Idee, die nur leider - weil typisch Mensch - von einigen missbraucht worden ist. Shit happens, Krönchen richten und weiter gehts. Es gibt viel neues, das es anzupacken gilt.

Danke für die Einladung. Ich habe schon häufiger die Konferenzen besucht, immer mit der Idee mich einzubringen. Das da ist schlicht nicht mein Arbeitsstil, weswegen ich den Gedanken verworfen habe.

Das ist die Natur der Sache. Nur wer am lautesten brüllt, der wird gehört. Weil alle zusammen zucken und wie die Kaninchen Angst vor der Schlange haben.

Es ging mir um Politik, nicht ob sich Parteien gründen oder nicht.

Genau darum geht es mir nicht. Es geht darum eine Art von “Gleichklang” zu finden. Wie im realen Leben. Nicht die sind mir am sympathischsten die die gleichen Antworten haben - weil all diese Antworten können auch nur auswendig gelernt sein - es sind jene Personen am spannendsten, die die selben Fragen wie ich stellen. Denn nur wer Fragen stellt, von dem kann ich ausgehen, er hat sich mit der Materie beschäftigt.

Das mit der Transparenz geht mir an der Stelle aber zu weit und wäre Thema eines anderen Threads.